Reiserisiken: Internationale Gesundheitsrisiken


Hausarbeit, 2000

26 Seiten


Leseprobe

PROJEKTARBEIT

REISERISIKEN –

Internationale Gesundheitsrisiken

1. Einleitung

Urlaub - die weite Welt lockt.

Jedes Jahr machen sich Millionen Deutsche auf in fremde Länder, etwas zu erleben, andere Kulturen kennenzulernen, sich zu erholen.

Durch die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und sich selbst in der Fremde wird sowohl der geistige als auch der emotionale Horizont erweitert und bereichert.

Leider kann das Unterwegssein auch negative Seiten bergen!

Viele Urlauber nehmen bei ihren Reisen in andere Kontinente und in andere Klimazonen erhebliche Strapazen auf sich, manche von ihnen setzen sogar ihre Gesundheit aufs Spiel: durch fehlenden Schutz, falsches hygienisches Verhalten, leichtfertiges Sonnenbaden, sorgloser Umgang mit Nahrungsmitteln...

Die Gesundheitsrisiken auf Reisen sind unterschiedlich verteilt - abhängig von Urlaubsart, Destination, Anreise, Unterbringung und Reisedauer.

Das Risiko steigt, sobald der Urlauber auf gewohnte Hygiene verzichten muß, er in fremde Kulturen eintauchen möchte und sich an die Verhältnisse des Gastlandes anpassen muß.

Diese Projektarbeit wird die Auswirkungen des Reisens auf das Gesundheitswesen des Menschen beleuchten und einen Überblick über verschiedene Krankheiten geben.

Jedoch werden nicht nur Gesundheitsrisiken aufgeführt, unter welchen der Reisende vor Ort zu leiden hat, sondern auch Gefahren, die im Zusammenhang mit dem Flug zur Destination stehen.

Selbstverständlich können nicht alle Krankheiten und Risiken aufgeführt werden, jedoch beschränkt sich die Arbeit auf die wohl wichtigsten und häufigsten Krankheitsbilder, geht auf die Ursachen ein, beschreibt die Symptome und erläutert Behandlungsmethoden.

2. Gesundheitsrisiken während und nach einem Flug

Die Sicherheit der Menschen beim Fliegen hängt von den Piloten, der Kabinencrew, den Technikern, dem Flughafenpersonal einschließlich dem Sicherheitspersonal und natürlich den Fluglotsen ab. Hier kann der Passagier so gut wie kaum Einfluss nehmen.

Dennoch scheint es relativ unbekannt, dass pro Jahr, vor allem bei Fernflügen, immer mehr Menschen aufgrund gesundheitlicher Probleme Schaden davontragen und teilweise sogar ihr Leben verlieren.

Dieses Kapitel möchte die Gefahren erläutern, die während und selbst nach dem Flug die Gesundheit der Reisenden beeinflussen können.

2.1. Luftverhältnisse im Flugzeug

2.1.1. Luftdruck

Unter Luftdruck wird die Kraft der über der Erde liegenden Lufthülle pro Fläche verstanden. Dieser beträgt im Durchschnitt auf der Erdoberfläche 1,013 bar.[1]

In der Medizin wird der Blutdruck jedoch in Millimeter Quecksilber (mmHG) gemessen, der sich wie folgt umrechnet: 1 bar = 750 mmHg.

Das bedeutet, dass der Luftdruck im Flugzeug immer in Relation gesetzt werden muss zu dem Blutdruck des Reisenden.

Berechnungen zufolge herrscht in einem Flugzeug bei einer Flughöhe von 10.000 – 13.000 m ein Druck, der dem in einer Höhe von 2.000 – 2.500 m entspricht.

Der erniedrigte Blutdruck im Flugzeug verhindert, dass dem Körper pro Atemzug weniger Sauerstoff zugeführt wird als dies auf der Erdoberfläche der Fall ist.

Für gesunde Menschen ist diese Veränderung kaum wahrnehmbar, jedoch sollten Menschen mit Lungen-Ventilationsstörungen, mit einem gestörten Sauerstofftransfer oder einer Anämie vorsichtig sein, da sie Gefahr laufen, hypoxisch[2] zu reagieren.

