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Der Akt im Akt - Liebesszenen als Enklaven

Title: Der Akt im Akt - Liebesszenen als Enklaven

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Monta Alaine (Author)

Film Science
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Sex sells – but does it work either? Ist die Frage, die folgender Arbeit vorausgestellt werden
könnte. Die Inszenierung einer Sexszene ist, wie auch Samir Nasr in seinem Aufsatz Im Reich
der Sinne oder Wie inszeniert man eine Sexszene nach Thomas Koebner?1 beschreibt, keine
einfache. Vieles gilt es zu beachten: wie soll gefilmt und geschnitten werden? Wie werden die
Schauspieler und das Setting platziert? An welcher Stelle macht die Sexszene dramaturgisch
Sinn? Wie explizit darf oder soll sie sein? Wie soll sich das Verhältnis und Zusammenspiel
der beiden Figuren ausgestalten, wie bringen die Figuren dieses nach Außen? Erschwerend
hinzu kommen noch eventuelle Nervosität der Schauspieler und die herausfordernde
Drehsituation unter Beteiligung vieler Menschen am Set. Einig sind Koebner2 ebenso wie
Christine Noll-Brinckmann3 sich dieses sensible Thema betreffend insofern, dass gelungene
Sexszenen im Spielfilm die Handlung vorantreiben sollen und sich ihr fügen sollen, so dass
der Zuschauer mühelos in diese zurückfinden kann. Im besten Fall werden die Figuren im Akt
weiterentwickelt, Konflikte geschürt oder sogar gelöst – es sollte sichtbar werden, was in der
Figur vorgeht. Dies mag nicht immer gelingen, und so ergeben sich Sexszenen, die narrativ
oder optisch sogar „überflüssig“4 wirken, wie eine Enklave, für sich selbst zu stehen scheinen
und gewissermaßen einen Sprung in der Handlung erzeugen.
Aber ist dies nicht irgendwie immer der Fall?

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Inszenierungs- und Einbettungsproblematik von Sexszenen im Film und der „Extremfall“

1.1. Die Funktion einer Sexszene und ihre inszenatorische Problematik

1.2. Die Handlung unterbrechende Sexszenen als „Extremfall“

2. Der „Grenzfall“: Das Spiel mit dem Expliziten

2.1. Rezeptionsprozesse bei spektakulären Szenen

2.2. Wenn Sex zum Hauptthema wird

2.3. Rezeptionsbruch und die Exit-Option

3. Der „Normalfall“: Der Akt im Akt

3.1. Gelungene Sexszenen und ihr Irritationsmoment

3.2. Romanzen und die Andeutung eines Akts

3.3. Traumsequenzen und Komödien als Sonderfall

4. Liebesszenen als Ereignis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung und Einbettung von Sexszenen in Spielfilmen sowie deren Einfluss auf die Rezeptionsprozesse des Zuschauers. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche Formen der Darstellung – von dramaturgisch sinnvoll integrierten Szenen bis hin zu disruptiven „Extremfällen“ – die narrative Kohärenz unterbrechen und den Zuschauer in eine spezifische, oft somatisch geprägte Beobachterposition drängen.

  • Kategorisierung von Sexszenen in Extremfälle, Grenzfälle und Normalfälle
  • Analyse der narrativen Funktion und dramaturgischen Einbettung von Liebesszenen
  • Untersuchung von Rezeptionsprozessen und affektiven Reaktionen des Zuschauers
  • Die Rolle der Kameraführung und Montage bei der Fragmentierung des Aktes
  • Vergleich zwischen expliziten Darstellungen und der ästhetisierten Andeutung

Auszug aus dem Buch

Die Inszenierungs- und Einbettungsproblematik von Sexszenen im Film und der „Extremfall“

Sex sells – but does it work either? Ist die Frage, die folgender Arbeit vorausgestellt werden könnte. Die Inszenierung einer Sexszene ist, wie auch Samir Nasr in seinem Aufsatz Im Reich der Sinne oder Wie inszeniert man eine Sexszene nach Thomas Koebner?1 beschreibt, keine einfache. Vieles gilt es zu beachten: wie soll gefilmt und geschnitten werden? Wie werden die Schauspieler und das Setting platziert? An welcher Stelle macht die Sexszene dramaturgisch Sinn? Wie explizit darf oder soll sie sein? Wie soll sich das Verhältnis und Zusammenspiel der beiden Figuren ausgestalten, wie bringen die Figuren dieses nach Außen? Erschwerend hinzu kommen noch eventuelle Nervosität der Schauspieler und die herausfordernde Drehsituation unter Beteiligung vieler Menschen am Set. Einig sind Koebner2 ebenso wie Christine Noll-Brinckmann3 sich dieses sensible Thema betreffend insofern, dass gelungene Sexszenen im Spielfilm die Handlung vorantreiben sollen und sich ihr fügen sollen, so dass der Zuschauer mühelos in diese zurückfinden kann. Im besten Fall werden die Figuren im Akt weiterentwickelt, Konflikte geschürt oder sogar gelöst – es sollte sichtbar werden, was in der Figur vorgeht. Dies mag nicht immer gelingen, und so ergeben sich Sexszenen, die narrativ oder optisch sogar „überflüssig“4 wirken, wie eine Enklave, für sich selbst zu stehen scheinen und gewissermaßen einen Sprung in der Handlung erzeugen.

