Der Begriff „Konsum“ geht zurück auf das lateinische „consumere“, was für nutzen, verwenden, verbrauchen oder verzehren steht. Schon immer wurde in der menschlichen Gesellschaft in allen historischen Zeiten Güterverbrauch betrieben. Konsum und Konsumtion sind allerdings neue Phänomene, die sich erst verhältnismäßig spät in Deutschland entwickelten. „Ich konsumiere, also bin ich.“
In unserer Gesellschaft bedeutet Konsum in erster Linie die Nutzung und der Gebrauch von Gütern oder aber Dienstleistungen, die wiederum das menschliche Leben beeinflussen. Da Konsum erst einmal eine Produktion voraussetzt, bzw. eine Produktion eine Konsumtion, bedingen sich diese Begriffe und wirken sich nachhaltig auf das Leben aus.
Während es früher bei der Konsumtion hauptsächlich nur um die Befriedigung materieller und sozialer Bedürfnisse ging wie etwa Essen und Trinken sowie notwendige Kleidung und das notwendigste für den Haushalt, ist Konsum seit den 50 er Jahren ein Ausdruck von Persönlichkeit, Lebensstil und Wohlstand. Die Entwicklung der Gesellschaft hin zu einer Konsumgesellschaft war ein Prozess, der im 20. Jahrhundert in allen Industrienationen zu verzeichnen war und durch das Aufkommen von Werbung noch verstärkt wurde. Das wachsende Einkommen und die geringer werdenden Ausgaben für die alltäglichen Gebrauchsgüter führten zu einer Veränderung der Lebensweise und stellten die Voraussetzungen für den „Konsum“, der unsere heutige Zeit kennzeichnet. Die ursprünglich gesellschaftliche Einteilung in Klassen schwand erheblich und verlor immer mehr an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Konsum und Konsumgesellschaft: Der Wandel
2. Die Entwicklung neuer menschlichen Grundbedürfnisse
2.1. Ernährung
2.2. Kleidung
2.3. Wohnung
2.4. Technisierung des Haushaltes
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel zur Konsumgesellschaft in Westdeutschland und analysiert, wie sich dieser Prozess auf die Befriedigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse auswirkte. Dabei wird beleuchtet, wie Konsum von einer reinen Notwendigkeit zur Sicherung des Lebensunterhalts zu einem Ausdruck von Lebensstil, Identität und Wohlstand avancierte.
- Die Entstehung der Konsumgesellschaft und deren historische Ursprünge in den 1950er Jahren.
- Die Veränderung der Grundbedürfnisse am Beispiel von Ernährung, Kleidung und Wohnen.
- Der Wandel in der Haushaltsführung durch zunehmende Technisierung.
- Die Transformation von der Spar- zur Wegwerfgesellschaft im Kontext des Wirtschaftswunders.
- Die Rolle von Konsum als Mittel der sozialen Selbstdarstellung und Identitätsbildung.
Auszug aus dem Buch
3.1. Ernährung
Die Ernährung bildete und bildet bis heute noch die Grundlage menschlichen Lebens und Konsumierens. Ohne Nahrung kann der Mensch nicht existieren und wenn der Mensch nicht existieren kann, kann er auch nicht konsumieren. Essen und Trinken gehören somit zu den Grundbedürfnissen des Menschen, für das bis weit ins 19. Jahrhundert ein Großteil des Einkommens verwendet werden musste. In den vorindustriellen agrarischen Gesellschaften gehörte Hunger und Unterernährung zu den alltäglichen Bedrohungen, da man vieles selbst anbaute und von Wetter und anderen äußeren Bedingungen abhängig war. Während im 19. Jahrhundert überwiegend Missernten und zu unzureichenden Verteilung von Lebensmitteln und somit Hunger führte, waren es im 20. Jahrhundert vor allem die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise, die Einfluss auf die Ernährungssituation nahm. Als Grundnahrungsmittel galten zu dieser Zeit vor allem Getreide, Brot, Kartoffel und Fleisch (dies allerdings nur in geringen Maßen), an Getränken wurde vor allem Wasser, Wein, Bier und Milch gekauft. Als Indikatoren für bessere Lebensbedingungen und den Wandel bei der Ernährung galten im 19. Jahrhundert zum einen der Übergang zu hellerem Brot und der Rückgang des Brotverzehrs und zum anderen auch die Zunahme der Fleischrationen bzw. der Fleischkonsum. Der Wandel der Ernährung lässt sich vor allem beim Fleischkonsum erkennen. Dieser ist ein Gradmesser für den wachsenden Wohlstand der deutschen Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Konsum und erläutert den historischen Wandel Deutschlands hin zu einer Konsumgesellschaft, in der Konsum als Ausdruck von Identität und Wohlstand fungiert.
