Vivien Leigh - Der Weltstar aus "Vom Winde verweht"


Fachbuch, 2012
47 Seiten

Leseprobe

Ernst Probst

Vivien Leigh

Der Weltstar aus „Vom Winde verweht“

Die berühmteste Filmrolle der 1930-er Jahre, die der Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“, wurde von Vivien Leigh (1913–1967), geborene Vivian Mary Hartley, gespielt. In dem Streifen geht es um die Schicksale reicher Plantagenbesitzer vor dem dramatischen Hintergrund von rauschenden Bällen, erbitterten Schlachten und dem Zusammenbruch des amerikanischen Südens. Im Mittelpunkt steht die Romanze zwischen der leidenschaftlichen Schönheit Scarlett O’Hara und dem schneidigen Rhett Butler, den Clark Gable (1901–1960) mimte.

Vivian Mary Hartley kam am 5. November 1913 als einziges Kind des britischen Börsenmaklers Ernest Richard Hartley in Darjeeling (Indien) zur Welt. Ihre Eltern hatten 1911 geheiratet. Ihr Vater stammte aus Schottland, ihre sehr religiöse römisch-katholische Mutter Gertrude Mary Frances, geborene Yackjee, aus Irland.

Vivian verbrachte die ersten Jahre ihrer Kindheit in Indien. Ab 1917 arbeitete ihr Vater in Bangalore, sie und ihre Mutter blieben aber in Oactamund. Im Alter von drei Jahren trat Vivian mit dem englischen Kinderlied „Little Bo Beep“ erstmals in der Laientheatergruppe ihrer Mutter auf. 1920 kehrten ihre Eltern aus Indien nach England zurück und steckten Vivian in ein Internat. Ab 1920 wurde Vivian in der katholischen Klosterschule des „Convent of the Sacred Heart“ („Konvent zum Heiligen Herzen“) in Roehampton bei London erzogen wurde. Eine ihrer Mitschülerinnen und Freundinnen war die zwei Jahre ältere Maureen O’Sullivan (1911–1998), die sich später als Schauspielerin einen Namen machte. Im Internat spielte Vivian in der Theatergruppe und Cello im Schulorchester. Außerdem erhielt sie Ballett- und Klavierstunden. 1921 stellte sie in einer Schulaufführung des „Sommernachtstraumes“ von William Shakespeare (1564–1616) eine Fee dar. Ihre Eltern lasen gern und machten sie mit Werken von Rudyard Kipling (1865–1936), Hans Christian Andersen (1805–1875) und Lewis Carroll (1832–1898) vertraut.

Von 1927 bis 1931 reiste Vivian mit ihren Eltern durch Europa. Dabei ging sie in Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich zeitweise zur Schule. 1928 war sie einige Monate lang in einem Konvent in San Remo an der italienischen Riviera. Ihre schulische Ausbildung beendete sie in Frankreich und Bayern.

Während ihres Aufenthalts in einem Mädchenpensionat in Auteuil bei Paris wurde Vivian Mary Hartley von einer Schauspielerin der „Comédie Française“ unterrichtet. Danach besuchte sie ein Pensionat in München.

Nachdem sie einen Film ihrer ehemaligen Mitschülerin Maureen O’Sullivan gesehen hatte, offenbarte Vivian ihren Eltern, sie wolle Schauspielerin werden. Daraufhin meldete ihr Vater sie bei der „Royal Academy of Dramatic Art“ („RADA“) in London an. Im Mai 1932 begann Vivian ihr Schauspielstudium an der „Royal Academy of Dramatic Art“. Damals lernte die 18-Jährige den 13 Jahre älteren Rechtsanwalt Herbert Leigh Holman (1900–1982) kennen und lieben. Am 20. Dezember 1932 heirateten die Beiden und Vivian beendete ihr Studium an der „RADA“. Aus der ersten Ehe ging am 12. Oktober 1933 die Tochter Suzanne hervor.

Das Hausfrauendasein behagte Vivian nicht lange. Als ihr Freundinnen rieten, eine kleine Rolle in dem Film „Things Are Looking Up“ (1934) anzunehmen, folgte sie dieser Empfehlung. Unter ihrem Mädchennamen Vivian Hartley feierte die 1,61 Meter große und zierliche 20-Jährige in diesem Streifen ihr Debüt auf der Kinoleinwand. Dabei verkörperte sie ein Schulmädchen.

Der Agent John Gliddon, den sie engagierte, glaubte, Vivian Holman sei nicht der richtige Name für eine Schauspielerin. Statt des von ihm vorgeschlagenen Künstlernamens „April Morn“ wählte sie das Pseudonym „Vivien Leigh“.

