Die Bedeutung von interkultureller Arbeit im Berufsfeld von Pädagogen

Pädagogische Berufsbiografien


Hausarbeit, 2011
20 Seiten, Note: 13

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Begriff der „interkulturellen Arbeit“
1.1 Begriffliche Positionierung
1.2 Ziele der interkulturellen Arbeit in der Schule
1.3 Veränderung der Situation in Gesellschaft und Schule

2. Interkulturelle Bildung zwischen Unwichtigkeit u. Überforderung

3. Interkulturelle Institutionen und Arbeitsfelder von Pädagogen

4. Die Voraussetzungen interkulturelles Lernen in der Schule

5. Didaktische Konzeptionen

6. Fazit

Literaturnachweis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Die Begriffe globales Lernen oder auch Lernen für Europa sind in der heutigen Zeit aus dem (politischen) Bildungssektor kaum noch wegzudenken. Im Bezug auf politischer Bildung verbirgt sich hinter der Begrifflichkeit: Interkulturelles Lernen in der politischen Bildung viel mehr als nur ein didaktisches Konzept. In der folgenden Hausarbeit wird der bildungspolitische Ansatz, Bezug nehmend auf interkulturelles Lernen untersucht. Es ergibt sich daraus die Frage, inwieweit es eine Notwendigkeit ist, interkulturelles Lernen in der außerschulischen Bildung, pädagogisch in der Schule und in anderen Institutionen zu thematisieren. Aus internationalen aktuellen Gesichtspunkten wird die interkulturelle Bildung in großem Maße beeinflusst. Hinzukommen gesellschaftliche Veränderungen, auf die am Anfang der Arbeit näher eingegangen werden. Basierend in erster Linie auf Henkenborg und Holzbrecher, auf denen sich unter anderem der wissenschaftliche Teil der Arbeit stützt, werde ich die ethischen Herausforderungen speziell für die politische Bildung, die im Hauptteil thematisiert werden darstellen. Im weiteren Verlauf des Hauptteils gilt es zu untersuchen, ob Pädagogen (Lehrer) den Anforderungen des Unterrichts, bzw. der Weiterbildungsmaßnahme gerecht werden, da durch universitäre Veränderungen der Ausbildung, vor allem im fachlichen und fachdidaktischen Bereichen Professionalität angestrebt werden muss (vgl. http://www.bpb.de/files/X1ZBXO.pdf). Im Anschluss daran gehe ich näher auf die Voraussetzungen und Umsetzung interkulturellen Lernens im pädagogischen Feld ein. Gerade den Bereich der Regelschule soll genauer untersucht werden. Welche neuen Lernwege die Professionalität fördern und in was interkulturelle Didaktik beinhaltet wird am Schluss der Hausarbeit noch einmal erläutert. Abschließend dient das Fazit, reflektierend auf die Hausarbeit, als Zusammenfassung und eigene Stellungnahme zu der vorausgegangen Fragestellung.

1. Begriff der interkulturellen Arbeit

Der Begriff interkulturelle Bildung oder interkulturelle Arbeit entstand aus dem Begriff der Ausländersozialarbeit und hat sich in den letzten Jahren zum Begriff der interkulturellen Arbeit entwickelt. Somit ersetzt der Begriff interkulturelle Arbeit, oft auch in Verbindung mit interkultureller Pädagogik, den Begriff Ausländersozialarbeit (vgl. vgl. Krüger/Rauschenbach, S. 285). Anlass zur Änderung der Begrifflichkeit, war die Feststellung, dass Ausländer nicht zwangsläufig Ausländer bleiben. Durch die zunehmende Pluralisierung, welche ausgelöst durch Flucht, Asylanträge, Zuwanderung und/oder Gastarbeiter erfolgte, besteht die Aufgabe der interkulturellen Arbeit darin, den Verlauf der Pluralisierung praktisch und theoretisch zu begleiten (vgl. vgl. ebd. S. 285 ff.)

