Ulrich Bechts Theorien der Individualisierung und Globalsierung und deren Auswirkungen auf die Bildung der Identität


Magisterarbeit, 2003

62 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung

0 Einleitung

1 Grundlegende Betrachtungen
1.1 Historische Vorläufer der Beckschen Individualisierungstheorie
1.2 Identitätstheoretische Grundannahmen (nach KRAPPMANN)

2 Betrachtungen zur Theorie der Individualisierung aus den Perspektiven der Autoren BECK und ELIAS
2.1 Der Prozess der Individualisierung in den Analysen von Ulrich BECK
2.1.1 Die Theorie der „reflexiven Moderne“
2.1.2 BECKs Individualisierungsverständnis
2.1.3 Die Rolle des Staates
2.1.3.1 Die Rolle des Staates aus der Innenperspektive
2.1.3.2 Die Rolle des Staats aus der Außenperspektive
2.1.4 Becks „Weltgesellschaft“
2.1.5 Unter welchen Bedingungen findet Identitätskonstruktion bei Beck statt?
2.1.6 Kritik
2.2 Der Prozess der Individualisierung in den Analysen von Norbert ELIAS
2.2.1 Ausgangspunkt: Der prozess-soziologische Zugang
2.2.2 Menschliche Figurationen als Basis der Gesellschaft
2.2.3 ELIAS` Individualisierungsverständnis
2.2.4 Die Rolle des Staates
2.2.4.1 Die Rolle des Staates aus der Innenperspektive
2.2.4.2 Die Rolle des Staats aus der Außenperspektive
2.2.5 Die höchste Integrationsstufe: Die Menschheit - Chancen der „Weltgesellschaft“

3 Ein Vergleich - Differenzen und Übereinstimmungen zwischen den Betrachtungen der Soziologen BECK und ELIAS
3.1 Differenzen
3.1.1 Die Dimension der Freisetzung
3.1.2 Der Selbstzwang
3.1.3 Die Gemeinschaftsbildung
3.2 Gemeinsamkeiten
3.2.1 Das Verhältnis der „Wir-Ich- Balance“
3.2.2 Die Bedeutung staatlicher Institutionen
3.2.3 Die „Weltgesellschaft“

4 Konsequenzen für die Konstruktion der Identität
4.1 Rekapitulation der Krappmannschen Identitätstheorie
4.2. Identitätskonstruktion des Beckschen Individuums
1. Wie verändern sich in der Beckschen Ausführungen, insbesondere durch den Prozess der Globalisierung, die Bedingungen für Identitätskonstruktion?
2. Wie beeinflusst die Individualisierung der „reflexiven Moderne“ die Identitätskonstruktion? 54 3. Fehlen der Krappmannschen Identitätstheorie Kategorien, die für die Rezeption der Thesen Becks notwendig wären?
4.3 Fazit: Sind BECKs und ELIAS` Ausführungen für identitätstheoretische Betrachtungen von Nutzen?

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang: Eidesstaatliche Erklärung

0 Einleitung

In der Soziologie existieren zwei gegensätzliche Betrachtungsweisen, die sich mit dem Verhältnis von Gesellschaft und Individuum auseinandersetzen – das kollektivistische und das individualistische Gesellschaftsmodell. Während der kollektivistische Ansatz davon ausgeht, dass es in einer Gesellschaft keine Individuen gibt, diese folglich auch keine Relevanz für die Existenz einer Gesellschaft besitzen, ist im individualistischen Gesellschaftsmodell gegenteiliges der Fall. Hier wird das Individuum als Ausgangspunkt der Gesellschaft verstanden, da es die Basis der Gesellschaft bildet (Ebers 1995: 168). Trotz ihrer Gegensätzlichkeit haben beide Modelle dasselbe Problem – das Verhältnis von Gesellschaft und Individuum richtig zu erfassen. Das Konzept der Individualisierung bietet die Möglichkeit, sozialkulturelle und subjektive Betrachtungsebenen zu verbinden. Wobei der Prozess der Individualisierung immer einen doppelten Prozess beschreibt, da einerseits gesellschaftliche Sachverhalte wie traditionelle Bindungen und Abhängigkeiten aufgelöst werden, andererseits aber kollektivistische zugunsten individualistischer Momente bei der Identitätsbildung eines Menschen abnehmen (ebd.).

Verschiedene Soziologen haben mit dem Begriff der Individualisierung mit je eigenen Bedeutungen gearbeitet. Im Folgenden wird hier beispielhaft auf die individualisierungstheoretischen Ausführungen WEBERs, SIMMELs und DURKHEIMs eingegangen. Das Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit soll aber den Thesen Ulrich BECKs gewidmet werden. BECK beschäftigt sich als ein Soziologe der Gegenwart seit einigen Jahren intensiv mit dem Individualisierungsprozess, der neben Rationalisierung und Differenzierung als drittgrößte Entwicklungslinie der Moderne gelten kann. BECK bettet seine Ausführungen, in welchen er sich besonders in jüngster Vergangenheit zunehmend mit dem Prozess der Globalisierung beschäftigt, in die Theorie der „reflexiven Moderne“ ein (BECK 1999).

In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, BECKs Thesen zur Individualisierung und Globalisierung kritisch zu untersuchen. Um BECKs Aussagen in einem sozialwissenschaftlichen Kontext betrachten zu können, wird neben den erwähnten klassischen Betrachtungsweisen WEBERs, SIMMELs und DURKHEIMs auch Norbert ELIAS` Theorie der Individualisierung in die Ausführungen einbezogen.

Als Ausgangspunkt dieses Arbeit kann hierbei die folgende Forschungsfrage gelten: Kann man die Betrachtungen von BECK und ELIAS dazu heranziehen, um die Auswirkungen der Modernisierung – insbesondere die der Individualisierung und Globalisierung – auf die Konstruktion der Identität zu untersuchen?

Der erste Abschnitt dieser Arbeit soll einerseits dazu dienen, die historischen individualisierungstheoretischen Herangehensweisen der Soziologen Max WEBER, Georg SIMMEL und Emile DURKHEIM als theoretischen Rahmen in die Diskussion einzuführen.

Im Anschluss daran, werden die identitätstheoretischen Grundannahmen Lothar KRAPPMANNs vorgestellt. KRAPPMANN, dessen Annahmen sich an den Symbolischen Interaktionisten Georg Herbert MEAD und Irvin GOFFMANN orientieren, unterscheidet zwischen „personaler“ und „sozialer“ Identität und versucht so, individuellen und sozialen Komponenten der Identität gerecht zu werden (KRAPPMANN 1988).

Im zweiten Abschnitt werden die Betrachtungen BECKs und ELIAS` zur Individualisierung und Globalisierung vorgestellt. Dies soll anhand einiger ausgewählter Aspekte, wie der theoretischen Einbettung, der Bedeutung des Staates sowie der Herausbildung einer globalen Kultur geschehen.

BECK, dessen Annahmen im Rahmen der Theorie der „reflexiven Moderne“ dargestellt werden, betrachtet Individualisierung im Kontext des Sozialstaats und grenzt seine Thesen von vorangegangenen Betrachtungen ab, indem er das Individuum nicht mehr aus der Ständegesellschaft in die Industriegesellschaft, sondern aus der Industriegesellschaft in die Risikogesellschaft entlässt. BECK betrachtet Individualisierung und Globalisierung als verwandte Prozesse gegenwärtiger Modernisierung (BECK 1994: 470).

Um die Verknüpfung zwischen beiden Prozessen herzustellen, wird neben der Betrachtung innerstaatlicher Prozesse auch aus außerstaatlicher Perspektive auf die weltweit zunehmenden „[...] Handlungen über Distanzen hinweg [...]“, die von BECK als „Globalisierung“ bezeichnet werden, Wert gelegt (BECK 1994: 470).

Um die Betrachtung der Beckschen Thesen im Kontext individualisierungstheoretischer Vorläufer zu ermöglichen, wird über den Verweis auf die Betrachtungen DURKHEIMs, WEBERs und SIMMELs hinaus auch Norbert ELIAS` Individualisierungsverständnis vorgestellt. Dieser versteht den Prozess der Individualisierung vor allem als Herauslösung des Individuums aus traditionellen Bindungen und der Entstehung eines verinnerlichten Selbstzwangs. BECK und ELIAS beziehen sich in ihren Ausführungen auf die Bildung einer globalen Kultur bzw. „Weltgesellschaft“. Während ELIAS davon ausgeht, dass es in der Entwicklung der Menschheit immer wieder gesellschaftliche Höherentwicklungen gibt, in der menschliche Gesellschaften auf die nächsthöhere Integrationsebene übergehen, und die „Weltgesellschaft“ als einen solchen Prozess behandelt, begreift BECK die „Weltgesellschaft“ als „Kultur der Kulturen“, welche sich auf der Basis der Unterschiedlichkeit der Kulturen konstituiert.

Beide sehen eine Ursache dieser Entwicklung in der Entstehung eines globalen Verantwortungsgefühls. Für BECK stellt diese Entwicklung die Folge wachsender globaler Gefahrenlagen dar. ELIAS hingegen betrachtet die Entstehung eines globalen Bezugsrahmens als erneuten gesellschaftliche Integrationsschub.