Erstmals auf der Bühne stand Vivien Leigh in einem Londoner Vororttheater in „The Green Sash“ (1935). Ebenfalls 1935 hatte sie in den Filmen „The Village Squire“, „Gentleman’s Agreement und „The Mask of Virtue“ kleine Rollen. Ihr Ehemann war von ihrer Schauspielerei nicht sonderlich begeistert. Er hoffte, sie würde davon abkommen und sich mehr ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter widmen.

Der große Erfolg als Henriette in „The Mask of Virtue“ („Die Maske der Tugend“, 1935) im Londoner „St. James Theater“ verhalf Vivien Leigh zu einem Fünfjahresvertrag über zehn Filme mit dem Filmproduzenten Alexander Korda (1893–1956). Für Korda übernahm Vivien unter anderem Rollen in dem historischen Abenteuerfilm „Fire Over England“ („Feuer über England“, 1937) und in dem Streifen „21 Days“ (1940). Bei den Dreharbeiten für „Fire Over England“ lernte Vivien Leigh 1936 den britischen Schauspieler und Regisseur Laurence Olivier (1907–1989) kennen und lieben. Für ihn hatte sie bereits geschwärmt, als sie ihn zum ersten Mal auf der Bühne sah. Vivien verließ ihren Ehemann Leigh Holman und Olivier seine Ehefrau Jil Esmond (1908–1990). Ab Juni 1938 zogen Leigh und Olivier in eine Wohnung in Chelsea. Die Tochter Suzanne von Vivien kam in die Obhut von deren Mutter.

Im Herbst 1938 ging Laurence Olivier nach Hollywood und Vivien Leigh begleitete ihn dorthin. In Hollywood wurde die damals in den USA noch unbekannte Vivien dem Produzenten David O. Selznick (1902–1965) vorgestellt, der von ihr begeistert war. Er wählte sie unter mehr als 1.400 Bewerberinnen – darunter Filmstars wie Bette Davis (1908–1989), Joan Crawford (1908–1977) und Katherine Hepburn (1907–2003) –- für die Rolle ihres Lebens in dem Film „Gone With the Wind“ („Vom Winde verweht“, 1939) nach dem Roman der amerikanischen Schriftstellerin Margaret Mitchell (1900–1949) aus. Diesen Roman hatte Vivien bereits während der Dreharbeiten für einen anderen Streifen gelesen und war davon fasziniert gewesen.

Vivien nahm für „Vom Winde verweht“ Sprechunterricht, um den Südstaatenakzent zu erlernen. Zudem verbesserte sie durch Gesangs- und Ballettstunden ihre Stimme und ihre Körperhaltung. Eine große Arbeitsbelastung für alle Mitwirkenden war, dass das Drehbuch für diese Großproduktion ständig umgeschrieben wurde. Während der Dreharbeiten sahen sich Leigh und Olivier nur selten. Im Sommer 1939 waren die Dreharbeiten abgeschlossen. Nach der Premiere des 220 Minuten langen Films in Atlanta (Georgia) war Vivien über Nacht ein internationaler Star. Sie hatte nun den Durchbruch auf der Kinoleinwand geschafft und Weltruhm erlangt. Kurz vor Weihnachten 1939 begannen bereits die Dreharbeiten für „Waterloo Bridge“ („Ihr erster Mann“, 1940). „Vom Winde verweht“ erhielt insgesamt zehn „Oscars“. Einen davon nahm Vivien als beste Schauspielerin am 29. Februar 1940 entgegen.

Die erste Ehe von Vivien Leigh mit Leigh Holman wurde im Januar 1940 geschieden. Am 31. August 1940 feierte Vivien mit Laurence Olivier in Santa Barbara (Kalifornien) eine glamouröse Hochzeit. Als Trauzeugin fungierte die amerikanische Filmschauspielerin Katherine Hepburn. Nach der Hochzeit unternahm das Paar eine Theatertournee durch die USA und spielte in der Tragödie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare. In dem Film „That Hamilton Woman“ („Lord Nelsons letzte Liebe“, 1941) unter der Regie von Alexander Korda stellten Vivien Leigh und Laurence Olivier das berühmte Liebespaar Lady Hamilton (1765–1815) und Horatio Nelson (1758–1805) dar.

Nach den Dreharbeiten für „Lord Nelsons letzte Liebe“ reiste das Ehepaar nach London, wo Vivien bis 1943 in dem Theaterstück „The Doctor’s Dilemma“ auf der Bühne stand. Hinterher unternahm sie eine Tournee zu britischen Truppen.

[...]

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Details

Titel
Vivien Leigh - Der Weltstar aus "Vom Winde verweht"
Autor
Jahr
2012
Seiten
47
Katalognummer
V191435
ISBN (eBook)
9783656162308
ISBN (Buch)
9783656162513
Dateigröße
2222 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Vivien Leigh, Film, Filmschauspielerin, Schauspielerin, Frauenbiografien, Biografien
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2012, Vivien Leigh - Der Weltstar aus "Vom Winde verweht", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191435

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