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Die Grundrechte nach den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949

Vergleich und Bewertung

Titel: Die Grundrechte nach den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949

Seminararbeit , 2012 , 39 Seiten , Note: 14 Punkte

Autor:in: Lara Conrads (Autor:in)

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit hat die Grundrechte in den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949 zum Gegenstand.
Die Vorstellung von Grundrechten, als Garanten individueller Freiheit reichen in der abendländischen Ideengeschichte bis hin in die antike Philosophie und zu den frühchristlichen Vorstellungen über gottgegebenes Recht zurück. Man versteht heute unter den Grundrechten wesentliche Rechte, die Mitgliedern der Gesellschaft gegenüber Staaten als beständig, dauerhaft und einklagbar garantiert werden . In Deutschland sind das konkret die im Grundrechtsteil des Grundgesetzes verankerten Freiheits- und Gleichheitsrechte (Art. 1-19 GG). Grundrechte, die allen Menschen unterschiedslos zukommen, werden Menschenrechte (etwa Art. 1 GG), die nur den Deutschen vorbehaltenen Grundrechte, Bürger- oder Deutschenrechte (etwa Art. 8 GG) genannt. Seit jeher hing die Durchsetzbarkeit von Grundrechten von ihrer Verbürgung und Absicherung durch Verfahrensgarantien ab, da die individuellen Grundrechte der staatlichen Gewalt gegenüber stehen und daher wirksam vor ihr geschützt werden müssen. Der Gegensatz zwischen den Rechten des Individuums auf der einen und der sie bedrohenden Hoheitsmacht auf der anderen Seite macht somit das Wesen der Grundrechte aus und begründet zugleich die unbedingte Notwendigkeit ihrer Garantie innerhalb eines Rechtstaates . Dies zeigt sich schon daran, dass in der Geschichte Grundrechte oft aus einer Situation politischer Schwäche heraus zugestanden und in einer Phase der Stärke wieder zurückgedrängt wurden. Die Grundidee des Gegensatzes von Individuum und Staat entstammt dem naturrechtlich geprägten Denken des 18. Jahrhunderts, welches wesentlich zur Fortentwicklung der Grundrechte in Amerika und Europa beigetragen hat.

Die heutige Verbindung von Grundrechten und Verfassung, die dem grundrechtlichen Schutz der Bürger dient, kam in Deutschland erst durch eine allmähliche und von Unterbrechungen durchzogene Entwicklung zu Stande, deren Darstellung Inhalt der vorliegenden Seminararbeit ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Paulskirchenverfassung von 1849

1. Geschichtlicher Hintergrund und Entstehungsgeschichte

2. Grundrechte

3. Vergleich, Bewertung und Wirkungsgeschichte

III. Die deutsche Reichsverfassung von 1871

1. Geschichtlicher Hintergrund und Entstehungsgeschichte

2. Grundrechte

3. Vergleich, Bewertung und Wirkungsgeschichte

IV. Die Weimarer Verfassung vom 11. August 1919

1. Geschichtlicher Hintergrund und Entstehungsgeschichte

2. Grundrechte

3. Vergleich, Bewertung und Wirkungsgeschichte

V. Die Verfassung der DDR von 1949

1. Entstehungsgeschichte

2. Die Grundrechte

3. Bewertung und Vergleich

VI. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949

1. Entstehungsgeschichte

2. Grundrechte - Darstellung, Vergleich und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die historische Entwicklung und Ausgestaltung von Grundrechten in den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949. Ziel ist es, die Kontinuität und Brüche im Grundrechtsschutz aufzuzeigen und zu bewerten, wie diese verschiedenen Verfassungsmodelle das heutige Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich geprägt haben.

  • Historische Herleitung der Grundrechte in Deutschland
  • Vergleichende Analyse der Grundrechtskataloge und deren Durchsetzbarkeit
  • Bedeutung der Gewaltenteilung und Verfassungsgerichtsbarkeit
  • Einfluss sozialer Grundrechte und staatlicher Bindungswirkung
  • Bewertung der Stabilität und Weitsicht des Grundgesetzes von 1949

Auszug aus dem Buch

3. Vergleich, Bewertung und Wirkungsgeschichte

Der Grundrechtsteil der Paulskirchenverfassung galt nur von Dezember 1848 bis August 1851. Im Übrigen scheiterte die Arbeit der deutschen Nationalversammlung. Dies geschah vorrangig aufgrund der Ablehnung der Kaiserwürde durch Wilhelm IV. Nachdem der Deutsche Bund reaktiviert worden war, wurde der Grundrechtsteil der Frankfurter Reichsverfassung mit Bundesbeschluss am 23. August 1851 wieder aufgehoben.

