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David Humes Antwort auf das Hobbessche Ordnungsproblem

Titel: David Humes Antwort auf das Hobbessche Ordnungsproblem

Seminararbeit , 2012 , 11 Seiten

Autor:in: Dustin Lochead (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sowohl Thomas Hobbes als auch David Hume befassten sich mit der Entstehungs- sowie Legitimationsmöglichkeit sozialer Ordnung. Anders als Hobbes, Rousseau oder Locke spielte Hume jedoch lange Zeit eine untergeordnete Rolle in der politischen Philosophie. Die unzureichende Aufmerksamkeit lässt sich vermutlich darauf zurückführen, dass das politische Gedankengut des schottischen Philosophen nicht in einem einzigen Werk zu finden ist, sondern über zahlreiche Essays sowie dem dritten Band seines Hauptwerks namens „Ein Traktat über die menschliche Natur“ verteilt ist. Aufgrund dessen ist es weitaus schwieriger, den Argumentationsgang von Humes politischer Philosophie nachzuvollziehen als bei Hobbes, dessen Hauptgedanken im „Leviathan“ verewigt sind. Außerdem scheinen Humes Überlegungen auf dem ersten Blick lediglich eine Zusammensetzung aus Elementen der schottischen Moralphilosophie und dem Hobbesschen Menschenbild zu sein, die kaum neue Erkenntnisse präsentiert. Bei genauerem Hinsehen, erweist sich diese Auffassung jedoch als Trugschluss, da Humes Schriften grundlegende Aspekte des Keynesianismus, der Parteiensoziologie sowie der Spieltheorie vorwegnehmen und seine Theorie über die Entstehung gesellschaftlicher Ordnung eine Antwort auf das Hobbesche Ordnungsproblem bereithält. Diese Antwort soll im Rahmen der vorliegenden Seminararbeit herausgearbeit werden. Hierzu wird zunächst erörtert, worum es sich bei dem Hobbesschen Ordnungsproblem handelt und wie dieses zustande kommt. Der dritte Gliederungspunkt widmet sich Humes Überlegungen bezüglich des Ordnungsproblems. Ein abschließende Betrachtung bildet den Schluss der Seminararbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Hobbessche Ordnungsproblem

2.1 Der Naturzustand

2.2 Überwindung des Naturzustands per Gesellschaftsvertrag

3. Humes Antwort auf das Ordnungsproblem

4. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert und vergleicht die Ansätze von Thomas Hobbes und David Hume zur Entstehung und Legitimation sozialer Ordnung, wobei ein besonderer Fokus auf Humes alternative, empirisch begründete Antwort auf das sogenannte Hobbessche Ordnungsproblem gelegt wird.

  • Das Hobbessche Ordnungsproblem und der Naturzustand
  • Die spieltheoretische Analyse des menschlichen Verhaltens (Gefangenendilemma vs. Assurance-Game)
  • Die Rolle der Sympathie und Kooperation bei Hume
  • Die Notwendigkeit und Funktion von staatlicher Zwangsgewalt
  • Vergleich der Menschenbilder von Hobbes und Hume

Auszug aus dem Buch

3. Humes Antwort auf das Ordnungsproblem

Im Unterschied zu Hobbes, konstruiert Hume sein Menschenbild sowie seinen Naturzustand nicht im Rahmen eines Gedankenexperiments, sondern auf Basis empirischer Befunde. Im dritten Band seines „Trakts über die menschliche Natur“ äußert sich der Schotte folgendermaßen über das menschliche Lebewesen: „Unter allen Tieren, die den Erdball bevölkern, gibt es keines, gegen das die Natur auf den erstens Blick grausam verfahren zu scheint; nur gegen den Menschen. Wie zahllos sind die Bedürfnisse und notwendigen Ansprüche, mit denen sie ihn belastet, und wie gering die Mittel, die sie ihm zur Befriedigung derselben gewährt hat.“ Hiermit weist Hume auf einen Sachverhalt hin, der in der Anthropologie unter den Begriffen „Weltoffenheit“ und „Mängelwesen“ diskutiert wurde. Dabei geht es um die Erkenntnis, dass der Mensch sich durch das Fehlen eines natürlichen Lebensraums vom Tier unterscheidet. Denn der Mensch kann sich zwar nahezu an alle Lebensbedingungen anpassen, verfügt jedoch keine angeborene Spezialisierung für einen bestimmten Lebensraum. Aufgrund mangelnder körperlicher Spezialisierung benötigt der Mensch Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine Schusswaffe, um ein Reh für sein Mittagessen zu erlegen, wohingegen die Natur beispielsweise den Tiger mit scharfem Gebiss und Klauen ausreichend für die Jagd ausgestattet hat. Wegen fehlender natürlicher Ausstattung muss der Mensch seine Umwelt mittels wechselseitiger Kooperation sowie Arbeitsteilung bearbeiten, um seine zahlreichen Bedürfnisse befriedigen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Relevanz eines Vergleichs zwischen Hobbes und Hume hinsichtlich der Entstehung sozialer Ordnung.

