Die Bereitschaft zur Migration nimmt generell mit zunehmenden Alter ab. Der Scheitelpunkt zwischen zu- und abnehmender Mobilität liegt laut Gans und Kemper (1995:90) bei 35 Jahren. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern interessant. Wanderungen könnten somit diesem demografischen Wandel zumindest teilweise entgegenwirken. Wäre unter den Migranten eine größere Gruppe von Hochqualifizierten vorhanden, würde dieses Migrations-Thema für Regionen und Staaten si-cherlich noch interessanter. Diese Seminararbeit beschäftigt sich nach kurzen Definitionen der Begriffe „Migration“ und „Hochqualifizierte“ mit den verschiedenen Formen der Migration von Hochqualifizierten und anschließend mit deren Ausmaß auf nationaler sowie internationaler Ebene.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Formen der Migration von Hochqualifizierten
3.1 Brain drain
3.2 Brain exchange
3.3 Skill transfer
3.4 Scientific/educational exchange und transfer-Migration
3.5 Brain waste
4 Ausmaße der Migration von Hochqualifizierten
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Analyse der Migration von Hochqualifizierten, wobei das primäre Ziel darin besteht, die verschiedenen Erscheinungsformen dieser spezifischen Mobilität zu differenzieren und deren quantitatives Ausmaß auf nationaler sowie internationaler Ebene zu beleuchten.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen von Migration und Hochqualifizierten
- Kategorisierung der Migrationsformen (z.B. Brain Drain, Brain Exchange)
- Empirische Untersuchung der Wanderungsintensität von hochqualifizierten Personen
- Bedeutung von firmeninternen Arbeitsmärkten und transnationalen Konzernen
- Einfluss der staatlichen Einwanderungspolitik auf die Mobilität von Fachkräften
Auszug aus dem Buch
3.1 Brain drain
Brain drain bedeutet wörtlich übersetzt „Abfluss der Gehirne“ und beschreibt das Auswandern von Hochqualifizierten. Dieser Begriff wurde erstmals 1962 in einem Bericht der British Royal Society über die negativen Konsequenzen der Abwanderung von wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften verwendet (Knox/Marston 2008:154). Nachdem er zunächst nur für die Migration von Hochqualifizierten aus Entwicklungsländern verwendet wurde, zog man ihn später auch für die Wanderung von Hochqualifizierten zwischen Industrienationen heran (Friedrich/Schultz 2008:52). Doris Galinski (1982:9-10) unterscheidet zwei Arten des Brain drains. Zum einen kann er aus den Industrieländern mit Ziel anderer Industrieländer oder auch Entwicklungsländern erfolgen. Zum anderen kann er aus Entwicklungsländern stattfinden. Das Ziel dieser Bewegungsrichtung können wiederum Industrieländer aber auch Entwicklungsländer sein. Zumeist findet Brain drain laut Glebe (2001:41) aber von weniger fortschrittlichen Regionen/Ländern in hochentwickelte Regionen/Länder statt.
Brain drain wird aus Sicht der Auswanderungsländer als negativ bewertet, weil nicht nur die Investitionen und laufenden Kosten, die für die Ausbildung der Hochqualifizierten verwendet wurden, dem Investor nicht mehr zu gute kommen, sondern weil diese Emigranten auch Wissen und Innovationspotenzial mitnehmen, welches die Herkunftsländer dringend selbst benötigen. Zudem tragen diese, in der Forschung und Entwicklung der Zielländer eingesetzten, hochqualifizierten Emigranten dazu bei, dass der Entwicklungsvorsprung und die technologische Lücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufrecht erhalten oder sogar noch vergrößert wird (Meusburger 1998:384).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die demografische Relevanz der Migration hochqualifizierter Personen ein und erläutert die Zielsetzung der Seminararbeit.
2 Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe „Migration“ als räumliche Mobilität mit Wohnsitzwechsel und „Hochqualifizierte“ als heterogene Gruppe mit akademischer Ausbildung definiert.
3 Formen der Migration von Hochqualifizierten: Dieses Kapitel klassifiziert fünf Migrationsarten, darunter Brain Drain, Brain Exchange, Skill Transfer, wissenschaftlichen Austausch sowie Brain Waste.
4 Ausmaße der Migration von Hochqualifizierten: Der Abschnitt belegt empirisch die höhere Mobilität von Hochqualifizierten anhand von Mikrozensus-Daten und beleuchtet die Rolle von transnationalen Unternehmen.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Ursachen, Formen und die ökonomische Bedeutung der Migration von hochqualifizierten Fachkräften.
Schlüsselwörter
Migration, Hochqualifizierte, Brain Drain, Brain Exchange, Skill Transfer, Brain Waste, Humankapital, Mobilität, Globalisierung, Transnationale Unternehmen, Arbeitsmarkt, Migrationsforschung, Standortwahl, Wanderungsvolumen, Fachkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Migration von hochqualifizierten Fachkräften und deren Auswirkungen auf Regionen und Staaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffsdefinitionen, die Typologie der Migrationsformen sowie die empirische Analyse der Wanderungsausmaße.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Ausprägungen der Migration von Hochqualifizierten wissenschaftlich zu kategorisieren und ihre Relevanz im globalen Kontext darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Seminararbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auswertung von Statistiken, insbesondere von Mikrozensus-Daten und regionalen Fallstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die fünf Hauptformen der Migration sowie die räumlichen Dimensionen und die Bedeutung firmeninterner Arbeitsmärkte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Brain Drain, Humankapital, Hochqualifizierte, globale Mobilität und transnationale Arbeitsmärkte.
Wie unterscheidet sich Brain Drain von Brain Exchange?
Während Brain Drain den oft einseitigen Verlust von Humankapital aus einer Region beschreibt, bezeichnet Brain Exchange den temporären, meist wechselseitigen Austausch von Führungskräften innerhalb transnationaler Konzerne.
Warum sind Hochqualifizierte mobiler als andere Personengruppen?
Die höhere Migrationsbereitschaft ergibt sich aus einem regional stark konzentrierten Arbeitsmarkt für Spezialisten, der eine überregionale Suche nach passenden Stellen oft notwendig macht.
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- Bachelor of Science Angewandte Geographie Moritz Hilgers (Author), 2009, Formen und Ausmaße der Migration von Hochqualifizierten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192433