Es geht um die zentrale Bedeutung der Selbstreflektion für den Prozess der Mediation.
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ein Gewinn mehr ber die „Natur“ von Konflikten zu wissen um verstehen zu können was bewegt werden muss um zu Klärungen/ Lösungen zu gelangen – oder u.U. eine Eskalation bereits im Vorfeld zu vermeiden.
In diesem Sinne ist die Mediative Kommunikation keine neu erfundene Form. Den Vermittler, die Vermittlerin zwischen Streitenden gab und gibt es in vielen Gesellschaften bereits sehr lange. Außergerichtliche Einigungsverfahren/Schlichtungsverfahren sind für viele Gesellschaften eher die Normalität als ein formalisiertes Gerichtsverfahren.
Das heutige Konzept der Mediation, speziell die Mediative Kommunikation ist aber mehr als ein Vermittlungsverfahren zwischen Streitenden. Es geht vielmehr um eine spezielle („professionelle“) Form der Kommunikation. Die Kommunizierenden werden befähigt/unterstüzt, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und diese zu verbalisieren.
Der Konflikt wird als Chance, die „Konflikt-Parteien“ als die Expertinnen anerkannt – sie sind diejenigen, die während des Prozesses der Mediation zu einer konstruktiven Lösung gelangen werden. Dies gelingt mit Unterstützung einer Expertin – der Mediatorin.
Das humanistische Menschenbild ist die Voraussetzung für diese Vorgehensweise. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass kein Mensch absichtlich böse ist. Menschen möchten ihre menschlichen Bedürfnisse befriedigen – da wir nie bewusst gelernt haben, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen, können wir diese oftmals weder erkennen, noch ausdrücken. Hierin liegt das Potential der meisten Konflikte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken
2. Mediative Kommunikation als Konfliktlösungsverfahren
2.1 Konflikt und Konfliktmanagement
2.2 Was verstehe ich in diesem Zusammenhang unter Bedürfnissen?
3. Aufgaben und Kompetenzen der Mediatorin
3.1 Selbstreflexion – kann diese „erlernt“ werden?
4. Die Bedeutung der „mediativen Haltung“
4.1 Echtheit/Kongruenz in der Mediativen Kommunikation
5. Abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Selbstreflexion innerhalb des Meditationsprozesses. Sie geht der Forschungsfrage nach, inwiefern die mediative Haltung sowie die Reflexion der eigenen Bedürfnisse und Einstellungen für eine authentische Kommunikation und die Konfliktlösung entscheidend sind.
- Grundlagen der mediativen Kommunikation als Konfliktlösungsinstrument
- Analyse menschlicher Bedürfnisse nach dem Modell von Maslow
- Rolle und Kompetenzprofil der Mediatorin
- Bedeutung der Selbstreflexion zur Entwicklung persönlicher Stabilität
- Das Prinzip der Echtheit und Kongruenz nach Carl Rogers
Auszug aus dem Buch
3. Aufgaben und Kompetenzen der Mediatorin
Die Mediatorin hat eine wichtige Rolle bei der Gesprächs- und Prozessgestaltung, ohne jedoch einen Einfluss darauf zu nehmen, in welche Richtung sich die Aushandlung unter den beteiligten Parteien entwickelt. Sie unterstützt die Betroffenen in deren Bemühungen, einen Sachverhalt auch in andern Zusammenhängen zu sehen, klärt auf und strukturiert das Gespräch. Darüber hinaus zeigt sie Handlungsalternativen auf und versucht destruktive Konfliktabläufe zu vermeiden.
Derzeit ist der Begriff Mediator, Mediatorin noch keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt viele verschiedene Angebote von Ausbildungen/Weiterbildungen auf diesem Feld. Das reicht von einwöchigen Kursen bis hin zu Studiengängen mit Masterabschluss. Die seriösen/„ernst zunehmenden“ Ausbildungen gehen in der Regel über mehrere Monate – berufsbegleitend an Wochenenden. In diesen Weiterbildungen wird an erster Stelle das technische/methodische Handwerkszeug erlernt.