Auf der Grundlage des zweiten Abschnitts werden im darauffolgenden dritten Abschnitt im Rahmen eines Vergleichs Differenzen und Übereinstimmungen zwischen den Betrachtungen BECKs und ELIAS` herausgestellt. Bedeutungsvolle Themen sollen in diesem Kontext u.a. die Dimensionen der Freisetzung, der Selbstzwang, die Gemeinschaftsbildung sowie die Entstehung der „Weltgesellschaft“ sein.

Darüber hinaus wird im vierten Abschnitt, ebenfalls auf der Basis des zweiten Teils, eine genauere Untersuchung der bereits benannten Forschungsfrage angestrebt. Dies soll im Rahmen einer Rekapitulation der Krappmannschen Identitätstheorie sowie der Aufstellung und Beantwortung einiger für den Problembereich der Identitätskonstruktion relevanter Fragestellungen geschehen.

1 Grundlegende Betrachtungen

1.1 Historische Vorläufer der Beckschen Individualisierungstheorie

Wie der Prozess der Globalisierung so ist auch der Individualisierungsprozess historisch keineswegs eine Erscheinung des ausklingenden 20. Jahrhunderts. Bereits zu beginn des 20. Jahrhunderts fanden Theorien zur Individualisierung aus verschiedenen Federn den Weg in die Schriften soziologischer Gelehrter.

BECK, der sich heute unter der Begrifflichkeit „reflexive Moderne“ mit beiden Erscheinungen beschäftigt, verweist bereits darauf, dass die Theorie der „Individualisierung“ keineswegs eine Erfindung des endenden 20. Jahrhunderts ist. So versuchten bereits u.a. DURKHEIM, WEBER und SIMMEL den sozialen Wandel, der sich im Rahmen der fortschreitenden Moderne beobachten ließ, durch die soziologische Kategorie der Individualisierung zu erklären (Kippele 1998).

Max WEBER nahm an, dass die religionsbedingte abendländische Rationalisierung die Formen des sozialen Handelns verändert hat. Die darauf aufbauenden sozialen Gebilde stehen „[…] dem Individuum vermehrt als unflexible, nach formalen Regeln funktionierende Strukturen gegenüber, […]“ (WEBER [1921] 1980: 565). Dies habe zur Folge, dass die Handlungen des Individuums innerhalb dieser Strukturen sachlicher, unpersönlicher und utilitaristischer werden. Instrumentelle Vernunft und rationales Denken durchdrängen nach und nach alle Lebensbereiche und lösten durch ihre analytische Kraft ihren Zusammenhalt auf. Die gegenwirkende Tendenz beschreibt WEBER als einen Individualisierungsprozess, der sich durch das Verinnerlichen der ehemals durch Institutionen vermittelten Kontrolle auszeichne und intraindividuell wirke. Die individuelle Selbstkontrolle berge Zeitdisziplin, Bedürfnisunterdrückung und Befriedigungsaufschub in sich (WEBER [1921] 1980).

WEBER sieht die Gefahren des Individualisierungsprozesses in der Bedürfnisunterdrückung. Weniger die Auflösung bestehender Strukturen geben ihm zu denken, sondern die Gefahr der fortschreitenden Selbstbeschränkung, die zu einer Einengung der inneren Zustände der Menschen führten (ebd.).

WEBER hält abschließend fest, dass die einzelne Person passiv im Netz ihrer wachsenden Bindungen gefangen sei (ebd.).

Auch SIMMEL setzte sich mit dem Grundthema der Veränderung des Verhältnisses zwischen Individuum und Gesellschaft auseinander (SIMMEL [1900] 1989).

SIMMEL analysierte eine frühe Individualisierungsphase, die sich durch die Ausdifferenzierung industriegesellschaftlicher Institutionen und den Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft kennzeichnen ließ (SIMMEL 1993). Nach SIMMEL löste der Prozess sozialer Ausdifferenzierung und Rationalisierung Individualisierungsschübe aus. Auch er begreift Individualisierung dementsprechend als Freisetzungsprozess. Durch die Auflösung traditioneller, für das Überleben der Menschen immens wichtiger, Beziehungen komme es zu einer Auflockerung, die zu einer Verminderung zwischenmenschlicher Solidarität führe. Auf der Seite des Individuums bedeute dies, dass innerhalb sozialer Gruppen weniger Fürsorge-, Verantwortungs- und Kontrollleistungen erforderlich seien. Die geringere Kontrolle und höhere Freiheit von sozialen Normen führe zu mehr Eigenverantwortung des Individuums, der auch von WEBER aufgeführten Selbstkontrolle. Die neuen Beziehungen des Menschen charakterisieren sich durch steigende Häufigkeit, größere Distanzen und kosmopolitische Einflüsse. Sie sind vielfältiger als traditionelle Beziehungen und entstehen häufiger aufgrund bedürfnisbedingter Erwägungen. So schreibt SIMMEL:

