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Rolle und Position Livias im Rahmen des neuen politischen Systems Prinzipat

Ihr Einfluss auf die Nachfolgepolitik des Augustus

Titel: Rolle und Position Livias im Rahmen des neuen politischen Systems Prinzipat

Seminararbeit , 2012 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Melanie Timm (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wer sich den engeren Familienkreis des ersten Kaisers von Rom einmal genauer anschaut, dem fällt vor allem auf, dass die wichtigsten männlichen Angehörigen von Augustus früh vor ihm verstorben sind. Zuerst sein Vater Gaius Octavius, dann sein Großonkel Iulius Caesar und in späteren Jahren seine beiden Adoptivsöhne und Enkelkinder Lucius und Gaius Caesar sowie sein geliebter Neffe Marcellus.
Es schien als wäre es Augustus Schicksal gewesen sein Leben und sein Haus mit zielstrebigen Frauen zu teilen. Besonders drei von ihnen nehmen eine ganz besondere Stellung ein. Octavia, seine geliebte ältere Schwester, die er zu Lebzeiten und nach ihrem Tod ehrvoll behandelte. Iulia, sein einziges leibliches Kind, welches zur Dramenfigur in der Nachfolgepolitik ihres Vaters wurde. Und schließlich seine Ehefrau und im wahrsten Sinne Lebensgefährtin Livia Drusilla. Mit ihr war er 52 Jahre bis zu seinem Tod verheiratet und sie erfährt eine außergewöhnliche Bevorzugung durch den Princepts. Diese Präferenz beginnt mit ihrer Eheschließung 39 v. Chr. und endet schließlich mit seinem Testament.
Während Iulias Geschichte in der Verbannung durch ihren Vater endet, führen Livia und Octavia ein gleichermaßen privilegiertes Leben. Doch mit fortschreitendem Alter des Kaiserpaares und den fehlenden männlichen Verwandten des Augustus, wird die Nachfolgefrage mehr und mehr zur Schwierigkeit, auch für Livia. Eine Scheidung kam für Augustus zwar nicht infrage, jedoch muss es eine unglaubliche Last für Livia gewesen sein, den Wunsch nach einem männlichen Nachfolger nicht mehr erfüllen zu können. Im Verlauf dieser Ausarbeitung werde ich versuchen zu klären, ob und welche Konsequenzen die kinderlose Ehe für Livia hatte. Ein weiterer interessanter Aspekt, dem ich mich widmen möchte, sind die Gerüchte um Livias Mitverschulden im Fall der frühzeitigen Tode designierter Augustusnachfolger. Weil ihr eigener Sohn Tiberius nur unter den Umständen, dass drei präferierte Erben vor Augustus starben, zum neuen Kaiser wurde, vermuteten antike Geschichtsschreiber Livia wäre, mit dem klaren Ziel vor Augen Tiberius zur Nachfolge zu verhelfen, über Leichen gegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hoffnungslosigkeit und die Folgen einer kinderlosen Ehe

3. Iulias Ehen und die vorläufige Zurückweisung des Tiberius

4. Tiberius Rückkehr und die Situation in Rom

5. Abschließende Bemerkungen

6. Quellen und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss von Livia Drusilla auf die Nachfolgeplanung des Augustus unter besonderer Berücksichtigung ihrer familiären Situation und der Herausforderungen durch ihre kinderlose Ehe mit dem Kaiser.

  • Die Auswirkungen der kinderlosen Ehe auf die Stellung Livias im römischen Kaiserhaus.
  • Die dynastischen Schwierigkeiten bei der Nachfolgeplanung des Augustus.
  • Die Rolle Livias bei der Rückkehr ihres Sohnes Tiberius aus dem Exil.
  • Kritische Auseinandersetzung mit antiken Gerüchten über eine mögliche Involvierung Livias in die Tode potenzieller Thronfolger.
  • Analyse der Machtstrategien und des Verhandlungsgeschicks Livias innerhalb des Prinzipats.

Auszug aus dem Buch

3. Iulias Ehen und die vorläufige Zurückweisung des Tiberius

Von einer "gewissen Enttäuschung" spricht Christiane Kunst über die Gefühle von Livia, als ihr Sohn Tiberius für eine Hochzeit mit Iulia ausgeschlossen wurde, obwohl er sich wie Marcellus im selben Alter befand. 10 Gewissermaßen ist das auch verständlich. Sicherlich wollte sie Teil der Lösung und nicht das Problem der Nachfolgefrage sein. Hinzu muss ihr der Gedanke gekommen sein, ihr Sohn oder zumindest ihr Enkelkind könnte der nächste Kaiser in Rom sein. Damit wäre ihre eigene Position auch nach dem Tod von Augustus gesichert gewesen. Kommen sollte es aber zunächst anders: Marcellus wird mit seiner Cousine Iulia verheiratet und Augustus widmet sich mit besonderer Aufmerksamkeit und besonderen Einsatz der Karriere seines Neffen. Dem zu widersprechen hätte sich Livia wohl nicht erlaubt, ganz besonders weil Augustus, neben der Karriere des Marcellus, auch die Karriere ihres Sohnes förderte. 11

