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Ethik der Public Relations

Title: Ethik der Public Relations

Term Paper , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lars von Hugo (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Summary Excerpt Details

„Was die PR-Branche braucht, ist eine Katharsis. Der Läuterungsprozeß sollte in eine
rigorose Selbstkontrolle münden.“1
Radikale Aburteilungen solcher Art sind verbreiteter Tenor in der Presselandschaft dieser
Tage. Der Hintergrund ist die Figur Moritz Hunziger und die mit seiner Person
verbundenen politischen Skandale. Nun muß herausgestellt werden, das Hunziger seines
Zeichens als Lobbyist zu kennzeichnen ist, sein Name fällt nicht selten im Einklang mit
dem Handlungsfeld Public Affairs. Zuordnungen Hunzigers zum Bereich der Public
Relations werden natürlich je nach Interessensstandpunkt anders interpretiert. So negiert
etwa der Vorsitzende der Gesellschaft der Public Relations Agenturen, Rupert Ahrens, eine
solche Relation vollständig. „Das hat mit PR-Beratung nichts zu tun. Vielmehr sei
Hunziger ein Makler von Kontakten, der sich für das Herstellen exklusiver Beziehungen
bezahlen lasse.“2
Eine zutreffende Einordnung von Machenschaften im Stile Hunzigers ließe sich mit
Sicherheit zwischen diesen beiden konträren Polen finden, eine Klärung dieser Frage liegt
aber auch nicht im zentralen Interesse der vorliegenden Arbeit. Vielmehr verdeutlicht die
aktuelle Debatte die Brisanz, welche um das schwierig zu begrenzende Feld Ethik und PR
entstanden ist.
Ist moralisches Handeln in der PR möglich? Wie sind zynische Bemerkungen, die in
Public Relations und Moral einen Widerspruch erkennen wollen, zu bewerten? Wo liegen
Defizite, was sie die Chancen und Möglichkeiten einer Ethik der PR?
Fragen dieser Art bilden die Grundlage der vorliegenden Arbeit. Dabei müssen zunächst
relevante Begrifflichkeiten und Handlungsfelder zum Thema Ethik und PR bestimmt und
voneinander abgegrenzt werden. Der Bereich Public Relations ist näher zu definieren, eine
Unterscheidung zwischen Recht und Moral muß klar vollzogen werden. Daran
anschließend ist eine Reflexion zum Thema Ethik und PR zu legitimieren, bevor
verschiedene Konfliktfelder zu diesem Bereich zu analysieren sind. Dabei ist es Ziel dieser
Arbeit, zentrale Standpunkte, Konzepte und Schwierigkeiten des Themenkomplexes aufzuzeigen, diese einer kritischen Analyse zu unterziehen und wesentliche Aspekte, sowie
weiterführende Ansatzpunkte einer Ethik der PR herauszuarbeiten. [...]

1 Schäfer, Petra. Lobbying. Grauzone der Demokratie. In: Handelsblatt, 29.07.2002, S. 11
2 Ahrends, Rupert. Die Affäre Hunziger – Fatal für die PR-Branche. http://www.dprg.de/kurzmeldungen,
23.07.2002

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Public Relations – Zur Problematik einer Begriffsdefinition

3. Begriffsbestimmungen

3.1 Recht

3.2 Moral

3.3 Ethik

4. Zur Legitimation einer Auseinandersetzung mit PR-Ethik

5. Ethische Konfliktfelder professioneller PR

5.1 Objektivität – Glaubwürdigkeit – Vertrauen

5.2 Lernwilligkeit

5.3 Achtung

5. 4 Individualethik vs. Organisationsethik

5.5 Professions-Ethik

5.5.1 Zur grundsätzlichen Legitimation von PR-Kodizes

5.5.2 Formale Anforderungen an Kodizes

5.5.3 Kritik an bestehenden Kodizes

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Public Relations (PR) und ethischem Handeln, um Möglichkeiten, Grenzen und Anforderungen einer PR-Ethik aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie moralische Standards in einem Bereich, der oft mit Zynismus und Image-Druck konfrontiert ist, definiert und durchgesetzt werden können.

  • Grundlagen der Begriffsbestimmung von Recht, Moral und Ethik im Kontext der PR
  • Analyse ethischer Konfliktfelder wie Objektivität, Vertrauen und Glaubwürdigkeit
  • Unterscheidung und Interdependenz von Individualethik und Organisationsethik
  • Kritische Würdigung der Legitimation, Form und Wirksamkeit bestehender PR-Kodizes

Auszug aus dem Buch

5.5.2 Formale Anforderungen an Kodizes

An Kodizes sind zunächst grundlegende Anforderungen zu stellen, die, wie bereits angedeutet, nicht auf die Konstruktion eines vollständigen Ableitungssystems für Fragen der Ethik zielen, sondern vielmehr als Leitlinien und Rückhalt für PR-Praktiker zu verstehen sind.

