Was bedeutet Glück?


Studienarbeit, 2003

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Fortuna

4. Beatitudo

5. Wie wird man glücklich?
5.1 Glückskompetenz
5.1.1 Glück durch Gelassenheit und Selbstzufriedenheit
5.1.2 Jagd nach dem Glück
5.1.3 Glück als Illusion
5.2 Glück durch Lustmaximierung

6. Schluss

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den Fragen „Was bedeutet Glück?“ und „Was braucht man eigentlich dazu?“ befassen.

Ein nicht allzu leichtes Thema, denn „wie sollte sich in allgemeinen Worten über eine Sache reden lassen, die unausweichlich eine Sache des individuellen Erlebens und Befindens ist?“[1]

Jedoch tun wir das doch immer, wenn wir philosophieren. Deshalb werde ich oft auch meine eigenen Vorstellungen miteinbringen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es in der Natur des Menschen liegt, nach Glück zu streben. Schon in der amerikanischen Verfassung steht es niedergeschrieben, dass jeder auch das Recht hat, nach Glück zu streben.

Glück hat in der deutschen Sprache 2 Bedeutungen – Glück haben und glücklich sein. Mit der letzteren Bedeutung werde ich mich hauptsächlich in dieser Arbeit auseinandersetzen.

Nun zur Frage „Was bedeutet Glück eigentlich für mich?“

Es kann nur ein einziger schöner Augenblick sein, die Erkenntnis, dass es mir doch ganz gut geht, dass ich Freunde und Familie habe, die für mich da sind, oder ein Spaziergang am Strand, der erste schöne Sonnentag im Jahr usw. usf. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen und für jeden Menschen würden wieder andere Dinge darauf stehen. Gut beschreiben kann ich dies mit einem Ausschnitt eines Liedtextes der Band „Incubus“:

„I dig my toes into the sand, the ocean feels like a thousand diamonds strewn across a blue blanket. I lean against the wind pretend that I am weightless, and in this moment I am happy.”[2]

Zum Glücklichsein gehört auch das Erkennen des schönen Moments und die Fähigkeit ihn zu genießen. So kann jemand, der eigentlich nicht bereit dazu ist, das Glück zu empfangen und zuzulassen, auch nicht glücklich werden.

Das Glück kann auch in ganz einfacher Form zu uns kommen. So sagte einst Theodor Fontane:

„Gott, was ist Glück! Eine Grießsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen, das ist schon viel.“[3]

2. Begriffsklärung

In der Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002 wird Glück so definiert:

„Glück, in der Philosophie Bezeichnung für das Gefühl, in einem harmonischen Zustand vollkommener Befriedigung zu leben...“

Im Deutschen hat Glück 2 Bedeutungen: Fortuna, Glück haben, und Beatitudo, glücklich sein. Diese Begriffe stammen aus dem Lateinischen.

In einem Zitat von J.G. Herder wird der Unterschied deutlich:

„Mancher hat im Leben viel Glück gehabt und ist doch niemals glücklich gewesen.“[4]

Fortuna bedeutet Glückszufall, das Glück, das man hat oder nicht, denn man kann es nicht erzwingen. Es hängt vom äußeren Schicksal ab.

Mit der 2. Bedeutung, Beatitudo, werde ich mich eingehender in dieser Arbeit befassen.

Es lässt sich auch wieder unterteilen in das Glückserlebnis, den schönen, erfüllten Augenblick, also das episodische Glück, und das dauerhafte Glück durch ein erfülltes, gelingendes Leben. Eine dritte Art ist der gute Geist, der uns erfüllen muss, um die äußerliche Gabe als glücksbringend empfinden zu können und bei ungünstigeren äußeren Zuständen nicht unglücklich zu werden.

Allgemein gesagt ist Glück ein Hochgefühl.[5]

3. Fortuna

Fortuna, das Glück, das einem zufällt oder auch nicht, kann wiederum in mehrere Bedeutungen untergeteilt werden.

Zuerst einmal das einzelne Ereignis, der günstige Zufall, wie z.B. ein Gewinn im Lotto, oder aber ein Ereignis, wodurch ein Übel verhindert wird. Dann sagt man: „Glück gehabt!“ Dieses Glück ist sehr willkürlich und wir können es nicht beeinflussen.

Es ist allgemein üblich, sich gegenseitig Glück zu wünschen. Damit meint man Glücksgüter wie Gesundheit, Wohlstand und Erfolg.

