Die vorliegende Abhandlung ist Teil eines größeren Vorhabens, das die Wirtschaftsgeschichte des östlichen Hinterpommerns von der Urzeit bis in die Gegenwart behandeln wird. Um eine aktuelle Informationslńcke zu schließen, entschloß ich mich, den Text über die wirtschaftliche Entwicklung im östlichen Hinterpommern nach 1945 als ersten Teil dieses Vorhabens zu vollenden. Ein Auszug aus diesem Teil wurde im Sammelband „ Pommern zwischen Zäsur und Kontinuität“ von B. Becker und K.T. Inachin im T. Helms Verlag, Schwerin, 1999, veröffentlicht. Dies war mir nur möglich durch freundliche Hilfe der Ernst Moritz Arndt Universität in Greifswald, insbesondere seitens Prof. Dr. Werner Buchholz vom Historischem Institut, dem mein besonderer Dank gilt.
Dr. Wincenty Raczkowski
Tymień/ Timmenhagen im Juli 1999
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Einführung.
I.1. der Begriff "östlicher Teil Hinterpommerns",
I.2. der Begriff der wirtschaftlichen Entwicklungen,
I.3. der Begriff der zeitlichen Begrenzung,
I.4. Zielstellung.
II. Ausgewählte äußerliche Einflüsse auf die Wirtschaft Ostpommerns
II.1. Die Zugehörigkeit Ostpommerns zu polnischenVerwaltungseinheiten,
II.2. Die Wirtschaftssysteme der Nachkriegszeit in Polen und ihr Einfluß auf die Wirtschaft Ostpommerns,
III. Ostpommern in den ersten Nachkriegsjahren (1945-1949)
III.1. Die Bestandaufnahme,
III.2. Die Verhinderung weiterer Verluste,
III.3. Die Wiederaufnahme des Wirtschaftslebens.
IV. Entwicklungsprobleme der Landwirtschaft Ostpommerns
IV.1. Probleme der Neubesiedlung in den Landgemeinden,
IV.2. Die Neuordnung der Landwirtschaft,
IV.3. Der Übergang zur Marktwirtschaft und seine Konsequenzen für die Landwirtschaft.
V. Die Forstwirtschaft
VI. Die Fischerei.
VI.1. Die Binnenfischerei,
VI.2. Die Küstenfischerei,
VI.3. Die Hochseefischerei.
VII. Der Industrialisierungsprozeß in Ostpommern (1950-1975)
VII.1. Einführung,
VII.2. Die Methoden des Industrialisierungsprozesses,
VII.3. Die Lebensmittelindustrie,
VII.4. Die anderen Industriezweige,
VII.5. Die Industrie Ostpommerns nach 1975.
VIII. Das Handwerk
IX. Das Bauwesen
X. Veränderungen im Verkehrswesen Ostpommerns
X.1. Die Richtungsveränderungen der Hauptwirtschaftswege,
X.2. Wesentliche Veränderungen in den Hauptverkehrszweigen,
XI. Probleme der städtischen Entwicklung Ostpommerns
XII. Zusammenfassung
XII.1. Die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung Ostpommerns unter den verschiedensten Wirtschaftssystemen der Nachkriegszeit,
XII.2. Perspektiven der zukünftigen, wirtschaftlichen, Entwicklung Ostpommerns.
XIII. Beilagen:
A. Aufstellung der im Text angeführten Ausdrücke und Abkürzungen in polnischer Sprache,
B. Aufstellung der im Text zitierten Literatur,
C. Aufstellung der angeführten Ortsnamen in Deutsch und Polnisch,
D. Tabellen, Karten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des östlichen Hinterpommerns (Ostpommern) in der Zeit nach 1945. Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen unter den verschiedenen politischen Wirtschaftssystemen – von der Zwangswirtschaft über die Planwirtschaft bis hin zur freien Marktwirtschaft – darzustellen und die Hintergründe für die spezifische wirtschaftliche Ausprägung der Region zu erläutern.
- Analyse der administrativen Neugliederung und deren Einfluss auf die regionale Wirtschaft.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Transformation nach dem Zweiten Weltkrieg unter sowjetischer und polnischer Verwaltung.
- Bewertung der Entwicklung in den Schlüsselsektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Industrie und Bauwesen.
- Dokumentation der demografischen Veränderungen und deren Auswirkung auf die regionale Arbeitskraftstruktur.
- Einschätzung der künftigen Entwicklungsperspektiven für Ostpommern im europäischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
III.1. Die Bestandsaufnahme
Während der dreimonatigen Kämpfe um Ostpommern und in der direkt nachfolgenden Zeit entstanden in Ostpommern im Bereichseines wirtschaftlichen Potentials Verluste materieller Güter. Die Gründe dafür waren objektiver und subjektiver Art.
Aus objektiven Gründen: kam es aufgrund von Wettereinwirkungen auf nicht entsprechend geschützte Bauwerke zu Zerstörungssymptomen, verrosteten, ungenügend konservierte Maschinen und Anlagen, wurden durch kriegsbedingte Rohrbrüche usw. weitere Schäden verursacht.
