Fitness, Wellness, Gesundheit und Schönheit sind Ideale, nach denen Jung und Alt gleichermaßen streben. Immer größer wird deshalb die Bereitschaft der Bevölkerung, Produkte zu konsumieren, die diese Wünsche unterstützen. Der Gesundheitsmarkt umfasst längst nicht mehr nur Arzneimittel zur Selbstmedikation. Functional Food, Nahrungsergänzungsmittel (NEM) und andere Produktgruppen konkurrieren um die Gunst der Käufer. (vlg. Hahn 2001, Seite 7)
Aber auch Sportler zeigen zunehmend Interesse an NEM, verbunden mit der Hoffnung die eigene Leistung zu steigern oder zu erhalten. Häufig werden NEM leistungssteigernde Eigenschaften nachgesagt.
Der Markt für NEM ist groß und unübersichtlich, so dass es schwer fallen kann NEM in eine bestimmte Kategorie einzuordnen. Nicht nur die Vertriebsform, sondern auch die versprochenen Eigenschaften der Produkte lassen auf Arzneimittel schließen. Auch die Darreichungsform (z.B. Tabletten, Pulver, Gele, Flüssigkeiten) lassen den Konsumenten eher zu dem Schluss kommen, es würde sich um Arzneimittel handeln. Die gesetzliche Einordnung er NEM scheint aber klar reguliert zu sein. Die NEM gelten nach deutschem Recht als Lebensmittel und werden bei der Qualitätskontrollen, sowie bei der Versteuerung als Lebensmittel behandelt.
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Natürlich ist der Bereich der NEM sehr umfangreich, daher bedarf es einer genaueren Auseinadersetzung mit der Materie. Daher behandelt diese Ausarbeitung die verschiedenen legalen und illegalen NEM. Zu Beginn möchte ich die rechtliche Situation in Deutschland vorstellen und damit die Gesetzeslage festhalten. Um dem Leser einen Überblick der Materie zu gewährleisten werde ich die zahlreichen NEM kategorisieren und jede Kategorie kurz vorstellen. Somit wird eine Grundlage geschaffen, auf der später aufgebaut werden kann. Da verschiedene Substanzen (z.B. BCAAs, Ginseng, Creatin etc.) regelmäßig in der Presse erwähnt und zum Teil hoch gepriesen werden, möchte ich die bekanntesten NEM-Stoffe zusätzlich vorstellen.
Besonderen Wert lege ich darauf, dem Leser nicht nur einen Überblick über die legalen und somit in Deutschland frei käuflichen Produkte zu verschaffen, sondern auch die in Deutschland verbotenen NEM möchte ich nicht unbeachtet lassen. Schließlich sind diese in vielen Nachbarländern (z.b. Holland, England) sowie in den USA frei verkäuflich. Außerdem besteht bei diesen Produkten besonderer Abgrenzungsbedarf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 NEM – Definition
2.2 Rechtssituation in Deutschland
2.3 Grundtypen der NEM
2.3.1 Kohlenhydrate (KH)
2.3.2 Proteine und Aminosäuren (AS)
2.3.3 Fette
2.3.4 Enzyme
2.3.5 Antioxidantien und freie Radikale
2.3.6 Vitamine
2.3.7 Mineralstoffe
2.3.8 Steroidähnliche pflanzliche Verbindungen
2.3.9 Prohormone
2.4 Abgrenzung von NEM zu Arzneimitteln
2.5 Doping
2.5.1 Doping-Definition des Deutschen Sportbundes (DSB)
2.5.2 Doping-Definition der Medizinischen Kommission des IOC
2.5.3 Doping-Definition der Welt Anti-Doping Agentur (WADA)
2.6 Anabole Wirkstoffe
3. Schluss
3.1 Fazit
3.2 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Definition und rechtliche Einordnung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im deutschen Kontext sowie deren Abgrenzung zum Doping. Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis über legale NEM-Gruppen zu vermitteln und kritische, gesundheitsgefährdende Präparate zu identifizieren, um so die Grenze zwischen unterstützender Ernährung und unzulässigem Doping aufzuzeigen.
- Rechtliche Einordnung und Definition von Nahrungsergänzungsmitteln
- Kategorisierung gängiger NEM-Grundtypen (Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren etc.)
- Abgrenzung zwischen legalen Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln
- Definitionen von Doping durch DSB, IOC und WADA
- Problematisierung von Prohormonen und steroidähnlichen Substanzen
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Proteine und Aminosäuren (AS)
Nach Dietrich (2002) sind Aminosäuren Bestandteile jeder Zelle des Körpers. Proteine bestehen aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Teilweise ist auch Phosphat in den Proteinen enthalten.
Eine Aminosäure wird als nicht nicht-essentiell bezeichnet, wenn ihr Kohlenstoffgerüst im Körper gebildet und auf dieses eine Aminogruppe übertragen werden kann (= Transaminierung); essentielle Aminosäuren kann der Körper nicht synthetisieren. So kann Alanin z.B sehr schnell und einfach große Mengen bilden, da ihr Kohlenstoffgerüst aus Pyruvat besteht.