„Das Leben wird einerseits unendlich leicht gemacht, indem Anregungen, Interessen, Ausfüllungen von Zeit und Bewußtsein sich ihr von allen Seiten anbieten […]. Andererseits aber setzt sich das Leben doch mehr und mehr aus diesen unpersönlichen Inhalten und Darbietungen zusammen, die eigentliche persönliche Färbungen und Unvergleichlichkeiten verdrängen wollen […].“ (SIMMEL 1993: 203)

Zu den Nachteilen dieser neuen Bindungen zählen für SIMMEL folglich deren schwächere Bindungskraft, ihre Einseitigkeit und Sachbezogenheit. Das Individuum verfüge, dank der Lösung aus alten, erdrückenden Bindungen, nunmehr über einen größeren Entscheidungs- und Handlungsspielraum (ebd.).

DURKHEIM beschäftigt sich mit seinen Analysen zur Individualität vor dem Hintergrund des Übergangs von segmentären in arbeitsteilige Gesellschaften. Innerhalb dieser Übergangsphase lockere sich das soziale Band, welches das Individuum an sein soziales Herkunftsmilieu bindet. Dies führe dazu, dass der einzelne Mensch beweglicher, autonomer und aktiver werde (DURKHEIM [1902] 1988: 470). Die zwei Hauptveränderungen sieht DURKHEIM im quantitativen Rückgang der „conscience collective“ und der qualitativen Veränderung der „conscience collective“. Erstere beschreibt die Beobachtung, dass die Handlungen, Emotionen und Denkweisen des Individuums sich immer weniger mit gesellschaftlichen Standards decken. Qualitativ verändert habe sich, nach DURKHEIM, die Wirkung der Moral. So nimmt er an, dass das einzige Bindeglied zwischen den Individuen statt moralisch fundierter Bindungen nun mehr deren Individualität sei (DURKHEIM [1898] 1970: 265). DURKHEIM verweist auf eine Veränderung der sozialen Kontrolle, die ehemals eine einförmige Harmonie garantierte. Sie musste inzwischen einer spezialisierten, toleranten Kontrolle weichen.

Im allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass die Ursachen dieses gesellschaftlichen Wandels bei den meisten Autoren einerseits im Bevölkerungswachstum und andererseits in der Arbeitsteilung zu suchen sind (Kippele 1998: 200). Dementsprechend verlängern und vervielfältigen sich menschliche Beziehungen als direkte Folge des Bevölkerungswachstums. Ferner verdichtet sich dadurch das soziale Beziehungsnetz. Zudem kommt es zu einer Versachlichung und Spezialisierung sozialer Beziehungen. Versachlichung meint hier zunehmende Anonymisierung, Rationalisierung, Objektivierung sowie Instrumentalisierung sozialer Beziehungen.

Durch die Herauslösung des Einzelnen aus traditionellen Verbänden erfolgt eine zunehmende Verselbständigung. Gleichzeitig verlagert sich die ehemals äußere soziale Kontrolle ins Innere des Individuums (ebd.).

Neben der sozialen Emanzipation bzw. Herauslösung aus traditionellen Herkunftsverbänden, emanzipiert sich das Individuum auch kulturell. Die kulturelle Emanzipation beschreibt, dass Menschen nicht mehr in dem Maße wie in früheren Zeiten an überlieferte Werte gebunden sind. Statt der weitgehend fraglosen Übernahme tradierter Werte und Verhaltensformen, bietet sich dem Einzelnen nun die Möglichkeit der unabhängigen Meinungsbildung und individueller Weltanschauung (ebd.).

Wie bereits bei DURKHEIM zu lesen war emanzipiert sich der Mensch mit zunehmender Individualisierung auch von moralischen Werten. Das Individuum ist nicht mehr verpflichtet, für bestimmte Personen oder Gruppen Leistungen zu erbringen. Dies führt allerdings dazu, dass der Einzelne im geringeren Maße sozialen Schutz und Halt durch die Gruppe erfährt (Kippele 1998: 222).

Bereits DURKHEIM, SIMMEL wie auch ELIAS beschäftigten sich mit der Individualisierung als Kosmopolitanismus . Der kosmopolitische Mensch bildet für die meisten Autoren die Möglichkeit des Individuums auf dem sich bildenden Weltmarkt internationale Kontakte in den Bereichen Ökonomie, Politik und Wissenschaft aufzubauen (Kippele 1998: 223). Nach DURKHEIM und SIMMEL zeichnet sich der kosmopolitische Mensch vor allem durch die abstrakten Gesinnung aus, welche darauf beruht, „[…] weltweite allgemeinmenschliche Gemeinsamkeiten (wieder) als Ideal erscheinen [zu] lassen […].“ (Kippele 1998: 222).

