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Literatur und Sozialer Anspruch

Eine Untersuchung der kubanischen Gegenwartsliteratur

Titel: Literatur und Sozialer Anspruch

Studienarbeit , 2007 , 13 Seiten , Note: 2

Autor:in: Carsten Vogel (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit geht es um den sozialen Anspruch des Autors bzw. seiner Literatur. Wenn wir den Begriff „sozialer Anspruch“ verwenden, meinen wir den Anspruch des Autors, mit Hilfe seines geschriebenen Textes der Gesellschaft eines Landes - in diesem Fall die kubanische - oder einer darin beschriebenen Region gewissermaßen einen Spiegel vorzuhalten. In diesem Fall werden drei Texte der kubanischen Gegenwartsliteratur analysiert in Bezug auf den sozialen Anspruch des Autors/der Autorin.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept von Carlos Fuentes

3. Die Frage der Marginalität

4. Die Frage der Perspektive

5. Die Frage der Autorintention

6. Die Frage des Publikums

7. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sozialen Anspruch kubanischer Gegenwartsliteratur, indem sie die theoretischen Überlegungen von Jean-Paul Sartre und Carlos Fuentes auf ausgewählte Texte von Zoé Valdés und Karla Suárez anwendet, um die Rolle des Autors als gesellschaftlicher Spiegel zu beleuchten.

  • Die literaturtheoretische Einordnung des "sozialen Anspruchs" nach Sartre und Fuentes.
  • Die Darstellung von Marginalität, Armut und Ausgrenzung in der kubanischen Gesellschaft.
  • Die Funktion von expliziten Inhalten und Perspektiven als Mittel zur Realitätsdarstellung.
  • Die Analyse der Intention des Autors als Appell an den Leser.
  • Die Bestimmung der Zielgruppe und die Inklusion des ausländischen Lesers.

Auszug aus dem Buch

3. Die Frage der Marginalität

Nachdem ich mich nun mit der Theorie von Sartre und Fuentes beschäftigt habe, möchte ich mich mit einigen Fragen zur kubanischen Gegenwartsliteratur auseinandersetzen – allen voran die Frage nach den behandelten Themen. Dabei fällt es auf, dass viele kubanische Autoren das Thema der Marginalität aufgreifen. Oft geht es um Armut, Prostitution oder Homosexualität.

In Geografía de la novela betont Fuentes unter anderem auch, dass der Romanautor das schreibt, was sonst nicht geschrieben wird. Er nennt das auch „lo no-escrito“, oder an anderer Stelle auch „lo no dicho“. Man spricht und schreibt zwar nicht darüber, doch es ist trotzdem Realität.

Wenn man also die Frage stellt, warum dieses Thema so oft aufgegriffen wird, müssen wir zunächst einen Blick auf die kubanische Gesellschaft, beziehungsweise das politische System werfen. Es ist kein Geheimnis, dass das Regime von Fidel Castro seit Jahren fast krampfhaft versucht, das Bild einer solidarischen, gut funktionierenden Gesellschaft abzugeben. Aus diesem Grund wird auch nicht über Marginalitätsthemen gesprochen und erst recht nicht geschrieben. Auf diese Art und Weise soll der Eindruck entstehen – vor allem bei den westlichen Betrachtern – dass es auf Kuba keine Probleme gibt. Es handelt sich also um Bereiche des Lebens, die laut Fuentes zu „lo no-escrito“ gehören. Und obwohl sie auf Kuba verschwiegen werden, sind sie Realität. Es ist also die Aufgabe des Schriftstellers darüber zu schreiben.

Zum Teil werden die negativen Seiten des Alltags auf Kuba aber auch verharmlost und beschönigt. Diese Tatsache kritisiert die Protagonistin in der Kurzgeschichte Retrato de una infancia habanaviejera: „A mí lo que me entristece es ver cómo en las fotos la pobreza se ve así, tan bonita. ¡No, mi amor, es yo no te lo voy a negar, aquí sí hay pobreza, y mucha!”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff des "sozialen Anspruchs" in der Literatur basierend auf Sartres Konzept des Appells und führt die methodische Herangehensweise über Carlos Fuentes ein.

