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Bonhoeffers Christologie - Ihr Profil, ihre Potentiale und Grenzen

Title: Bonhoeffers Christologie - Ihr Profil, ihre Potentiale und Grenzen

Examination Thesis , 2011 , 41 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Schlötterer (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Dietrich Bonhoeffer ist bis heute durch sein zeugnishaftes Leben bei vielen Christen weltweit bekannt. Seine Theologie bleibt fragmentarisch und lässt erhebliche Interpretationsspielräume offen. Ob als christlicher Märtyrer, „Kirchenvater“ der Evangelikalen1 oder Vertreter der Gott-ist-tot-Theologie2, ruft Bonhoeffers Schaffenskraft eine ambivalente Wirkungsgeschichte hervor. In dieser Arbeit soll der Theologe Bonhoeffer und sein zentrales theologisches Thema Jesus Christus näher betrachtet werden. Darin ist die Grundlage für Bonhoeffers enge Verbindung von Glauben und Leben zu sehen. Das hierfür zu erörternde Profil von Bonhoeffers Christologie bildet den Hauptteil dieser Arbeit (2.) und beschäftigt sich mit den Schriften „Sanctorum Communio“, „Akt und Sein“, der Christologie-Vorlesung, „Nachfolge“, „Gemeinsames Leben“, „Ethik“ und „Widerstand und Ergebung“. In einem zweiten Teil versuche ich Potentiale (3.1) des christologischen Konzepts Bonhoeffers für heute zu erörtern, sowie kritisch auf Grenzen (3.2) seiner Ausführungen aufmerksam zu machen. Hierbei gilt es zu bemerken, dass nur eine Auswahl an Potentialen und Kritikpunkten in dieser Arbeit aufgeführt werden kann. In Schlussbemerkungen (4.) sollen zuletzt wichtige Gedanken gebündelt werden, um die mögliche Bedeutung von Bonhoeffers christologischen Entwurf für uns heute darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. PROFIL DER CHRISTOLOGIE IN WICHTIGEN BONHOEFFERSCHRIFTEN

2.1 Aspekte der Christologie in Sanctorum Communio (1927)

2.2 Aspekte der Christologie in Akt und Sein (1930)

2.3 Christologie in der Christologie-Vorlesung (1933)

2.3.1 Christologie als Zentrum der Wissenschaft im Raum der Kirche

2.3.2 Die Wer-Frage und der Glaube

2.3.3 Kann Christus durch sein Werk erkannt werden?

2.3.4 Der gegenwärtige Christus pro-me

2.3.4.1 Die dreifache Gestalt Christi als Wort, Sakrament und Gemeinde

2.3.4.2 Der gegenwärtige Christus als Mitte unserer Existenz, der Geschichte und der Natur

2.3.5 Zusammenfassung

2.4 Christologische Konkretionen in Nachfolge (1937)

2.5 Christologische Konkretionen in Gemeinsames Leben (1938)

2.6 Christologische Konkretionen in Ethik (1939-43)

2.7 Christologische Konkretionen in Widerstand und Ergebung (1943-44)

2.8 Zusammenfassung des christologischen Profils

3. POTENTIALE UND GRENZEN VON BONHOEFFERS CHRISTOLOGIE

3.1 Potentiale

3.1.1 Existentieller Bezug

3.1.2 Religionskritik und Religionslosigkeit

3.1.3 Erfahrungsdimension in der Postmoderne

3.1.4 Verantwortungsethik

3.1.5 Radikale Weltlichkeit des Glaubens

3.1.6 Fragmentarische Lebensrealität

3.2 Grenzen

3.2.1 „Christus als Gemeinde existierend“

3.2.2 Spekulative Christologie?

3.2.3 Die christologische Verhüllung

3.2.4 Stellvertretungskonzept

3.2.5 Christologische Engführung?

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das christologische Denken Dietrich Bonhoeffers anhand seiner zentralen Schriften, um dessen Potentiale und Grenzen für die heutige Zeit aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der engen Verbindung von Glauben und Leben, wie sie durch das christozentrische Konzept Bonhoeffers begründet wird.

  • Entwicklung eines christologischen Profils durch chronologische Analyse von Bonhoeffers Hauptschriften.
  • Erörterung der Bedeutung von Christus als „Mitte“, „Mittler“ und „Stellvertreter“.
  • Untersuchung der Anwendbarkeit von Bonhoeffers Theologie in einer „mündig gewordenen Welt“.
  • Kritische Reflexion der Konzepte von Stellvertretung und religionsloser Interpretation.
  • Darstellung der christlichen Verantwortung in der Welt vor dem Hintergrund der Christuswirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

2.3.4.2 Der gegenwärtige Christus als Mitte unserer Existenz, der Geschichte und der Natur

Christi erwähnte dreifache Gestalt ist mit dem dreifachen Ort des Christus zu ergänzen. Hier geht es um die Frage des „Wo“. Die Antwort ist, dass Christus an meiner Stelle steht, dort wo ich nicht stehen kann, an der Grenze meiner Existenz. Das Ich, das ich sein soll, liegt mir unerreichbar fern. Dies erkenne ich durch Christus, in dem ich dann zugleich meine neue Mitte gefunden habe. Das Wesen seiner Person ist In-der-Mitte-Sein. Bezieht man nun die Wo-Frage auf die Wer-Frage, so gilt: „Christus ist als der pro me Daseiende der Mittler.“ Er als pro me muss übersetzt werden als Mitte der Existenz, der Geschichte und der Natur, für die er da ist. Im Bezug auf die menschliche Existenz ist Christus die geglaubte Mitte und so zugleich Grenze. Denn am Gesetz, das der Mensch nicht erfüllen kann, erkennt er seine Begrenzung, wird aber mit Christus als Mitte vom Gericht zur Rechtfertigung hindurch getragen.

