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Zu E. T. A. Hoffmanns "Die Automate" - Die Erzählung und eine unheimliche Gegenwelt zur Ars Musica

Title: Zu E. T. A. Hoffmanns "Die Automate" - Die Erzählung und eine unheimliche Gegenwelt zur Ars Musica

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 32 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Author)

German Studies - Modern German Literature
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"Die Automate" ist eine Binnenerzählung der Erzählungs- und Aufsatzsammlung "Die Serapions-Brüder", die als sein umfangreichstes Werk von E.T.A.Hoffmann zwischen den Jahren 1819-1821 veröffentlicht wurde. Die Entstehung einzelner Erzählungen daraus reichen zum Teil bis ins Jahr 1813 zurück. "Die Automate" entstanden 1814.
Die vorliegende Arbeit ordnet zunächst "Die Automate" und ihrer Rahmenerzählung "Die Serapions-Brüder" ein in den geistigen und gesellschaftshistorischen Kontext ihrer Entstehung. Sodann werden die zentralen Begriffe der Erzählung, Maschinenmensch und Musik, erschlossen und angekoppelt an einerseits bei E.T.A.Hoffmann mitschwingende Vorstellungen mittelalterlicher Musik-Philosophie und andererseits an seine psychologische Betrachtungsweisen von Wahnsinn, Grauen und der Schau des Scheiterns, die durchaus auch autobiografische Züge offenbaren.
Ein weiterer Zentralbegriff Hoffmanns, das serapiontische Prinzip, wird erläutert und die Erzählung daran gespiegelt.
Schließlich ist der "Musikexkurs" Gegenstand differenzierter Erörterung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Historie, Rahmen und Einbindung

1.1 Entstehung der Erzählung und zeitliche Einordnung

1.2 Thematische Anbindungen der Erzählung

1.3 Die Rahmenerzählung Die Serapionsbrüder und ihre Rezeption

1.4 Einwirkung pathologischer Momente Hoffmanns auf die Erzählung

2. Die Erzählung, Betrachtung einiger Aspekte

2.1 Das serapiontische Prinzip

2.2 Serapiontische Momente und Brüche in der Erzählung

2.3 Die innere Schau

2.4 Ferdinand und seine »ferne Geliebte«

2.5 Das Phantastische, Unheimliche und Grauenhafte

2.6 Sphärenmusik und Harmonie der Welt

3. Anhang

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht E. T. A. Hoffmanns Erzählung "Die Automate" im Kontext der romantischen Literaturauffassung, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen rationaler Technik (Maschinenwelt) und der metaphysischen Dimension der Musik. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die psychologische Durchwirkung der Figuren und die Frage, inwieweit das "serapiontische Prinzip" als ästhetischer Maßstab für Hoffmanns Erzählweise dienen kann.

  • Historische und biografische Einbettung von "Die Automate" in Hoffmanns Gesamtwerk.
  • Die Auseinandersetzung mit Automaten und dem "Maschinenzeitalter" der frühen industriellen Revolution.
  • Analyse des "serapiontischen Prinzips" als Anleitung zum kunstmäßigen Erzählen.
  • Psychologische Deutung der Protagonisten, insbesondere des "Wahns" und der Verdrängung bei Ferdinand.
  • Untersuchung der musikalischen Aspekte, der Suche nach dem "vollkommensten Ton" und der romantischen "Sphärenmusik".

Auszug aus dem Buch

2.5 Das Phantastische, Unheimliche und Grauenhafte

Das Phantastische hat für Hoffmann den doppelten Vorzug, dass es einerseits den Zugang zu einer zugleich tieferen und höheren Welt eröffnet und dass es andererseits vom gewöhnlichen Leben wegführt, von diesem befreit. […] Das gewöhnliche Leben erscheint […] als die geschichtliche Wirklichkeit und als der philiströse Alltag.

Das Phantastische ist für Hoffmann durchaus nicht Fiktion und unabhängig von der Realität der Phantasie entsprungen. Unmittelbarkeit des Erlebens und Wirklichkeit des Geistes sind für ihn nur unterschiedene Realitäten. Die Phantasie ist die Verbindungsschwelle zwischen beiden. Was aber kennzeichnet das Unheimliche, Grauenhafte, das aus der Unmittelbarkeit des Erlebten erwachsen kann?

