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Die Darstellung der Einigung Italiens in österreichischen Tageszeitungen

Titel: Die Darstellung der Einigung Italiens in österreichischen Tageszeitungen

Seminararbeit , 2011 , 27 Seiten

Autor:in: Andreas Staggl (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der italienische Nationalismus, der so genannte Risorgimento, des 19. Jahrhunderts führte im März 1861 zur Schaffung des (Zweiten) Königreichs Italien. Dieser neue Staat umfasste Gebiete, die lange Zeit zum Heiligen Römischen Reich und später zum Habsburgerreich gehörten. Der Einigungsprozess stand deshalb in klarer Konfrontation zu Österreich, welches sich als legitimer Herrscher über die oberitalienischen Länder sah und diese auch völkerrechtlich im Wiener Kongress zugesprochen bekam (v.a. das neu geschaffene Königreich Lombardo-Venetien). Dennoch kam es in Zuge internationaler Verflechtungen und zwei Kriegen (1859 und 1866) zum Verlust Lombardo-Venetiens und damit zum Ende der österreichischen Herrschaft in Oberitalien; ein Prozess der durch die Niederlage im ersten Weltkriegs und dem Verlust des Trentinos abgeschlossen wurde.

In dieser Arbeit wird untersucht, wie über den italienischen Einigungsprozess in den österreichischen Tageszeitungen berichtet wurde. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, wie man versuchte, gegen diesen unaufhaltbaren Prozess zu argumentieren. Worauf stützte man die österreichische Legitimation über die betroffenen ober- und mittelitalienischen Gebiete und wie verneinte man eine eben solche Legitimation dem neuen italienischen Königreich unter der Vorherrschaft Piemont-Sardiniens?

Untersucht werden dabei drei bzw. vier österreichische Tageszeitungen. Zum einem die Wiener Zeitung, welches als offizielles Sprachrohr des Kaisers bzw. der Regierung diente und damit die Sichtweise des Habsburgerstaates am besten wiedergeben kann. Die zweite Tageszeitung ist Die Presse, welche sich selbst als liberal und teilweise auch regierungskritisch sieht. Nach der Abspaltung der Neuen Freien Presse 1864, welche sich nochmals als liberaler sieht, wird auch diese analysiert. Als letzte Tageszeitung werden die Innsbrucker Nachrichten behandelt. Sie ist damit die einzige Tageszeitung, welche nicht in der Hauptstadt Wien, sondern in der Provinz entsteht und publiziert. Damit ist sie zwar weiter weg von den Entscheidungsprozessen des Habsburgerstaates, jedoch ist sie den Vorgängen in Italien geographisch näher. Zudem grenzen die betroffenen Gebiete direkt an Tirol an und sind somit politisch äußerst wichtig. Deshalb beherrschen Nachrichten aus Italien aus dieser Zeit auch meist den Außenpolitikteil der Innsbrucker Nachrichten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wiener Zeitung, Die Presse, Neue Freie Presse und Innsbrucker Nachrichten als Teil der österreichischen Medienlandschaft

3. Plebiszite im März 1860

3.1 Darstellung der Ereignisse

3.2 Berichterstattung in den Zeitungen

4. Die Ausrufung des Königreichs Italien

4.1 Der weitere Weg der italienischen Einigung

4.2 Die Darstellung in den Zeitungen

5. Der Krieg zwischen Österreich und Italien 1866

5.1 Der verlorene gewonnene Krieg

5.2 Die Berichterstattung über den Krieg 1866

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Berichterstattung über den italienischen Einigungsprozess (Risorgimento) in ausgewählten österreichischen Tageszeitungen zwischen 1860 und 1866. Das zentrale Ziel ist es, die spezifischen Argumentationsmuster zu identifizieren, mit denen die österreichische Presse versuchte, die Legitimität der italienischen Staatsbildung zu verneinen und die eigene Herrschaft in Oberitalien zu rechtfertigen.

  • Analyse der Haltung österreichischer Leitmedien gegenüber dem italienischen Nationalismus
  • Untersuchung der Kritik an Plebisziten als Mittel der politischen Legitimation
  • Vergleich der Berichterstattung zwischen der Wiener Presse und den Innsbrucker Nachrichten
  • Darstellung der Wahrnehmung des Krieges von 1866 als verlorener, aber "gerechter" Kampf

