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Bankenaufsicht nach der Finanzkrise – Mindestkapitalanforderungen im Bankenwesen

Titel: Bankenaufsicht nach der Finanzkrise – Mindestkapitalanforderungen im Bankenwesen

Seminararbeit , 2011 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Andre Langeborg (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 erhält die Aufgabe der Bankenaufsicht einen immer größeren Stellenwert in der aktuell politischen Diskussion unserer Gesellschaft. Welche Anforderungen müssen festgelegt werden, welche Maßnahmen müssen durchgesetzt werden, um aus dieser Krise zu kommen bzw. um einer neuen Krise vorzusorgen. Von den unterschiedlichsten Seiten werden zahlreiche Änderungsvorschläge für die künftige Regulierung der Banken unterbreitet. Unklar ist dabei häufig, welche Vorschläge noch ernsthaft diskutiert werden oder bereits umgesetzt wurden und welche Vorschläge ernsthaft politische Ziele darstellen oder doch eher als politische Aufgeregtheiten gelten.
Deutlich ist in jedem Fall aus der letzten Finanzkrise geworden, dass die seit 1988 eingeführten, globalen Regulierungen nicht ausreichen, um eine Finanzkrise zu verhindern, sondern sie vielmehr sogar krisenverstärkend wirken.
In meiner Arbeit möchte ich mich daher mit dem Thema Mindestkapitalanforderungen für Banken beschäftigen und der Frage nachgehen, wo die Defizite der bisherigen Eigenkapitalregulierung lagen und inwieweit eine verbesserte oder neue Eigenkapital-regulierung in Zukunft Finanzkrisen verhindern kann.
Betrachten werde ich dabei lediglich Eigenkapitalregulierungen auf internationaler Ebene, da nationale oder EU-weite Mindestkapitalanforderungen in der heute globalisierten und weltweit stark vernetzten Finanzwelt eher krisenverstärkend als krisenhemmend wirken - beispielsweise durch Wettbewerbsverzerrungen. Bereits mit dem Baseler Abkommen von 1988 wurden die Maßnahmen zur Eigenkapitalausstattung internationalisiert und unterscheiden sich seither nur in der jeweiligen nationalen Umsetzung. Auf die Darstellung der länderspezifischen Unterschiede in der Umsetzung werde ich in meiner Arbeit nicht eingehen, da sie für diese Arbeit zu komplex sind und nicht zielführend bei der Frage, wie die Zukunft der Europäischen Union im Bezug auf die Bankenregulierung durch Mindestkapitalanforderungen aussehen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Mikroprudenzielle, auf Einzelinstitute ausgerichtete Eigenkapitalvorschriften

2.1 Risikobasierte Eigenkapitalvorschriften

2.1.1 Bankspezifische Risiken

2.1.2 Bemessung und Erfassung von Bankrisiken

2.2 Leverage Ratio als nicht risikobasierte Höchstverschuldungsquote

3.Makroprudenzielle Auswirkungen durch die Eigenkapitalregulierung

3.1 Das Problem der Prozyklität und der Systemrelevanz

3.2 Zielkonflikte zwischen Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalregulierung

4. Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Defizite der bisherigen Eigenkapitalregulierung im Bankenwesen, die durch die Finanzkrise ab 2007 offengelegt wurden. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung hin zu neuen Mindestkapitalanforderungen zu analysieren und zu bewerten, inwieweit diese Maßnahmen künftige Finanzkrisen verhindern können.

  • Analyse mikroprudenzieller Eigenkapitalvorschriften und deren Schwächen.
  • Untersuchung der Leverage Ratio als ergänzendes, nicht risikobasiertes Instrument.
  • Diskussion makroprudenzieller Auswirkungen, insbesondere Prozyklität und Systemrelevanz.
  • Bewertung des Zielkonflikts zwischen regulatorischen Kapitalanforderungen und Eigenkapitalrendite.
  • Betrachtung internationaler Harmonisierung und Anforderungen im globalen Finanzsystem.

Auszug aus dem Buch

2.2 Leverage Ratio als nicht risikobasierte Höchstverschuldungsquote

Eine zentrale Rolle in der Eigenkapitalregulierung wird in der Folge der Maßnahmen nach Basel III eine nicht risikobasierte Höchstverschuldungsquote (Leverage Ratio) sein, die als Korrektiv zu den risikobasierten Eigenkapitalanforderungen wirkt. Sie wird definiert als das Verhältnis von Kernkapital zur Bilanzsumme einschließlich der außerbilanziellen Engagements. Die Festlegung einer Leverage Ratio soll dazu dienen, die Brutto Verschuldung des gesamten Finanzsektors wirksam zu begrenzen. Zudem soll sie eine glaubwürdige Ergänzung zu den zuvor beschriebenen risikobasierten Eigenkapitalquoten darstellen.

