Der Leverage-Effekt (engl. für Hebelwirkung) beschreibt den Fall, die Eigenkapitalrentabilität durch den Einsatz von Fremdkapital zu erhöhen. Dabei zeigt sich ein positiver Hebeleffekt, wenn die Rentabilität des Gesamtkapitals größer ist als der Fremdkapitalzins. Die Herleitung des Leverage-Effekts und seine Grenzen lassen sich anhand einer Modellrechnung aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriff
2. Herleitung des Leverage-Effekts
3. Ergebnisse aus der Modellbeobachtung
4. Grenzen der Darstellung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die mathematische Herleitung und die Wirkungsweise des Leverage-Effekts, um zu untersuchen, wie durch den gezielten Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität unter verschiedenen Modellannahmen gesteigert werden kann.
- Mathematische Herleitung der Hebelwirkung (Leverage-Effekt)
- Unterscheidung zwischen expansiver und substitutiver Fassung
- Analyse der Eigenkapitalrentabilität bei variierenden Gesamtkapitalrentabilitäten
- Einfluss des Verschuldungsgrades auf das unternehmerische Risiko
- Grenzen der Modellannahmen im Hinblick auf reale Kapitalmarktbedingungen
Auszug aus dem Buch
2. Herleitung des Leverage-Effekts
Anhand der beschriebenen Grundfälle lassen sich folgende Modellannahmen beschreiben:
In dem Leverage-Effekt-Modell wird unterstellt, dass ein Unternehmen bei der Auswahl der Finanzmittel für Investitionszwecke keinen Kapitalmarktbeschränkungen unterliegt. Ausgehend von einem individuellen Verschuldungsgrad kann das Unternehmen zusätzliches Fremdkapital aufnehmen (Modell 1) oder sein Eigenkapital durch Fremdkapital ergänzen (Modell 2). Weiterhin wird unterstellt, dass die Erhöhung des Verschuldungsgrades keinen Einfluss auf den Fremdkapitalzinssatz hat. Um die Hebelwirkung darzustellen, wird die Gesamtkapitalrentabilität stufenweise reduziert, sodass sie (a) oberhalb, (b) gleich und (c) unterhalb der Fremdkapitalverzinsung liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff: Einführung in die Definition des Leverage-Effekts als Hebel zur Steigerung der Eigenkapitalrentabilität durch Fremdkapitaleinsatz.
2. Herleitung des Leverage-Effekts: Darstellung der mathematischen Basisformeln und der Modellannahmen, die für die Berechnung der Hebelwirkung relevant sind.
3. Ergebnisse aus der Modellbeobachtung: Auswertung der Auswirkungen unterschiedlicher Gesamtkapitalrentabilitäten auf die Eigenkapitalrendite bei sukzessiver Erhöhung des Verschuldungsgrades.
4. Grenzen der Darstellung: Kritische Reflexion der theoretischen Modellannahmen, insbesondere in Bezug auf Risiken und sich verändernde Zinssätze in der realen Praxis.
Schlüsselwörter
Leverage-Effekt, Hebelwirkung, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Fremdkapital, Verschuldungsgrad, Modellrechnung, Kapitalstruktur, Investition, Zinsrisiko, Finanzierung, Rentabilität, Fremdkapitalzins, Kapitalmarktbeschränkungen, Substitution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem ökonomischen Leverage-Effekt, der beschreibt, wie durch den Einsatz von Fremdkapital die Rentabilität des Eigenkapitals beeinflusst werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung der Hebelwirkung, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Finanzierungsformen und die Analyse der Abhängigkeit der Eigenkapitalrendite vom Verschuldungsgrad.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise des Leverage-Effekts theoretisch herzuleiten und anhand von Modellrechnungen aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen dieser Effekt positiv oder negativ auf das Unternehmen wirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deduktive Modellanalyse verwendet, die auf Basis von Finanzkennzahlen und algebraischen Formeln die Auswirkungen von Kapitalstrukturveränderungen simuliert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Herleitung der Basisformeln, die Gegenüberstellung von expansiver und substitutiver Kapitalaufnahme sowie eine detaillierte Auswertung der Modellbeobachtungen in verschiedenen Szenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Leverage-Effekt, Eigenkapitalrentabilität, Verschuldungsgrad und Kapitalstruktur geprägt.
Warum ist eine hohe Fremdkapitalquote nicht immer vorteilhaft?
Wie in Kapitel 4 ausgeführt, steigt mit zunehmendem Fremdkapitalanteil das Risiko, die vertraglich fixierten Zinszahlungen bei sinkender Gesamtkapitalrentabilität nicht mehr bedienen zu können.
Welchen Einfluss haben reale Marktbedingungen auf das Modell?
Das Modell vernachlässigt, dass Fremdkapitalgeber bei steigendem Verschuldungsgrad aufgrund des höheren Kreditrisikos in der Praxis meist höhere Zinsen fordern, was den Leverage-Effekt schmälern kann.
Was passiert, wenn die Gesamtkapitalrentabilität unter dem Fremdkapitalzins liegt?
In diesem Fall tritt ein negativer Leverage-Effekt ein, bei dem jede zusätzliche Einheit Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität verringert, anstatt sie zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Ralph Altherr (Autor:in), 2012, Herleitung und Grenzen des Leverage-Effekts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192319