Die „Qualitätssicherung“ ist in den letzten Jahren ein sehr wichtiges Thema für Beratungseinrichtungen geworden. Sie hat unter anderem Legitimationsfunktion, die bei den geringer werdenden finanziellen Mitteln eine wichtige Rolle spielt. Die benötigten finanziellen, personellen und sachlichen Ressourcen müssen gegenüber dem Kostenträger der jeweiligen Einrichtung legitimiert werden.
Durch die Vielfalt der Beratungsstellen konkurrieren zahlreiche Einrichtungen außerdem um öffentliche Zuschüsse. Daher müssen die einzelnen Einrichtungen ihre Effektivität und Effizinz beweisen (vgl. Nestmann/Sickendiek/Engel 2007: 600).
Von der Seite der Klienten liegt das Interesse an der Qualitätssicherung der besuchten Beratungseinrichtung z.B. darin, dass der Beratungsprozess ein gewisses Qualitätsniveau aufweist und nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet ist. Die Transparenz der Qualitätssicherung entwickelt folglich ein Vertrauen des Klienten gegenüber der Einrichtung.
Auch die MitarbeiterInnen der Beratungsstellen sind an der Qualitätssicherung interessiert, sie „möchten die Qualität und das Ansehen ihrer Tätigkeit sichern oder steigern, […]; sie wünschen sich sinnhafte, selbständige Arbeit mit Gestaltungsspielräumen, klaren Leistungsaufträgen, Anerkennung für ihre Leistung durch Vorgesetzte, Politiker und Bürger; […].“ (Lohl 1997: 8).
Die oben aufgeführten Aspekte verdeutlichen, dass es wichtig ist „in der professionellen Beratung Verfahren zu entwickeln, die die gemeinsame Qualitätssicherung der personenbezogenen sozialen Dienstleistung unter Beteiligung von Beratenen, Fachkräften und Kostenträgern ermöglichen.“ (Straumann 2001: 104).
Die Qualität mancher Beratungseinrichtungen ist darüber hinaus per Gesetz vorgeschrieben. In § 5 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) wird beispielsweise auf die Einbeziehung der Wünsche der Leistungsberechtigten hinsichtlich der Gestaltung der Hilfen hingewiesen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass eine erfolgreiche Qualitätssicherung die Kundenzufriedenheit, den Leistungsstandard der Dienstleistung, die Marktanteile, die Produktivität, die Wirksamkeit und die Verringerung von Kosten fördert (vgl. Laireiter/Vogel 1998: 84).
In den folgenden Kapiteln dieser Arbeit soll der Stellenwert der Dokumentation und Evaluation in der Qualitätssicherung beschrieben und unterschiedliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung von Beratungsprozessen vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dokumentation
3. Evaluation
4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Dokumentation und Evaluation als zentrale Instrumente der Qualitätssicherung in Beratungsprozessen und beleuchtet verschiedene methodische Ansätze, um die Effektivität und Transparenz sozialer Dienstleistungen zu erhöhen.
- Grundlagen der Qualitätssicherung in der Beratung
- Die Funktion der Dokumentation für den Beratungsprozess
- Verschiedene Modelle und Methoden der Evaluation
- Bedeutung von Selbst- und Fremdevaluation
- Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
3. Evaluation
Die „Evaluation“ ist eine „[...] systematische, datenbasierte und kriterienbezogene Bewertung von Programmen, Projekten und einzelnen Angeboten [...]“ (Nestmann/Engel/Sickendiek 2007: 825). Dafür werden Daten erhoben und ausgewertet. Dies „[...] muss methodisch angelegt sein, also nach bestimmten Regeln erfolgen, und dieses Vorgehen muss offen gelegt werden und fachlich akzeptierten Gütekriterien überprüfbar sein.“ (Nestmann/Sickendiek 2007: 827).
Evaluationen sind ein wichtiges Element der Qualitätssicherung, da sie „[...] gewissermaßen die empirische Basis für die fortlaufende Analyse und Weiterentwicklung der Qualität der Dienstleistung Beratung.“ (Menne 1998: 121) bilden und dabei unterstützen das Beratungsziel zu erreichen.
Die Evaluation von Beratungsprozessen hat unterschiedliche Funktionen. Durch ihren Einsatz kann zum Beispiel die Effektivität der Beratung überprüft werden. Dafür wird der Ist-Zustand erhoben, ein gewünschter Soll-Zustand formuliert und diese miteinander verglichen (vgl. Menne 1998: 121). Je nach Ergebnis der Untersuchung liefert sie eine begründete Entscheidung zur Fortführung, Veränderung oder Ausweitung bestehender Beratungsangebote und kann damit die Ergebnisqualität verbessern (vgl. Nestmann/Engel/Sickendiek 2007: 825).
Außerdem können die, mit Hilfe der Evaluation gewonnenen, Ergebnisse über die Beratungsstelle in fachlicher und begründeter Weise nach außen transportiert werden, um den Nutzen und die Notwendigkeit der Beratung gegenüber Dritten zu belegen (vgl. Laireiter/Vogel 1998: 85).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Qualitätssicherung in der Beratung ein und erläutert deren Relevanz für Klienten, Mitarbeiter und Kostenträger.
2. Dokumentation: Hier wird die Bedeutung der Dokumentation als Instrument zur Datensammlung, Qualitätssicherung und Reflexion des Beratungsprozesses dargelegt.
3. Evaluation: Dieses Kapitel behandelt die methodische Bewertung von Beratungsprozessen, unterscheidet verschiedene Evaluationsformen und stellt konkrete Instrumente vor.
4. Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer engen Verknüpfung von Dokumentation und Evaluation und betont die Bedeutung eines wertschätzenden Betriebsklimas für den Erfolg dieser Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Beratungsprozesse, Dokumentation, Evaluation, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Selbstevaluation, Fremdevaluation, Beratungsstelle, Klientenzufriedenheit, methodisches Vorgehen, Qualität, Standardisierung, Reflexion, Professionalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Bedeutung der Qualitätssicherung in Beratungseinrichtungen durch die Instrumente Dokumentation und Evaluation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Qualität in der Beratung, die Aufgaben und Ziele der Prozessdokumentation sowie die verschiedenen Methoden und Anwendungsbereiche der Evaluation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dokumentations- und Evaluationsprozesse dazu beitragen können, die Qualität der Beratung systematisch zu sichern, zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Zusammenführung verschiedener Modelle und Ansätze zur Qualitätssicherung aus der fachlichen Beratungsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Dokumentationssystemen sowie in die Analyse verschiedener Evaluationsformen, wie Selbst- und Fremdevaluation sowie summative und formative Verfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Qualitätssicherung, Dokumentation, Evaluation, Prozessqualität, Ergebnisqualität sowie Reflexion und Professionalität in der Beratungsarbeit.
Warum ist die Dokumentation für Beratungseinrichtungen unverzichtbar?
Die Dokumentation dient der Qualitätssicherung, der Nachvollziehbarkeit für Klienten und Kostenträger sowie der fachlichen Selbstreflexion und Wissenssicherung innerhalb der Einrichtung.
Wie unterscheiden sich summative und formative Evaluation?
Summative Evaluation dient der abschließenden Bewertung eines erreichten Ergebnisses, während formative Evaluation dazu genutzt wird, laufende Prozesse begleitend zu unterstützen und kontinuierlich zu optimieren.
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- Nina Herold (Author), 2011, Dokumentation und Evaluation von Beratungsprozessen – verschiedene Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191428