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Beschreibstoffe im Wandel von Zeit und Raum

Von den ersten Tontafeln bis zur Altpapieraufbereitung in der Gegenwart

Titel: Beschreibstoffe im Wandel von Zeit und Raum

Seminararbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andy Kujath (Autor:in)

Buchwissenschaft
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Es ist eine Geschichte, die sich über Jahrtausende mit der Entwicklung der Menschheit vollzogen hat – diese Hausarbeit wäre ohne sie zwangsläufig nicht möglich gewesen. Ich schreibe hier von der Entwicklung der Beschreibstoffe. „Als Beschreibstoff werden verschiedene Materialien bezeichnet, auf denen mit Hilfe eines
Schreibgeräts und Tinte und Farbe das Geschriebene sichtbar gemacht werden kann.“ (Lohmann 2004 – 2009: 1) Sie sind wohl eine der größten Errungenschaften, sowohl der antiken als auch der modernen
Gesellschaft. „Nur wenige Erfindungen in der Geschichte der Menschheit haben einen derart großen Einfluss auf unsere Gesellschaft genommen wie die des Papiers.“ (Rydl 2011: 1) Zu den Vorgängern des Papiers gehören unter anderem Papyrus und Pergament. Setzt man ganz am Anfang in der Geschichte der Beschreibstoffe an, so kann die Höhlenwand in der eiszeitlichen Höhlenmalerei sicherlich zum ersten beschreibbaren Material gezählt werden. Neben vielen Malereien wurden auch kleine Steine mit eingravierten Skizzen gefunden, die den damaligen Künstlern als Vorlage dienten (Vgl. Sandermann 1997: 3). Nun lässt sich dadurch leicht ein Vergleich zu unseren heutigen Skizzen auf Papier ziehen. Die Entwicklung, die zwischen diesen beiden Beschreibstoffen liegt, möchte ich mit der nachfolgenden Arbeit näher erläutern. Dabei interessiert mich besonders der Wandel und Übergang von einer Generation von Beschreibstoffen in die nächste. Welche Umstände haben zu dieser
Veränderung geführt und welche Eigenschaften bringt das neue Material mit sich? Um diesen zeitlichen Wandel darzustellen, nehme ich Bezug auf die Entwicklungsund Verbreitungswege des jeweiligen Stoffes. Es findet somit ein Wandel in Zeit und Raum statt, welcher durch gesellschaftliche Hintergründe, geographische Gegebenheiten und
technische Neuerungen bedingt wird. Nicht zu vergessen sei hier die Rohstoffentwicklung – sie spielt eine große Rolle in der Ausbreitung des jeweiligen Bedruckmaterials. Angefangen bei den Tontafeln, verläuft die Geschichte über Wachstafeln, Papyrus und Pergament, hin zum Papier. Dem Papier werde ich mich dann besonders widmen, da dies der zentralste und bedeutendste Schriftträger der heutigen Zeit ist, wobei seine Erfindung in China schon vor über 2000 Jahren gemacht wurde (Vgl. Rautenberg 2003: 386). Welche Umstände führten dazu, dass die Durchsetzung des Papiers sich über solch einen langen Zeitraum zog?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Erste Beschreibstoffe der Geschichte

2.1 Tontafeln

2.2 Wachstafeln aus Holz

3 Papyrus

3.1 Herstellung und Lagerung

3.2 Vom antiken Ägypten bis ins Frühmittelalter

4 Pergament

4.1 Herstellung und Nutzbarkeit

4.2 Von Pergamon bis zum Ende des Mittelalters

5 Papier

5.1 Herstellung und Eigenschaften

5.2 Vom chinesischen Reich bis in die Gegenwart

5.3 Recycling und Zukunft

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung verschiedener Beschreibstoffe im Wandel von Zeit und Raum, analysiert die technologischen Veränderungen bei deren Herstellung und beleuchtet die gesellschaftlichen Auswirkungen, die durch den Übergang von einem Schreibmedium zum nächsten entstanden sind.

  • Evolution der Schriftträger von der Tontafel bis zum modernen Papier.
  • Einfluss geographischer und klimatischer Faktoren auf die Verbreitung von Beschreibmaterialien.
  • Technologische Fortschritte und ihre Bedeutung für die Dokumentation von Wissen.
  • Wirtschaftliche Aspekte der Rohstoffbeschaffung und des staatlichen Monopol-Einflusses.
  • Herausforderungen der Nachhaltigkeit und Zukunftsaussichten für digitale Medien.

Auszug aus dem Buch

2.1 Tontafeln

Bereits zum Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. nutzten die Sumerer Ton als Schriftträger (Vgl. Funke 1999: 54). Dieser war ein vergleichsweise einfaches und billiges Beschreibmaterial, denn es reichte aus, Lehm aus einem Bewässerungskanal zu entnehmen und diesen an einem schattigen Ort zu trocknen und später zu glätten.

