Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: German Foreign Policy

Genitale Verstümmelung von Frauen in Afrika - eine Herausforderung für die Entwicklungspolitik

Title: Genitale Verstümmelung von Frauen in Afrika - eine Herausforderung für die Entwicklungspolitik

Intermediate Examination Paper , 2003 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dagny Speeck (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Weltweit sind ca. 150 Millionen Frauen und Mädchen von der Beschneidung ihrer Genitalien betroffen, jährlich kommen weitere 2 Millionen, das heißt täglich ca. 6000, dazu. Ich möchte niemanden anklagen, sondern die Fakten aufzeigen und über die Schrecken und Gefahren einer Praktik berichten, die schon Tausende von Jahren alt ist. Weiterhin soll die Arbeit dazu anregen und ermutigen, alte Traditionen zu überdenken und im Licht des heutigen Zeitalters, des Zeitalters der Menschenrechte, zu betrachten.
Die Frage, ob es sich bei der genitalen Verstümmelung von Frauen in Afrika um eine Menschenrechtsverletzung handelt, und wenn ja, wie die heutige Entwicklungspolitik diesem entgegenwirken kann, möchte ich im folgenden bearbeiten.
Anfangs möchte ich dem Leser ein Basiswissen und ein Verständnis für andere Kulturen und die damit verbundene Problematik vermitteln.
Auch im Kontext der Diskussion um die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte nimmt das Thema Genitalverstümmelung einen zunehmend wichtigen Platz ein. Die Konflikte, die hiermit verbunden sind, werde ich, soweit es mir möglich ist, probieren aufzuzeigen.
Abschließend beschäftige ich mich mit der Entwicklungspolitik und deren Grundgedanken hinsichtlich der Genitalverstümmelung, Gegenmaßnahmen und Erfolgen, sowie mit den Problemen, die sich ergeben.
Das Buch „Das Recht auf Weiblichkeit. Hoffnung im Kampf gegen die Genitalverstümmelung.“ von Conny Hermann war mir bei meiner Arbeit von besonderer Hilfe, aber auch eine Reihe von Unterlagen aus dem Internet boten mir qualitativ hochwertige Informationen zu diesem Thema. In den von mir verwendeten Quellen habe ich zum größten Teil übereinstimmende Angaben gefunden. Der vorgegebene Umfang der Arbeit war leider zu gering, um ausführlicher auf Einzelschicksale und verschiedene Hilfsorganisationen einzugehen.
Ich empfand es als relevant über dieses Thema zu schreiben, da eine Vielzahl der Menschen in den Industrienationen noch nie etwas von dieser folgenschweren Praktik gehört haben.
Da die weibliche Genitalverstümmelung vor allem in 28 afrikanischen Ländern praktiziert wird, stützt sich mein Bericht auf diesen Kontinent.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Geschichte der weiblichen Beschneidung

3. Genitale Verstümmelung der Frauen in Afrika heute

3.1 Geografische Verteilung

3.2 Formen der Beschneidung

3.3 Durchführung der Beschneidung

3.4 Folgen und Komplikationen der Beschneidung

3.5 Tradition und kulturelle Verwurzelung

3.6 Die Beschneidung und das Gesetz

3.7 Fazit

4. Beschneidung - eine Verletzung der Menschenrechte?

4.1 Menschenrechtsdefinition

4.2 Missachtungen der Menschenrechte durch die Beschneidung

4.3 Konsequenzen der europäischen Länder

4.4 Exkurs: Eine afrikanische Frau nimmt Stellung

4.5 Fazit

5. Die Entwicklungspolitik

5.1 Gegenmaßnahmen und deren Problematik

5.1.1 Aufklärungsarbeit

5.1.2 Medizinische Versorgung und Aufklärung

5.1.3 Mädchenschutzhäuser

5.1.4 Schaffung von alternativen Arbeitsplätzen für die ‚Beschneiderinnen’

5.1.5 Förderung von alternativen Festen und Riten

5.2. Erfolge der Entwicklungspolitik und deren Aussichten

6. Von Frau zu Frau – Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Praxis der genitalen Verstümmelung von Frauen in Afrika, untersucht deren Einordnung als Menschenrechtsverletzung und beleuchtet Ansätze der Entwicklungspolitik zur Überwindung dieses Rituals unter Berücksichtigung kultureller und gesundheitlicher Aspekte.

  • Historischer Hintergrund und Verbreitung der weiblichen Beschneidung
  • Körperliche, seelische und soziale Folgen für betroffene Frauen
  • Rechtliche Bewertung und Menschenrechtsaspekte
  • Methoden und Ansätze der internationalen Entwicklungsarbeit
  • Rolle von Aufklärung und alternativen soziokulturellen Modellen

Auszug aus dem Buch

3.4 Folgen und Komplikationen der Beschneidung

Die genitale Verstümmelung verursacht körperliche, seelische und sexuelle Schäden, die unmittelbar oder später auftreten können, meist bleiben sie ein Leben lang bestehen und können sogar im Nachhinein noch zum Tod führen.