Zum Beispiel: Aktives Zuhören, gewaltfreie Kommunikation, Moderations-Techniken, Phasenmodell der Mediativen Kommunikation, Fragetechniken, und vieles andere mehr. Das Handwerkszeug auch der souveräne Gebrauch dieser Techniken ist ohne Frage eine wichtige Voraussetzung für eine gute Mediatorin. Eine schnelle Auffassungsgabe, ein virtuoser Umgang mit den unterschiedlichen Methoden sind sicherlich auch abhängig von Erfahrung und Praxis. Die Meine Frage ist nun allerdings: reicht dies aus? Wie ich bereits im Vorangegangenen skizziert habe, sollte die Mediatorin unbedingt über die Fähigkeiten zur Selbstreflexion verfügen. Doris Klappenbach schreibt dazu: „Die Selbstreflexion ist ein wesentlicher Ansatzpunkt, um mit Gefühlen und Projektionen im Konflikt konstruktiv und mediativ umzugehen. Das Wissen über das eigenen Projizieren hilft, das Gegenüber von Manipulation, Drängen oder in Schubladen-Stecken zu verschonen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Die Autorin legt ihre Motivation dar, die Bedeutung der Selbstreflexion als zentrales Element in der Ausbildung zur Mediatorin zu beleuchten.
2. Mediative Kommunikation als Konfliktlösungsverfahren: Dieses Kapitel definiert Mediation als strukturierten Prozess und führt in die theoretischen Grundlagen des Konfliktmanagements sowie in die Bedürfnisanalyse ein.
3. Aufgaben und Kompetenzen der Mediatorin: Es wird das Anforderungsprofil an eine Mediatorin beschrieben und die essenzielle Rolle der stetigen Selbstreflexion im professionellen Handeln unterstrichen.
4. Die Bedeutung der „mediativen Haltung“: Hier wird das humanistische Menschenbild als Basis definiert, wobei der Schwerpunkt auf der Authentizität und Kongruenz der handelnden Person liegt.
5. Abschließende Gedanken: Ein persönliches Resümee, das Selbstreflexion als lebenslange Aufgabe und als Voraussetzung für gesellschaftliche Veränderungen begreift.
Schlüsselwörter
Mediation, Mediative Kommunikation, Selbstreflexion, Konfliktlösung, Bedürfnisse, Bedürfnispyramide, Persönlichkeitsentwicklung, Mediatorin, Authentizität, Kongruenz, Humanistisches Menschenbild, Kommunikation, Konfliktmanagement, Haltung, Personenzentrierter Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der mediativen Kommunikation und stellt dabei die persönliche Haltung sowie die Selbstreflexion der Mediatorin in den Mittelpunkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Konflikttheorie, der Bedürfnislehre, dem Berufsbild der Mediatorin und der humanistischen Psychologie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass technisches Handwerkszeug in der Mediation allein nicht ausreicht, sondern durch eine tiefgreifende Selbstreflexion und authentische Haltung ergänzt werden muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie einer reflexiven Analyse der eigenen Erfahrungen im Kontext der mediativen Kommunikation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Konflikten, die Analyse menschlicher Bedürfnisse anhand von Maslow und die kritische Auseinandersetzung mit der notwendigen inneren Haltung der Mediatorin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Mediation, Selbstreflexion, Bedürfnisse, Kongruenz und Persönlichkeitsentwicklung.
Welche Rolle spielen Bedürfnisse nach dem Modell von Maslow in der Mediation?
Die Bedürfnisse dienen als Basis, um Konflikte besser zu verstehen; das Erkennen eigener und fremder Bedürfnisse ist laut der Arbeit eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Konfliktlösung.
Warum ist „Echtheit“ für eine Mediatorin so wichtig?
Die Autorin argumentiert, dass nur eine authentische Mediatorin, die nicht vorgibt, etwas zu sein, das sie nicht ist, glaubwürdig agieren und destruktive Konfliktsituationen erfolgreich begleiten kann.
- Quote paper
- Katharina Rodriguez Osorio (Author), 2011, Mediative Kommunikation und die Bedeutung der Selbstreflektion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191303