Auszug aus dem Buch

Plebiszite als Mittel der Legitimation

Allgemeine Plebiszite waren ein im Habsburgerreich noch nicht erprobtes politisches Mittel der Legitimation. Durch das Bündnis Piemont-Sardiniens mit Frankreich wurde dieses beliebte französische Prozedere auch auf Italien übertragen. Während die Innsbrucker Nachrichten diesem Thema keine Bedeutung schenken, sind es die beiden behandelten Wiener Zeitungen, welche diesem Punkt der Volksabstimmungen und dessen Bedeutung für das Machtgleichgewicht in Europa näher behandeln. Besonders interessant ist dabei ein Bericht in der Wiener Zeitung vom 22. März 1860, bei dem ein längerer Artikel der französischen Zeitung Union wiedergegeben wird. Dabei heißt es, dass die Staaten Europas „aus allen Prinzipien des öffentlichen Rechts, die es konstituiert haben, hinausgeworfen werden…eines Prinzips unterordnen konnte, welches eine Negation aller Rechte ist.“ Weiters steht in diesem Artikel auch, dass das Recht des Krieges, also gewißermaßen das natürliche Recht des Stärkeren verschwinde, und an dessen Stelle „die Laune der Gewaltthätigkeit getreten“ sei. Das Volk sei nämlich manipulierbar und der Ausgang eines Plebiszits könne durch Gewaltandrohung beeinflusst werden. In diesem Artikel in der Wiener Zeitung werden also mehrere interessante Punkte aufgezeigt. Das Mittel einer Volksabstimmung würde das eherne Recht des Stärkeren, welcher sich dieser vor allem im Krieg erarbeitet hat, ersetzen. An dessen Stelle tritt nun das Recht des Volkes, welches vor allem manipulierbar sei und aus einer Laune heraus entscheide. Man spricht deshalb auch vom Begriff der „Anarchie“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Risorgimento ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die Auswahl der untersuchten Zeitungen.

2. Wiener Zeitung, Die Presse, Neue Freie Presse und Innsbrucker Nachrichten als Teil der österreichischen Medienlandschaft: Das Kapitel beschreibt die politischen Rahmenbedingungen, insbesondere den Neoabsolutismus und die Zensur, sowie die Charakteristika der untersuchten Zeitungen.

3. Plebiszite im März 1860: Es wird analysiert, wie die österreichische Presse auf die neuen Instrumente der Volksabstimmungen reagierte und warum diese als illegitim betrachtet wurden.

4. Die Ausrufung des Königreichs Italien: Dieses Kapitel behandelt die Berichterstattung zur Staatsgründung und die Verweigerung der völkerrechtlichen Anerkennung durch Österreich.

5. Der Krieg zwischen Österreich und Italien 1866: Hier wird der Krieg von 1866, seine militärische Wahrnehmung und der Wandel der Beziehungen nach dem Frieden von Wien thematisiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Medienstrategien des Kaiserreichs zur Diskreditierung der italienischen Einigungsbewegung zusammen.

Schlüsselwörter

Risorgimento, Italienische Einigung, Österreichische Presse, Plebiszit, Legitimation, Habsburgermonarchie, Wiener Zeitung, Die Presse, Innsbrucker Nachrichten, Nationalismus, 1866, Völkerrecht, Propaganda, Pressefreiheit, Machtgleichgewicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einstellung österreichischer Tageszeitungen zum italienischen Einigungsprozess im 19. Jahrhundert und wie diese versuchten, die österreichische Herrschaft zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Plebiszite von 1860, die Ausrufung des Königreichs Italien und der Krieg von 1866 aus der Sicht der österreichischen Medien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, mit welchen Argumenten die österreichischen Zeitungen dem unaufhaltsamen Prozess der italienischen Einigung und der Zerstörung habsburgischer Gebietsansprüche entgegenzutreten versuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienhistorische Untersuchung, die auf der Analyse von Primärquellen (Tageszeitungen) und einschlägiger Sekundärliteratur zur Geschichte Italiens und Österreichs basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden drei Zeitabschnitte detailliert analysiert: die Plebiszite von 1860, die Staatsgründung 1861 und der Krieg von 1866, jeweils ergänzt durch eine Beschreibung der medialen Berichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Risorgimento, Medienlandschaft, Legitimation, Pressefreiheit und habsburgische Herrschaft charakterisiert.

Wie unterschied sich die Berichterstattung der "Innsbrucker Nachrichten" von den Wiener Blättern?

Die Innsbrucker Nachrichten waren aufgrund der geographischen Nähe zu den Ereignissen stärker involviert, vernachlässigten jedoch oft den europäischen Kontext zugunsten lokaler Befürchtungen um Tirol.

Warum lehnte die "Wiener Zeitung" die Volksabstimmungen so strikt ab?

Sie sah in Plebisziten eine "Anarchie" und eine gefährliche Umkehr der natürlichen Machtordnung, die das völkerrechtliche Gleichgewicht Europas zugunsten eines manipulierbaren "Rechts des Volkes" untergrub.

Wie wurde der Krieg von 1866 in der österreichischen Presse dargestellt?

Der Krieg wurde primär als patriotisch und "gerecht" dargestellt, wobei die Schuld Preußen zugeschrieben wurde und die österreichische Armee als heroisch gefeiert wurde.

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Details

Titel
Die Darstellung der Einigung Italiens in österreichischen Tageszeitungen
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Autor
Andreas Staggl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V191404
ISBN (eBook)
9783656161998
ISBN (Buch)
9783656162261
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung einigung italiens tageszeitungen österreich-italien beziehungen presse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Staggl (Autor:in), 2011, Die Darstellung der Einigung Italiens in österreichischen Tageszeitungen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191404
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Leseprobe aus  27  Seiten
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