Die Lüneburger Heide - Entstehung durch Natur und Kultur


Hausarbeit, 2012

16 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Was ist Geomorphologie?

2. Zum Begriff der Heide

3. Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide

4. Enstehung der Lüneburger Heide
4.1 Die Lüneburger Heide - Eiszeitlich geprägt
4.2 Einfluss des Menschen auf die Lüneburger Heide
4.2.1. Die Heidelandschaft in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
4.2.2. Landschaftsentwicklung im Mittelalter
4.2.3. Landschaftsverändernde Einflüsse zur Beginn der Neuzeit
4.2.4. Die Heidewirtschaft und ihr landschaftsprägender Einfluss
4.2.5. Aufforstungen der Wälder Ende des 19. Jahrhunderts und Erhaltung der Heidelandschaft

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Mit dem Begriff der Lüneburger Heide verbinden viele Menschen unwillkürlich ein ganz bestimmtes Landschaftsbild: weite rosarot blühende blühende Heideflächen ziehen sich über ein sanft bewegtes Gelände dahin, nur unterbrochen von sommerheißen Sandwegen, Birkenalleen und malerischen Wacholdergruppen. Bienengesumm erfüllt die Luft und Schnuckenherden streben ihren heidplaggengedeckten Ställen zu. Kulissenartig angeordnete Waldstücke im Hintergrund verleihen dieser Landschaft den Charakter eines großen Parkes.“ (Völksen 1984:7).

Dieses Zitat von Völksen beschreibt die Lüneburger Heide, wie sie vom Tourismus angepriesen wird. Es stellt eine bezaubernde atemberaubende Landschaft dar. Aber wie ist diese Landschaft eigentlich entstanden?

Ich versuche in dieser Hausarbeit dieser Frage nachzugehen, und gebe zunächst einen Definition zu den Begriffen „Geomorphologie“ und „Heide“ an, gebe anschließend einen groben Überblick zur Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide und befasse mich dann mit der Entstehung dieser Region. Ich wende mich dabei zunächst auf die eiszeitlichen Faktoren und befasse mich danach mit dem Einfluss des Menschen auf dieses Gebiet.

1. Was ist Geomorphologie?

„Geomorphologie ist die Wissenschaft von den Oberflächenformen der Erde“ (Leser 2003:14).

Sie ist ein Teilgebiet der Physischen Geographie und beschäftigt sich mit dem Georelief, das heißt sie setzt sich mit den Landformen der Erde, deren Gestalt, der Anordnung im Raum und deren Entwicklung auseinander (vgl. Baumhauer 2006:1, Leser 2003:8). Im Mittelpunkt dieser Wissenschaft stehen die Formbildungsprozesse, welche durch natürliche, aber auch durch anthropogene Einwirkungen sich verändern (Leser 2003:14).

2. Zum Begriff der Heide

Das Wort „Heide“ ist ein volkstümlicher Ausdruck und geht auf den althochdeutschen Begriff „heida“ zurück. Er ist mit dem englischen „heath“ und dem schwedischen „hed“ sprachlich verwandt. Früher verstand unter „Heide“ das ganze Land ohne bebauten menschlichen Wohnplatz, später wurde „Heide“ auf das unbebaute Land eingeschränkt und drückte soviel wie „Einöde“ aus. (Gruppe 1979:17)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lage der Lüneburger Heide (physisch) Quelle: Diercke Globus Online 2009

3. Lage und Abgrenzung der Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide gehört zu den nordwestdeutschen Heidegebieten. Sie ist eine reich gegliederte Diluviallandschaft, die sich als niedriger Landrücken zwischen der Stader Geest im Westen und der Altmark im Osten, sowie im Norden durch das Urstromtal der Elbe und im Süden durch das Urstromtal der Aller begrenzt wird (Völksen 1984:8).

Das Gebiet ist ein Altmoränengebiet , welches bis auf 169m ansteigt und etwa 7500 Quadratkilometer umfasst. Sie enthält den Naturschutzpark Lüneburger Heide und den Naturpark Südheide. Etwa ¼ der Gesamtfläche liegt über 80 Metern Höhe, Höhenunterschieder von 50 Metern auf engstem Raum sind keine Seltenheit (Schroeder-Lanz 1964:6).

Eine genaue und eindeutige Abgrenzung des Gebietes ist problematisch und sehr schwierig, da der Begriff „Lüneburger Heide“ auf volkstümlichen Überlieferungen beruht und ursprüglich nicht geographisch festgelegt war.

Die Begrenzungen, wie sie in der Abbildung 2 eingezeichnet sind, ergeben sich aus der „Naturräumlichen Gliederung Deutschlands“, die von den natürlichen Landschaftsfaktoren, wie das Relief, die Geologie, der Boden, das Klima und der Vegetation ausgeht und somit eine Differenzierung unterschiedlich strukturierter Landschaftsraumeinheiten erlaubt. Somit lässt sich die Lüneburger Heide in fünf Teillandschaften zusammensetzen, welche wie folgt lauten: Hohe Heide, Südheide, Ostheide, Luheheide, Uelzener Becken (Völksen 1984:8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die fünf Teillandschaften der Lüneburger Heide Quelle: Völksen 1984:9

4. Enstehung der Lüneburger Heide

4.1 Die Lüneburger Heide - Eiszeitlich geprägt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die Saalezeitliche Eisrandlage zwischen Bremerhaven und Salzwedel nach Lüttig und Ehlers Quelle: Semmel 1984

Das Norddeutsche Tiefland, welches die Lüneburger Heide mit einschließt, ist fast ausschließlich quartären Alters. Die entscheidenden Reliefprägung hat dieses Gebiet durch das Inlandeis erhalten, welches von Skandinavien kommend bis zu den Mittelgebirgen vorgestoßen ist. Die wesentlichen Formelemente sind zum größten Teil direkt oder indirekt durch Eiszeiten entstanden (Liedtke 1981: 123).

In der Lüneburger Heide, sowie in allen Altmoränengebieten, sind die Eisrandlagen nur sehr undeutlich ausgeprägt, obwohl die Vereisung dieses Gebietes nicht mehr als 150 000 – 170 000 Jahre zurückliegt. Aufgrund dessen gibt es viele verschiedene Auffassungen über den Verlauf der Eisrandlagen(Semmel 1984:308). In der Abbildung 3 wurden diese zusammengefasst.

Während der Weichsel-Vereisung überschritten die Gletscher die Elbe nicht mehr (Liedtke 1981:124), was somit impliziert, dass die Lüneburger Heide somit nicht mehr vom Weichsel-Eis erreicht worden ist. Das Relief dieses Gebietes haben ältere Eisvorstöße, deren Zahl im einzelnen nicht feststeht, geformt. Morphologisch bedeutsam sind hier eine ganze Reihe von Endmoränenzügen, welche ausnahmslos als Bildungen der Saale-Eiszeit angesehen werden. Ältere Oberflächen-Formen glazigener Entstehung sind in der Lüneburger Heide bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Jedoch sind für den Untergrund in diesem Gebiet vor allem elsterzeitliche tiefe glaziäre Rinnen von Bedeutung.

Westlich der Weichsel-Endmoränen finden sich im Schleswig-Holstein an verschiedenen Stellen Reste älterer Endmoränen, die in der Regel der Warthe-Vereisung zugeordnet werden. Diese Formen gehen südlich der Elbe in den Höhenrücken der Schwarzen Berge bei Harburg über und setzen sich bis in die nördliche Lüneburger Heide fort (Liedtke 1981:127), wie in der Abbildung 4 zu erkennen ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Endmoränenlage in Nordwest-Deutschland Quelle: Liedtke 1981

Wie ebenfalls aus der Karte zu erkennen ist wurde die Lüneburger Heide während des Saale-Komplex dreimal mit Eis bedeckt. Allgemein wird hier in drei Schritten unterteilt. In die in Fuhne-(Mehlbek-)Kaltzeit, in die Dömnitz-(Wacken-)Warmzeit, sowie in die Saale-Kaltzeit. Während der Saale Kaltzeit unterscheidet man noch die zwei großen Eisvorstöße Drehnte und Warthe.

Während der Fuhne-Mehlbek-Kaltzeit kam es zu einer Entwaldung des Gebietes , durch die Gletschermassen. In der Dömnitz-Wacken-Warmzeit wurde das Gebiet erneut bewaldet, wobei während der Saale-Kaltzeit hier eine tundrenartige Vegetation vorherschte, und das Gebiet, wie bereits angesprochen von den beiden Eisvorstößen Drehnte und Warthe gekennzeichnet wurde. (Seedorf 1977: 96ff.)

Die Hohe Heide ist die ausgeprägteste Eisrandlage, und gilt als „äußerste Warthe-Endmoräne, welche wahrscheinlich schon vor dem Drehnteeis vorgeformt wurde. Sie erstreckt sich von den Harburger Bergen, den Hanstedter Bergen, dem Wilseder Berg (169 Meter über NN) als höchste Erhebung, den Raubkammerhöhenund den Wierener Bergen südlich von Uelzen weiter nach Südosten. Sanderflächen sind diesem Endmoränenzug vorgelagert und dehnen sich bis 20km vor den ehemaligen Eisrand aus. Die Täler in dieser Region sind ehemalige Abflussbahnen des Schmelzwassers und münden in das Aller-Weser-Urstromtal (Seedorf 1977:96).

[...]

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Details

Titel
Die Lüneburger Heide - Entstehung durch Natur und Kultur
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Geographie und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Geomorphologie von Deutschland
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V192359
ISBN (eBook)
9783656172710
Dateigröße
1412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lüneburger Heide, Geomorphologie, physische Geographie
Arbeit zitieren
Sören Jensen (Autor), 2012, Die Lüneburger Heide - Entstehung durch Natur und Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192359

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