An dieser Stelle sollen kurz zentrale formale Ansprüche genannt werden, um diese nachfolgend in bezug auf vorhandene Wertekatloge hin zu prüfen, dies dann auch unter Integration inhaltlicher Defizite der jeweiligen Kodizes.

• Kodizes müssen einfach und repetierbar sein, das heißt, eine zentrale Forderung richtet sich an die Verständlichkeit der Kodextexte

• Kodizes sollten einer stringenten Systematik im Aufbau folgen, sie sollten dabei übersichtlich sein und Transparenz garantieren

• Kodizes sollten an klaren, begrenzten Zielsetzungen ausgerichtet sein, diese sind in angemessener Form konsistent und prägnant zu formulieren

• Kodizes sollten in sich widerspruchsfrei sein

• Kodizes sollten erweiterbar sein, das heißt Anknüpfungspunkte für Weiterentwicklungen bieten

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Brisanz ethischer Debatten in der PR-Branche, ausgelöst durch politische Skandale, und steckt den Untersuchungsrahmen ab.

2. Public Relations – Zur Problematik einer Begriffsdefinition: Zeigt die definitorische Vielfalt und Heterogenität der verschiedenen PR-Sichtweisen auf.

3. Begriffsbestimmungen: Legt die normativen Grundlagen durch eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Recht, Moral und Ethik fest.

4. Zur Legitimation einer Auseinandersetzung mit PR-Ethik: Begründet die Notwendigkeit einer PR-Ethik aufgrund der Komplexitätssteigerung und der kommunikativen Verantwortung von Organisationen.

5. Ethische Konfliktfelder professioneller PR: Analysiert zentrale Wertekonflikte, institutionelle vs. individuelle Verantwortung und die Funktion von PR-Kodizes.

6. Fazit: Resümiert die Ergebnisse und plädiert für eine kontinuierliche Reflexion sowie die Integration von Kodizes als Bausteine in einer ganzheitlichen Ethik.

Schlüsselwörter

Public Relations, PR-Ethik, Moral, Medienethik, Kodizes, Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Organisationsethik, Individualethik, Legitimation, Kommunikation, Berufsethik, Transparenz, Selbstkontrolle, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie ethisches Handeln in der Public Relations möglich und legitimierbar ist, angesichts eines Berufsfeldes, das häufig mit Glaubwürdigkeitsproblemen kämpft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretische Klärung moralischer Begriffe, die Analyse von Konfliktfeldern wie Objektivität und Vertrauen sowie die kritische Prüfung der Wirksamkeit von Ethik-Kodizes in der PR.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zentrale Standpunkte, Konzepte und Schwierigkeiten des Themenkomplexes aufzuzeigen, diese einer kritischen Analyse zu unterziehen und Ansatzpunkte für eine verantwortungsvolle Gestaltung des PR-Berufsfeldes zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die unterschiedliche Ansätze (Systemtheorie, Individual- und Organisationsethik) integriert, um die Beziehungsgeflechte und normativen Anforderungen der PR reflexiv zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert konkrete Werte wie Objektivität, Lernwilligkeit und Achtung sowie die Abgrenzung zwischen Individualethik und Organisationsethik, ergänzt durch eine detaillierte Kritik an bestehenden Berufskodizes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie PR-Ethik, Glaubwürdigkeit, institutionelle Verantwortung, Kommunikationsethik und die systemtheoretische Verortung von Öffentlichkeitsarbeit charakterisieren.

Welche Rolle spielen "Ethik-Kodizes" laut dem Autor?

Der Autor sieht Kodizes als wichtige Bausteine und Leitlinien für "gutes PR-Handeln", warnt jedoch davor, sie als Allheilmittel oder bloße Fassade für Imagegewinne zu betrachten.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Individual- und Organisationsethik so wichtig?

Weil sie hilft, die Verantwortungsfrage zu klären: Nicht allein die moralische Einstellung des Individuums, sondern auch die Strukturen und Zwänge der Organisation bestimmen massgeblich das Handeln in der PR.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Ethik der Public Relations
College
University of Siegen  (Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung)
Course
Modelle ethischer Urteilsbildung
Grade
1,3
Author
Lars von Hugo (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V19156
ISBN (eBook)
9783638233385
Language
German
Tags
Ethik Public Relations Modelle Urteilsbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars von Hugo (Author), 2002, Ethik der Public Relations, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19156
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