Ich kann mir es denken, dass es möglich sein müsste, Figuren vermöge eines im Innern verborgenen Getriebes gar künstlich und behende tanzen zu lassen, auch müssten diese mit Menschen gemeinschaftlich einen Tanz aufführen und sich in allerlei Touren wenden und drehen, so dass der lebendige Tänzer die tote hölzerne Tänzerin fasste und sich mit ihr schwenkte, würdest du den Anblick ohne inneres Grauen eine Minute lang ertragen?

Weitin beschreibt das Schwanken zwischen naturwissenschaftlichem Erkenntnisvermögen und spekulativer Metaphysik sich auf Steinecke beziehend: »Ungewissheit wird als Grundstruktur des stilbildenden Unheimlichkeitseffekts offenbar: ›Immer wieder werden […] Phänomene naturwissenschaftlich, psychologisch oder medizinisch erklärt, aber man kann nie sicher sein, ob diese Erklärungen hinreichen oder ob sie nicht gar in die Irre führen; und es bleiben stets weitere Teile, die solchen Erklärungen unzugänglich sind.‹«

Zusammenfassung der Kapitel

1. Historie, Rahmen und Einbindung: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte der Erzählung im Jahr 1814 sowie ihre spätere Integration in den Zyklus der "Serapionsbrüder" und bettet sie in den zeitgeschichtlichen Kontext der Industrialisierung ein.

2. Die Erzählung, Betrachtung einiger Aspekte: Hier werden zentrale Motive wie das serapiontische Prinzip, die innere Schau, psychologische Krisen der Protagonisten und das romantische Verständnis von Musik und Natur untersucht.

3. Anhang: Der Anhang bietet historische Abbildungen von Musikautomaten, wie etwa dem Panharmonicon und der Glasharmonika, die für das Verständnis der technischen Thematik relevant sind.

4. Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur zur weiteren Vertiefung des Themas.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Die Automate, Serapionsbrüder, Romantik, Musikästhetik, Automaten, Psychologie, Wahnsinn, Unheimliches, Sphärenmusik, Natur, Mechanik, Ferdinand, Literaturanalyse, Fantasie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählung "Die Automate" von E. T. A. Hoffmann und untersucht das Spannungsfeld zwischen technischer Künstlichkeit und dem romantischen Anspruch an eine "wahre" künstlerische Musik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Technik und Kunst, die psychologische Tiefe der Charaktere, der Einfluss von Alkohol und Wahnsinn auf die Wahrnehmung sowie das romantische Konzept der "Sphärenmusik".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann durch die Thematisierung von Maschinenmusik und "künstlichen Menschen" die Grenzen der Realität auslotet und welche Rolle dabei die subjektive Wahrnehmung und das "serapiontische Prinzip" spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text in einen historischen und philosophischen Kontext stellt und Erkenntnisse der Psychologie sowie der Musiktheorie integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Genese der Erzählung, das serapiontische Prinzip, die Bedeutung der "inneren Schau" sowie die Ambivalenz der Hauptfiguren zwischen Rationalität und Wahn detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind E.T.A. Hoffmann, Automaten, Romantik, serapiontisches Prinzip, Sphärenmusik, Wahnsinn und die philosophische Unterscheidung von Realität und Phantasma.

Warum wird das "serapiontische Prinzip" so ausführlich besprochen?

Das Prinzip ist für das Verständnis von Hoffmanns Erzählkunst fundamental, da es den Dichter als Seher begreift und die ästhetische Balance zwischen Außenwelt und innerer Fantasie fordert.

Welche Bedeutung hat die Figur des "Professors X"?

Der Professor nimmt eine Zwitterstellung ein; als Erbauer der Automaten verkörpert er die rationale Naturwissenschaft, wirkt jedoch auf die anderen Figuren bedrohlich und ambivalent, da seine Automaten das Menschliche zu imitieren und zu persiflieren scheinen.

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Details

Title
Zu E. T. A. Hoffmanns "Die Automate" - Die Erzählung und eine unheimliche Gegenwelt zur Ars Musica
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Grade
1.0
Author
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Author)
Publication Year
2011
Pages
32
Catalog Number
V191550
ISBN (eBook)
9783656164289
ISBN (Book)
9783656164784
Language
German
Tags
Ars musica Die Serapions-Brüder Serapiontisches Prinzip das Fantastische das Unheimliche das Grauenhafte Sphärenmusik Musikexkurs Cyborg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Author), 2011, Zu E. T. A. Hoffmanns "Die Automate" - Die Erzählung und eine unheimliche Gegenwelt zur Ars Musica, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191550
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