Nach der Abdankung der beiden Augusti Diocletian und Maximianus im Jahre 305 rückten die Caesares Constantius und Galerius nach. Zu jener Zeit zogen Konstantin und sein Vater zusammen gegen die Picten und Scoten an der Grenze zum heutigen Schottland in den Krieg. Constantius verstarb am 25. Juli 306 in York, woraufhin sein Sohn von den Truppen widerrechtlich zum Augustus ausgerufen wurde. Diocletians Tetrarchie zerbrach, da nicht nur Konstantin die Macht für sich alleine beanspruchte. Mehrere Bürgerkriege waren die Folge, die Konstantin im Westen und Licinius im Osten 312/13 für sich entschieden. Zwölf Jahre später errang Konstantin die Alleinherrschaft, obwohl es ihm aufgrund seiner Usurpation und der niedrigen Herkunft seiner Mutter Helena an Legitimation mangelte. Umso bedeutender war es für ihn, seine errungene Macht in der Folgezeit zu stabilisieren. Die Weiterführung von Diokletians neu geschaffenen Strukturen und Änderungen innerhalb des Reiches war eine der wichtigsten Maßnahmen, die er ergriff. Zu dieser zählte auch die Ausbildung des Kaiserhofs, die sich durch eine Ausdifferenzierung und Hierarchisierung der Ämter und durch die Schaffung eines prunkvollen Hofzeremoniells auszeichnete. Inwieweit diese Faktoren tatsächlich Konstantin und anderen spätantiken Herrschern als Mittel und Ausdruck der Machtstabilisierung und Herrschaftslegitimation dienten, soll Thema dieser Hausarbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Beamtenschaft am Kaiserhof
- Die Struktur der Ämter
- Das innere und äußere Personal des Hofes
- Die Amtsträger der Reichsverwaltung
- Das Hofzeremoniell
- Andere machtstabilisierende Elemente am Hof und außerhalb
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Machtstabilisierung spätantiker Herrscher am Kaiserhof. Insbesondere untersucht sie, inwieweit die Ausdifferenzierung und Hierarchisierung der Ämter und die Schaffung eines prunkvollen Hofzeremoniells als Mittel und Ausdruck der Machtstabilisierung und Herrschaftslegitimation dienten.
- Die Struktur der Ämter und die Hierarchisierung der Hofbeamtenschaft
- Das Hofzeremoniell und seine Bedeutung für die Herrschaftslegitimation
- Die Rolle des inneren und äußeren Hofpersonals bei der Machtstabilisierung
- Andere Faktoren, die zur Machtstabilisierung beitrugen
- Die Bedeutung der Forschung von Karl Leo Noethlichs, Helga Scholten und Andreas Gutsfeld sowie des Handbuchs von Manfred Clauss
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die historische Situation nach der Abdankung von Diocletian und Maximianus dar, die zur Usurpation von Konstantin führte. Sie betont die Bedeutung der Machtstabilisierung für Konstantin angesichts seiner niedrigen Herkunft und fehlenden Legitimation. Kapitel II untersucht die Struktur der Ämter am Kaiserhof und die Entwicklung eines stark hierarchisierten Systems der Hofbeamtenschaft. Besondere Aufmerksamkeit wird der Bedeutung des Titels comes und der Rolle des inneren und äußeren Hofpersonals gewidmet.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Machtstabilisierung, spätantiker Kaiserhof, Hofbeamtenschaft, Hofzeremoniell, Herrschaftslegitimation, Konstantin der Große, Diokletian, Tetrarchie, comes, cubiculum, silentiarii, praepositi sacri cubiculi.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Konstantin der Große?
Konstantin der Große war ein römischer Kaiser, der nach dem Zerfall der Tetrarchie die Alleinherrschaft errang und maßgeblich zur Stabilisierung des spätantiken Kaiserhofs beitrug.
Welche Rolle spielte das Hofzeremoniell für die Machtstabilisierung?
Das prunkvolle Hofzeremoniell diente dazu, die kaiserliche Erhabenheit zu inszenieren und die Herrschaft trotz mangelnder ursprünglicher Legitimation sakral und politisch zu festigen.
Wie war die Beamtenschaft am Kaiserhof unter Konstantin strukturiert?
Die Beamtenschaft war durch eine starke Hierarchisierung und Ausdifferenzierung der Ämter geprägt, wobei Titel wie 'comes' eine zentrale Rolle in der Gunst des Kaisers spielten.
Was versteht man unter dem Begriff der Tetrarchie?
Die Tetrarchie war das von Diokletian geschaffene Vier-Kaiser-System, dessen Zusammenbruch nach 305 n. Chr. den Weg für Konstantins Aufstieg ebnete.
Warum war die Herrschaftslegitimation für Konstantin so wichtig?
Aufgrund seiner Usurpation (widerrechtliche Machtergreifung) und der niedrigen Herkunft seiner Mutter Helena musste Konstantin seine Macht durch administrative Reformen und Repräsentation absichern.
- Quote paper
- Elisabeth Yorck (Author), 2009, Konstantin der Große - Konstantins Maßnahmen zur Machtstabilisierung am Kaiserhof, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191974