Im Folgenden werden die Ausführungen der Soziologen WEBER, DURKHEIM und SIMMEL zum Zwecke der Vereinfachung unter dem Begriff „klassische Betrachtungen“ aufgeführt.

1.2 Identitätstheoretische Grundannahmen (nach KRAPPMANN)

Lothar KRAPPMANN versteht unter der Kategorie der Identität primär die Leistung, die ein Individuum erbringen muss, um die Möglichkeit zu erwerben sich an Kommunikations- und Interaktionsprozessen zu beteiligen. Die Notwendigkeit dieser Leistung ergibt sich aus strukturellen Bedingungen des Interaktionsprozesses.

Genauer heißt es bei KRAPPMANN:

„Die Identität stellt dar, wie das Individuum im Horizont der Anforderungen der derzeitigen Interaktionspartner seine eigenen Erwartungen und Bedürfnisse verstanden wissen will, die von seiner Beteiligung an anderen Interaktionssystemen, von den zu einer Biografie verknüpften früheren Weisen des Auftretens in sozialen Beziehungen und von den Antizipationen möglicher künftiger Interaktionssituationen abhängen.“ (KRAPPMANN 1993: 207).

Die Verknüpfung zwischen subjektiven bzw. individuellen und objektiven bzw. sozialen Aspekten der Identität schafft KRAPPMANN, in Anlehnung an GOFFMAN und MEAD, durch die Unterscheidung zwischen „sozialer“ und „personaler Identität“ (KRAPPMANN 1988).

Für GOFFMAN besteht der soziale Aspekt der Identität aus der „sozialen“ sowie der „personalen“ Identität. Der soziale Identitätsaspekt beziehe sich auf die sozialen Werte und Normen, mit welchen das Individuum in jedem Interaktionsprozess konfrontiert werde. Diese spiegelten die Erwartungen der anderen Interaktionsteilnehmer wieder. Dem gegenüber stehe der personale Teil der Identität, der sich auf der Basis der von außen zugeschriebenen Einzigartigkeit des Individuum konstituiert. Beide Komponenten seien Erwartungen der sozialen Umwelt, die an das Individuum gestellt werden (KRAPPMANN 1993: 208). Unter der genannten Einzigartigkeit versteht GOFFMAN den individuellen Merkmalskomplex einer Person (KRAPPMANN 1993: 73). Die „personale“ Identität beruhe demgemäss auf den Zuschreibungen anderer Interaktionsteilnehmer. Zu beachten sei, dass der Einzelne diesen Erwartungen, besonders der Zuschreibung der Einzigartigkeit, nie vollkommen entsprechen könne. Dies erkläre sich aus dem Umstand, dass einem gänzlich einzigartigen Menschen jegliche Gemeinsamkeit mit anderen Menschen, ein integraler Bestandteil von Kommunikation und Interaktion, fehlen würde (ebd.)

Der subjektive bzw. individuelle Teil der Identität wird von GOFFMAN als „Ich-Identität“ bezeichnet. Sie bildet die Voraussetzung und Folge der Präsentation der gesamten Identität (KRAPPMANN 1993: 169). Die „Ich-Identität“ entstehe in der Auseinandersetzung mit dem, durch Zuschreibungen konstituierten, personalen Teil der Identität (ebd.: 76). Dabei sei die „Ich-Identität“ der Ort der Entstehung und Zuschreibung der personalen Identität des jeweiligen Interaktionsprozesses. Die Fähigkeit zur Präsentation der „Ich-Identität“ sei nicht allen Individuen im gleichem Maß gegeben, stattdessen hänge sie von individuellen Merkmalen ab (KRAPPMANN 1993: 168).

HABERMAS ergänzt GOFFMANs Begriffsapparat später um die Kategorie der „phantom uniqueness“. Diese stelle den Versuch des Individuums dar, seine Einzigartigkeit trotz der sozialen Erwartungen und Symbole, die es mit anderen teilt, darzustellen (KRAPPMANN 1993: 208).

Auch MEAD stellte fest, dass sich die Identität des Individuums aus zwei Bestandteilen zusammensetzt – aus den antizipierten Erwartungen der Anderen und aus der individuellen Antwort des Individuums. MEAD nahm diesbezüglich die Unterscheidung zwischen dem „I“ und dem „ME“ vor. Während das „ME“, die Erwartungen der sozialen Umwelt wiederspiegelt, bildet das „I“ die individuelle Antwort auf diese Erwartungen (KRAPPMANN 1993: 39).