Aber ist dies nicht irgendwie immer der Fall? Diese Frage soll, ausgehend von Christine Noll-Brinckmanns Überlegungen von Sexszenen als „falsche Fährten“5 und unter Einbeziehung von Katrin Bornemanns Arbeit zu amour fou-Filmen anhand von einigen ausgewählten Beispielen untersucht werden. Betrachtet werden sollen dabei neben den schon erwähnten „herausfallenden“ Szenen wie z.B. in American Gigolo, die ich als sich herauslösenden „Extremfall“ bezeichnen möchte, des weiteren „Grenzfälle“ besonders provokanter und eklatanter Szenen und vermeintlich „normale“, sich vordergründig in die Handlung und Optik eines Filmes fügende Liebesszenen insbesondere unter dem Aspekt der Rezeption.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Inszenierungs- und Einbettungsproblematik von Sexszenen im Film und der „Extremfall“: Einführung in die komplexe Gestaltung von Sexszenen und Definition der filmischen „Enklave“ anhand von Beispielen wie American Gigolo.

2. Der „Grenzfall“: Das Spiel mit dem Expliziten: Untersuchung provokanter Darstellungen in Filmen wie Antichrist oder Intimacy und deren Wirkung auf die affektive Rezeption des Zuschauers.

3. Der „Normalfall“: Der Akt im Akt: Analyse von handlungsintegrierter Sexualität in Werken wie Das Piano oder Pretty Woman und die Bedeutung der elliptischen Erzählweise.

4. Liebesszenen als Ereignis: Theoretische Zusammenführung der Ergebnisse als performativ-ereignishafte Momente, die den Zuschauer zwischen Voyeurismus und ästhetischer Distanz positionieren.

Schlüsselwörter

Sexszenen, Filmtheorie, Rezeptionsprozesse, Inszenierung, Explizitheit, Voyeurismus, Affekt, Amour fou, Narration, Filmanalyse, Körperlichkeit, Montage, Dramaturgie, Zuschauer, Filmereignis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Inszenierung von Liebesszenen und hinterfragt, wie diese sich in den narrativen Kontext eines Spielfilms einfügen oder diesen durchbrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die funktionale Einbettung von Sexszenen, die rezeptionstheoretischen Auswirkungen auf den Zuschauer sowie die Spannung zwischen filmischer Erzählung und expliziter Darstellung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob und wie Sexszenen trotz narrativer Einbettung als „Akt im Akt“ wahrgenommen werden und welche emotionalen sowie somatischen Reaktionen dies beim Rezipienten auslöst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Filmanalyse, die durch rezeptionstheoretische Ansätze und Fachliteratur gestützt wird, um die Wirkung der Filmsequenzen auf den Zuschauer zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Kategorisierung von Sexszenen in „Extremfälle“, „Grenzfälle“ und „Normalfälle“, illustriert durch diverse Filmbeispiele, um unterschiedliche Strategien der filmischen Gestaltung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rezeption, Inszenierung, Voyeurismus, Affekt und die narrative Funktion von Liebesszenen innerhalb des Filmgeschehens.

Warum werden bestimmte Szenen in der Arbeit als "Enklave" bezeichnet?

Als Enklave werden Szenen definiert, die narrativ oder optisch aus dem Filmkontext herausfallen und für den Zuschauer eine kurzzeitige Unterbrechung des gewohnten Rezeptionsflusses erzeugen.

Wie unterscheidet sich die Rezeption von europäischen zu amerikanischen Produktionen in der Arbeit?

Die Analyse beobachtet, dass US-amerikanische Produktionen oft dazu neigen, Sexszenen stärker auszusparen oder elliptisch zu umgehen, während europäische Filme häufiger das Irritationspotential expliziter Darstellungen für ihre narrative Intention nutzen.

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Details

Title
Der Akt im Akt - Liebesszenen als Enklaven
College
LMU Munich
Grade
2,3
Author
Monta Alaine (Author)
Publication Year
2012
Pages
22
Catalog Number
V191561
ISBN (eBook)
9783656163527
ISBN (Book)
9783656164043
Language
German
Tags
liebesszenen enklaven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monta Alaine (Author), 2012, Der Akt im Akt - Liebesszenen als Enklaven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191561
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