Kants Erziehungsethik und der Behaviorismus

Stufen der Erziehung und das Konditionieren in Relation


Hausarbeit, 2012

15 Seiten

T. Schill (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Behaviorismus ?

3 Was ist klassisches konditionieren ?
3.1 Relevanz für die Erziehung anhand eines Beispiels

4 Was ist operantes Konditionieren?
4.1 Relevanz des operanten Konditionierens für die Erziehung

5 Woraus bestehen die Stufen der Erziehung nach Immanuel Kant ?

6 Erörterung: Lassen sich das operante und klassische Konditionieren mit dem Erziehungsverständnis und speziell den Stufen der Erziehung von Immanuel Kant verbinden ?

7 Fazit: Lassen sich das operante und klassische Konditionieren mit dem Erziehungsverständnis und speziell den Stufen der Erziehung von Immanuel Kant verbinden ?

8 Selbstreflexion Kritik aus reiner Vernunft

9 Quellen- undLiteraturverzeichnis

1 Einleitung

Die Überschrift hat eine hierarische Gliederung und die Hausarbeit bezieht sich übergeordnet auf das Thema der Erziehungsethik von Immanuel Kant und auf den Behaviorismus. Genauer wird auf die Stufen der Erziehung von Kant eingegangen und die Theorie des klassischen und operanten Konditionierens eingeführt, um sie im Anschluss mit der Erziehungsethik von Kant in Verbindung zu bringen. Thematisch werden demnach zwei Aspekte aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft zusammengeführt. Auf der einen Seite gewährt sie einen Einblick in die Erziehungsethik Kants, welche sich der Erziehungswissenschaft zuordnen lässt. Auf der anderen Seite gibt sie die Theorie des operanten und klassischen Konditionierens wieder, welche sich zurückführen lassen als wissenschaftstheoretische Konzepte des Behaviorismus aus der Psychologie. Im Anschluss wird versucht, die Forschungsfrage zu beantworten, indem beide Aspekte zu einem Ganzen zusammengeführt werden. Ziel ist es, das operante und klassische Konditionieren vor dem Hintergrund des Erziehungsverständnisses von Immanuel Kant kritisch zu durchleuchten somit herauszufinden, ob das operante und klassische Konditionieren in irgendeiner Form mit dem Erziehungsverständnis von Immanuel Kant verbindbar ist. Folgende Forschungsfrage soll demnach beantwortet werden:

Lassen sich das operante und klassische Konditionieren mit dem Erziehungsverständnis und speziell den Stufen der Erziehung von Immanuel Kant verbinden ?

Es bleibt die Frage offen, warum eine Zusammenführung dieser beiden Themen überhaupt Sinn macht und warum dieses Thema gewählt wurde ?

