"Die sozialistische Massenmedien leisten als Führungs- und Kampfinstrumente der Partei der Arbeiterklasse und des sozialen Staates ihren Beitrag zur Veränderung der gesellschaftlichen Wirklichkeit mittels spezifischer journalistischer bzw. künstlerischer Mittel." (Geißler, Rainer In: DDR-Fernsehen intern. Berlin: Wiss.-Vlg. Spiess 1990, S. 298). So sah die Theorie aus, dass die Praxis beweisen die letzten Jahre vor der politischen Wende
der DDR.
Neben der Abhandlung geschichtlicher Ereignisse und Entwicklungen sowjetischen Besatzungszone über die Geburt bis zum Ende der DDR, werden auf den folgenden Seiten auch Erörterungen über die "Aktuelle Kamera" und die Situation der Medienmitarbeiterfolgen am Beispiel der Journalisten folgen.
Über die Entwicklung des Hörfunks im Abschnitt 2 dieser Arbeit, die bereits in der Zeit vor 1949 also der Besatzungszeit wurzelte über das erste Fernsehprogramm der DDR im dritten Teil bis hin zu den ersten privat- wirtschaftlichen Bestrebungen Sendeversuche sowie dem unausweichlichem Ende der DDR, die der vierte Punkt behandelt.
Am Beispiel der "Aktuellen Kamera" werde ich im Punkt 3.3. aufzeigen wie und mit welchen Mitteln die SED-Führung genauer das Zentralkomitee die Beeinflussung der Rezepienten versuchte. Von der Körperhaltung bis zum Wortgebrauch und Redeablauf war alles von Wirkungsabsichten durchdrungen. Die Gestaltung der Sendungen oder Zeitungen lag fest in der hand der SED und ihrer Gesandten.
Im Abschnitt 3.4. bietet sich ein besonderer Blickpunkt auf die Ereignisse. Aus der Sicht der Mitarbeiter des Rundfunks und der Presse, von denen sich die meisten im Laufe der Zeit immer weniger mit der Linie der Partei identifizieren konnten, die aber bis zu letzt an den revolutionären Bestrebungen des Volkes der DDR unbeteiligt waren, Geschweige denn die Geschehnisse reflektierten. Am Beispiel der Studentenzeitschrift "Forum" werde ich auf die Mitarbeiter der Presse eingehen. Auf deren Haltungen dem System gegenüber sowie deren Schicksal während und nach der politischen Wende.
Den Abschluss im Punkt 4 wird eine Betrachtung der Entwicklung der DDR-Medien sein. Was mit den einzelnen Radiosendern und Fernsehprogrammen sowie deren Mitarbeitern geschehen ist.
In der darauffolgenden Schlussbetrachtung werden die wesentlichen Aspekte dieser Arbeit zusammenfassend wiedergegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte: Rundfunkentwicklung in der sowjetischen Besatzungszone
2.1. Der Hörfunk
3. Medienarbeit in der DDR: Öffentlichkeitsarbeit unter der SED.(1949-1989)
3.1. Die Hörfunkentwicklung in der Frühphase der DDR.
3.2. Der ostdeutschen Fernsehfunks.
3.3. Der Prototyp sozialistischer Berichterstattung: Die Aktuelle Kamera.
3.4. Die Lage der Journalisten: Zwischen Berufsethos und politischer Gesinnung.
4. Entwicklung während und nach der politischen Wende: Was bleibt?
5. Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Rolle und Funktionsweise der Massenmedien in der DDR als Instrumente der SED-Führung. Zentrales Ziel ist es, den ideologischen Einfluss auf den Rundfunk und das Fernsehen sowie die Auswirkungen dieser staatlichen Kontrolle auf die journalistische Arbeit und die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung aufzuzeigen.