Das handlungsfähige Individuum muss, nach KRAPPMANN, dazu in der Lage sein, divergierende Erwartungen in seinem Auftreten zu berücksichtigen und dennoch Konsistenz und Kontinuität zu behaupten. Auch solle es einem vorläufigen Konsens über Situationsinterpretationen zustimmen, Vorbehalte aber gleichfalls deutlich machen. Darüber hinaus solle es sich an der jeweiligen Interaktion beteiligen, gleichzeitig aber auf das Austauchverhältnis – also den Aspekt der gegenseitigen Einflussnahme – verweisen. Anderen Interaktionspartnern müsse das handlungsfähige Individuum als zuverlässig erscheinen, ebenso aber verdeutlichen, dass es auch anders handeln kann, als es bisher gehandelt hat (KRAPPMANN 1993: 56).

Darüber hinaus geht die Krappmannsche Identitätstheorie von einem kreativen Individuum aus. Dieses Menschenbild soll dem Identitätsträger die Möglichkeit für einen konstruktiven Umgang mit gesellschaftsspezifischen Wertvorstellungen bieten. Dieses „kritische Potential“ des Individuums entsteht aus strukturellen Notwendigkeiten, die es ermöglichen, nicht übereinstimmende Normen negieren und überschreiten zu können. Allerdings könne sich nicht jede „Neuinterpretation“ in der Interaktion durchsetzen. So können widerstrebende Interessen anderer Interaktionsteilnehmer die Annahme eines Wandels verhindern (ebd.: 209). Die Möglichkeit der Ablehnung eines Wandels ergebe sich, nach KRAPPMANN, aus der Notwendigkeit, dass eine Übereinstimmung hinsichtlich des Wandels zwischen den Interaktionsteilnehmern vorhanden sein muss. Erst wenn diese vorhanden sei, kann sich ein Wertwandel oder eine Neudefinitionen durchsetzen.

Gesellschaftlicher Wandel wirkt gesetzesmäßig wieder auf die Identität des Individuums zurück. Dementsprechend geht KRAPPMANN von der Prozesshaftigkeit der menschlichen Identität aus. Diese unterliege der ständigen Neudefinition. Sozialer Wandel werde durch das lebenslange Erlernen neuer Klassifikationsregeln, die es dem Einzelnen erlauben „[…] mit relevanten Bezugsgruppen zu kommunizieren und deren Erwartungen zu antizipieren“, unterstützt (KRAPPMANN 1993: 45). Die neugewonnenen Kategorien müssen einerseits die Übermittlung von Sinngehalten gewährleisten, andererseits, ebenso wie die interagierenden Identitäten, von explorativer und offener Beschaffenheit sein (ebd.).

KRAPPMANN verweist in diesem Zusammenhang auf die Konzepte von STRAUSS, der diese Prozesse als Identitätstransformationen bezeichnet. Des weiteren nimmt KRAPPMANN an, dass diese Transformationsprozesse durch institutionalisierte Vorkehrungen, wie zum Beispiel Schulen und Beratungen, unterstützt werden und innerhalb des ganzen Lebens präsent sind (ebd.: 44). Während der Identitätstransformation fließen zunächst negierte Erfahrungen früherer Interaktionen zu einem späteren Zeitpunkt in die Selbstdarstellung des Individuums ein. Identitätstransformationen bzw. Persönlichkeitswandel können, nach KRAPPMANN, als Variationen eines Grundthemas verstanden werden (ebd.).

Für die Konstruktion und Revision von Identitäten ist die Sprache von fundamentaler Bedeutung. Dementsprechend sei die Entstehung, Konstruktion und Revision von Identität vor allem auf die sprachliche Darstellung – in Form von Auseinandersetzungen hinsichtlich einer Situationsinterpretation und Erwartungshaltung – angewiesen (KRAPPMANN 1993: 12). Die Sprache muss dem gemäß drei Funktionen erfüllen. Zuallererst sollte sie so beschaffen sein, dass der Informationsverlust ein minimales Maß beträgt. Darüber hinaus müsse sie sich als Instrument der Problemlösung anwenden lassen. Schließlich muss sie ebenso die Möglichkeit bieten, auch überschüssige Informationen – Sprachinhalte, die über die Erwiderung der gesendeten Informationen hinaus gehen, also bspw. die Mitteilung der eigenen Meinung – sinnvoll auszudrücken (ebd.).