Beide Thematiken stammen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen, der Psychologie und der Erziehungswissenschaft und lassen eine direkte Verbindung untereinander zunächst nicht erkennen. Um diese Frage zu beantworten und Aufschluss darüber zu geben, warum dieses Thema gewählt wurde, möge man über folgenden Schluss nachdenken. „Die Erziehungswissenschaft beschäftigt sich als Wissenschaft von der Erziehung mit deren Institutionen, Zielen, Methoden, Möglichkeiten und Grenzen. [...]“ (Grundwortschatz Erziehungswissenschaft,1997, Hartwig Schröder, S.86). „Die Psychologie ist die Wissenschaft von den seelischen geistigen Bedingungen des Verhaltens.[...]“ (Grundwortschatz Erziehungswissenschaft,1997, Hartwig Schröder, S.245). „Erziehung ist die Einwirkung auf die Entwicklung des Menschen zur Persönlichkeit“ (Grundwortschatz Erziehungswissenschaft, 1997, Hartwig Schröder, S.83). An dieser Stelle muss man sich Fragen: Was versteht man unter „Einwirkung“ und wie gestaltet sich das Erzieher-Zögling-Verhältnis (Zögling-der entwicklungsbedürftige Mensch) ? Die „Einwirkung“ auf die Entwicklung des entwicklungsbedürftigen Menschens/Zöglings setzt Verhalten voraus und ohne „Verhalten“ gibt es keine Einwirkung. Verhalten bezieht sich in diesem Kontext hauptsächlich auf kommunikatives Verhalten beziehungsweise eine kommunikativ interagierendes Verhalten zwischen Erzieher und Zögling. (Beispiel : Ich rede mit meinem Zögling und versuche dadurch sein Verhalten zu beeinflussen) Daraus lässt sich nun schließen, dass es eine Verbindung zwischen Psychologie und Erziehung beziehungsweise Erziehungswissenschaft gibt. Somit ist die Erziehungsfrage nach dem „Wie soll ich erziehen ?“, also eine Frage nach der Methodik genau so eine Frage nach dem: “Wie muss ich mich verhalten, kommunikativ einwirken und mit meinem Zögling interagieren, damit ich mein Erziehungsziel erreiche ?“ Die Psychologie hat demnach einen gewissen Stellenwert in der Erziehung und könnte Aufschluss über die Methodik in der Erziehungswissenschaft geben. Vor diesem Hintergrund ermöglicht die Zusammenführung einer psychologischen Theorie mit den Ansichten eines renommierten Erziehungswissenschaftsvertreter qua Immanuel Kant die Chance, Rückschlüsse auf die „[...]Ziele, Methoden, Möglichkeiten und Grenzen [...]“ (Grundwortschatz Erziehungswissenschaft,1997,Hartwig Schröder, S.86), in der Erziehungswissenschaft zu ziehen und möglicherweise neue Erkenntnisse zu erlangen. Doch um eine nachvollziehbare Aussage darüber treffen zu können, ob das der Fall sein wird, wird nun im folgenden zunächst ein Grundverständnis des Behaviorismus dargelegt, speziell auf die Konditionierungstheorien und die Stufen der Erziehung von Immanuel Kant eingegangen und im Anschluss die Forschungsfrage erörtert und in einem Fazit zusammengefasst beantwortet.

2 Was ist Behaviorismus ?

Um ein grundsätzliches Verständnis des klassischen und operanten Konditionierens zu bekommen wird nun im folgenden das übergeordnete Paradigma des Behaviorismus erläutert. „Behaviorismus ist eine extreme Form der objektiven Psychologie, welche eine möglichst objektive Betrachtungsweise des beobachtbaren offenen Verhaltens von Mensch und Tier anstrebt. Heute ist der Behaviorismus noch eine weitgehend akzeptierte methodische Grundlage für einen Großteil der psychologischen Forschung.[...]Der Organismus selbst wird als sog. Blackbox betrachtet. Sein Verhalten lasse sich durch entsprechende Umweltreize kontrollieren und - falls diese bekannt sind- voraussagen.“(Die Psychologie des 20. Jahrhunderts,1977, Heinrich Balmer et al., Band IV Pawlow und die folgen S.998) Für einen späteren Vergleich, sollte die Metapher der Blackbox nicht vergessen werden. Die behavioristische Psychologie interessiert sich nicht, was kognitiv im Subjekt vorgeht sondern beschränkt sich auf objektiv beobachtbares Verhalten. Auf diesem Zusammenhang beruht der Vergleich mit einer „Blackbox“. Klassisches und operantes Konditionieren gehören zu den Lerntheorie und die Lerntheorien lassen sich dem Behaviorismus zuschreiben.