Hintergrund der Einführung dieser Quote ist, dass die Banken vor der Wirtschaftskrise zwar stark risikobasierte Kernkapitalquoten ausweisen konnten, sie aber gleichzeitig eine hohe bilanzielle und außerbilanzielle Verschuldung aufbauten. Als Ursache hierfür ist die Modifikationen der Eigenkapitalregulierungen Mitte der Neunziger Jahre zu sehen. Die Einführung insbesondere des Modellbasierten Ansatzes für den Umgang mit Marktrisiken, bei dem die Eigenkapitalunterlegung genauer auf die eingegangenen Risiken zugeschnitten wurde, führte zu dem Rückgang der durchschnittlichen Kernkapitalquote. Eine zusätzliche Höchstverschuldungsquote soll nun zur Eindämmung des Aufbaus übermäßiger Fremdfinanzierung im System beitragen. Darüber hinaus wird sie als zusätzlicher Schutzmechanismus gegen Versuche dienen, die risikobasierten Eigenkapitalanforderungen zu umgehen, und dazu beitragen, dass auch das Modellrisiko beachtet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit einer verbesserten Bankenregulierung nach der Finanzkrise und legt den Fokus der Arbeit auf internationale Mindestkapitalanforderungen.

2 Mikroprudenzielle, auf Einzelinstitute ausgerichtete Eigenkapitalvorschriften: Dieses Kapitel erläutert die traditionellen risikobasierten Regelungen und die neu eingeführte Leverage Ratio als stabilitätsorientierte Maßnahmen für einzelne Institute.

2.1 Risikobasierte Eigenkapitalvorschriften: Hier werden die Kategorien bankspezifischer Risiken sowie die Methoden zur deren Erfassung und Bemessung im Rahmen der regulatorischen Anforderungen detailliert betrachtet.

2.1.1 Bankspezifische Risiken: Dieser Abschnitt klassifiziert die zentralen Risikofelder für Banken, insbesondere Kredit-, Markt- und operationelle Risiken.

2.1.2 Bemessung und Erfassung von Bankrisiken: Dieses Kapitel behandelt die Berechnung der Kapitalunterlegung sowie die Varianten zur Risikobemessung, vom Standardansatz bis zu internen Modellen.

2.2 Leverage Ratio als nicht risikobasierte Höchstverschuldungsquote: Hier wird die Einführung einer Leverage Ratio begründet, um exzessive Verschuldung zu begrenzen und als Korrektiv zu risikobasierten Modellen zu fungieren.

3.Makroprudenzielle Auswirkungen durch die Eigenkapitalregulierung: Dieses Kapitel thematisiert die systemweiten Effekte der Regulierung, insbesondere die Notwendigkeit, das Finanzsystem als Ganzes zu stärken.

3.1 Das Problem der Prozyklität und der Systemrelevanz: Dieser Teil beleuchtet das Paradoxon der Pufferbildung und die Risiken durch systemrelevante Institute ("too big to fail").

3.2 Zielkonflikte zwischen Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalregulierung: Hier werden die Bedenken der Banken hinsichtlich der Kosten hoher Eigenkapitalanforderungen und deren Auswirkungen auf die Kreditvergabe diskutiert.

4. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung der neuen Regulierungsmaßnahmen zusammen und betont die Notwendigkeit international harmonisierter Eigenkapitalstandards.

Schlüsselwörter

Bankenaufsicht, Finanzkrise, Mindestkapitalanforderungen, Basel III, Eigenkapitalregulierung, Leverage Ratio, Kreditrisiko, Marktrisiko, Prozyklität, Systemrelevanz, Eigenkapitalrendite, Kernkapital, Risikomanagement, Bankensystem, Eigenkapitalpuffer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bankenaufsicht und die Anpassung der Eigenkapitalanforderungen im Bankenwesen als Konsequenz aus der Finanzkrise ab 2007.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen mikroprudenzielle Regelungen, die neue Leverage Ratio, makroprudenzielle Stabilität, Prozyklität im Bankensektor und das Management systemrelevanter Banken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie durch verbesserte internationale Eigenkapitalregulierung künftige Finanzkrisen effektiver verhindert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit regulatorischen Frameworks (Basel-Abkommen) sowie eine Auswertung ökonomischer Zusammenhänge und empirischer Erkenntnisse der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die risikobasierten und nicht risikobasierten Eigenkapitalvorschriften, die makroökonomischen Auswirkungen der Kapitalanforderungen und die Zielkonflikte zwischen Rendite und Sicherheit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Basel III", "Systemrisiko", "Leverage Ratio" und "Eigenkapitalallokation" geprägt.

Warum reicht eine rein risikobasierte Regulierung laut Autor nicht aus?

Da risikobasierte Modelle in der Krise versagt haben und Banken Anreize hatten, Risiken durch komplexe Finanzprodukte zu unterschätzen oder zu verschleiern, ist ein modellfreies Korrektiv wie die Leverage Ratio notwendig.

Welche Rolle spielt die Leverage Ratio als "Instrument of Last Resort"?

Sie dient als Sicherheitsnetz für Zeiten, in denen risikobasierte Modelle aufgrund extremer Marktverwerfungen keine verlässlichen Aussagen mehr liefern, um ein systemweites, destabilisierendes "Deleveraging" zu verhindern.

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Details

Titel
Bankenaufsicht nach der Finanzkrise – Mindestkapitalanforderungen im Bankenwesen
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Autor
Andre Langeborg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V191459
ISBN (eBook)
9783656163190
ISBN (Buch)
9783656163640
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bankenaufsicht finanzkrise mindestkapitalanforderungen bankenwesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andre Langeborg (Autor:in), 2011, Bankenaufsicht nach der Finanzkrise – Mindestkapitalanforderungen im Bankenwesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191459
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Leseprobe aus  22  Seiten
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