Der Großteil von Verlusten an Gütern nach Beendigung der direkten Kriegshandlungen ist jedoch auf subjektive Gründe zurückzuführen: so brachen fast pausenlos unkontrolierte Brände in Orten und Wäldern aus, die entweder vorsätzlich gelegt wurden oder fahrlässig entstanden; in vielen Fällen wurden Güter, insbesondere Hausrat, mutwillig vernichtet; bei Plünderungen, wie es nach Frontabzug überall vorkommt, besonders unter Alkoholeinfluß, wurde oftmals von Waffen (z.B.Handgranaten) Gebrauch gemacht, was zu böswilligen Zerstörungen führte. Einwohner, der direkt an Pommern grenzenden polnischen Gebiete, kamen scharenweise, um herrenloses Gut (insbesondere Vieh, Landmaschinen und Hausrat) an sich zu nehmen und in ihre Heimatorte zu bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Definition der räumlichen, zeitlichen und inhaltlichen Parameter der Untersuchung sowie Erläuterung der Zielsetzung.
II. Ausgewählte äußerliche Einflüsse auf die Wirtschaft Ostpommerns: Analyse der administrativen Zugehörigkeit zu verschiedenen polnischen Verwaltungseinheiten und der angewandten Wirtschaftssysteme.
III. Ostpommern in den ersten Nachkriegsjahren (1945-1949): Beschreibung der schwierigen Bestandsaufnahme und der ersten Bemühungen zur Wiederaufnahme des Wirtschaftslebens unter schwierigen Bedingungen.
IV. Entwicklungsprobleme der Landwirtschaft Ostpommerns: Darstellung der Neubesiedlung, der Bodenreform und der Transformation der Landwirtschaft hin zur Marktwirtschaft.
V. Die Forstwirtschaft: Untersuchung der Verwaltung und rationellen Bewirtschaftung der Waldressourcen.
VI. Die Fischerei: Bewertung der Bedeutung der Binnen-, Küsten- und Hochseefischerei sowie deren Wandel.
VII. Der Industrialisierungsprozeß in Ostpommern (1950-1975): Detaillierte Analyse des Aufbaus neuer Industriezweige und der Entwicklung unter zentralen Vorgaben.
VIII. Das Handwerk: Überblick über die Rolle des privaten Handwerks in der ostpommerschen Wirtschaft.
IX. Das Bauwesen: Analyse der Entwicklung der Baukapazitäten und der Wohnraumbeschaffung im Kontext regionaler Selbstversorgung.
X. Veränderungen im Verkehrswesen Ostpommerns: Untersuchung der veränderten Hauptwirtschaftswege und der technischen Infrastruktur.
XI. Probleme der städtischen Entwicklung Ostpommerns: Beschreibung des Bevölkerungswachstums und der infrastrukturellen Herausforderungen in den Städten.
XII. Zusammenfassung: Synthese der wirtschaftlichen Entwicklung und Ausblick auf künftige Perspektiven der Region.
Schlüsselwörter
Ostpommern, Wirtschaftsgeschichte, Hinterpommern, Planwirtschaft, Zwangswirtschaft, Landwirtschaft, Industrialisierung, Strukturwandel, Nachkriegszeit, Verwaltungsreform, Infrastruktur, Fischerei, Forstwirtschaft, Transformation, Marktwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Abhandlung befasst sich mit der Wirtschaftsgeschichte des östlichen Hinterpommerns (Ostpommern) für den Zeitraum von 1945 bis in die 1990er Jahre, wobei insbesondere die Transformation unter wechselnden politischen Systemen im Fokus steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Land- und Forstwirtschaft, das Fischereiwesen, die industrielle Entwicklung (insbesondere ab 1950), das Bauwesen sowie die infrastrukturelle Anbindung der Region an das polnische Staatsgebiet.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung Ostpommerns nach 1945 darzustellen und zu erklären, warum die Region spezifische Entwicklungswege einschlug, um eine Informationslücke in der Fachliteratur zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse statistischer Daten, publizistischer Werke und interner Verwaltungsbelege, um die ökonomischen Fakten mit den politisch-historischen Hintergründen zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die systembedingten Herausforderungen nach dem Krieg (Zwangswirtschaft), die Phase der planwirtschaftlichen Industrialisierung (1950-1975) sowie den radikalen Übergang zur Marktwirtschaft ab 1990.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transformation, administrative Neugliederung, Staatsgüter, Mechanisierung, Industrieförderung und struktureller Wandel geprägt.
Warum wurde "Ostpommern" als Arbeitsbegriff gewählt?
Da der Begriff "Hinterpommern" historisch auch Stettin und seinen Einzugsbereich umfasst, wurde "Ostpommern" als Arbeitsbegriff für das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Köslin gewählt, um die spezifische periphere Wirtschaftsstruktur deutlicher hervorzuheben.
Welche Auswirkungen hatte die politische Wende 1956 auf die Region?
Die Wende 1956 brachte einen Verzicht auf radikale Kollektivierung in der Landwirtschaft, führte zur Auflösung zahlreicher Produktionsgenossenschaften und ermöglichte eine pragmatischere Wirtschaftspolitik, die den Einzelbauern gewisse Erleichterungen verschaffte.
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- Wincenty Raczkowski, Dr. (Author), 2002, Das östliche Hinterpommern und seine wirtschaftliche Entwicklung nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19174