3 Was ist klassisches konditionieren ?

„Klassisches Konditonieren ist die experimentelle Erzeugung bedingter Reflexe. Hierbei wird ein den Reflex[1] auf natürliche Weise auslösender Reiz (unconditioned stimulus = US) mehrmals gleichzeitig oder kurz vor einem neutralen, den Reflex nicht verursachenden Reiz (conditioned stimulus = CS) geboten. Bei entsprechender häufiger Wiederholung tritt der Reflex auch dann auf, wenn der bedingte Reiz (CS) allein geboten wird. Der jetzt ablaufende Reflex wird als bedingter Reflex (contitioned reflex = CR) bezeichnet. Als typisches Beispiel für die Schaffung bedingter Reflexe gilt das Hundeexperiment von Pawlow, bei dem das Versuchstier „lernt“, auf einen Glockenzeichen Speicheldrüsen in Funktion zu setzen, und das Experiment von Watson, bei dem dem kleinen Albert Furchtverhalten als bedingter Reflex beim Erblicken von pelzigen Tieren (Hund, Affe, Ratte Kaninchen) beigebracht wird, in dem beim Erscheinen des Tieres ein lautes Geräusch ertönt.“ (Grundwortschatz Erziehungswissenschaft, 1997, Hartwig Schröder, S.149). Das heißt: Bei der klassischen Konditionierung wird unterschieden zwischen natürlichen Reiz und neutralem Reiz und situationsspezifischer Reaktion. Angewendet auf das Albert Experiment heißt das, dass der natürliche Reiz, das laute schreckhafte Geräusch ist. Jedes mal wenn jetzt Albert durch das laute Geräusch erschreckt wird, wird ihm ein neutraler Reiz also beispielsweise ein Kaninchen gezeigt. Albert wird konditioniert sich vor einem Kaninchen zu fürchten. Der neutrale Reiz (das Sehen eines Kaninchens) löst nun bei Albert ebenso das Furchtverhalten aus, auch ohne das ein lautes Geräusch ertönt.

3.1 Relevanz für die Erziehung anhand eines Beispiels

Offen bleibt die Frage: „Was hat hat klassisches Konditionieren mit Erziehung oder pädagogischer Arbeit zu tun ? Anhand folgendem Beispiel ist eine Relevanz zu erkennen. Beispiel: Schulangst

„Gerade im Hort, vor allem aber auch im Heim kommt der Lernbetreuung besondere Bedeutung zu. Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen sind Hauptthemen unserer Arbeit. Eine Sozialpädagogin, die den Druck, den sie von Seiten der Eltern, der Schule, der Heimleitung wahrnimmt, direkt an das Kind weitergibt, indem sie das Kind in der Lernstunde überfordert, verstärkt damit die negative Einstellung des Kindes zur Schule. Das Kind wird den angstauslösenden Reiz (unangenehme Lernsituation) mit einem neutralen Reiz koppeln (z.B. das Schulgebäude). Schon die Worte "Schule, Hausübungen" können zu Reizwörtern und Signalen für Angst werden. Diese Angst kann wiederum Aggressionen auslösen.“

(Quelle http://www.sozialpädagogin.at/ha_bfeiertag_019.html)

4 Was ist operantes Konditionieren?

Neben dem klassischen Konditionieren gibt es eine weitere Form der Konditionierung: das operante Konditionieren. Was ist operantes Konditionieren ? „Beim operanten Konditionieren wird ein Verhalten durch die Konsequenzen, die es in seiner Umwelt bewirkt, gelernt oder verlernt.“(Grundwortschatz Erziehungswissenschaft,1997, Hartwig Schröder, S.220) „Operantes Verhalten ist ein Verhalten das im Gegensatz zum klassischen konditionieren ohne einen vorangegangen Reiz spontan auftritt. Das operante Verhalten kann entweder positiv, negativ oder gar nicht verstärkt werden.“(Schmitt et al. Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie Kompakt,2010, S.47)

„Ein Verhalten, auf das eine positive Konsequenz (positive Verstärkung) erfolgt, wird auch später in ähnlichen Situationen eingesetzt. Verhalten, auf das eine negative Reaktion erfolgt, wird nicht mehr angewendet. Das Lernen beruht auf verschiedenen Erfahrungen. Eine Verhaltensweise wird demnach mit den darauffolgenden Konsequenzen in Verbindung gebracht. Dies ermöglicht, jene auszuwählen, die sicheren Erfolg verspricht.“ (Quelle http://www.sozialpädagogin. at/ha_bfeiertag_ 020.html)

[...]


[1] Reflex kann mit Reaktion gleichgesetzt werden.

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Details

Titel
Kants Erziehungsethik und der Behaviorismus
Untertitel
Stufen der Erziehung und das Konditionieren in Relation
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Grundfragen und Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V191281
ISBN (eBook)
9783656159469
ISBN (Buch)
9783656159551
Dateigröße
1348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant Erziehung Behaviorismus Psychologie Philosophie Konditionierung
Arbeit zitieren
T. Schill (Autor), 2012, Kants Erziehungsethik und der Behaviorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191281

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