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Funktion und Bewertung der Utopie in Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"

Title: Funktion und Bewertung der Utopie in Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Arthur Brian Krier (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Briefe „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ von Friedrich Schiller waren anfangs Briefe an den Herzog Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg aus dem Jahr 1793. Die erste Veröffentlichung unternahm Schiller jedoch in seiner Zeitschrift „Die Horen“ im Jahr 1795 und fügte die Schrift 1801 unter leichten Abänderungen dem dritten Band seiner „Kleineren prosaischen Schriften“ bei.
Herzog von Augustenburg und Graf Ernst Heinrich von Schimmelmann gewährten dem schwer kranken Schiller eine Pension, die ihn befähigte, finanzieller Not zu entkommen und seinen Studien zur Ästhetik nachzugehen.
Die Briefe über die ästhetischen Erziehung bilden die längste theoretische Schrift Schillers und seiner eigenen Meinung nach auch die bedeutendste. Er will hier zeigen, welche Möglichkeiten in der Kunst stecken, um über die Krise, nämlich der Trennung von Geist und Erfahrungswelt in der Gesellschaft, hinweg zu helfen. Auch Zeitgenossen Schillers wie beispielsweise F. Schlegel, Fichte, Hölderlin und Hegel machten sich um diesen Komplex Gedanken, und meist werden der Schönheit in der Kunst die besten Möglichkeiten zur Vermittlung der beiden Extreme eingeräumt.
Eines der hervorstechenden Merkmale der Schillerschen Herangehensweise ist der utopische Gehalt dieser ästhetischen Vermittlung, welcher unter weiteren Aspekten bereits bei der Veröffentlichung für Aufsehen sorgte. Gegenstand dieser Arbeit soll jene Utopie sein, die verschiedene Reaktionen hervorrief und dies bis heute noch tut. Dabei soll erörtert werden, inwieweit das utopische Element Unachtsamkeit, Widerspruch bzw. Schwäche bedeutet, oder aber vielleicht eine unvermeidbare Begleiterscheinung der Sache selbst ausdrückt, oder gar kalkuliert eingesetztes Programm ist und somit eine Funktion erfüllt und möglicherweise auch eine Stärke in der Argumentation darstellt.
Nach einem sehr kurz gehaltenen Überblick über die Schwerpunkte seiner Theorien, sollen die einzelnen utopischen Elemente herausgearbeitet und in ihrem Zusammenhang beleuchtet werden. Vielleicht kann dadurch bereits mehr Klarheit bezüglich der oben genannten Fragestellung erlangt werden, jedoch wird in einem nächsten Schritt dieser wirklichkeitsfremd anmutende Gegenstand auch im allgemeinen Verhältnis zum Thema und der Methodik der Schrift erörtert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Schillers Schrift

2.1.1. Schillers Ziel

2.1.2. Der Spieltrieb

2.1.3. Die Kunst, der Schein und die Schönheit

2.1.4. Strukturelle Gliederung

2.2. Die utopischen Elemente

2.2.1. Theoretischer Ansatzpunkt

2.2.2. Die göttliche Veranlagung des Menschen

2.2.3. Die zwei Formen der Schönheit

2.2.4. Der ästhetische Schein

2.3. Bewertung und Funktion der Utopie

2.4. Zusammenfassung

3. Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den utopischen Gehalt von Friedrich Schillers theoretischer Schrift „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“. Dabei wird analysiert, inwieweit die dort entworfenen idealistischen Konzepte, wie der „ästhetische Staat“, als konstruktive philosophische Leitbilder zu verstehen sind und welche Funktion sie innerhalb der Argumentation Schillers im Hinblick auf eine gesellschaftliche Erneuerung erfüllen.

  • Die Funktion und methodische Bewertung der Utopie bei Schiller.
  • Das Konzept des Spieltriebs als Vermittler zwischen Sinnlichkeit und Vernunft.
  • Die Rolle der Kunst und des ästhetischen Scheins bei der Charakterbildung.
  • Die Spannung zwischen idealistischer Philosophie und der gesellschaftlichen Realität.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Die göttliche Veranlagung des Menschen

In der Gleichzeitigkeit dieser Elemente sieht Schiller eine göttliche Tendenz im Menschen, und der „Weg zu der Gottheit, wenn man einen Weg nennen kann, was niemals zum Ziele führt, ist ihm aufgetan in den Sinnen.“ Denn durch die Sinne wird es erst möglich, diese Anlage zu entfalten. Durch Empfindung kann Äußeres, Veränderbares, Zeitliches aufgenommen werden. Dieser Materie soll der Mensch des Weiteren Form geben und ihr so Bestand verleihen. In dem folgenden Schritt soll dieser Form Wirklichkeit, also Veräußerung zuteil werden.

Wenn das abstrakte Vokabular in eine einfachere Sprache übersetzt wird, so lässt sich festhalten, dass es hier um eine Anforderung an den Menschen geht, von der Schiller glaubt, sie sei grundlegend in jedem Individuum verankert und mache den Menschen erst aus. Stark vereinfacht könnte man jene Forderung so formulieren: Einflüsse bzw. Eindrücke der Außenwelt – die in diesem gedanklichen ersten Schritt noch undifferenziert bleiben – sollen von jedem Individuum aufgenommen werden, nach eigenen Maßstäben bewertet, umgeformt bzw. auf eine eigene Weise neu definiert werden, und dann in dieser neuen Form nach außen getragen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Entstehungskontext der Briefe „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ und verortet Schillers theoretisches Anliegen innerhalb des zeitgenössischen Diskurses über Kunst und Gesellschaft.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das Ziel der ästhetischen Erziehung, die zentralen utopischen Elemente und Schillers methodische Vorgehensweise bei der theoretischen Herleitung des ästhetischen Staates.

2.1. Schillers Schrift: Dieses Kapitel expliziert Schillers Zielsetzung, den Menschen durch Kunst zur ästhetischen Reife zu führen, und führt das Konzept des Spieltriebs sowie die strukturelle Gliederung der Briefe ein.

2.2. Die utopischen Elemente: Es wird untersucht, wie Schiller durch transzendentale Überlegungen Begriffe wie „Person“ und „Zustand“ definiert und die Rolle der Schönheit sowie des ästhetischen Scheins als utopisches Werkzeug begründet.

2.3. Bewertung und Funktion der Utopie: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der utopischen Ansätze unter Einbeziehung von Forschungsliteratur, insbesondere im Hinblick auf den Vorwurf der Lebensferne und die Elitenbildung.

2.4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die Funktion der Utopie bei Schiller als ein Leitbild, das trotz seiner Unerreichbarkeit eine notwendige Richtung für die menschliche Entwicklung vorgibt.

3. Schluß: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Schillers ästhetischer Philosophie für die heutige Zeit sowie deren Relevanz über die kunsthistorische Fassade hinaus.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen, Utopie, ästhetischer Staat, Spieltrieb, Schöner Schein, Idealismus, Philosophie, Menschwerdung, Vernunft, Sinnlichkeit, Kunsttheorie, Gesellschaftskritik, Erziehungsprogramm, Formtrieb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den utopischen Gehalt in Schillers „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ und fragt, welche Funktion diese idealistischen Entwürfe für die gesellschaftliche und individuelle Erziehung des Menschen spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Kunst für die Charakterbildung, das Spannungsfeld zwischen idealistischer Philosophie und politischer Wirklichkeit sowie die Funktion von Utopien in der ästhetischen Argumentation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den „utopischen“ Charakter von Schillers Schrift zu analysieren und aufzuzeigen, ob dieser als Schwäche oder als kalkuliertes Mittel zur Steuerung der menschlichen Entwicklung verstanden werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor arbeitet textnah und analysierend mit Schillers Briefen und zieht für die kritische Einordnung relevante Forschungsliteratur (z.B. Klaus Berghahn, Benno von Wiese) heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schillers Zielen (Spieltrieb, Schönheit), die Darlegung utopischer Elemente (transzendentale Herleitungen) und eine abschließende Bewertung der praktischen Umsetzbarkeit dieser Utopien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ästhetische Erziehung, Idealismus, Spieltrieb, Utopie, menschliche Vernunft und gesellschaftliche Emanzipation beschreiben.

Wie bewertet der Autor Schillers Umgang mit der Realität?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Schillers Idealismus zwar lebensfern wirken mag, jedoch als „Utopie des Ästhetischen“ ein wichtiges und bewusst eingesetztes Leitbild darstellt, um die Kluft zwischen sinnlicher Natur und moralischer Vernunft zu überbrücken.

Welche Rolle spielen die „zwei Formen der Schönheit“ in der Argumentation?

Die Unterscheidung in schmelzende und energische Schönheit dient Schiller dazu, seine theoretischen Ideale auf die reale, unvollkommene Verfassung des Menschen zu übertragen und damit die abstrakte Philosophie anwendbar zu machen.

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Details

Title
Funktion und Bewertung der Utopie in Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für deutsch Sprach- und Literaturwissenschaft)
Course
Friedrich Schiller
Grade
1
Author
Arthur Brian Krier (Author)
Publication Year
2002
Pages
33
Catalog Number
V19130
ISBN (eBook)
9783638233200
ISBN (Book)
9783638728287
Language
German
Tags
Funktion Bewertung Utopie Schillers Briefen Erziehung Menschen Friedrich Schiller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arthur Brian Krier (Author), 2002, Funktion und Bewertung der Utopie in Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19130
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