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Die Ordnung der Konsens-Demokratie - Eine Neudeutung des Politischen in Zeiten der Revolte

Theorie, Analyse, Kritik und Praxis am Beispiel des Café Philo

Titel: Die Ordnung der Konsens-Demokratie - Eine Neudeutung des Politischen in Zeiten der Revolte

Bachelorarbeit , 2011 , 24 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Martin Wyss (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Anschluss an Jürgen Habermas' Buch über den Strukturwandel der Öffentlichkeit befasst siche diese Arbeit im Kern mit dem jenem Verständnis von Öffentlichkeit zugrundeliegenden politischen Subjekt. Bevor dieses in einem postdemokratischen Sinn analysiert werden kann, soll es zunächst nachgezeichnet und als bürgerliches Konzept entlarvt werden. Dem Habermasschen Demokratieverständnis als Konsens-Demokratie soll die von Rancière herausgearbeitete Funktion des Dissens' entgegengehalten werden. Denn nur mithilfe dessen kann Demokratie im Innersten dynamisch und somit demokratisch bleiben. An diese Kritik anschliessend wird das Café Philo als öffentliche philosophische Debatte eingeführt und ihr in diesem Sinne demokratisches Potenzial aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das Konzept bürgerlicher Öffentlichkeit

Die Refeudalisierung der Politik

Das Fundament der Habermas'schen Demokratie

Der Begriff des Politischen

Das politische Subjekt

Politik als Unterbrechung der Logik der arche

Die Bedingung der Möglichkeit des Politischen

Die Figur des Dritten

Die Tautologie der politischen Philosophie

Philosophische Debatte

Bei Sokrates zum Kaffee

Résumé

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der klassischen bürgerlichen Öffentlichkeit nach Habermas und zeitgenössischen Formen politischer Artikulation, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Krisen und Revolten, mit dem Ziel, den Begriff des Politischen neu zu deuten.

  • Kritische Analyse des Habermas'schen Konzepts der bürgerlichen Öffentlichkeit
  • Untersuchung der "Refeudalisierung der Politik" und ihrer Auswirkungen
  • Erarbeitung des Politischen als Moment der Unterbrechung polizeilicher Ordnung
  • Diskussion der Rolle des Ausschlusses und der Figur des "Dritten"
  • Reflexion über philosophische Debattenformate wie das "Café Philo"

Auszug aus dem Buch

Das politische Subjekt

Zur These des Endes der Politik gelangen wir immer dann, wenn wir zählen; wenn wir Wähleranteile, Parteimitgliedschaften, jene Personen welche die Praxisformen der räsonierenden Öffentlichkeit, so genannte Citoyens oder einfach jene, die sich durch ihr Schweigen der Politik entziehen zählen. Dieser Logik folgend gehen Subjekte mit einer bestimmten Handlungsweise der Politik voraus. Wenn wir aber die Politik als universellen, ursprünglichen Begriff erfassen wollen, kann dieser aufgrund der Kontingenz der Welt und der fundamentalen Gleichheit der handelnden Subjekte nicht aus einer spezifischen Handlungsweise hervorgehen. Die Umkehrung dessen ist der Fall; so zumindest diese These.

Bedenken wir, dass sich überall da, wo Menschen zusammenleben, ein Bezugssystem ausbildet, das an Vorheriges anschliesst. Hannah Arendt bedient sich zur Veranschaulichung dieses Gegenstandes der Metapher des Webens. Dabei ist jedes Leben ein Faden, der durch eine Handlung und durch das Sprechen in das bereits bestehende Muster geschlagen wird. Einen Faden, den Arendt als erzählbare Lebensgeschichten versteht, er steht in einer Tradition des bis anhin sich abzeichnenden Musters und setzt dieses fort. Wenn wir genau hinschauen, so erkennen wir, dass es nicht spezifische Handlungsweisen sind, die im Muster ersichtlich werden, sondern die blosse Tatsache, dass ein Mensch handelt; durch eine Handlung tritt das Subjekt in Beziehung zu anderen Subjekten, gewesene ebenso, wie seiende und werdende, und schlägt seinen Faden in das Muster.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit im Kontext der globalen Krisen des Jahres 2011 und führt in die Fragestellung nach dem Verhältnis von Privatem und Öffentlichem ein.

Das Konzept bürgerlicher Öffentlichkeit: Dieses Kapitel analysiert Habermas' Modell der bürgerlichen Öffentlichkeit, dessen historische Entwicklung und die daraus resultierende Kritik der Refeudalisierung.

Der Begriff des Politischen: Hier wird der Begriff des Politischen in Abgrenzung zur polizeilichen Ordnung entwickelt und die Rolle des Subjekts sowie die Funktion von Ausschlussmechanismen untersucht.

Die Tautologie der politischen Philosophie: Dieses Kapitel befasst sich mit der Rolle der Philosophie und der philosophischen Debatte, exemplifiziert am Beispiel des Café Philo als Raum für kritisches Denken.

Résumé: Das Résumé fasst die zentralen Argumente zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Politische als ein ständiges Werden zu begreifen, das die bestehende Ordnung unterbricht.

Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten theoretischen Quellen auf.

Schlüsselwörter

Bürgerliche Öffentlichkeit, Habermas, Das Politische, Refeudalisierung, Demokratie, Konsens, Unterbrechung, Arche, Ausschluss, Politische Philosophie, Café Philo, Arendt, Rancière, Diskurs, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Begriff der Öffentlichkeit und des Politischen, wobei der Fokus auf der Spannung zwischen etablierten Ordnungen und Momenten des politischen Protests liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die bürgerliche Öffentlichkeit nach Habermas, die Bedeutung von Macht und Ausschluss in demokratischen Systemen sowie die philosophische Reflexion politischer Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine Neudeutung des Politischen, die nicht von einem fixen Konsens, sondern von der Unterbrechung bestehender Strukturen ausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen philosophisch-soziologischen Ansatz, der Theorien von Habermas, Arendt, Rancière und anderen kombiniert, um Begriffe zu dekonstruieren und neu zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Öffentlichkeitsbegriff, die Dekonstruktion des Politischen als Unterbrechung und die Analyse der philosophischen Debattenpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Öffentlichkeit, Refeudalisierung, Konsens, Ausschluss, Arche, Anarchie und Politische Philosophie.

Warum spielt das Konzept der "Refeudalisierung" eine wichtige Rolle?

Es dient dazu, die Transformation einer kritisch-rationalen Öffentlichkeit in eine konsumorientierte Sphäre zu beschreiben, in der die politische Teilhabe eingeschränkt wird.

Was bedeutet die "Unterbrechung der Logik der arche"?

Es beschreibt das politische Handeln als einen Akt, der die vorgegebene, polizeiliche Ordnung durchbricht und damit Raum für echte demokratische Teilhabe schafft.

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Details

Titel
Die Ordnung der Konsens-Demokratie - Eine Neudeutung des Politischen in Zeiten der Revolte
Untertitel
Theorie, Analyse, Kritik und Praxis am Beispiel des Café Philo
Hochschule
Universität Basel  (Philosophisches Seminar)
Note
1.0
Autor
Martin Wyss (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V191351
ISBN (eBook)
9783656161165
ISBN (Buch)
9783656161653
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Café Philo Rancière Habermas Demokratie Badiou Konsens Bürgertum Politisches Subjekt Sokrates Politische Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Wyss (Autor:in), 2011, Die Ordnung der Konsens-Demokratie - Eine Neudeutung des Politischen in Zeiten der Revolte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191351
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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