Unmittelbare Folgen wären unter anderem der sofortige Schock aufgrund des hohen Blutverlustes, Blutvergiftungen, Tetanus, Infizierung mit Kinderlähmung, Hepatitis und HIV.

Langfristige Folgen begleiten die Frauen meist ihr Leben lang tagtäglich, die Probleme beginnen bei der Harnentleerung, die bis zu einer halben Stunde dauern kann, gehen über Eileiter- und Gebärmutterentzündungen, Sterilität bis hin zu unsagbar schmerzhaften, komplikationsreichen und sogar lebensgefährlichen Geburten. Bei der monatlichen Regelblutung kann das Blut durch die meist winzige Öffnung nicht richtig abfließen, ein Rückstau entsteht, Entzündungen und starke Schmerzen im Unterleib sind die Folgen; die Regelblutung dauert bis zu 14 Tagen. Inkontinenz, eine weitere häufige Folge der Genitalverstümmelung, führt zur Ausstoßung der betroffenen Frauen aus der Gesellschaft. Viele dieser Krankheiten binden die Frauen an das Haus und machen es ihr unmöglich, einer regelmäßigen Arbeit oder dem Schulbesuch nachzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der genitalen Verstümmelung von Frauen ein, verdeutlicht deren Relevanz als Menschenrechtsproblem und legt den Fokus auf den afrikanischen Kontinent.

2. Einführung in die Geschichte der weiblichen Beschneidung: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Ursprünge des Rituals sowie dessen Entwicklung und Verbreitung über verschiedene Kulturen und Epochen hinweg.

3. Genitale Verstümmelung der Frauen in Afrika heute: Hier werden die aktuelle geografische Verbreitung, die unterschiedlichen Formen des Eingriffs, die Durchführung und die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen detailliert analysiert.

4. Beschneidung - eine Verletzung der Menschenrechte?: Das Kapitel untersucht die Praxis im Kontext internationaler Menschenrechtskonventionen und diskutiert die schwierige Abgrenzung zwischen kultureller Tradition und fundamentaler Rechtsverletzung.

5. Die Entwicklungspolitik: Hier werden konkrete Gegenmaßnahmen vorgestellt, darunter Aufklärungsarbeit, medizinische Hilfe, Mädchenschutzhäuser und die Schaffung ökonomischer Alternativen für Beschneiderinnen.

6. Von Frau zu Frau – Ein Fazit: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Reflexion der Autorin über die Notwendigkeit von Feingefühl, Aufklärung und Bildung zur langfristigen Abschaffung der Praxis.

Schlüsselwörter

Genitale Verstümmelung, Weibliche Beschneidung, Menschenrechte, Afrika, Entwicklungspolitik, Tradition, Frauengesundheit, Aufklärungsarbeit, Menschenrechtsverletzung, Infibulation, Klitoridektomie, Soziokultureller Wandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die weit verbreitete Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in afrikanischen Ländern, deren Ursachen und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Betroffenen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der historische Kontext, die medizinischen Folgen, die menschenrechtliche Bewertung sowie die verschiedenen Strategien der Entwicklungszusammenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass es sich um eine gravierende Menschenrechtsverletzung handelt, die durch einfühlsame Aufklärungsarbeit und kulturelle Alternativen bekämpft werden muss, statt durch bloße Verbote.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Berichte, Menschenrechtsdokumente und Erfahrungen aus Hilfsprojekten integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der heutigen Praxis (Formen und Folgen), die rechtliche Analyse im Lichte der Menschenrechte sowie die kritische Diskussion entwicklungspolitischer Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Menschenrechte, Genitalverstümmelung, Aufklärung, Frauengesundheit und Entwicklungszusammenarbeit charakterisiert.

Warum ist Aufklärungsarbeit in Afrika so schwierig?

Da das Thema oft tabuisiert ist und viele Menschen glauben, der Brauch sei religiös oder medizinisch begründet, bedarf es viel Geduld und Feingefühl, um bestehende Überzeugungen zu ändern.

Wie gehen die europäischen Länder mit diesem Thema um?

Die Arbeit verdeutlicht, dass europäische Länder durch Immigration ebenfalls betroffen sind, jedoch oft nur unzureichende Beratungsstrukturen für betroffene Frauen bieten.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
Genitale Verstümmelung von Frauen in Afrika - eine Herausforderung für die Entwicklungspolitik
College
Technical University of Berlin  (Institut für Gesellschaftswissenschaften u. historisch-politische Bildung)
Grade
1,7
Author
Dagny Speeck (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V19202
ISBN (eBook)
9783638233811
Language
German
Tags
Genitale Verstümmelung Frauen Afrika Herausforderung Entwicklungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dagny Speeck (Author), 2003, Genitale Verstümmelung von Frauen in Afrika - eine Herausforderung für die Entwicklungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19202
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint