Der Einfluss von Social Media Präsenzen auf Unsicherheit und Risiko in Changeprozessen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Forschungsfrage

2. Unsicherheit und Risiko als Determinanten der externen Umwelt

3. Chancen und Risiken der Social Media Präsenzen

4. Social Media Präsenz der HUGO BOSS AG

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

1. EINLEITUNG UND FORSCHUNGSFRAGE

In Zeiten der Globalisierung verändert sich das Umfeld von internationalen Unternehmen sehr schnell. Insbesondere das unternehmerische Risiko und die Unsicherheit der Unternehmensumwelt sind im globalen Kontext schwer zu quantifizieren. Es ist somit eine zentrale Aufgabe der Unternehmen, sich diesen Veränderungen und der steigenden Relevanz von sozialer Verantwortung anzupassen. Demnach ist eine entsprechende Kommunikationsstrategie im Unternehmen unverzichtbar. Ziel dieser Strategie muss es sein, das Reaktionsvermögen, die Dynamik sowie ein positives Firmenimage zu stärken, um den gegebenen Risiken und Unsicherheiten des organisationellen Wandels entgegen zu wirken. Im Folgenden soll nun die Forschungsfrage erörtert werden, inwieweit der Einfluss von Social Media Präsenzen Risiko und Unsicherheit vorbeugen kann. Der stetige Zuwachs und die Weiterentwicklung des Social Media und Web 2.0 Trends haben einen großen Einfluss auf die heutige Unternehmenskommunikation, sowie auf die Medienpräsenz des Unternehmens. Durch die Entstehung von neuen Kommunikationsinstrumenten wie Facebook, Twitter und YouTube wurden völlig neue Möglichkeiten geschaffen, Informationen zu kommunizieren und in den Dialog mit Stakeholdern zu treten. Dieses Phänomen wird auch als Corporate Communication 2.0 bezeichnet. Social Media ermöglicht es den Online Usern eine unbegrenzte Menge an Informationen untereinander auszutauschen und zeichnet sich durch neue Wege der Illustration, der Übermittlung und des Austauschs von Wissen aus - eine virtuelle Plattform, auf welcher die Mitglieder Informationen austauschen, veröffentlichen und protokollieren können, der so genannte „User Generated Content“1. Eine Teilnahme in den sozialen Netzwerken ist darüber hinaus fast unausweichlich, denn laut einer Umfrage von eprofessional unter 500 Usern denken 34 Prozent der deutschen Online-User: „Wer als Unternehmen nicht auf Facebook ist, hat keine Ahnung von neuen Medien und lebt hinterm Mond.“2. Um effektive Risikokommunikation betreiben zu wollen, müssen die Unternehmen dem Trend der Social Media folgen, um die Chancen und Potentiale nutzen zu können.3 Es ist zu konstatieren, dass eine erfolgreiche Platzierung eine große Herausforderung ist und zugleich jedoch eine große Chance bietet, Risiko und Unsicherheit zu entgegnen. Im Folgenden wird dargelegt, inwieweit die Unternehmenskommunikation, im speziellen Social Media Präsenzen, die Unsicherheit und das Risiko der externen Unternehmensumwelt beeinflussen und steuern kann. Hierbei soll hervorgehoben werden, welche theoretischen Konzepte den Social Media Präsenzen zu Grunde liegen. Desweiteren werden die möglichen Chancen und Risiken durch eine Platzierung von Premiummarken in sozialen Netzwerken skizziert und Voraussetzungen für den Erfolg dieser Risikokommunikation postuliert. Die theoretischen Grundlagen werden zum Ende an Hand der HUGO BOSS AG veranschaulicht und im Nachgang kritisch diskutiert.

2. UNSICHERHEIT UND RISIKO ALS DETERMINANTEN DER EXTERNEN UMWELT

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“4 Getreu dem Motto von Vincent van Gogh müssen Unternehmen Risiken eingehen, um sich am globalisierten Markt behaupten zu können. Die Unternehmensumwelt stellt somit eine unvollständige Informationsgrundlage dar, mit der die Unternehmen konfrontiert werden. Im Zuge des organisationalen Wandels müssen die Unternehmen potentielle Konfliktthemen kommunizieren und sich der Auseinandersetzung mit externen Stakeholdern stellen. Hierbei lassen sich nach Becker (1993) drei mögliche Konflikte kategorisieren. Zum Einen ist es möglich über die Social Meda Plattformen technische oder sachbezogene Probleme gezielt anzusprechen, um Informations-und Kompetenzdefizite auszugleichen. Desweiteren lassen sich Ermessensprobleme im interaktiven Dialog lösen, um die Gefahr von normativen Bewertungsprozessen zu steuern. Als letzten Punkt führt Becker (1993) moralische und ethische Probleme an, die mit kommunikativen Mittel nur sehr schwer zu lösen sind.5