Zusammenfassend lassen sich nach KRAPPMANN zwei wichtige Bausteine der Identität extrahieren:

1. Das Bedürfnis der Identität nach Abgrenzung bzw. Unterscheidung im Bezug auf andere Interaktionsteilnehmer (Einzigartigkeit).
2. Das Selbstbewusstsein eines Menschen bzw. Konzepte der Verarbeitung (Ich-Identität) äußerer Einflüsse, welche sich als soziale Erwartungen in der sozialen und personalen Identität manifestieren.

2 Die Theorie der Individualisierung aus den Perspektiven der Autoren BECK und ELIAS

2.1 Der Prozess der Individualisierung in den Analysen von Ulrich BECK

BECK lässt sich in die Reihe der Sozialwissenschaftler einordnen, die sich um die Beschreibung dessen bemühen, was als die Folgen von Modernisierung begriffen werden kann. Vorab sei mir der Hinweis auf ein wesentliches Manko der Beckschen Ausführungen gestattet: Das Fehlen jeglicher empirischer Fundierung und Begriffsklärungen, sowie die fraglose Übernahme der Vorannahme der Moderne. BECK setzt den Prozess der Modernisierung als selbstverständliche Entwicklung voraus und baut seine Theorie der „reflexiven Modernisierung“ darauf auf.

2.1.1 Die Theorie der „reflexiven Moderne“

In der soziologischen Fachliteratur lassen sich idealtypisch zwei Stadien der Moderne unterscheiden. In der „Ersten Moderne“ ließen sich die Kategorien sozialer Zugehörigkeit und Identität auf herkunftsbedingte Merkmale des Menschen, wie Geschlecht, Familienzugehörigkeit und Abstammung, zurückführen (BECK 1997a: 205). Diese Art sozialer Differenzierung und Kategorisierung beruhe auf drei Merkmalen der Gesellschaft.

Die Vorstellung getrennter Welten, zum Beispiel zwischen Mann und Frau, ermögliche und rechtfertige eine klare Trennung zwischen „In-Group“ und „Out-Group“. Das zweite Merkmal legitimiere die naturalistische Differenzierung durch den Verweis auf die Naturgegebenheit bzw. Entscheidungsunabhängigkeit sozialer Zugehörigkeiten. Das dritte und letzte Merkmal beinhalte die widerspruchsfreie Zusammenfügung aller Zugehörigkeiten eines Menschen zur nationalen Identität (ebd.). Der Mensch der industriegesellschaftlich-nationalstaatlichen Moderne werde also ganz und gar dominiert von partikularistischen Loyalitäten des Geschlechts, der Familie, der ethnischen Gruppe, der Klasse u.s.w. Diese essentialistisch begründeten Grundlagen sozialer Differenzierung und Identitätskonstruktion verloren im Verlauf der Modernisierung ihre Bedeutung. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts erfolgte eine Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen. Der „Fahrstuhl-Effekt“ bedeutete für die Menschen mehr Einkommen, mehr Mobilität, mehr Rechte und mehr Bildung (BECK / BECK - GERNSHEIM 1994: 119). Besonders die Stellung der Frau veränderte sich grundlegend. Durch die Bildungsexpansion, den Zugang zum Arbeitsmarkt und sozialstaatliche Regelungen habe sie, nach BECK, ihre Abhängigkeit vom Mann verloren (ebd.).

Zudem seien mit zunehmender sozialer wie geographischer Mobilität traditionelle Herkunftsidentitäten, ethnische Zugehörigkeiten sowie klassische soziale Differenzierungsmuster verschwommen. Folglich bildeten sich neue Bezugspunkte der Identitätskonstruktion heraus (BECK 1997a: 206). Diese begründen sich nicht mehr ausschließlich aus der Kultur des nationalstaatlichen Konservatoriums. Stattdessen arbeiten, lieben, kaufen, reisen die Menschen mehr und mehr international und kombinierten so verschiedenste kulturelle Zugehörigkeiten und Einflüsse in ihren Identitäten.

Nach BECK war der Epochenumbruch zwischen der Ersten und der Zweiten bzw. der einfachen und der „reflexiven Moderne“ die Konsequenz eines Prozesses, in welchem leitende Ideen und Kernantworten der „Ersten Moderne“ ihre Selbstverständlichkeit und ihre Überzeugungskraft einbüßten. Er präzisiert diese Aussage folgendermaßen:

„[…] in der Dimension der Globalisierung, die Idee der Territorialität, in der Dimension der Arbeitsgesellschaft die Idee der Vollbeschäftigung, in der Dimension der Individualisierung die Idee der vorgegebenen Gemeinschaften und Hierarchie, in der Dimension der Geschlechterverhältnisse die Idee der ´natürlichen` Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen, in der Dimension der ökologischen Krise die Idee der Ausbeutung der Natur als Grundlage grenzenlosen Wachstums.“ (BECK 1999: 28).

