Al-Gazālī und die Logik


Hausarbeit, 2011
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzbiografie

3. Die aristotelischen Logik

4. Al-Ġazālī über die Logik

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ġazālī,der mit dem Beinamen muhyi ad-dîn1versehen wurde, gilt bis heute als einer der bedeutendsten islamischen Denker.

Im Laufe seines Lebens hat er sich eingehend mit der islamischen Theologie, der Philosophie, der Jurisprudenz und dem Sufismus beschäftigt und in jedem dieser Bereiche herausragende Leistungen erbracht. Er besitzt außerdem eine besondere Affinität zur Methodologie, Logik und speziell der Beweislehre, die für ihn die Grundlage jeder wissenschaftlichen Argumentation bilden.

Nachdem ich nun einen kurzen Überblick über das Leben und Wirken al Ġazālīs geben werde, möchte ich außerdem, als Grundlage weiterer Betrachtungen, die Bedeutung und Entwicklung des Logikbegriffs, insbesondere aber die aristotelische Logik, definieren. Darauf aufbauend wird dann im Hauptteil Ġazālīs Neubewertung der Logik behandelt und seine Position hierzu genaustens untersucht .

2. Kurzbiografie

Al-Ġazālī kam im Jahre 450/451 (1058/1059) in Tus, im heutigen Iran zur Welt, als das Land unter seldschukischer Herrschaft war. Er kam aus einer einfachen und sehr religiösen Familie. Sein Vater, der Wollspinner war, verstarb sehr früh und übertrug vor seinem Tod die Verantwortung für die Erziehung seiner zwei Söhne einem Sufigelehrten. Sowohl al-Ġazālī, als auch sein Bruder Ahmad, der später ein bekannter Sufi-Prediger wurde, wurden in diesem Zeitraum sehr durch die islamische Mystik geprägt. An der schafiitischen Rechtsschule In Nisabur wurde er dann von Imam al-Haramayn al-Ğuwainī in Theologie, Philosophie und Dialektik unterrichtet, bis dieser 1085 verstarb. Bereits in seinen Lehrjahren zeichnete sich Ġazālī durch überdurchschnittliche Gelehrsamkeit und wissenschaftliche Urteilsfähigkeit aus.

Im Jahr 484/1091 wurde er schließlich vom Wesir Nisam al-Mulk nach Bagdad an den seldschukischen Hof berufen. Dort unterrichtete er an einer der sogenannten Nizamiyya-Schulen, die der Wesir im ganzen Land errichten ließ. Er wurde in kürzester Zeit zu einem sehr gefragten Lehrer mit etwa 300 Schüler. Nach vier Jahren aber schon hörte er wieder auf zu lehren, da ihn dies nicht befriedigte. Er befand sich in einer Krise, war er hin und her gerissen zwischen Wissenschaft und Glaube. Nachdem er jahrelang verschiedene Philosophien, Schulen und Sekten studiert und analysiert hatte, wurde er oft mit den Vorwürfen konfrontiert selbst Anhänger der Schulen zu sein, über die er Abhandlungen schrieb.2Er verurteilte die Kritiklosigkeit seiner Mitmenschen, die sich den Lehren anschlossen ohne sie überprüft zu haben.

Währenddessen wuchs seine Unsicherheit und seine Zweifel je mehr Wissen er erlangte. In seinem Werk „Der innere Widerspruch der Philosophen“ hat er bereits alle maßgebenden Strömungen seiner Zeit beschäftigt und keine davon hat seine Fragen eindeutig beantworten können. So sorgte er sich weiter einer falschen Autorität zu folgen. In der Zeit als er sich näher mit dem Sufismus beschäftigte, der ihn die Loslösung von der Welt und den materiellen Dingen lehrte, fragte er sich nun verstärkt was sein primäres Ziel bei der Suche nach der Wahrheit war und ob er in seinem bisherigen Streben zu sehr an weltlichen Dingen verhaftet gewesen war. Dies führte wiederum zu Zweifel an der eigenen Religiösität. Seine innere Unzufriedenheit schlug sich schließlich auch in seinem physischen Zustand nieder, sodass er nicht mehr in der Lage war Vorlesungen zu halten. Später äußert er sich darüber wie folgt: „Gott verschloss meine Zunge, so dass ich nicht mehr unterrichten konnte.“3Er findet schließlich Genesung nachdem er Zuflucht bei Gott findet und dadurch auch die Kraft sich von den weltlichen Dingen loszusagen. Ġazālī beginnt ein Leben als Sufi. Er verteilt seinen gesamten Besitz und verlässt Bagdad um nach Damaskus und Jerusalem zu gehen und sich dort in den Moscheen zurückzuziehen. Anschließend führte er in Palästina und Syrien ein Wanderleben als Prediger. Er fordert die Menschen auf sich ebenfalls von den weltlichen Dingen loszusagen und sich dem Jenseitigen zu widmen.