Die externe Risikokommunikation sowie die Unterstützung von Wandlungsprozessen durch externe Stakeholder thematisieren auch Lundgren & McMakin (2009). Die erste Art der Risikokommunikation ist hierbei die „Care Communication“. Hierbei geht es um die Bereitstellung von Informationen zur Minderung von Unsicherheit. Genau an diesem Punkt können die Unternehmen ansetzen und in den Dialog mit ihren Kunden via Facebook und twitter treten, um eine präventive Risikovermeidung zu betreiben. Der zweite Teil dieser Kommunikationsstrategie blidet die „Consensus Communication“. In den interaktiven Web-Communitiys können Kunden gezielt lokalisiet werden und deren Informationen und Motivation erfasst werden. Die Kunden werden hierbei in einen Dialog über die möglichen Risiken des Wandels integriert und werden Teil des Entscheidung. Die „Crisis Communication“ ist die letzte Strategievariante. Demnach werden Informationen und Handlungsanweisungen angesichts einer großen akuten und plötzlichen Gefahr bereitgestellt. Das erklärete Ziel hierbei ist, die Kundengruppen gezielt zu bestimmten Handlungen zu motivieren, um die Gefahren des Wandels einzudämmen.6

Es bedarf also einer Risikokommunikation, die die Adressaten erreicht und in der Lage ist, diese gezielt mit Informationen zu versorgen. Ein Hauptaugenmerk hierbei liegt auf der Partizipationsmöglichkeit der Stakeholder, dem sogenannten Stakeholder Management. Von zentraler Bedeutung ist hierbei der Aspekt des Dialogs, um effektive Risikokommunikation zu betreiben.7 Die sozialen Netzwerke bieten eine erstklassige Möglichkeit für die Firmen in den Dialog mit Stakeholdern zu treten, um Auswirkungen von Wandel zu kommunizieren und um Widerstand vorzubeugen bzw. abzubauen. Der Fortschritt der Web 2.0 Applikationen ermöglicht somit einen interaktiver Prozess des Austauschs von Informationen und Meinungen zwischen Individuen, Gruppen und Institutionen bezüglich Risiko und Unsicherheit. Die strategische Positionierung innerhalb der sozialen Netzwerke zielt auf die individuelle Risikowahrnehmung von Kunden ab. Diese Wahrnehmung ist sowohl „eine Funktion von Eigenschaften unseres kognitiven und motivationalen Systems als auch von Bedingungen des sozialen, politischen und kulturellen Umfeldes“8. Durch den gezielten Einsatz von Social Media Präsenzen soll somit eine gezielte Risikokommunikation mit dem Kunden erreicht werden. Hierbei ist die Risikowahrnehmung als sozialer Konstruktionsprozess zu verstehen, mit dem eine reale Gefahr erst als Risiko repräsentiert wird.9

3. CHANCEN UND RISIKEN DER SOCIAL MEDIA PRÄSENZEN

Der Prozess des Wandels geht immer einher mit Unsicherheit und Risiko. Diese Begriffe sind jedoch nicht ausschließlich negativ konnotiert, denn die Abweichgungen können sowohl negativer als auch positver Natur sein. Für die Unternehmen bietet sich in den sozialen Netzwerken die Chance, punktiert in den Dialog mit ihren wahren Anhängern und Kritikern zu treten, anstatt auf Massenmedien und Werbung zu setzen. Gewisse Risiken und die mit ihnen verbundenen Reaktionen lassen sich erst verstehen, wenn sie im gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden.10 Insbesondere gruppendynamische Prozesse sind hierbei von elementarer Bedeutung für die Risikokommunikation. Soziale Gruppen und Individuen -agentens provocateurs11 - können als Verstärker oder Dämpfer für Risikoereignisse wirken, bzw. die Problembedeutung der Strakeholder klassifizieren (siehe Abbildung 1). In der Literatur ist demzufolge auch von der Katalysatorfunktion die Rede.Sie geben Informationen und ihre Interpretation des Risikos an andere Gruppen oder Personen weiter, die wiederum den Effekt verstärken oder abschwächen können.

[...]


1 Brain Injection Ltd. & Co KG (2009), S. 3

2 eprofessional GmbH (2010)

3 Vgl. Brain Injection Ltd. & Co KG (2009), S. 3

4 Vincent van Gogh, 30.03.1853 - 29.07.1890

5 Vgl. Becker (1993)

6 Vgl. Lundgren & McMakin (2009)

7 Vgl. Rowan (1991)

8 Jungerman (1993), S. 91

9 Pfister (2005), S. 310

10 Vgl. Kasperson (1988)

11 Sachs, et al. (2007), S. 105

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss von Social Media Präsenzen auf Unsicherheit und Risiko in Changeprozessen
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Change and Communication
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V191500
ISBN (eBook)
9783656163152
ISBN (Buch)
9783656163664
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, social, media, präsenzen, unsicherheit, risiko, changeprozessen
Arbeit zitieren
Jannes Kraft (Autor), 2011, Der Einfluss von Social Media Präsenzen auf Unsicherheit und Risiko in Changeprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191500

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