BECK beschäftigt sich mit einer Gesellschaft, die sich eben durch diese Momente auszeichnet – der Risikogesellschaft. Vor dem Hintergrund von Individualisierung und Globalisierung behandelt BECK im Rahmen der „reflexiven Modernisierung“ eben diese Unsicherheiten und Herausforderungen der Gegenwart.

Das Becksche Konzept der „reflexiven Modernisierung“ ist in Anlehnung an Max WEBER entstanden, der die Möglichkeit einer „Selbstrevision der Moderne“ bereits gedanklich, aber nicht explizit formulierte (BECK 1986: 135). BECKs Theorie der „reflexiven Modernisierung“ beschreibt nicht mehr den Wandel innerhalb einer Gesellschaft, sondern der Wandel der gesamten Gesellschaft bzw. der Grundlagen der modernen Gesellschaft und bezieht sich auf eine „[…] meist unbeabsichtigte und ungesehene Selbsttransformation und Öffnung der Ersten, nationalstaatlichen Moderne […].“ (SCHMIDT / TRINCZEK 1999: 536).

Diese Öffnung findet hin zu einer „Zweiten Moderne“ statt, die sich durch Offenheit und neue Risiken in genereller Unsicherheit ausdrückt (ebd.). Der Begriff „reflexiv“ meint hier die „[…] ungewollte[r], oft auch ungesehene[r] Selbstinfragestellung, Selbstveränderung, Selbstaufhebung […]“, die sich aus den Teilmomenten der Beckschen Theorie – fabrizierter Unsicherheit, Globalisierung und Individualisierung – ergeben (BECK 1995: 145).

„‘Reflexive Modernisierung’ heißt also: eine zunächst unreflektierte, gleichsam mechanisch, eigendynamische Grundlagenveränderung der entfalteten Industriegesellschaft.“ (BECK 1996: 29). Der gesellschaftliche Wandel setze sich innerhalb einer beschleunigten, radikalisierten Modernisierung durch, obwohl er Mehrheiten benachteilige und elitäre Minderheiten – BECK nennt hier den „global player“ – bevorzuge (BECK 1991: 24).

Wie bereits erwähnt verliert u.a. die „Idee der Territorialität“ durch die Globalisierung an Bedeutung. Dies führt BECK zu dem Schluss, dass Smiths „methodologischer Nationalismus“, der in der „Ersten Moderne“ noch zutraf und die deckungsgleiche Organisation von Staat und Gesellschaft beschreibt, in der „Zweiten Moderne“ nicht länger haltbar sei. Das territoriale Verständnis des Staates, nach welchem Gesellschaft und Kultur in einem nationalstaatlichen „Container“ konserviert werden, verliere im Zuge fortschreitender Modernisierung an Plausibilität (BECK 1997: 115).

Wie an späterer Stelle noch zu erörtern sein wird, zerbrechen die Muster des Denkens, Handelns und Lebens in staatsgesellschaftlichen Räumen und Identitäten aufgrund wirtschaftlicher, politischer, ökologischer, kultureller und biografischer Globalisierung (BECK 1997: 116). Damit verändern sich wesentliche Eckpfeiler bzw. Bezugspunkte individueller und gesamtgesellschaftlicher Identitätskonstruktionen.

2.1.2 BECKs Individualisierungsverständnis

BECKs Individualisierungsthese beschreibt eine gesellschaftliche Entwicklung, in der die Auflösung bisheriger sozialer Lebensformen stattfindet. Kurz formuliert sagt BECKs These folgendes aus: „Traditionelle Zusammenhänge werden aufgelöst, neu vernetzt, umgeschmolzen, in jedem Fall entscheidbar, entscheidungsabhängig, rechtfertigungs-pflichtig.“ (BECK / BECK - GERNSHEIM 1994: 11). In diesem Zusammenhang sei bereits darauf verwiesen, dass sich bei BECK die Verwendung des Begriffs „traditionell“ nicht, wie in den klassischen Betrachtungen, auf die Herauslösung aus traditionellen Beziehungen der Ständegesellschaft, sondern auf die Freisetzung aus industriegesellschaftlichen Bindungen bezieht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten

Details

Titel
Ulrich Bechts Theorien der Individualisierung und Globalsierung und deren Auswirkungen auf die Bildung der Identität
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Soziologie)
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
62
Katalognummer
V19236
ISBN (eBook)
9783638234108
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ulrich, Bechts, Theorien, Individualisierung, Globalsierung, Auswirkungen, Bildung, Identität
Arbeit zitieren
Jessica Karcher (Autor), 2003, Ulrich Bechts Theorien der Individualisierung und Globalsierung und deren Auswirkungen auf die Bildung der Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19236

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