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Das neue europäische Finanzaufsichtssystem

Eine kritische Würdigung

Titel: Das neue europäische Finanzaufsichtssystem

Bachelorarbeit , 2011 , 40 Seiten

Autor:in: Christian Meinecke (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

I. Grundlagen der Aufsicht und Regulierung
A. Einleitung
Das Finanzsystem ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Wirtschaftssystems einer Volkswirtschaft. Aus diesem Grund unterliegen die Finanzsysteme weltweit einer strengen Regulierung und Aufsicht.Deren Ziel besteht darin, die Stabilität des Systems zu wahren. Wie wichtig Stabilität ist, hat sich in eklatanter Weise in der globalen Finanzkrise gezeigt, welche Mitte 2007 auf dem US-Immobilienmarkt begann und sich durch die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 noch verschärfte. Im weiteren Verlauf mussten große Finanzdienstleister mit staatlichen Mitteln gestützt werden, um so einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Aufgrund dieser Ereignisse musste sich die Frage gestellt werden, ob eine solche Krise, durch eine bessere Regulierung und Aufsicht des gesamten Finanzsystems und der einzelnen Akteure, hätte verhindert oder zumindest in seinen Auswirkungen gedämpft werden können. Im europäischen Kontext wurde für diese Frage ein Expertenausschuss gebildet, bei dem Jacques de Larosière den Vorsitz übernahm. Dieser Ausschuss veröffentlichte im Februar 2009 den sogenannten de Larosière-Bericht, in dem detaillierte Empfehlungen für das europäische Aufsichtssystem als Lehren aus der Krise vorgelegt wurden.
Die vorliegende Arbeit beschreibt das neue europäische Finanzaufsichtssystem und untersucht, inwieweit die Empfehlungen der de Larosière-Gruppe durch die endgültigen Verordnungen der EU umgesetzt wurden. Es wird gezeigt, dass die formale Ausgestaltung der einzelnen Institutionen und des Gesamtsystems den Empfehlungen des de Larosière-Berichts in vollem Umfang Rechnung trägt. Gleichzeitig werden allerdings einige praktische Probleme identifiziert, für deren genaue Analyse jedoch noch keine Erfahrungswerte vorliegen.
In Kapitel I werden die theoretischen Grundlagen von Aufsicht und Regulierung erläutert.[...]
Kapitel II stellt die Ausgestaltung des neuen europäischen Finanzaufsichtssystems dar. Hierfür werden zunächst die einzelnen Institutionen dieses Systems hinsichtlich ihrer Ziele, ihrer Aufgaben und ihrer Organisation beschrieben. Danach werden die Besonderheiten des Gesamtsystems betrachtet.
Zum Abschluss gibt Kapitel III eine kritische Würdigung über das neue europäische Finanzaufsichtssystem.[...] Als Maßstab für die Zielerreichung dient hauptsächlich der de Laro-sière-Bericht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. GRUNDLAGEN DER AUFSICHT UND REGULIERUNG

A. Einleitung

B. Wichtigkeit der Aufsicht und Regulierung

C. Ansteckungsgefahr innerhalb des Finanzsystems bei Schocks

II. AUSGESTALTUNG DES NEUEN EUROPÄISCHEN FINANZAUFSICHTSSYSTEMS

A. Der europäische Ausschuss für Systemrisiken – ESRB

1. Zweck und Aufgaben

2. Organisation und Stellung

B. Die drei neuen Europäischen Aufsichtsbehörden

1. Zweck und Aufgaben

2. Befugnisse

3. Organisation

C. Das Gesamtsystem

III. KRITISCHE WÜRDIGUNG

A. Das ESRB

B. Die ESAs

C. Das Gesamtsystem

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das neu geschaffene europäische Finanzaufsichtssystem und bewertet, inwieweit die Empfehlungen des de Larosière-Berichts durch die verabschiedeten EU-Verordnungen in die formale Ausgestaltung der Institutionen integriert wurden.

  • Analyse der theoretischen Notwendigkeit von Finanzaufsicht und Regulierung zur Vermeidung systemischer Risiken.
  • Detaillierte Untersuchung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) als Makroaufsichtsinstanz.
  • Evaluierung der Struktur, Aufgaben und Befugnisse der drei neuen Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs).
  • Kritische Würdigung des Gesamtsystems unter Berücksichtigung praktischer Umsetzungsprobleme und institutioneller Effizienz.

Auszug aus dem Buch

C. Ansteckungsgefahr innerhalb des Finanzsystems bei Schocks

Das regelmäßige Auftreten von Finanzkrisen führt per se schon zu der Annahme, dass der Finanzsektor besonders anfällig für Schocks zu sein scheint. Das nachfolgende Modell wird diese Beobachtung etwas formaler untersuchen. Der Grundgedanke ist, dass Schocks, welche zu Beginn nur wenige Institute oder bestimmte Bereiche der Wirtschaft treffen, über Ansteckungseffekte (Contagion) auf das übrige Finanzsystem übergreifen. Es wird nur ein bestimmter Kanal betrachtet, über den es zu einer Ansteckung kommen kann und zwar der, der aus den sich überschneidenden Forderungen innerhalb des Finanzsystems entsteht. Wenn zum Beispiel nur eine bestimmte Region unter einer Finanzkrise leidet, so würden Institute in anderen Regionen einen Verlust verzeichnen, indem sie gezwungen wären ihre Forderungen gegen jene Region abzuschreiben. Wenn dieser Übertragungseffekt (Spillover Effect) stark genug ist, so führt er zu einer Krise in den angrenzenden Gebieten. Im schlimmsten Fall würde die Krise von Region zu Region getragen und es käme zu einer Ansteckung innerhalb des Gesamtsystems (Contagion).

Zusammenfassung der Kapitel

I. GRUNDLAGEN DER AUFSICHT UND REGULIERUNG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Gründe für eine staatliche Finanzaufsicht und analysiert die Entstehung von systemischen Risiken durch Vernetzung anhand eines formalen Modells.

II. AUSGESTALTUNG DES NEUEN EUROPÄISCHEN FINANZAUFSICHTSSYSTEMS: Hier werden die Struktur, der Zweck, die Aufgaben und die Befugnisse des neuen Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) sowie der drei neuen europäischen Aufsichtsbehörden detailliert beschrieben.

III. KRITISCHE WÜRDIGUNG: Dieses Kapitel bewertet die neue Architektur der europäischen Finanzaufsicht kritisch anhand der ursprünglichen Empfehlungen des de Larosière-Berichts und diskutiert verbleibende Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Finanzaufsicht, Regulierung, Europäisches Finanzaufsichtssystem, ESFS, ESRB, Europäische Aufsichtsbehörden, ESAs, Systemrisiko, Ansteckungseffekt, Makroaufsicht, Mikroaufsicht, Finanzkrise, Banken, Finanzmarktstabilität, Contagion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse und Würdigung des neuen europäischen Finanzaufsichtssystems, welches infolge der globalen Finanzkrise ab 2007/2008 eingeführt wurde.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Finanzregulierung, der Funktionsweise des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) und der Organisation sowie den Befugnissen der neuen europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESAs).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die formale Ausgestaltung der neuen EU-Institutionen den Empfehlungen des de Larosière-Berichts entspricht und inwieweit das System als Antwort auf die Finanzkrise wirksam ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor kombiniert eine theoretische Fundierung durch ökonomische Modelle (z.B. Diamond/Dybvig, Allen/Gale) mit einer detaillierten Analyse der rechtlichen EU-Verordnungen und des de Larosière-Berichts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Ausgestaltung (ESRB und ESAs) und deren anschließende kritische Bewertung hinsichtlich Effizienz, Befugnissen und der Zielsetzung der Harmonisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemrisiko, Finanzmarktstabilität, Makro- und Mikroaufsicht sowie die europäische Architektur der Finanzkontrolle charakterisiert.

Warum ist das "too big to fail" Phänomen für die Aufsicht von Bedeutung?

Es ist relevant, da es den Staat politisch zum Eingreifen zwingt, wenn systemrelevante Banken zu scheitern drohen, weshalb eine präventive Regulierung zur Minimierung dieses Risikos unerlässlich ist.

Welche Rolle spielt die EZB bei der Unterstützung des ESRB?

Die EZB übernimmt administrative, statistische und analytische Unterstützungsaufgaben und stellt durch ihre zentrale Rolle im Währungssystem das notwendige Know-how zur Verfügung.

Was unterscheidet die ESAs von ihren Vorgängern, den Stufe-3-Ausschüssen?

Im Gegensatz zu den früheren Ausschüssen besitzen die ESAs eine eigene Rechtspersönlichkeit, ein eigenes Budget und verfügen über hoheitliche Befugnisse zur Durchsetzung von Standards.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit des neuen Systems?

Der Autor bewertet das System insgesamt positiv, da die Kernvorschläge des de Larosière-Berichts umgesetzt wurden, weist jedoch darauf hin, dass die praktische Wirksamkeit noch durch künftige Erfahrungen bewiesen werden muss.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das neue europäische Finanzaufsichtssystem
Untertitel
Eine kritische Würdigung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Autor
Christian Meinecke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
40
Katalognummer
V191570
ISBN (eBook)
9783656163435
ISBN (Buch)
9783656164197
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzaufsicht Finanzaufsichtssystem Europa europäisch kritische Würdigung ESRB ESFS ESA EU EBA
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Meinecke (Autor:in), 2011, Das neue europäische Finanzaufsichtssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191570
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Leseprobe aus  40  Seiten
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