1. Konsum und Konsumgesellschaft: Der Wandel: Dieses Kapitel beschreibt die sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Wirtschaftswunders und wie steigende Löhne sowie veränderte Arbeitsbedingungen den Massenkonsum ermöglichten.
2. Die Entwicklung neuer menschlichen Grundbedürfnisse: Hier werden die Basisanforderungen des Lebens – Ernährung, Kleidung und Wohnen – untersucht und deren Wandel durch den Konsum thematisiert.
2.1. Ernährung: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von der bloßen Hungerstillung hin zum genussorientierten Konsum und der Bedeutung von Markenartikeln.
2.2. Kleidung: Es wird erörtert, wie Bekleidung durch industrielle Massenproduktion für alle Schichten erschwinglich wurde und zur Ausdrucksform individuellen Stils avancierte.
2.3. Wohnung: Der Abschnitt befasst sich mit der Entwicklung des Wohnraums, der zunehmenden Technisierung und der Funktion des Zuhauses als Rückzugsort und Statussymbol.
2.4. Technisierung des Haushaltes: Dieses Kapitel untersucht, wie elektrische Haushaltsgeräte die Hausarbeit zwar veränderten, aber nicht in dem Maße zur Entlastung führten wie erhofft.
3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst den Prozess zusammen, bei dem die traditionelle Sparsamkeit durch ein neues Konsumverständnis abgelöst wurde.
Schlüsselwörter
Konsumgesellschaft, Westdeutschland, Wirtschaftswunder, Grundbedürfnisse, Ernährung, Kleidung, Wohnung, Technisierung, Massenkonsum, Lebensstil, Identität, Kaufkraft, Haushaltsgeräte, Nachkriegszeit, Wohlstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Konsums in Westdeutschland und untersucht, wie sich die Lebensweise der Menschen durch den Wandel zur Konsumgesellschaft verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Konsumgesellschaft nach 1950, der Wandel von Grundbedürfnissen wie Ernährung, Kleidung und Wohnen sowie die Technisierung des häuslichen Alltags.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Konsum von einer rein zweckgebundenen Tätigkeit zur Befriedigung materieller Bedürfnisse zu einem zentralen Ausdruck von Status, Persönlichkeit und Lebensgefühl wurde.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine technik- und konsumhistorische Arbeit, die auf einer fundierten Analyse historischer Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Konsumgesellschaft und eine detaillierte Untersuchung der Veränderungen in der Ernährung, Bekleidung, Wohnsituation und der Technisierung der Haushaltsführung.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Konsumgeschichte, Massenkonsum, Wirtschaftswunder, Identitätsbildung durch Konsum und der Wandel der Konsummentalität in der Bundesrepublik Deutschland.
Welche Rolle spielte die Technik im Kontext der Haushaltsführung?
Die Technik sollte durch Geräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen die Hausarbeit erleichtern, was jedoch oft zu einer Arbeitsintensivierung führte, statt die erhoffte Zeitersparnis vollständig einzulösen.
Wie veränderte sich die Bedeutung der Wohnung in den 1950er Jahren?
Die Wohnung wandelte sich vom reinen Ort der materiellen Versorgung zu einem Ort des Rückzugs, des sozialen Prestiges und der Inszenierung eines modernen Lebensstils.
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- Janina Bolz (Author), 2008, Der Konsum der neuen Konsumgesellschaft am Beispiel der Grundbedürfnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192346