Die offensichtliche Bevorzugung des Marcellus und der frühe Tod desselben im Jahr 23 v. Chr. führten dazu, dass der Verdacht geäußert wurde, Livia habe den Tod des jungen Mannes herbeigeführt, um Platz zu machen für ihren eigenen Sohn. 12 Cassius Dio betont dabei, es wäre bei einem Verdacht geblieben und die Umstände, dass Marcellus an der gleichen Seuche, die auch Agustus geplagt hatte, zugrunde ging,13 macht eine Beteiligung Livias in diesem Fall für mich eher unglaubwürdig. Dieser Vorfall muss für das römische Volk ein großes Unglück gewesen sein, denn Marcellus schien dort eine große Beliebtheit genossen zu haben. 14 Auch Augustus litt unter diesem Verlust, schließlich war Marcellus sein engster männlicher Verwandter und, aufgrund der besonderen Behandlung, vielleicht auch erster Nachfolgefavorit des Princepts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den familiären Kontext des Augustus vor und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, ob und wie Livia trotz ihrer kinderlosen Ehe Einfluss auf die Nachfolgepolitik nehmen konnte.

2. Hoffnungslosigkeit und die Folgen einer kinderlosen Ehe: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen der fehlenden Nachkommen auf die Stabilität der Ehe zwischen Augustus und Livia sowie auf die dynastischen Bestrebungen des Kaisers.

3. Iulias Ehen und die vorläufige Zurückweisung des Tiberius: Der Fokus liegt auf der Verheiratung Iulias als Mittel zur Nachfolgesicherung und der daraus resultierenden vorübergehenden Marginalisierung von Tiberius.

4. Tiberius Rückkehr und die Situation in Rom: Hier wird die prekäre Lage nach dem Exil des Tiberius auf Rhodos und dessen spätere politische Rehabilitierung durch den Einfluss Livias untersucht.

5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Livias Einfluss zwar spürbar, aber stets durch diplomatische Vorsicht und begrenzte Handlungsspielräume geprägt war.

6. Quellen und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten antiken Quellen sowie der modernen Forschungsliteratur zur Unterstützung der Thesen.

Schlüsselwörter

Livia Drusilla, Augustus, Tiberius, Prinzipat, Nachfolgepolitik, Römische Kaiserzeit, Kinderlose Ehe, Dynastie, Iulia, Marcellus, Agrippa, Machtpolitik, Antike Geschichtsschreibung, Tacitus, Sueton.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rolle von Livia Drusilla im Kontext des neu entstehenden politischen Systems des Prinzipats unter Augustus, insbesondere im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Nachfolgeplanung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die römische Familienpolitik, dynastische Probleme durch Kinderlosigkeit, das Verhältnis zwischen Livia und Augustus sowie die Ambitionen um die kaiserliche Nachfolge.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, welche Konsequenzen die kinderlose Ehe für Livia hatte und wie sie versuchte, die Nachfolge ihres Sohnes Tiberius trotz widriger Umstände zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die antike Quellen (u.a. Tacitus, Sueton, Cassius Dio) mit moderner Fachliteratur vergleicht und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung von den Ehen der Iulia über den Tod Marcellus' bis hin zur Rückkehr des Tiberius aus dem Exil und dessen Adoption durch Augustus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Livia Drusilla, Nachfolgepolitik, Prinzipat, Tiberius und Augustus charakterisieren.

Warum wird Livia in manchen Berichten eine Mitschuld am Tod der Nachfolger gegeben?

Antike Historiker wie Tacitus vermuteten, dass Livia als strategisch handelnde Frau die Hindernisse auf dem Weg ihres Sohnes Tiberius zur Macht aktiv beseitigt haben könnte, um dessen Erbe zu sichern.

Wie bewertet die Autorin die Rolle Livias abschließend?

Die Autorin bewertet Livia nicht als skrupellose Intrigantin, sondern als eine kluge und diplomatische Frau, die ihre begrenzte Macht durch Verhandlungsgeschick im Sinne ihrer Familie einsetzte.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rolle und Position Livias im Rahmen des neuen politischen Systems Prinzipat
Untertitel
Ihr Einfluss auf die Nachfolgepolitik des Augustus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Melanie Timm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V191555
ISBN (eBook)
9783656164616
ISBN (Buch)
9783656164708
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle position livias rahmen systems prinzipat einfluss nachfolgepolitik augustus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Timm (Autor:in), 2012, Rolle und Position Livias im Rahmen des neuen politischen Systems Prinzipat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191555
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Leseprobe aus  11  Seiten
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