Eine genaue Definition des Begriffs sieht folgender Maßen aus:

„ Eine Interkultur entsteht durch den Prozess des Aufeinandereinwirkens verschiedener, mindestens zweier Kulturen, die in Interaktion oder Kommunikation miteinander stehen. Die Interkultur ist somit stark variabel und dynamisch. Sie beschreibt kein statisches Abh ä ngigkeits- oder Dominanzverh ä ltnis der Kulturen. Die beteiligten Kulturen oder Teile dieser werden in diesem Prozess nicht nur addiert, sondern bilden, sich gegenseitig beeinflussend, eine neue „ Kultur “ , eine Interkultur. Der Begriff wird positiv verwendet und umschreibt einen konstruktiven Interaktionsprozess. “

(http://www.interkulturpro.de/ik_pdf/ik_tpd11-doku.pdf)

Im Prozess der Interaktion von zweier Kulturen wird auch von interkultureller Pädagogik gesprochen und bezeichnen somit die pädagogischen Ansätze, welche ein Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen fördern soll und durch interkulturelles Lernen den Umgang vom Fremden positiv beeinflussen soll. Ausgehend vom gemeinsamen Leben von Menschen unterschiedlicher Kulturen, soll ein Lernprozess bei allen Beteiligten ausgelöst werden. Durch das akzeptieren von Gemeinsamkeiten und Unterschiede können eigene bis dahin nicht hinterfragten Positionen überdacht und gegebenenfalls neu Lösungsansätze gefunden werden. Ausschlaggebend für diesen Entwicklungsgang ist das Verständnis, dass alle Kulturen gleichberechtigt nebeneinander bestehen und der Lernprozess auf beiden Seiten stattfinden kann (vgl. Krüger/Rauschenbach, S. 286 ff.).

1.1 Begriffliche Positionierung

Dem pädagogischen Ansatz liegt der Begriff der Kultur zu Grund und wird in diesem Kontext als etwas verstanden, was ständig im Entspringen ist, nicht statisch gefestigt ist und somit die Möglichkeit besteht, durchlässige Strukturen zu entfalten. Damit sich neue Strukturen entfalten können, ist es notwendig, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Der Begriff der Ausländerpädagogik wäre hier zu kurz gefasst und würde nicht alle Thematiken abdecken. Wenn man sich beispielsweise die Schulen betrachtet, sind Schüler, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, Träger einer unterschiedlichen Kultur, aber es handelt sich um einen Ansatz aus der Pädagogik, der jegliche Differenz zwischen Menschen zum Gegenstand der produktiven Auseinandersetzung macht (vgl. Krüger/Rauschenbach, S. 288 ff.).

Der Philosoph Axel Honneth hat die so genannte Anerkennungstheorie aufgestellt, welche besagt, dass „...die Erfahrung sozialer Anerkennung in der Form emotionaler Zuwendung, kognitiver Achtung und sozialer Wertschätzung als die entscheidende Bedingung für die Entwicklung von Identität in den Interaktionsbeziehungen von Menschen“ gilt. (Henkenborg: Politische Bildung als Kultur der Anerkennung, 1998, S.169) Wie sieht es nun aber mit dem interkulturellen Lernen in der politischen Bildung aus - gerade wenn viele unterschiedliche Kulturen auf einander treffen?

Interkulturelles Lernen in der politischen Bildung basiert auf der Idee, ein Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft zu fördern und Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der jeweiligen Kultur zu erkennen, um dann einen natürlichen Umgang mit dem Fremden pflegen zu können (vgl. Auernheimer: Einführung in die Interkulturelle Pädagogik, S. 65). Interkulturalität spielt sich somit zwischen verschiedenen Kulturen ab und durch den Erwerb der interkulturellen Kompetenz, gerade im Bezug auf Lehrer- oder Pädagogenprofessionalität, kann dies als lebenslanges Lernen/Weiterbildung am Arbeitsplatz Schule verstanden werden. Die Kunst interkulturell handeln zu können, liegt darin, sich in einer kulturellen Überschneidungssituation hinein versetzen zu können; kultursensibel, aber dennoch wirkungsvoll in der Ausführung zu handeln (vgl. Grosch/Groß/Leenen: Methoden interkulturellen Lernens und Lehrens, 2000, S. 8). Somit beeinflusst die Kultur die Wahrnehmung, Denkweise, das Fühlen und Handeln aufgrund von unsichtbaren Normen, Einstellungen, Vorgaben und Ideen. Durch fehlende Empathie würde interkulturelles Lernen nicht möglich sein, da Intoleranz, Vorurteile und/oder Stereotypenbildung im Vordergrund stehen würden (vgl. Friesenhahn: Kultur und Ethnizität, 2001, S. 70).

