Das 4C/ID-Modell im Bereich Gesundheitsprävention

Ein wissenschaftliches Manual


Hausarbeit, 2011

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bidungswissenschaftlers in der Gesundheitserziehung/-förderung
2.1 Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen & Just-in-Time Informationen

3. Das 4C/ID Modell im didaktischen Kontext
3.1 Lerntheoretischer Bezug
3.1.1 Behaviorismus
3.1.2 Kognitivismus
3.1.3 Konstruktivismus
3.2 Situiertes Lernen
3.3 Didaktische Szenarien
3.4 Unterstützende Medien

4. Fazit und Reflexion

1. Einleitung

Der in Deutschland und auch international seit Jahrzehnten geprägte Satz „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg“ ist besonders in der heutigen Zeit von Wirtschafts- krisen, Globalisierung und multikultureller Gesellschaft immer noch hoch rele- vant. Die schnelle Entwicklung und vermehrte Komplexität von Aufgabenberei- chen und Technik erfordert ein effektiveres Lernen, das durch neue Lernumge- bungen gewährleistet werden soll. Van Merriënboer (1997) entwickelte eine sol- che Lernumgebung und nannte sie Four-Component / Instructional Design Modell (abgekürzt: 4C/ID-Modell).

In dieser Studienarbeit wird das 4C/ID-Modell auf ein Beispiel eines Bildungswis- senschaftlers in der Gesundheitserziehung/-förderung angewendet. Zunächst wird eine Kompetenzanalyse (Blueprint) erstellt und darüber hinaus lerntheoretische Aspekte erläutert und auf das 4C/ID-Modell bezogen. Es folgen dann Ausführun- gen zu passenden didaktischen Szenarien und geeigneten Medien für die Umset- zung des Modells. Der Schluss dieser Arbeit bildet ein Fazit über die Entwicklung des eigenen Blueprints und die Nutzung einer anderen situierten Lernumgebung.

2. Das 4C/ID Modell am Beispiel eines Bldungswissenschaftlers in der Gesundheitserziehung/-förderung

Das 4C/ID-Modell besteht aus vier Komponenten, die in Abbildung 1 erläutert und visualisiert sind. Namentlich sind das „Learning tasks“ (Lernaufgaben), „Supportive Information“ (Unterstützende Informationen), „JIT information“ (Just in time Information“ und „Part-Task-Practice“ (Teilaufgaben üben). Diese Komponenten stehen in Interaktion zueinander.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 4C/ID-Modell aus Van Merriënboer, 2002

2.1 Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie

Als Bildungswissenschaftler in der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförde- rung zu arbeiten ist eine ganzheitliche und komplexe Fertigkeit, die zunächst ana- lysiert werden muss, um im weiteren Schritt Lernaufgaben zu entwickeln. Es wird für die exemplarische Darstellung eine Teilkompetenz analysiert um den vorgege- benen Umfang der Hausarbeit einzuhalten. Andere Einsatzbereiche des Bildungs- wissenschaftlers in der Gesundheitsförderung sind zum Beispiel Tätigkeiten in Gesundheitsinstitutionen wie Krankenkassen. Anhand der konkreten Fertigkeit, der „Durchführung eines Gesundheitspräventionskurses für Kinder im Grundschulalter“, soll die Hierarchie des 4C/ID-Modells veranschaulicht werden. Die Abbildung 2 zeigt das Ergebnis der Kompetenzanalyse. Wiederkehrende- und nicht-wiederkehrende Fertigkeiten bilden die Grundlage der Fertigkeitenhierarchie, die des Weiteren folgende Relationen aufweist:

- Horizontale Relation: (von links nach rechts gelesen) bezeichnet die zeit- liche Reihenfolge der Fertigkeiten. Um den Präventionskurs durchführen zu können, müssen erst die organisatorischen Rahmenbedingungen geklärt werden und Themen ausgearbeitet werden.
- Vertikale Relation: (von unten nach oben gelesen) bezeichnet den kondi- tionalen Zusammenhang zwischen den unteren Fertigkeiten und den oberen Fertigkeiten. Es muss erst in verschieden Quellen nach Themen recher- chiert werden um den Themenschwerpunkt festlegen zu können. Die Fi- nanzierung des Kurses muss durch Sponsoren gesichert sein, auch diese müssen vorher erst gefunden werden.

Wiederkehrende Fertigkeiten bezeichnen Aufgaben, die aufgrund der Häufig- keit der Ausführung automatisiert werden, zum Beispiel das Überprüfen der Technik und auch das Prüfen der Anwesenheit. Nicht-wiederkehrende Fertig- keiten werden einmalig ausgeführt und sind nicht automatisiert vom Lernen- dem verinnerlicht. Zum Beispiel die Entwicklung eines Fragebogens oder auch die Organisation eines Nachtreffens.

Der „Doppelpfeil“ zeigt eine Abhängigkeit auf. Die Wahl der Präsentationsform ist abhängig vom inhaltlichen Schwerpunkt und umgekehrt. Es sind auch doppelte Verzweigungen in der Kompetenzanalyse vorhanden: Für die Fertigkeit „Quellen recherchieren“ ist sowohl eine Fachbuchrecherche als auch eine Internetrecherche notwendig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Kompetenzanalyse für den Bildungswissenschaftler in der Gesundheitsförderung für die Tätigkeit "Durchführen eines Präventionskurs"

2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen

Die Sequentialisierung der Aufgabenklassen ist ein weiterer elementarer Schritt für den Entwurf des 4C/ID-Modells. Sie bilden die Rahmenbedingungen für die in Komplexität zunehmenden Lernaufgaben. Wichtig ist, dass diese ganzheitlich und authentisch sind. Auch wird der Lernende nicht einfach „ins kalte Wasser gewor- fen“, sondern der Schwierigkeitsgrad in den Aufgabenklassen wird schrittweise erhöht. Es kann sonst zu einer Überforderung des Lernenden kommen, das soge- nannte „Cognitive Overload“ (Sweller, Van Merriënboer, & Paas, 1998).

Die Aufgabenklassen können nach vier verschiedenen Prinzipien konstruiert werden (Van Merriënboer, 1997):

1. Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen (simplifying assumptions). Die Schwierigkeit der Aufgabenklasse steigt von der ersten bis zur letzten Klasse an.
2. Sequenzprinzip der Nachdruck-Manipulation (emphasis manipulation approach). Fokus des Lernenden wird auf eine Fertigkeit gerichtet und meistens wird der schwierigsten Fertigkeit Nachdruck verliehen.
3. Mentale Modelle Progression (mental model progressions). Der Lernende muss pro Aufgabenklasse bestimmte Lernaufgaben ausführen, in denen das Modell verwendet wird.
4. Systematisches Problemverfahren (systematic approach to problem- solving). Der Lernende nutzt ein zusätzliches Programm, das die Schritte der Problemlösung beschreibt.

Das meistverwendete Prinzip ist das Sequenzprinzip der vereinfachenden An- nahmen, das anhand des Bildungswissenschaftlers im Bereich der Gesund- heitserziehung/-Förderung exemplarisch in Tabelle 1 dargestellt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das 4C/ID-Modell im Bereich Gesundheitsprävention
Untertitel
Ein wissenschaftliches Manual
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Psychologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V191259
ISBN (eBook)
9783656160670
ISBN (Buch)
9783656160847
Dateigröße
1340 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheit, Prävention, Manual, Hausarbeit, Psychologie
Arbeit zitieren
Matthias Niggehoff (Autor:in), 2011, Das 4C/ID-Modell im Bereich Gesundheitsprävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191259

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