2. Das Konzept von Carlos Fuentes: Dieses Kapitel erläutert Fuentes' Thesen zur Rolle des Romans im Zeitalter der Informationsflut und dessen Bedeutung als einzigartiges Medium der kritischen Weltbetrachtung.

3. Die Frage der Marginalität: Hier wird analysiert, wie kubanische Autoren Tabuthemen wie Armut und Marginalität thematisieren, um dem offiziell propagierten Bild einer heilen Gesellschaft entgegenzuwirken.

4. Die Frage der Perspektive: Das Kapitel untersucht das Erzählschema der Werke und wie die interne Fokalisierung beim Leser ein Gefühl der Betroffenheit und Identifikation erzeugt.

5. Die Frage der Autorintention: Es wird diskutiert, inwiefern die häufigen rhetorischen Fragen in den Texten als indirekter Appell an den Leser fungieren, sich kritisch mit der sozialen Situation auseinanderzusetzen.

6. Die Frage des Publikums: Hier steht die Frage im Zentrum, an wen sich die Literatur richtet, wobei der Autor den Appell als universell und adressatenunabhängig für alle Leser definiert.

7. Konklusion: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass der kubanische Autor durch seine literarische Arbeit seiner Aufgabe nachkommt, der Gesellschaft einen kritischen Spiegel vorzuhalten.

Schlüsselwörter

Kubanische Literatur, Sozialer Anspruch, Jean-Paul Sartre, Carlos Fuentes, Marginalität, Roman, Realität, Erzählperspektive, Autorintention, Kuba, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Appell, Zoé Valdés, Zeitgenössische Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische kubanische Literatur als Medium dient, um gesellschaftliche Probleme und Marginalität aufzuzeigen und einen sozialen Anspruch zu formulieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Autors als Gesellschaftskritiker, die Darstellung von Armut, die Wirkung literarischer Texte auf den Leser und die Bedeutung des Romans als Instrument der Realitätswahrnehmung.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor der Arbeit?

Das Ziel ist es, Prinzipien zu definieren, nach denen man ein literarisches Werk im Hinblick auf seinen sozialen Anspruch interpretieren kann, und diese auf konkrete Texte kubanischer Gegenwartsliteratur anzuwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Methode stützt sich primär auf die literaturtheoretischen Konzepte von Jean-Paul Sartre ("Literatur als Appell") und Carlos Fuentes ("Der Roman als kritische Frage").

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Frage der Marginalität, die erzählerische Perspektive, die Intention des Autors sowie die Adressaten der literarischen Botschaft anhand von Beispielen kubanischer Autoren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören der "soziale Anspruch", "Marginalität", "lo no-escrito" (das Ungeschriebene), "Interne Fokalisierung" und "literarischer Appell".

Warum spielt die Informationsflut eine Rolle in Fuentes' Theorie?

Laut Fuentes macht der Informationsüberfluss den Roman nicht überflüssig, sondern gibt ihm eine neue Funktion, da er Dinge zur Sprache bringen kann, die in klassischen Nachrichtenmedien nicht behandelt werden.

Wie gehen die untersuchten Autoren mit dem Thema Armut um?

Sie beschreiben die Armut explizit und detailliert, um dem Leser eine "reale" Wahrnehmung der kubanischen Lebensbedingungen zu vermitteln und sich gegen die Verharmlosung durch das politische System zu wehren.

Warum richten sich die Autoren laut dem Text an alle Leser?

Die Texte richten sich an jeden Leser, der bereit ist, den literarischen Appell ernst zu nehmen, unabhängig davon, ob es sich um Einheimische, Exil-Kubaner oder ausländische Leser handelt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Literatur und Sozialer Anspruch
Untertitel
Eine Untersuchung der kubanischen Gegenwartsliteratur
Hochschule
Universität Salzburg
Note
2
Autor
Carsten Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V191606
ISBN (eBook)
9783656165231
ISBN (Buch)
9783656165774
Sprache
Deutsch
Schlagworte
literatur sozialer anspruch eine untersuchung gegenwartsliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carsten Vogel (Autor:in), 2007, Literatur und Sozialer Anspruch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191606
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Leseprobe aus  13  Seiten
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