Um dieses Risiko auszuschließen, sollte vor Reiseantritt ein Arzt konsultiert werden und gegebenenfalls eine Sauerstoffflasche während des Fluges genutzt werden.

Ein Problem stellt jedoch auch ein plötzlicher Druckabfall in der Kabine dar.

Bleibt eine Person eine längere Zeit ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung, ist mit Ohnmacht, möglicherweise auch mit dem Tod, zu rechnen.

Die folgende Tabelle verdeutlicht, wie lange ein Passagier im Falle eines plötzlichen Druckabfalls noch aktionsfähig bleiben kann:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus diesem Grund besitzen alle Flugzeuge eine von der generellen Luftversorgung unabhängige Luftversorgung.[3]

2.1.2. Luftfeuchtigkeit

Die Luft, die sich während des Fluges im Inneren des Flugzeugs befindet, wird aus den Turbinen komprimiert und anschließend gefiltert ins Flugzeuginnere geleitet.[4]

Durchschnittlich wird die Luft je nach Flugzeugtyp 30 mal pro Stunden ausgewechselt.

Die verbrauchte Luft wird teilweise durch die sich an den Fensterseiten im Boden befindlichen Luftschlitze aus dem Flugzeug gesogen, der Rest der Luft wird ein weiteres Mal aufbereitet und wieder zurück ins Innere geleitet.

Dieses Verhältnis zwischen frischer und aufbereiteter Luft beträgt ca. 60 % zu 40 %.

Des weiteren herrscht im Flugzeuginneren eine Luftfeuchtigkeit von gerade einmal 10 %, bei einer Temperatur von 18°C - 21 °C.

Folgen dieser zu trockenen Luft können die folgenden sein:

- trockene Haut
- trockene Schleimhäute im Bereich von Mund, Nase und Augen
- schmerzhafte Augen
- Atem- und Schluckbeschwerden
- vermehrter Flüssigkeitsverlust (verstärkt über die Atmung)

Um diese Probleme so weit wie möglich zu unterbinden, sollte während des Fluges die Flüssigkeitszunahme verstärkt werden. Jedoch sollte der Schwerpunkt auf Wasser oder Säfte gelegt werden, und nicht auf Kaffee, Tee oder Alkohol.

2.2. Reisekrankheit (Kinetose)

Unter der Reisekrankheit, häufig auch Seekrankheit (Nausea) genannt, wird die menschliche Reaktion auf ungewohnte Bewegungsabläufe verstanden.[5] Das Gehirn ist durch die vielen Informationen überfordert und veranlasst die Ausschüttung von Stresshormonen.[6]

Die Kinetosen können den Beschwerden nach in drei Grade unterteilt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wissenschaftlichen [7]Untersuchungen zufolge, sind 15 % aller Reisenden immun gegenüber der Reisekrankheit, 75 % sind leicht gefährdet und etwa 10 % sind stark anfällig.[8]

Um die Beschwerden zu lindern, kann zwischen einer nicht-medikamentösen und einer medikamentösen Therapie unterschieden werden.

Für eine nicht-medikamentöse Therapie wird folgendes empfohlen:[9]

- Akupunktur
- Spezialbrillen mit flüssigkeitsbelagerten Balken als künstlicher Horizont
- Ohropax gegen starke Geräusche
- Kopf aufrecht halten, nicht in gebückter Haltung sitzen
- Günstigen Sitzplatz suchen:[10]
- Auto: Vorne Þ Bus: Vorne
- Flugzeug: Mitte Þ Schiff: Mitte
- Zug: in Fahrtrichtung

Eine medikamentöse Therapie wird wie folgt unterstützt:[11]

- Reisekaugummi
- Reisetabletten / -zäpfchen
- Homöopathisches Mittel: Cocculus D4
- Antiemetika: Scopolamin, Metoclopramid, Meclozin, Dimenhydrinat, etc.[12]

2.3. Economy-Class-Thrombose

Unter einer Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels (Bluttropf) in einer gesunden oder vorgeschädigten Vene verstanden.6

Aufgrund der engen Sitzverhältnisse in Flugzeugen, besonders in der Economy Class, und der fehlenden Bewegung während dem Flug, wird der Rückfluss des Blutes aus den unteren Extremitäten zurück zum Herzen stark behindert.