Anfangs wurden auf den Tontafeln „[...] Merkzeichen für die Forderungen der Tempel, Verträge und Grundbuchrechte mit einem Griffel eingedrückt [...]“ (Sandermann 1997: 9). Diese wurden jedoch nur in Bildsprache ausgedrückt und somit für jedermann verständlich – ein Faktor, der die Verbreitung von Tontafeln begünstigte. Diese Bildschrift war zunächst ausreichend, doch kam es durch die Entwicklung eines „[...] dreieckig zugespitzten Stück Rohr als Griffel [...]“ (ebd.: 12) zur Keilschrift. Das Bild wurde durch die neuen Zeichen ersetzt und die Tontafeln bekamen eine völlig neue Bedeutung. Nun wurden auch längere Texte auf Ton eingraviert und es kam zu einem Schriftverkehr zwischen verschiedenen Herrschern im Vorderen Orient. Dort gefundene Tontafelbriefe aus Babylon bezeugen die weite Verbreitung des Schriftträgers als Kommunikationsinstrument (Vgl. Funke 1999: 54).

Die Tontafeln überdauerten dabei auch noch die Entwicklung des Papyrus und wurden parallell genutzt. Diesen Umstand verdanken die Tontafeln ihrer kostengünstigen Herstellungsweise. Es war ein beständiges Material, welches auch von einfachen Leuten genutzt und hergestellt werden konnte. In gewisser Weise haben die Tontafeln damit die Entwicklung von neuen Beschreibstoffen gehemmt, da die Suche nach alternativen Schriftträgern keine lukrativen Aussichten bereitstellte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung umreißt die historische Bedeutung von Beschreibstoffen für die Menschheitsentwicklung und legt den Fokus auf den Wandel und Übergang zwischen verschiedenen Materialgenerationen.

2 Erste Beschreibstoffe der Geschichte: Dieser Abschnitt behandelt die Verwendung von Tontafeln und Wachstafeln als frühe, kostengünstige Schriftträger und ihre regionale Verbreitung.

3 Papyrus: Hier wird die Herstellung und Lagerung von Papyrus sowie dessen wirtschaftliche Rolle als Handelsware im antiken Ägypten und dessen Verbreitung analysiert.

4 Pergament: Das Kapitel erläutert die komplexe Herstellung von Pergament aus Tierhäuten und dessen Bedeutung als langlebiger Schriftträger im europäischen Mittelalter.

5 Papier: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung des Papiers in China, die industrielle Weiterentwicklung in Europa und die aktuellen Herausforderungen hinsichtlich Recycling.

6 Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung fasst den zeitlichen und räumlichen Wandel der Beschreibstoffe zusammen und stellt Thesen zur Zukunft digitaler Datenträger auf.

Schlüsselwörter

Beschreibstoffe, Tontafeln, Papyrus, Pergament, Papier, Schreibkultur, Rohstoffentwicklung, Keilschrift, Codexform, Lumpensammler, industrielle Revolution, Altpapier, Recycling, elektronische Datenträger, E-Books.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der chronologischen und geographischen Entwicklung der Materialien, die im Laufe der Menschheitsgeschichte als Beschreibstoffe genutzt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Materialkunde von Tontafeln, Papyrus, Pergament und Papier sowie den sozioökonomischen Bedingungen ihrer jeweiligen Verbreitung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Wandel von einer Generation von Beschreibstoffen zur nächsten zu verstehen und zu klären, welche Umstände diesen Übergang und die Durchsetzung neuer Materialien bedingt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender buchwissenschaftlicher und historischer Quellen, um die technologischen und kulturellen Zusammenhänge aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den historischen Epochen der jeweiligen Beschreibstoffe, beginnend bei den sumerischen Tontafeln bis hin zur modernen industriellen Papierproduktion und Recyclingfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Beschreibstoffe, Schreibkultur, historische Kommunikation, Rohstoffwandel und der Übergang von analogen zu digitalen Medien.

Warum war Pergament im Mittelalter so bedeutsam?

Pergament zeichnete sich durch seine Langlebigkeit und die Eignung für die Codexform aus, was es ideal für die Bewahrung von Schriften in europäischen Klöstern machte.

Welche Rolle spielt das Recycling für die moderne Papierherstellung?

Altpapier ist heute eine essenzielle Rohstoffgrundlage, wobei der Recyclingprozess durch technologische Grenzen und die Notwendigkeit der Beimischung von Frischfasern limitiert bleibt.

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Details

Titel
Beschreibstoffe im Wandel von Zeit und Raum
Untertitel
Von den ersten Tontafeln bis zur Altpapieraufbereitung in der Gegenwart
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Andy Kujath (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V191395
ISBN (eBook)
9783656161752
ISBN (Buch)
9783656161943
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pergament Beschreibstoffe Papier Buch Bücher Wandel der Beschreibstoffe Wandel der Buchkunst Tinte Ägypten Papier im Mittelalter Papyrus im Mittelalter Pergament im Mittelalter Schreibstoffe Bibel. Schreibarten Träger Schreibträger beschreibende Stoffe schreibbare Stoffe zu beschreibende Stoffe Blausäure Tonträger Tontafeln Altertum Schreiben Schreiben im Mittelalter Schreiben im Alterum Schriftträger Schriftstoffe
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Arbeit zitieren
Andy Kujath (Autor:in), 2011, Beschreibstoffe im Wandel von Zeit und Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191395
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Leseprobe aus  19  Seiten
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