Shopping for a better world. Das Potenzial eines strategischen und nachhaltigen Konsums


Seminararbeit, 2011

19 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Konsumgesellschaft
2.1 Definition von Konsumgesellschaft und Konsum
2.2 Gesellschaftliche Veränderungen im Konsumalltag
2.3 Folgen der Konsumgesellschaft

3 Der strategische Konsum
3.1 Strategische Konsumenten
3.2 Schwierigkeiten bei der Umsetzung im Alltag

4 Fazit – Chancen und Grenzen des strategischen Konsums

5 Literatur

1 Einleitung

Die wachsenden Umweltschäden, die sozialen Ungleichheiten sowie die wiederkehrenden Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte haben zu einer moralischen Hinterfragung des ökonomischen Handelns geführt (vgl. Heidbrink und Schmidt, 2009, S. 27). Besonders die nicht mehr reparablen Umweltschäden sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema in der Öffentlichkeit geworden.

Um den Klimawandel aufzuhalten, hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, den Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren (vgl. Klimapartner 2020, 2011, S. 1). Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen vor allem Veränderungen in der Energiepolitik stattfinden. Das bedeutet, dass vermehrt auf erneuerbare Energie gesetzt werden muss (vgl. Umweltbundesamt, 2007, S. 3ff.). Das Hauptaugenmerk der Politik muss also auf die Umstrukturierung der Energieversorgung gerichtet sein.

Doch bleibt dabei die Frage offen, was jede bzw. jeder Einzelne für den Umweltschutz machen kann. Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun, um die Welt für weitere Generationen zu erhalten und den Klimawandel zu stoppen?

Der Wandel der Gesellschaft hin zum Leben im Überfluss trägt mit zur Zerstörung der Welt und des Klimas bei. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher sowie deren Konsum sind demnach für den Klimawandel mitverantwortlich.

Doch kann der Massenkonsum zu einem nachhaltigen Konsum umgestellt werden?

Aktuell wird dazu der strategische Konsum diskutiert. Allerdings stellt sich die Frage, wie der strategische Konsum alle wachsenden Umweltschäden und alle sozialen Ungleichheiten der letzten Jahrzehnte wieder ausgleichen kann? Wer sind die Konsumentinnen und Konsumenten des strategischen Konsums und wie realistisch ist die Vorstellung, dass die Welt durch einen strategischen Konsum verändert werden kann?

Die Seminararbeit soll das Potenzial des strategischen Konsums aufzeigen und zudem verdeutlichen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit die Welt nachhaltig verbessert werden kann.

Dazu wird in den folgenden Kapiteln die Frage erörtert, ob die Gesellschaft in der heutigen Welt tatsächlich durch strategisches Konsumieren gerettet werden kann. Die Seminararbeit ist dazu wie folgt gegliedert:

Um die Grundlagen der Thematik zu schaffen, werden unter Punkt zwei zunächst die Begriffe des Konsums sowie der Konsumgesellschaft definiert.

Durch die Klärung der Begriffe wird deutlich gemacht, dass das Konsumieren in seinem Ursprung durchaus eine Notwendigkeit besaß. Im weiteren Verlauf werden die Ursachen des Konsumwandels und die daraus folgenden Umweltprobleme behandelt. Kapitel zwei stellt demnach die Entwicklung des Konsums hin zum Massenkonsum dar und macht deutlich, welche gesellschaftlichen Gegebenheiten dazu geführt haben, dass die Menschen in den Industrieländern ein Leben im Überfluss führen. Anhand dessen wird auch die Relevanz des Konsums für die Verbraucherinnen und Verbraucher erläutert, da diese Voraussetzung für alle Konsumentscheidungen ist. Dies ist von Bedeutung, um nachvollziehen zu können, warum es für viele Verbraucherinnen und Verbraucher schwer ist, ihre alltäglichen Konsumgewohnheiten zu verändern. Die Folgen der Konsumgesellschaft beziehen sich in Kapitel 2.3 auf die Umweltschäden. Weitere Folgen des Konsums, wie die soziale Ungleichheit zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern, werden am Ende des Kapitels zwar bedacht, aber nicht im Detail erläutert. Der Schwerpunkt wurde hier auf die Umweltschäden gelegt, da diese besonders die zerstörerischen und nicht mehr reparablen Auswirkungen des Massenkonsums darstellen. Unter Punkt drei wird der strategische Konsum mit seinen Chancen und Grenzen für die Verbesserung der Welt und des Klimas aufgegriffen. Zum Schluss werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

2 Konsumgesellschaft

In diesem Kapitel wird der Begriff der Konsumgesellschaft sowie der des Konsums definiert. Zudem wird der Wandel der Konsumgesellschaft, die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Veränderungen und deren Folgen thematisiert, um die Grundlagen für die folgende Thematik des strategischen Konsums zu schaffen.

2.1 Definition von Konsumgesellschaft und Konsum

Nach der lateinischen Bedeutung des Wortes „consumere“ beschreibt der Begriff Konsum den Verbrauch und die Verwendung von Gegenständen (vgl. Kleinschmidt, 2008, S. 9). Eine weiter gefasste Definition besagt, dass unter Konsum der Verbrauch von materiellen und immateriellen Gütern „zum Zweck der Bedürfnisbefriedigung des Endverbrauchers“ verstanden wird (ebd). Nach den dargestellten Definitionen stellt der Konsum allein kein Problem dar, da er lediglich Bedürfnisse und somit auch die Existenz sichert.

Das Problem des heutigen Konsums liegt in der Gesellschaft, denn die sogenannte Konsumgesellschaft ist eine Gesellschaft, deren Lebensstil nicht nur auf die Sicherung, sondern vor allem auch auf die ständige Steigerung des Konsums ausgerichtet ist (vgl. Duden, 2011, S. 1). Alle Menschen der heutigen Konsumgesellschaft verbrauchen materielle und immaterielle Güter über ihre Bedürfnisse hinaus. Diese Art des Konsums wird durch Wahlmöglichkeiten und ein ausreichendes Angebot seitens der Produzenten ermöglicht (vgl. Kleinschmidt, 2008, S. 13).

Doch wie kam es dazu, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mehr kaufen als sie benötigen? Auf diese Frage wird im folgenden Punkt eingegangen.

2.2 Gesellschaftliche Veränderungen im Konsumalltag

Die heutige Konsumgesellschaft ist das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung, denn bereits in der Antike wurden Güter konsumiert. Allerdings diente der Konsum in früheren Epochen lediglich der existentiellen Sicherung. Wie schon unter Punkt 2.1 erwähnt, ist das sowohl der Unterschied als auch das Problem des Konsums in der heutigen Gesellschaft.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden vor allem die Güter konsumiert, die in den privaten Haushalten auch selbst produziert werden konnten (vgl. Kleinschmidt, 2008, S. 11). Die Selbstversorgung herrschte vor allem bei den Grundbedürfnissen wie Nahrung und Kleider vor (vgl. ebd).

Doch infolge der Industrialisierung breitete sich das Produktangebot aus, was zu der Ablösung des Selbstversorgerhaushaltes durch die Fremdversorgung führte (vgl. ebd.).

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, der Weltwirtschaftskrise, Ende der 1920er Jahre, und dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich zusammenhängend mit dem ständigen Verzicht der letzten Jahre der heutige Konsum (vgl. Carrasco, 2009, S. 3) – der Massenkonsum. Das Konsumverhalten löste sich demnach „von den Existenz sichernden Funktionen hin zu sozialpsychologischen Aspekten wie Prestige und Individualität“ (Kleinschmidt, 2008, S. 11).

Die Art des Konsums sichert nicht mehr nur die Existenz, sondern drückt zusätzlich auch Ansichten, politische Meinungen, Gruppenzugehörigkeit oder eben die Individualität der Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Die Bedeutung verschiedener Konsumgüter wurde genutzt, um das eigene Selbst zu schaffen und zu unterstreichen (vgl. Irrgang, 2002, S. 119).

Das Konsumverhalten spiegelt demnach auch den Lebensstil einer Person wider. Dabei wird der Lebensstil durch die Menge des Konsums definiert. Frei nach dem Motto: Je mehr konsumiert wird, desto größer ist der Lebensstandard sowie das subjektive Wohlbefinden des Einzelnen. Der Konsum wurde zum Symbol des sozialen Fortschritts (vgl. a.a.O., S. 130f.).

Die Konsumgeschichte galt noch bis in die 1990er Jahre als unerforscht (vgl. Kleinschmidt, 2008, S. 7). Doch das hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Beiträge zum Thema Konsum, wodurch auch die mit dem Massenkonsum einhergehenden Umweltprobleme in das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher gelangt sind.

2.3 Folgen der Konsumgesellschaft

Seit 20.000 Jahren gab es keinen derart hohen Temperaturanstieg in so kurzer Zeit mehr. 2080 ist die Arktis eisfrei und der Meeresspiegel steigt weltweit um einen halben Meter (vgl. Grimm, 2006, S. 45). Es wird also wärmer auf der Erde, und dieses Phänomen, mit ausgelöst durch den ständigen Konsumdrang, heißt Klimawandel.

Die Auswirkungen des Massenkonsums sind schon heute deutlich sichtbar und werden durch den Massenkonsum weiter zunehmen (vgl. ebd). Das derzeitige Konsumverhalten stellt ein enormes Problem dar, weil nahezu alle Konsumgüter, die produziert und bezogen werden, mit dem Verbrauch

von Rohstoffen und Energien verbunden sind. Wie zuvor schon erläutert, beschreibt der Begriff Konsumgüter dabei keinesfalls lebensnotwendigen Produkte, sondern vielmehr Produkte, die der Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse im Überfluss dienen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Shopping for a better world. Das Potenzial eines strategischen und nachhaltigen Konsums
Hochschule
Universität Paderborn
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V191231
ISBN (eBook)
9783656160038
ISBN (Buch)
9783656160953
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsum, Konsumgesellschaft, Nachhaltigkeit, Shopping
Arbeit zitieren
Denise Jung (Autor), 2011, Shopping for a better world. Das Potenzial eines strategischen und nachhaltigen Konsums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191231

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