Außerdem gibt es da noch die sogenannten Glückskinder oder Glückspilze, die vom Glück begünstigt zu sein scheinen, in dem Sinne, dass sie Glück haben oder glücklich sind, oder beides zusammen.[6]

4. Beatitudo

Der Zustand des Glücklichseins hat auch mehrere Bedeutungen.

Erstens eine Grundstimmung des Glücklichseins, die Lebenszufriedenheit durch ein sinnvoll empfundenes, erfülltes und gesundes Leben. Im griechischen heißt „das gute Leben“ Eudaimonia. Später mehr dazu.

Zweitens das Glückserlebnis als Augenblick. Einerseits im Sinne von Spaß, Vergnügen und starken Lustgefühlen, d.h. ein an physiologische Bedingungen geknüpftes Erlebnis. Andererseits das geistige Höhepunktserlebnis wie in einem Zitat von Moritz Schlick:

„Glück – das sind diejenigen wenigen Viertelstunden im Leben, in denen die Welt mit einem Male vollkommen wird durch das Zusammentreffen unscheinbarer Umstände – die Berührung einer warmen Hand, der Blick in das kristallklare Wasser, die Stimme eines Vogels – wie könnte man nach dergleichen `streben´?“[7]

Diese Viertelstunden zu erkennen gilt es.

Und um das zu können brauchen wir drittens den guten Geist, die Glückskompetenz, d.h. die Fähigkeit, das Glück zu erkennen und zu empfinden.

Auch relativ unabhängig von äußeren Glücksfällen (Fortuna) oder deren Ausbleiben glücklich sein zu können ist die wahre Kunst. Man muss die Bereitschaft zu Positiverfahrungen haben.[8]

„ Glück ist eigentlich nur der Wille zum Glücklichsein. (Wilhelm Lichtenberg)“[9]

Nun mehr zur Eudaimonia, dem guten, gelingenden Leben.

Die Definition zu Eudämonismus in der Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002 lautet:

„Eudämonismus, (...)Konzepte einer Ethik, welche die Glückseligkeit (...) zum höchsten menschlichen Gut bzw. zum Ziel allen menschlichen Handels erklären...“

In der Antike bzw. in der heutigen Zeit gibt es unterschiedliche Vorstellungen, was man für ein gelingendes Leben braucht.

So waren es in der Antike bei den Stoikern Tugend und Weisheit, sowie Moral und Tüchtigkeit; bei den Epikurern ein vernünftiger Gebrauch der Mittel und dazu Klugheit.[10]

Die moderneren Theorien, wie man ein gelingendes Leben erreichen kann, beziehen sich auf 3 Arten von Faktoren, nach denen der Mensch strebt und die zu seinem Glück beitragen:

Erstens materielle Faktoren, also die finanzielle Situation und der sozioökonomische Status, zweitens soziale Faktoren, d.h. ein funktionierendes soziales Netzwerk und drittens personale Faktoren wie Gesundheit, eine gefestigte Persönlichkeit, Bewältigungskompetenzen, Selbstbewusstsein und bisheriges Lebensglück.[11]

Der Besitz von Gütern scheint heute sehr wichtig für die meisten Menschen zu sein. Sie machen ihr Glück von äußeren Umständen abhängig. Reichtum und Statussymbole spielen leider eine allzu große Rolle.

[...]


[1] S. Hrsg. Schummer, 1998, S. 109

[2] S. „Incubus“ aus dem Album „Morning view“

[3] S. Website

http://itb.biologie.hu-berlin.de/~wiskott/Services/DeutscheAphorismen/keywordQuotes/Glueck.html

[4] S. Website www.ins-glueck.de

[5] Vgl. Bien, G. in: Hrsg. Schummer, 1998

[6] Vgl. Bien, G. in: Hrsg. Schummer, 1998

[7] S. Hrsg. Schummer, 1998, S.32

[8] Vgl. Hrsg. Schummer, 1998

[9] S. Website www.ins-glueck.de

[10] Vgl. Forschner, 1993

[11] Vgl. Hrsg. Wohlfahrtswerk für Ba-Wü, 2000

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Was bedeutet Glück?
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Veranstaltung
Sozialethik (Philosophie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V19208
ISBN (eBook)
9783638233873
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Glück, Sozialethik
Arbeit zitieren
Meike Rank (Autor), 2003, Was bedeutet Glück?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19208

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Was bedeutet Glück?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden