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Wucher - Der Streit um die Panzerplattenpreise

Titel: Wucher - Der Streit um die Panzerplattenpreise

Hausarbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: René Feldvoß (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachten wir die Frage nach dem „Wucher“ bei der Gestaltung der Schiffspanzerplattenpreise durch die Firma Krupp innerhalb des relevanten Zeitraumes von 1890 – 1914 unter den Gesichtspunkten der damaligen und heutigen Rechtsdefinition des Begriffes, so ist festzustellen, dass eine endgültige Beurteilung nicht möglich ist.
Um die Rechtssituation rund um das „Gesetz, betreffend den Wucher“, von 1880 richtig einordnen zu können, bedarf es zunächst einer Betrachtung der Gesetzgebung unmittelbar vor Gründung des Kaiserreiches. Im Zuge bürgerlicher Liberalisierungspolitik, hatte der Reichstag des Norddeutschen Bundes im November 1867 schließlich das „Gesetz, betreffend die vertragsmäßigen Zinsen“ verabschiedet, welches sämtliche Beschränkungen zur freien Vereinbarung von Zinsen für Darlehen und ähnlicher Kreditgeschäfte aus dem Weg räumte.1
Dies bedeutete nichts geringeres, als den vollständigen Wegfall des gesetzlichen Schutzes vor überhöhten Zinsforderungen, so dass in den folgenden Jahren vertraglich geregelte Zinssätze von 200% per Anno keine Seltenheit waren und mitunter auch bis zu 1000% betrugen.2
Folgerichtig strebte der, nun mittlerweile gesamtdeutsche, Reichstag gegen Ende der 1870er Jahre die Wiedereinführung einer entsprechenden gesetzlichen Beschränkung des „Zinswuchers“ an. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass sich das allgemeine Rechtsverständnis des Wucherbegriffs ausschließlich auf die Erhebung überhöhter Zinssätze erstreckte und andere Rechtsgeschäfte nicht mit einbezog.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Wucher?

Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp

Öffentliche Meinung und Verhandlungen mit der Konkurrenz: Die Druckmittel des Reichsmarineamtes

Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Preisgestaltung der Firma Krupp bei Schiffspanzerplatten im Zeitraum von 1890 bis 1914 vor dem Hintergrund des Wucherbegriffs. Dabei wird analysiert, inwiefern die Quasimonopolstellung des Stahlkonzerns und die Abhängigkeit des Reichsmarineamtes eine faire Preisbildung verhinderten und ob die Vorwürfe der „wucherischen Ausbeutung“ einer historischen sowie juristischen Prüfung standhalten.

  • Historische Einordnung des Wucherbegriffs im Deutschen Kaiserreich
  • Analyse der Preispolitik der Firma Krupp bei Panzerplatten
  • Untersuchung der Geschäftsbeziehung zwischen Krupp und dem Reichsmarineamt
  • Bedeutung von Monopolstellung und technischem Innovationsdruck für die Preisgestaltung
  • Einfluss der öffentlichen Meinung und politischer Interessen auf Rüstungsgeschäfte

Auszug aus dem Buch

Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp

Auch wenn ein Großteil der Fakten in gleichem Maße auf die Dillinger Hüttenwerke zutreffen, so sind sämtliche der folgenden Untersuchungen ausschließlich als Sicht auf die Interessen und Tätigkeiten der Firma Krupp zu verstehen.

Der Einstieg Krupps in die Panzerplattenherstellung erfolgte nur auf Drängen von Seiten des Reichsmarineamtes und der eigenhändigen Fürsprache des Kaisers, der auf den stetigen Fortschritt seiner Seemachtshegemonialbestrebungen erpicht war. Eine nicht unerhebliche Rolle wird bei der letztendlichen Entscheidung Friedrich Alfred Krupps, das Plattenwerk zu errichten, auch die von ihm für den Kaiser empfundene Bewunderung einerseits und die persönliche Zuneigung Wilhelms II., die sich auch in der Förderung Krupp’scher Geschäftstätigkeit äußerte, andererseits, gespielt haben.