2. Das Hobbessche Ordnungsproblem: Dieses Kapitel erläutert den fiktiven Naturzustand bei Hobbes als einen kriegerischen Zustand, der die Notwendigkeit eines Gesellschaftsvertrags zur Errichtung einer staatlichen Zwangsgewalt begründet.

2.1 Der Naturzustand: Hier wird der Naturzustand als rechtsfreier Raum beschrieben, der durch Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht in einen Krieg eines jeden gegen jeden mündet.

2.2 Überwindung des Naturzustands per Gesellschaftsvertrag: Dieses Unterkapitel beschreibt die Vertragstheorie von Hobbes, in der durch einen Konstitutions- und Institutionsvertrag ein Souverän als Zwangsgewalt eingesetzt wird.

3. Humes Antwort auf das Ordnungsproblem: Dieses Kapitel präsentiert Humes empirisch fundierten Ansatz, bei dem Kooperation und Sympathie ohne einen anfänglichen Zwangsvorgang zur Entstehung von Ordnung führen.

4. Abschließende Betrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst die wesentlichen Unterschiede zwischen Hobbes und Hume zusammen und würdigt Humes Realismus hinsichtlich menschlicher Interaktion.

Schlüsselwörter

Hobbessches Ordnungsproblem, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, David Hume, Thomas Hobbes, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Assurance-Game, Sympathie, Kooperation, staatliche Zwangsgewalt, Mängelwesen, Selbsterhaltungstrieb, Eigentumsordnung, soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen philosophischen Erklärungsmodelle von Hobbes und Hume für die Entstehung von stabiler sozialer Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Naturzustand, der Spieltheorie (Gefangenendilemma vs. Assurance-Game), der Rolle der Sympathie sowie der Funktion von staatlichen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Humes Theorie eine plausiblere und realistischere Antwort auf das Ordnungsproblem bietet als der rein theoretische Konstruktansatz von Hobbes.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende politische Philosophie und bezieht dabei spieltheoretische Modelle zur Analyse menschlichen Verhaltens im Naturzustand ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert erst Hobbes’ Gedankenexperiment des Naturzustands und kontrastiert dieses dann mit Humes empirischem Menschenbild und seiner konventionsbasierten Ordnungstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Sympathie, Kooperation, Nash-Gleichgewicht, sowie die Unterscheidung zwischen Gefangenendilemma und Assurance-Game.

Warum hält Hume keine staatliche Zwangsgewalt im ersten Schritt für nötig?

Hume geht davon aus, dass Menschen aufgrund ihrer Sympathiefähigkeit und der erfahrenen Vorteile kooperativen Verhaltens im Familienkontext bereits grundlegende Konventionen entwickeln können, die Ordnung ohne anfängliche staatliche Gewalt ermöglichen.

Wie löst Hume das Trittbrettfahrer-Problem?

Hume erkennt an, dass bei großen Menschenmengen Anreize zur Missachtung von Regeln bestehen; daher schlägt er eine staatliche Sanktionsgewalt vor, um kooperatives Verhalten in großen Gruppen abzusichern.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
David Humes Antwort auf das Hobbessche Ordnungsproblem
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Interdisziplinäres Seminar
Autor
Dustin Lochead (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V191894
ISBN (eBook)
9783656166917
ISBN (Buch)
9783656166856
Sprache
Deutsch
Schlagworte
david humes antwort hobbessche ordnungsproblem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dustin Lochead (Autor:in), 2012, David Humes Antwort auf das Hobbessche Ordnungsproblem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191894
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Leseprobe aus  11  Seiten
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