Als Geschichtsmitte ist der gegenwärtige Christus keine Mitte aller Religionen und keine Antwort auf die Frage nach der Absolutheit Jesu, sondern er ist die Mitte der Geschichte, die zwischen Verheißung und Erfüllung lebt. Bonhoeffer erläutert, wie allein im Messias Israels die Geschichte auf verborgene Art zu ihrer Erfüllung kam und so im erniedrigten Christus zu ihrem Sinn geführt wurde. Hier ist dann Christus auch die Grenze und gleichzeitig die neue Mitte, der Mittler der Geschichte vor Gott. Weiter elaboriert Bonhoeffer die Kirche als Mitte der Geschichte, die vom Staat gemacht wird, da sie, die Kirche, den Staat richtet und rechtfertigt. Dies tut sie als verborgene Mitte kraft Christi Gegenwart in ihr. Sie ist auch die Grenze des Staates, da das Kreuz alle menschliche Verheißung durchbricht und allein das Gesetz erfüllt. Gleichzeitig bejaht das Kreuz die Staatsordnung. „Christus als die Mitte der Geschichte ist der Mittler zwischen Staat und Gott in der Gestalt der Kirche. Christus als die Mitte der Geschichte ist aber ebenso der Mittler zwischen Kirche und Gott, denn er ist auch die Mitte der Kirche, sofern die Kirche die Mitte der Geschichte ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik und Zielsetzung der Arbeit sowie eine kurze Skizzierung des methodischen Vorgehens anhand Bonhoeffers Schriften.

2. PROFIL DER CHRISTOLOGIE IN WICHTIGEN BONHOEFFERSCHRIFTEN: Chronologische Untersuchung des christologischen Denkens Bonhoeffers in seinen zentralen Schriften wie "Sanctorum Communio", "Nachfolge" und "Ethik".

3. POTENTIALE UND GRENZEN VON BONHOEFFERS CHRISTOLOGIE: Kritische Analyse der Anwendbarkeit des christologischen Konzepts auf die moderne Lebensrealität und Diskussion strittiger Begriffe wie "Stellvertretung".

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenführung der wesentlichen Erkenntnisse und Fazit zur anhaltenden Bedeutung der Theologie Bonhoeffers für die heutige Zeit.

Schlüsselwörter

Dietrich Bonhoeffer, Christologie, Jesus Christus, Pro-me-Sein, Stellvertretung, Nachfolge, Ethik, Ekklesiologie, Kirche, Weltlichkeit, Christuswirklichkeit, Offenbarung, Mittlerschaft, religionsloses Christentum, Verantwortlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem theologischen Denken von Dietrich Bonhoeffer, insbesondere mit seinem Verständnis von Jesus Christus, wie es sich durch seine verschiedenen Schriften hindurch entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Rolle Christi als Mittler und Stellvertreter, das Verhältnis von Kirche und Welt, sowie die christliche Ethik in einer zunehmend religionslosen Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das christologische Profil Bonhoeffers zu erarbeiten und zu prüfen, welche Potentiale seine Überlegungen für das moderne Christsein bieten, aber auch, wo seine Konzepte kritische Grenzen aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine chronologische, inhaltsanalytische Untersuchung der einschlägigen Schriften Bonhoeffers durchgeführt, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur zu seinem Werk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden markante Profilpunkte der Christologie in chronologischer Reihenfolge analysiert, von den frühen Schriften bis hin zu den späten Briefen aus der Haft, und anschließend an diesen Punkten Potentiale und Grenzen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Christuswirklichkeit, das "Pro-me-Sein", die Stellvertretung und die Mündigkeit der Welt.

Wie definiert Bonhoeffer die "Gegenwart Christi"?

Bonhoeffer versteht die Gegenwart Christi nicht als metaphysische Anwesenheit, sondern konkret in der Verkündigung der Kirche, im Sakrament und in der Gemeinde als "Gestalt des Ärgernisses", die im Glauben ergriffen werden muss.

Was meint Bonhoeffer mit "etsi deus non daretur"?

Es beschreibt die Notwendigkeit, in einer Welt zu leben, die sich ihrer Mündigkeit bewusst ist und in der Gott faktisch in den öffentlichen Diskursen keine Rolle mehr spielt – ein Leben also, als ob es Gott nicht gäbe, jedoch vor und mit Gott.

Warum wird die Stellvertretung kritisch diskutiert?

Die Kritik entzündet sich daran, ob Bonhoeffers Fokus auf stellvertretendes Leiden die individuelle Verantwortung oder Freiheit des Christen zu sehr in den Hintergrund drängt oder hierarchische Strukturen begünstigt.

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Details

Title
Bonhoeffers Christologie - Ihr Profil, ihre Potentiale und Grenzen
College
University of Heidelberg  (Evangelische Theologie)
Grade
2,0
Author
Michael Schlötterer (Author)
Publication Year
2011
Pages
41
Catalog Number
V191190
ISBN (eBook)
9783656159698
ISBN (Book)
9783656159773
Language
German
Tags
bonhoeffers christologie profil potentiale grenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schlötterer (Author), 2011, Bonhoeffers Christologie - Ihr Profil, ihre Potentiale und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191190
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