- Entwicklung des Rundfunks in der sowjetischen Besatzungszone
- Strukturen und Arbeitsweisen von DDR-Hörfunk und Fernsehen
- Die "Aktuelle Kamera" als Propagandainstrument
- Journalistische Ethik und Haltungen unter staatlicher Anleitung
- Wandel der Medienlandschaft im Zuge der politischen Wende
Auszug aus dem Buch
3.3. Der Prototyp sozialistischer Berichterstattung: Die Aktuelle Kamera.
"Die sozialistische DDR des Fernsehens war eine überaus erfolgreiche DDR, ein glückliches, zufriedenes, strahlendes, fortschrittliches, zukunftsoptimistisches Land." (Geißler, Rainer In: DDR-Fernsehen intern. Berlin: Wiss.-Vlg. Spiess 1990,S. 297). Der nicht unwesentliche Beitrag der "Aktuellen Kamera" bei der Erzeugung einer Illusion eines vollkommenen Landes in dem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander in harmonischen Einklang existieren, begann mit der erstmaligen Ausstrahlung dieser Nachrichtensendung am 11.10. 1957. Die Verflechtung der Nachrichtenredaktion war durch die SED-Mitgliedschaft von mindestens 95 % der Mitarbeiter gegeben( Schütte, Georg In DDR-Fernsehen intern.1990, S. 315).
Die Struktur dieser Sendung ist einfach und unkompliziert. Die Nachrichtensprecher, immer vorbildlich aufrecht sitzend, wirken ernsthaft konzentriert und sprechen sorgfältig und deutlich ihre Texte. Ein Lächeln ist nie zu sehen, ebenso wie Zeichen der Anteilnahme an Schreckensmeldungen, selbstverständlich aus dem Ausland ( Heym, Stefan In: So durften wir glauben zu kämpfen... . hg.v. Edith Spielhagen. Berlin:Vistas 1993, S. 93). Die Sprache, voll wohlklingender Substantive sowie umschreibender Adjektive, greift vor allem auf Klischees zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die theoretische Funktion der Medien als Machtinstrument der SED und gibt einen Ausblick auf die Analyse der journalistischen Praxis.
2. Vorgeschichte: Rundfunkentwicklung in der sowjetischen Besatzungszone: Dieses Kapitel beschreibt die Anfänge des Rundfunks unter der SMAD und wie frühzeitig ideologische Kontrollstrukturen etabliert wurden.
3. Medienarbeit in der DDR: Öffentlichkeitsarbeit unter der SED.(1949-1989): Hier wird detailliert analysiert, wie Hörfunk, Fernsehen und die "Aktuelle Kamera" zur Steuerung der Öffentlichkeit genutzt wurden und unter welchen Bedingungen Journalisten arbeiteten.
4. Entwicklung während und nach der politischen Wende: Was bleibt?: Der Abschnitt beleuchtet den Zusammenbruch des Medienmonopols sowie die Transformation der Rundfunkstrukturen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung.
5. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse über die Instrumentalisierung der Medien und das Schicksal der Journalisten zusammen.
Schlüsselwörter
DDR, SED, Rundfunk, Fernsehen, Aktuelle Kamera, Propaganda, Agitation, Journalismus, Meinungsfreiheit, Zensur, Sozialismus, Medienkontrolle, politische Wende, Massenmedien, Journalisten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Massenmedien in der DDR als Lenkungsinstrumente der SED und deren Einfluss auf die Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rundfunk- und Fernsehgeschichte, die Arbeit der "Aktuellen Kamera" sowie das Spannungsfeld zwischen journalistischem Ethos und politischer Vorgabe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine zentralisierte Mediensteuerung ein täuschendes Bild der DDR-Realität erzeugt wurde und welche Folgen dies für das Vertrauen der Bürger hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Erlebnisberichte von DDR-Journalisten mit historischen Daten und Medienanalysen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung vom Besatzungsrundfunk bis zum Ende der DDR, inklusive der Programmstrategien und der Arbeitsbedingungen in den Redaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören DDR-Medien, Propaganda, SED-Führung, "Aktuelle Kamera" und Transformation.
Wie war die journalistische Arbeit konkret organisiert?
Die Arbeit war durch eine strikte Anleitung durch das Zentralkomitee geprägt, wobei Artikel und Sendungen vorab kontrolliert wurden, um der Parteilinie zu entsprechen.
Was geschah mit den Journalisten nach der Wende?
Nach der Wende wurden die Journalisten mit ihrer Vergangenheit konfrontiert; viele wurden überprüft und ihre Rolle in der DDR kritisch hinterfragt, was zu einer Phase der Unsicherheit und Entlassungen führte.
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- Jessica Karcher (Author), 2001, Medien in der DDR. Meinungsfreiheit unter der SED, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19235