Trotz dieses sehr begrenzten Geltungszeitraums ist die Bedeutung des Grundrechtskatalogs von 1848 für die weitere verfassungsgeschichtliche Entwicklung in Deutschland immens. Die weitreichenden verfassungsrechtlichen Neuerungen, ermöglichten den Anschluss an den Grundrechtsstandard der westlichen Welt und standen in der Tradition des demokratischen Verfassungsgedankens. Sie lassen bereits deutlich die Entwicklung vom monarchischen Prinzip (mit Hoheitsgewalt des Fürsten und bloßer Mitwirkung der Ständeversammlungen/Landtage) hin zur Demokratie erkennen, auch wenn diese mit dem Scheitern der Paulskirchenverfassung wieder unterbrochen worden ist.

Dem Umstand, dass zum ersten Mal in der deutschen Verfassungsgeschichte Grundrechte Gesetzeskraft erlangten und der Versuch gemacht wurde diese als unmittelbar geltendes Recht festzuschreiben (vgl. §130) ist in besonderem Maße Rechnung zu tragen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einführung definiert die zentralen Begriffe Verfassung sowie Grundrechte und erläutert die Bedeutung ihres wechselseitigen Verhältnisses für den Rechtsschutz im Laufe der deutschen Geschichte.

II. Die Paulskirchenverfassung von 1849: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der ersten gesamtdeutschen Verfassung im Kontext der Märzrevolution und analysiert den revolutionären, aber letztlich gescheiterten Grundrechtskatalog.

III. Die deutsche Reichsverfassung von 1871: Hier wird dargelegt, warum die Bismarcksche Reichsverfassung bewusst auf einen Grundrechtskatalog verzichtete und primär als ein Organisationsstatut konzipiert war.

IV. Die Weimarer Verfassung vom 11. August 1919: Dieses Kapitel beleuchtet die Einführung umfangreicher, auch sozialer Grundrechte, thematisiert jedoch deren mangelnde Durchsetzbarkeit in der Praxis.

V. Die Verfassung der DDR von 1949: Die Arbeit analysiert hier die Diskrepanz zwischen dem liberalen Schein des Verfassungstextes und der autoritären Realität unter der SED-Herrschaft.

VI. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949: Abschließend wird gezeigt, wie das Grundgesetz als Reaktion auf die Mängel früherer Verfassungen einen effektiven, einklagbaren Grundrechtsschutz und eine wirksame staatliche Bindung etablierte.

Schlüsselwörter

Grundrechte, Verfassung, Paulskirchenverfassung, Weimarer Reichsverfassung, Grundgesetz, Rechtsstaat, Grundrechtsschutz, Menschenwürde, Parlamentarischer Rat, Verfassungsgerichtsbarkeit, Gewaltenteilung, Freiheitsrechte, soziale Grundrechte, Rechtssicherheit, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Vergleich von Grundrechten in den vier maßgeblichen deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte der jeweiligen Verfassungen, die Ausgestaltung ihrer Grundrechtskataloge sowie deren Wirkung und Durchsetzbarkeit im jeweiligen historischen Kontext.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Erfahrungen in die Gestaltung des heutigen Grundgesetzes eingeflossen sind und warum dieses als besonders effektives Instrument zum Schutz des Einzelnen gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine verfassungsgeschichtliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur und verfassungsrechtliche Quellen vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch nach den vier Verfassungsepochen und analysiert für jede Phase die historische Situation, die Grundrechtsbestimmungen sowie deren Bewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Grundrechte, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Demokratie und der Wandel vom Programmsatz zum unmittelbar geltenden Recht.

Warum wird die Weimarer Verfassung trotz ihres Scheiterns als wichtig bewertet?

Sie gilt als Vorbild für moderne Grundrechtsstrukturen, insbesondere durch die Einführung sozialer Rechte, auch wenn ihr der entscheidende Schutz durch eine unabhängige Justiz fehlte.

Welche Rolle spielt die Verfassungsbeschwerde im heutigen Rechtssystem?

Sie ist das zentrale Instrument für den Bürger, um seine Grundrechte gegenüber staatlicher Gewalt aktiv einzuklagen und festigt damit die Stellung des Bundesverfassungsgerichts als Hüter der Grundrechte.

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Details

Titel
Die Grundrechte nach den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949
Untertitel
Vergleich und Bewertung
Hochschule
Universität Potsdam
Note
14 Punkte
Autor
Lara Conrads (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
39
Katalognummer
V191961
ISBN (eBook)
9783656167921
ISBN (Buch)
9783656168539
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundrechte Verfassungen Geschichte Weimarer Republik Paulskirchenverfassung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lara Conrads (Autor:in), 2012, Die Grundrechte nach den deutschen Verfassungen von 1849, 1871, 1919 und 1949 , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191961
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Leseprobe aus  39  Seiten
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