In dieser Arbeit wird die Entwicklung einiger Großstädte des Landes NRW verglichen und
anhand der strategischen Ziele aus dem Operationellen Programm des Landes NRW beurteilt.
Zur Bewertung der Stadtentwicklung müssen zunächst Ziele definiert werden. Dazu wird auf
Basis der Prioritätsachse 3 „Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung“ aus dem
Operationellen Programm des Landes NRW ein Zielsystem aufgestellt. Die spezifischen Ziele
dieses Programms zielen auf den Abbau von regionalen Entwicklungsunterschieden ab und
fokussieren sich dabei auf die infrastrukturelle Förderung.
Auf Grundlage dieses Systems werden Indikatoren ausgewählt und den unterschiedlichen
Zielen zugeordnet. Dabei werden hauptsächlich Kontextindikatoren, die die
sozioökonomische Ausgangslage beschreiben, und Ergebnisindikatoren, die die zuvor
definierten Ziele quantifizieren, betrachtet. Mittels verschiedener Analyseverfahren werden
die genauen Zusammenhänge zwischen Indikatoren und den verschiedenen spezifischen
Zielen gesucht. Anhand der ausgewählten Indikatoren und Vergangenheitsdaten erfolgt dann
ein Städtevergleich einiger ausgewählter Großstädte des Landes NRW. Daraufhin wird auf
Basis des durchgeführten Vergleichs das Zielsystem bewertet.
In einem Ausblick wird kurz auf die Bedeutung des Städtevergleiches auf
Investitionsentscheidungen im Rahmen der Stadtentwicklung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die regionale Strukturpolitik des Landes NRW
2.1 Handlungsrahmen der regionalen Strukturpolitik
2.1.1 Europäische Fonds für regionale Entwicklung
2.1.2 Die städtische Dimension der Politiken der Europäischen Union
2.2 Das Operationelle Programm des Landes NRW
2.2.1 Das Zielsystem des Operationellen Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“
2.2.1.1 Oberziel: Verbesserung der Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft und Schaffung von Beschäftigung
2.2.1.2 Hauptziel 1: Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit durch Förderung von Innovationsprozessen und spezifischen Stärken des gesamten Landes
2.2.1.3 Hauptziel 2: Konvergenz zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in strukturell stark benachteiligten Gebieten
2.2.1.4 Prioritätsachse 1: Stärkung der unternehmerischen Basis
2.2.1.5 Prioritätsachse 2: Innovation und wissensbasierte Gesellschaft
2.2.1.6 Prioritätsachse 3: Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung
2.2.1.7 Querschnittsziel: Dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung
2.2.1.8 Querschnittsziel: Gleichstellung von Frauen und Männern und Nichtdiskriminierung
2.2.2 Die städtische Dimension im Operationellen Programm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“
3 Bewertung der regionalen Strukturpolitik
3.1 Bewertung der regionalen Strukturpolitik auf ihren „Europäischen Mehrwert“
3.2 Bewertung des Operationellen Programms und dessen Zielsystem für das Land NRW
4 Städtevergleich
4.1 Ausgangslage – Die Einordnung der nordrhein-westfälischen Städte in das Bundesgebiet
4.2 Indikatoren zur Erfüllung des Zielsystems
4.3 Methodik
4.4 Städtevergleich auf Basis der ausgewählten Indikatoren
4.5 Clusterbildung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist der Vergleich der Großstädte in Nordrhein-Westfalen anhand von 14 Indikatoren, um sie auf Basis der strategischen Ziele des Operationellen Programms (OP) des Landes NRW zu beurteilen und in Clustertypen zu unterteilen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit die Städte den Leitzielen der Wettbewerbsfähigkeit und der Schaffung von Beschäftigung folgen.
- Regionale Strukturpolitik des Landes NRW und ihr Handlungsrahmen.
- Analyse des Zielsystems des Operationellen Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“.
- Bewertung der europäischen Strukturpolitik und deren Beitrag zum „Europäischen Mehrwert“.
- Städtevergleich mittels standardisierter Punktvergabe und 14 ausgewählter Indikatoren.
- Clusterbildung zur Typisierung der Städte nach sozioökonomischen Merkmalen.