loszusagen und sich dem Jenseitigen zu widmen. Genaue Angaben darüber, was in diesen ca. 10 Jahren alles vorgefallen ist, finden sich nicht einmal in seiner Autobiografie. Er äußert sich dazu lediglich wie folgt: „ Es war was war, was ich nie sagen werde, denke du gut davon und frage nicht.“4

Ein neues sufistisches Selbstverständnis ist allerdings klar erkennbar. Ġazālī will nun sein Herz für Gott von unnötigem Ballast freimachen machen und fokussiert seine Energie auf seine neu gewonnen Erkenntnisse. Ġazālī vertritt nun die These, dass der Mensch aus Herz und Leib geschaffen ist und somit eine animalische und eine göttliche Seite hat. Die Kraft des Herzens gehört allerdings einer höheren Sphäre an, als die des Körpers. Die Vernunft ist Teil des Herzens, während das Herz eine jedem Menschen innewohnende Eigenschaft ist, die sie, weil daher stammend, mit dem Jenseits verbindet. Das Herz, das in der Regel nicht von den Menschen beachtet wird und im Körper quasi gefangen bleibt, kann befreit werden, durch das sich-vertiefen bzw -versenken. Auf diese Weise wird das Herz befreit, gewinnt überhand über den Körper und befähigt den Menschen die göttliche Schönheit zu erkennen. Einen Beweis hierfür sieht Ġazālī in der Musik, die im Herzen unbekannte Sehnsüchte nach einer höheren, göttlichen Welt weckt, die der Mensch nicht kennt aber erahnen kann. Dies setzt eine bestehende Anlage im Menschen voraus, die uns mit dem Jenseits verbindet.

Nachdem er diesen neuen Weg der Weisheit beschritten hat, widmet er sich erneut einem Dasein als Lehrer. Als ihm eine Stelle an der Nizamiyya angeboten wird lehrt er nun in Nisabur. Lange bleibt er dort aber nicht und kehrt zurück in seine Heimat nach Tus wo er zunächst weiter als sufischer Lehrer tätig ist und dann schließlich stirbt. Der Legende nach habe er kurz vor seinem Tod das Buch „Über die Standhaftigkeit beim Sterben“ gelesen, dann habe er die Waschung vollzogen, sich ein Leichentuch geben lassen, es geküsst, auf seine Augen gelegt und gesagt: !Ich höre und gehorche, zum Eintritt beim König.“5 Er hat aufgehört den Tod zu fürchten und in ihm die Ruhe gefunden, nach der solange gesucht hat.

3. Die aristotelische Logik

Das Wort Logik leitet sich vom griechischen „logos" (Wort, Aussage, Behauptung, Rede, Vernunft) ab und wurde von Aristoteles als „Wissenschaft vom richtigen Schließen“ begründet. Sie hat sich u.a. durch Kant und Hegel mit der Zeit immer weiter entwickelt.

[...]


1 Wiederhersteller des Glaubens

2 Vgl. Obermann, J.: Der philosophische und religiöse Subjektivimus Ġazālī.

3 Al-Ġazālī Abu Hamid : Das Elixier der Glückseligkeit, S. 16

4 Ebd.. S. 17

5 Ebd. S.21

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Al-Gazālī und die Logik
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V192233
ISBN (eBook)
9783656170303
ISBN (Buch)
9783656171317
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
logik
Arbeit zitieren
Günes Atik (Autor), 2011, Al-Gazālī und die Logik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192233

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