1.2 Ziele der interkulturellen Arbeit in der Schule

Daher sind die Ziele des interkulturellen Lernens, gerade in der politischen Bildung, wie zum Beispiel im Politikunterricht, dem vorhergegangen Eigenschaften entgegenzuwirken. (Anm. des Autors) Im Politikunterricht werden verschiedene Länder nicht nur auf ihre geschichtlichen, politischen und/oder gesellschaftlichen Aspekte untersucht, sondern auch mit Elementen ihrer Kultur. Ziel ist es die das Interesse der Schüler daran zu wecken und durch einen respektvollen, offenen und verständnisvollen Umgang mit der anderen Kultur zu entfalten (vgl. Grosch/Groß/Leenen: Methoden interkulturellen Lernens und Lehrens, 2000, S. 84). Die darauf beruhenden Erfahrungen und das angeeignete Wissen über andere Kulturen, soll in den Alltag exportiert werden, um so Vorurteile abbauen zu können und eine höhere Akzeptanz zu entwickeln. Daraus resultiert ein Wahrnehmen des Anderen, aber ohne Wertung, weder positiv noch negativ. Wen dieser Prozess umgesetzt wird, dann ist es möglich sich selbst reflektieren zu können und so seine eigene Persönlichkeit zu verändern. Wer das schafft, wird in der Lage sein Konflikte zwischen Kulturen zu akzeptieren und tolerant damit umgehen zu können (vgl. ebd.). Die Frage stellt sich nun, wie schafft der Pädagoge es diese Ziele erfolgreich umzusetzen? Einen möglichen Weg von der Theorie in die Praxis, beschreibt Niels Brüggen in seinem Buch „Theorie und Praxis interkultureller Bildungsarbeit“. Brüggen beschreibt verschiedene Kompetenzebenen, welche innerhalb der interkulturellen Bildung zum Tragen kommen und durch das Erlangen dieser Kompetenzen die Umsetzung in der Praxis erleichtert werden soll. Gerade in der Bildungsarbeit finden diese Kompetenzen Anwendung, aber auch in der politisch interkulturellen Bildung dienen diese als wirkungsvolle Arbeitsinstrumente (vgl. http://www.d-a-s-h.org/ dossier/10/02_bedeutung.html). Zu den Fähigkeiten zählt die Analyse-, Handlungs- und Reflexionskompetenz, auf die im folgenden Verlauf der Hausarbeit näher eingegangen wird, um den weiteren Kontext folgen zu können. (Anm. d. Autors)

Die Analysekompetenz ist gekennzeichnet durch Wissensvermittlung, speziell über die eigene und fremde Kultur, deren Lebenssituationen und vertiefend im Politikunterricht, wird auch die politische Konstellation betrachtet (vgl. http://www.d-a- s-h.org/ dossier/10/02_bedeutung.html). Die Handlungskompetenz befähigt dazu, dass Menschen in gewissen Situationen handlungsfähig sind, z.B. bewusst reagieren können, wenn sie auf eine fremde Kultur treffen und sich dadurch Konflikte ergeben; sei es durch Sprache, Kommunikation, Verhaltensweisen, etc.. Um dieser Situation gerecht zu werden, ist es notwendig die Fähigkeit zu erlernen, da diese nicht vorausgesetzt werden sollte. Auch sollte ein gewisser Ausgleich von Empathie und Ambiguitätstoleranz stattfinden, da das ausgewogene Verhältnis davor schützen kann, falsche Interpretationen des Nichtverstandenwerdens vorzubeugen und somit ein Zurückziehen, aufgrund von Unwissenheit und Unsicherheit, nicht stattfinden muss (vgl. ebd.). Durch das Ausbilden der Reflexionskompetenz ist es möglich, zu erkennen, dass jedes Individuum beeinflusst wird von kulturellen Normen, Werten und Einstellungen, die wiederum das Selbst- und Fremdbild bestimmen. Die Werte, Normen und Einstellung müssen jedoch nicht immer einen Bezug zur Realität haben und auch nicht immer mit der Lebenswirklichkeit der Person übereinstimmen, mit der man sich gerade auseinandersetzt. Dadurch ergibt sich aber die Möglichkeit einen Perspektivwechsel vornehmen zu können, der es ermöglicht das Eigen- und Fremdbild zu reflektieren. Das ist eine Möglichkeit Stereotypisierung zu vermeiden oder auch zu erkennen. Durch eine ständige Veränderung der Situation in der Gesellschaft und Schule, stoßen auch Pädagogen an die Grenzen in der Umsetzung, der politisch interkulturellen Thematiken (vgl. ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von interkultureller Arbeit im Berufsfeld von Pädagogen
Untertitel
Pädagogische Berufsbiografien
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Erziehungswissenschaften )
Note
13
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V192370
ISBN (eBook)
9783656172628
ISBN (Buch)
9783656173557
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, arbeit, berufsfeld, pädagogen, pädagogische, berufsbiografien
Arbeit zitieren
Wiebke Knobloch (Autor), 2011, Die Bedeutung von interkultureller Arbeit im Berufsfeld von Pädagogen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192370

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