Fest steht jedenfalls, dass die Anschaffung der Anlagen, die zur Produktion solch hochspezialisierter Produkte erforderlich waren, eine nicht unerhebliche Kapitalbindung mit sich brachte, deren Amortisierung sich in den ersten zehn Jahren jedenfalls noch nicht ergeben sollte. Entgegen vorherigen Ankündigungen des Reichsmarineamtes gingen die Bestellungen in den Jahren von 1890 – 1899 nur sehr unregelmäßig ein und waren überdies auch vom Volumen her eher als gering einzuschätzen. Der Stahlkonzern argumentierte, nur das Auslandsgeschäft hätte in den absatzschwachen Jahren Massenentlassungen im Panzerplattenwerk verhindert.

Zusammenfassung der Kapitel

Wucher?: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtliche Definition von Wucher vor und nach der Gesetzesänderung von 1880 sowie die Problematik der Anwendung dieser Begriffe auf die Preisgestaltung für Panzerplatten.

Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Gründe für die Preispolitik von Krupp analysiert, insbesondere die hohen Investitionskosten und die unregelmäßige Auftragslage durch das Reichsmarineamt.

Öffentliche Meinung und Verhandlungen mit der Konkurrenz: Die Druckmittel des Reichsmarineamtes: Dieser Abschnitt thematisiert den Einfluss von Medien und Politik sowie die Strategien des Reichsmarineamtes, um durch Drohungen und geheime Verträge Kostensenkungen bei Krupp durchzusetzen.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine abschließende Bewertung der Preisgestaltung als Wucher aufgrund der komplexen gegenseitigen Abhängigkeiten von Staat und Industrie nicht eindeutig möglich ist.

Schlüsselwörter

Wucher, Panzerplatten, Firma Krupp, Reichsmarineamt, Rüstungspolitik, Flottenrüstung, Monopolstellung, Preisgestaltung, Kaiserreich, Geschäftsbeziehungen, industrielle Rüstung, Gewinnspannen, Wirtschaftshistorie, Tirpitz, Schlachtflottenbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Preisgestaltung der Firma Krupp für Schiffspanzerplatten zwischen 1890 und 1914 und der Frage, ob diese Preise als Wucher zu bewerten waren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Rechtslage zum Wucher, die unternehmerische Preisstrategie von Krupp und die Verflechtung zwischen der Rüstungsindustrie und dem Staat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu beurteilen, ob die hohen Gewinne Krupps bei Panzerplatten als Ausbeutung einer Zwangslage (Wucher) interpretiert werden können oder ob sie durch unternehmerische Risiken legitimiert waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Dokumenten wie Denkschriften, geheimen Zusatzverträgen und Korrespondenzen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei Krupp, das Spannungsfeld zwischen Rüstungsbedarf und Kosten sowie die diplomatischen und wirtschaftlichen Druckmittel des Reichsmarineamtes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Wucher, Panzerplatten, Krupp, Reichsmarineamt und deutsche Flottenrüstung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kaisers?

Der Autor weist darauf hin, dass die persönliche Beziehung zwischen dem Kaiser und der Familie Krupp sowie die imperialen Machtbestrebungen des Kaisers eine entscheidende Rolle für den Einstieg in die Panzerplattenproduktion spielten.

Warum war es für das Reichsmarineamt schwierig, die Preise effektiv zu senken?

Obwohl das Reichsmarineamt mit dem Bau eigener Werke oder der Beauftragung ausländischer Firmen drohte, machten technische Notwendigkeiten und die Dringlichkeit der Aufrüstung das Amt von Krupps technologischer Überlegenheit abhängig.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wucher - Der Streit um die Panzerplattenpreise
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
René Feldvoß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V192188
ISBN (eBook)
9783656179023
ISBN (Buch)
9783656178880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wucher streit panzerplattenpreise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
René Feldvoß (Autor:in), 2010, Wucher - Der Streit um die Panzerplattenpreise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192188
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Leseprobe aus  13  Seiten
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