Auszug aus dem Buch
4.3 Methodik
Zur Einordnung und Interpretation müssen die Indikatoren in geeigneter Weise vergleichbar und additiv gemacht werden. Bei einer standardisierten Punktevergabe können dabei einige Probleme auftreten. Beispielsweise müssen Extremwerte besonders berücksichtigt werden, da sie die Auswertung verzerren könnten. Bei Indikatoren, die einen Mittelwert um Null aufweisen, können negative Punktwerte zu Problemen führen. Des Weiteren müssen zur Vergleichbarkeit einheitliche Grenzen für alle Variablen gebildet werden.
Hier wird zur standardisierten Punktvergabe als Grundlage die empirisch bewährte und willkürfreie Methodik verwand, die für die internationalen Standortuntersuchungen der Bertelsmann Stiftung entwickelt wurde. Mit Hilfe dieses Verfahrens, auch Bertelsmann-Benchmarking-Index genannt, sollen die Indikatorwerte in ein einheitliches Punkteschema überführt werden. Dazu wird zunächst für jeden Indikator ein Benchmark festgelegt, der im Sinne eines Leistungsvergleichs mit dem Ziel von den Besten zu lernen, aus dem arithmetischen Mittelwert der Städte gebildet wird. Die Einstufung der Städte richtet sich dann danach, wie weit der jeweilige Indikatorwert von diesem Vergleichswert entfernt liegt.
Daraufhin können die Städte in verschiedene Phasen eingestuft werden, je nach Schwankungsbreite um den zuvor bestimmten Benchmark. Die Schwankungsbreite zwischen den Phasen wird durch die Standardabweichung bestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit sowie des methodischen Vorgehens beim Städtevergleich.
2 Die regionale Strukturpolitik des Landes NRW: Detaillierte Darstellung des Handlungsrahmens und des Zielsystems des Operationellen Programms unter besonderer Berücksichtigung der städtischen Dimension.
3 Bewertung der regionalen Strukturpolitik: Kritische Analyse des „Europäischen Mehrwerts“ der Strukturpolitik sowie eine Einschätzung des Zielsystems für das Land NRW.
4 Städtevergleich: Durchführung eines Vergleichs der 23 kreisfreien Städte NRWs anhand von 14 Indikatoren und deren Clusterbildung.
5 Fazit: Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Analyse für die zukünftige Stadtpolitik.
Schlüsselwörter
Regionale Strukturpolitik, Operationelles Programm, NRW, EFRE, Wettbewerbsfähigkeit, Stadtentwicklung, Indikatoren, Städtevergleich, Clusterbildung, Strukturwandel, Beschäftigung, Innovationsfähigkeit, Kohäsionspolitik, Wirtschaftsstandort, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Großstädte in Nordrhein-Westfalen im Kontext der regionalen Strukturpolitik und beurteilt diese anhand spezifischer strategischer Ziele.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit, die Arbeitsmarktlage, die Sozialstruktur sowie demografische Aspekte der nordrhein-westfälischen Städte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein systematisches Ranking und eine Clustertypisierung der 23 kreisfreien Städte in NRW zu erstellen, um deren Standortqualität im Vergleich zu den strategischen Vorgaben des Operationellen Programms messbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Vergleich verwendet?
Es wird eine standardisierte Punktvergabe angewandt, die auf dem Bertelsmann-Benchmarking-Index basiert, um verschiedene Indikatoren vergleichbar zu machen und eine Einstufung in Ampelphasen vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Strukturpolitik, die Bewertung deren Wirksamkeit und den konkreten Städtevergleich anhand der ausgewählten Indikatoren und Clustertypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind regionale Strukturpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Städtevergleich, Clusterbildung, NRW und Strukturwandel.
Warum ist das Ruhrgebiet bei der Untersuchung besonders im Fokus?
Das Ruhrgebiet ist aufgrund seines starken Strukturwandels von der Kohle- und Stahlindustrie zu einer Region mit besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen ein zentrales Fallbeispiel für die Anwendung der regionalen Strukturpolitik.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Förderpolitik?
Der Autor warnt davor, dass eine zu starke Konzentration auf die Stärkung bereits leistungsstarker Regionen die regionalen Disparitäten in NRW weiter vergrößern könnte und fordert eine stärkere Berücksichtigung strukturschwacher Städte.
- Citar trabajo
- Andre Langeborg (Autor), 2011, Vergleich und Beurteilung der nachhaltigen Stadtentwicklung in Bezug auf die entwicklungsstrategischen Ziele des Landes NRW, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191458