Für die Proteinsynthese müsse alle AS, sowohl die essentiellen als auch die nicht-essentiellen, zur Verfügung stehen. Fehlt dem Körper eine oder mehrere essentielle AS, so wird die Körpersynthese von neuem Protein beeinträchtigt.
Branched Chain Amino Acids (BCAA´s)
BCAA´s dienen vorwiegend als Enzym-Substrat, Regulator und Katalysator und versetzten den Organismus in eine anabole Stoffwechsellage, in dem sie die Aufnahmefähigkeit der Muskelzellen für freie Aminosäuren verbessern, die Insulinausschüttung stimulieren, als Ammoniakhemmer dienen und Stickstoff zurückhalten. BCAA´s liefern das Baumatierial für die Gluamin- und Alaninsynthese. (vlg. Dietrich 2002, Seite 77ff.)
Aminoethansulfonsäure (Taurin)
Die Aminosäure Taurin hat ihren Bekanntheitsgrad durch das Modegetränk RED BULL erlangt, da es als “flügelverleihend” umworben wird. Im Getränk RED BULL soll Taurin gemeinsam mit Koffein, als Bestandteile, einen sog. Energiedrink ergeben. Taurin wird als Muskel- und Herzstärkungsmittel, Potenz- und Vitalisierungssteigerungsmittel angeboten. Taurin kommt in fast allen niederen Tier und Pflanzenarten (insb. Meerespflanzen) vor. (vlg. Dietrich 2002, Seite 109)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet den wachsenden Gesundheitsmarkt und das Interesse von Sportlern an NEM, wobei die Problematik der Abgrenzung zwischen Lebensmitteln, Arzneimitteln und Doping bereits hier skizziert wird.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Definition von NEM, erläutert die rechtliche Situation und klassifiziert verschiedene Grundtypen wie Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe.
3. Schluss: Das Fazit und die Schlussbetrachtung resümieren, dass NEM bei Nährstoffmangel sinnvoll sind, während der Konsum von Prohormonen und Steroid-Ersatzstoffen als gesundheitsgefährdend und unzulässiges Doping eingestuft werden muss.
Schlüsselwörter
Nahrungsergänzungsmittel, NEM, Doping, Sporternährung, Leistungssteigerung, Aminosäuren, Proteine, Prohormone, Rechtssituation, Lebensmittelgesetz, Stoffwechsel, Anabole Wirkstoffe, WADA, IOC, DSB
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, der rechtlichen Stellung und den Wirkungsweisen von Nahrungsergänzungsmitteln im Kontext des Sports und deren Abgrenzung zu Doping-Substanzen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Nährstoffen (z.B. Vitamine, Aminosäuren, Fette), die gesetzliche Regulierung in Deutschland und die verschiedenen Definitionen von Doping durch Organisationen wie die WADA oder das IOC.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Konsumenten und Sportler einen Überblick über die Materie zu verschaffen, um fundierte Entscheidungen zwischen nützlicher Nahrungsergänzung und gesundheitsschädlichen oder verbotenen Substanzen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, bei der Fachliteratur und gesetzliche Grundlagen ausgewertet werden, um die Thematik der Nahrungsergänzung kritisch zu beleuchten.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen NEM-Kategorien definiert und in ihrer Funktion erklärt, gefolgt von einer rechtlichen Einordnung und einer scharfen Trennung gegenüber Dopingsubstanzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Schlüsselbegriffe wie Nahrungsergänzungsmittel, Doping, Sporternährung, Lebensmittelrecht, Prohormone und Stoffwechselregulation geprägt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen legalen NEM und illegalem Doping?
Die Arbeit zieht die Grenze anhand der Zielsetzung und Wirkung: NEM dienen der Ernährung, während Prohormone und Steroid-Ersatzstoffe, die den Hormonhaushalt manipulieren, als verbotene Dopingmittel klassifiziert werden.
Wie bewertet der Autor die Wirkung von Prohormonen?
Der Autor stuft Prohormone als höchst bedenklich ein, da sie nicht unter die Definition von NEM fallen, in den Hormonhaushalt eingreifen und somit den Richtlinien zufolge als Doping gelten.
Ist der Konsum von NEM laut Autor grundsätzlich unbedenklich?
Der Autor sieht die Einnahme der klassischen NEM-Grundtypen zur Behebung von Mangelerscheinungen als unbedenklich an, warnt jedoch eindringlich vor als NEM getarnten, aber gesundheitsgefährdenden Präparaten.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Bernd Sanders (Autor:in), 2007, Nahrungsergänzungsmittel. Wie lässt sich die Leistungssteigerung durch Nahrungsergänzungsmittel bei Sportlern erklären?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191692