Weltwirtschaft: Zahlungsbilanz und Wechselkurse


Skript, 2000
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Weltwirtschaft I : Zahlungsbilanz und Wechselkurse Kapitel 1: Gegenstand und Bedeutung Monetäre Außenwirtschaftstheorie:

Alle ausgetauschten Güter (Waren, Dienstleistungen) und Faktorleistungen (Arbeitsleistungen, Kapitaldienste) werden jeweils mit ihren monetären Gegenwerten in nationalen Geldeinheiten erfaßt

Kapitel 2: Zahlungsbilanz

Definition:

Die Zahlungsbilanz ist eine systematische Aufzeichnung alle wirtschaftlicher Transaktionen, die im Laufe einer Periode zwischen Inländern und Ausländern stattgefunden hat.

- In der Zahlungsbilanz handelt es sich um die Erfassung von Einnahmen und Ausgaben
- Die Zahlungsbilanz ist im Gegensatz zur normalen Bilanz eine Stromrechnung, die Umfang und Struktur der internationalen Wirtschaftsbeziehung eines Landes im Zeitablauf zusammenfassend darstellt.
- Die Zahlungsbilanz entspricht einer nationalen Gewinn- und Verlustrechnung

Aufbau:

Man unterteilt die in der Zahlungsbilanz erfaßten Transaktionen grob in Leistungs- und Kapitalverkehr:

Leistungsverkehr:

- Entgeltlicher Austausch von Waren und Dienstleistungen
- Erwerbs- und Vermögenseinkommen
- Laufenden Übertragungen von Waren, Dienstleistungen und finanziellen Aktiva in Form unentgeltlicher Leistungen

Kapitalverkehr:

- Alle Transaktionen, bei denen sich grenzüberschreitende Finanzpositionen verändern.

Diese Finanztransaktionen stellen entweder Gegenwerte von Leistungstransaktionen dar oder aber den reinen Austausch von Vermögenswerten

Transaktionen:

Leistungstransaktionen:

1. Austausch von Waren und Dienstleistungen gegen Waren und Dienstleistungen (Naturaltausch)
2. Austausch von Waren und Dienstleistungen gegen finanzielle Forderungen
3. Austausch von Faktorleistungen (Arbeitsleistungen, Kapitaldienste) gegen Faktorentgelte (Erwerbs- und Vermögenseinkommen)
4. Laufende Übertragungen von Waren und Dienstleistungen ohne Gegenleistungen (Nahrungsmittelhilfe in Entwicklungsländern)
5. Laufende Übertragungen von finanziellen Forderungen ohne Gegenleistungen (Zahlungen an den EU-Haushalt)

Finanztransaktionen:

1. Austausch von finanziellen Forderungen gegen finanzielle Forderungen (Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen)

Weitere Transaktionen:

1. Einmalige Vermögensübertragungen

(Schuldenerlasse, Schenkungen, Erbschaften)

Residenzprinzip:

- Inländer sind Gebeitsansässige mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Wirtschaftsgebiet.
- Gastarbeiter sind auch Inländer
- Ausländer sind Touristen, Grenzgänger und Saisonarbeiter, ausl. Streitkräfte, ausl. Studenten usw.
- Als inländische Unternehmen werden alle Unternehmen mit Sitz im Inland bezeichnet

Doppelte Buchführung:

- Alle Vorgänge, die zu Zahlungseingängen führen (etwa Güterexporte und Kapitalimporte) stehen auf der Sollseite in der entsprechenden Teilbilanz.
- Alle Vorgänge, die mit Zahlungsausgängen verbunden sind (etwa Güterimporte und Kapitalexporte) werden auf der Habenseite verbucht
-alden der Teilbilanzen:
- Alle per Saldo ausgehenden Wertströme (z.B. Nettoexport von Waren und Dienstleistungen (Exportüberschuß) und der Nettokapitalimport werden mit einem positiven Vorzeichen (+) versehen
- Alle per Saldo eingehenden Wertströme (z.B. Nettoimport von Waren und Dienstleistungen (Importüberschuß) und der Nettokapitalexport werden mit einem negativen (-) versehen.
- Die Bewertung der Transaktionen erfolgt stets zum Marktpreis
- Alle Wertströme werden in heimischer Währung ausgedrückt. Die Umrechnung erfolgt zum Kassakurs des Tages, an dem die jeweilige Transaktion stattgefunden hat
- Es ergibt sich stets ein Nullsaldo in der Gesamtzahlungsbilanz
- Überschüsse und Defizite können sich nur in den Teilbilanzen einstellen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: Grobstruktur der Zahlungsbilanz

Leistungsbilanz:

- Bei den Leistungstransaktionen handelt es sich um einkommenswirksame Vorgänge (Forderungen / Verbindlichkeiten), die zu einer periodischen Änderung der Nettovermögensposition eines Landes gegenüber dem Ausland (Netto­Auslandsposition) führen.
- Die zusammengefaßten Salden von Leistungsbilanz (LB) und Vermögensübertragungen (VÜ) sind begrifflich identisch mit der Veränderung der Netto-Auslandsposition [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (Finanzierungssaldo)

Kapitalbilanz:

- Die in der Kapital- und Devisenbilanz erfaßten Finanztransaktionen bewirken lediglich eine Veränderung in der Struktur von Auslandsforderungen und Verbindlichkeiten.

Kapitalexporte = Transaktionen , die zu einer Zunahme der Forderungen an das Ausland oder zu einer Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland führen

Kapitalimporte = Transaktionen , die zu einer Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland oder zu einer Abnahme der Forderungen an das Ausland führen

- Während in der Devisenbilanz nur die Kapitalimporte und Kapitalexporte der inländischen Zentralbank verbucht werden, erscheint der übrige Kapitalverkehr in der Kapitalbilanz

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Weltwirtschaft: Zahlungsbilanz und Wechselkurse
Hochschule
European Business School - Internationale Universität Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel  (Lehrstuhl VWL)
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V1923
ISBN (eBook)
9783638111829
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltwirtschaft, Zahlungsbilanz, Wechselkurse
Arbeit zitieren
Thomas Kramer (Autor), 2000, Weltwirtschaft: Zahlungsbilanz und Wechselkurse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1923

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