Reißen sich diese Thrombosen los, können sie zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen.[13]

Verlässliche Zahlen gibt es nicht, jedoch wird nach Schätzungen von weltweit ca. 2.000 Todesfällen pro Jahr ausgegangen.

Um der Gefahr einer Economy-Class-Thrombose vorzubeugen, sollte der Reisende sich so viel wie möglich in der Maschine bewegen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zunehmen, um einer sogenannten Dehydrierung vorzubeugen. Jedoch sollte auch hier der Schwerpunkt auf Wasser und Saft gelegt werden.[14]

2.4. Flugangst

Obwohl statistisch gesehen das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist (im Jahr 2000 sind rund 0,04 Flugpassagiere pro 100 Millionen Passagierkilometer zu Tode gekommen), leiden rund 15 % der Deutschen unter Flugangst, weitere 20 % fühlen sich beim Fliegen weitreichend unwohl.[15]

Die einen fürchten die Höhe, andere hingegen die Enge, wiederum andere fürchten, die Kontrolle über die Situation zu verlieren oder den Naturgewalten ausgeliefert zu sein. Dennoch ist fast jedem Flugphobiker klar, dass ihre Ängste unbegründet sind; doch das allein kann nicht beruhigen und die Angst setzt sich fest.[16]

Bei Flugängstlichen können verschiedene Symptome beobachtet werden:[17]

- feuchte Hände
- schweißgebadeter Körper
- Herzrasen
- Kurzatmigkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit, bis hin zu Erbrechen
- Panikattacken (Todesangst)

Wie bei der Reisekrankheit werden auch hier verschiedene Methoden zur Problembeseitigung angewendet.

Auf kurzfristige Sicht reicht es manchmal aus, ein gewisses Quantum an Alkohol zu sich zu nehmen. Auch Beruhigungsmittel wie Baldrian oder Johannisbeerkraut können helfen; im schlimmsten Fall kann vom Arzt die Einnahme von ca. 2-10 mg Diazepharm (Valium) geraten werden.[18]

[...]


[1] Vgl. URL:www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/luftverhaeltnisse_im_flugzeug.html, 28.05.2001

[2] Erläuterung: Hypoxie: Erniedrigung des Sauerstoffpartialdrucks im arteriellen Blut bzw. eine verminderte Sauerstoffversorgung des Organismus.

[3] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/luftverhaeltnisse_im_flugzeug.html, 28.05.2001

[4] Vgl. Ebenda

[5] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/seekrankheit.html., 28.05.2001

[6] Vgl. URL: www.apotheke-leck.de/reisekrankheiten.html., 28.05.2001

[7] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/seekrankheit.html., 28.05.2001

[8] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/seekrankheit.html., 28.05.2001

[9] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/seekrankheit.html., 28.05.2001

[10] Vgl. URL: www.apotheke-leck.de/reisekrankheiten.html., 28.05.2001

[11] Vgl. Ebenda

[12] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/seekrankheit.html., 28.05.2001

6 Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/economy_class_thrombose.html., 28.05.2001

[13] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/economy_class_thrombose.html., 28.05.2001

[14] Vgl. URL: www.3sat.de/nano/news/14424/index.html., 21.05.2001

[15] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/flugangst.html., 28.05.2001

[16] Vgl: URL: www.flugphobie.de, 27.05.2001

[17] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/flugangst.html., 28.05.2001

[18] Vgl. URL: www.medicine-worldwide.de/reisemedizin/flugangst.html., 28.05.2001

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Reiserisiken: Internationale Gesundheitsrisiken
Hochschule
Cologne Business School Köln
Autor
Jahr
2000
Seiten
26
Katalognummer
V191721
ISBN (eBook)
9783656166269
ISBN (Buch)
9783656166641
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reisekrankheit, Kinetose, Flugangst, Thrombose, Jet-Lag, Malaria, Hepatitis A, Hepatitis B, Cholera, Gelbfieber, Typhus, Tollwut, Aids, Parasiten, Bilharziose, Influenza, Enzephalitis, Dengue
Arbeit zitieren
Christine Rackey-Hocke (Autor), 2000, Reiserisiken: Internationale Gesundheitsrisiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191721

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