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Augustus und der Ritterstand

Title: Augustus und der Ritterstand

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Wladimir Danilow (Author)

World History - Early and Ancient History
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Hört man das Wort „Ritter“, so denkt man unwillkürlich an schwere Rüstungen, Turniere oder an eine Ritterburg. Kaum jemand denkt dabei an einen römischen Beamten. Das liegt hauptsächlich daran, wie es H. D. Stöver bemerkt, daß das lateinische Wort „eques“ nicht ganz passend als „Ritter“ ins deutsche übersetzt wird und damit ein ganz anderer Stand und Geschichtsabschnitt assoziiert wird .1 Der römische Ritter ist in keiner Weise mit dem mittelalterlichen Ritter zu vergleichen. Bei einem römischen Ritter sucht man vergeblich nach ritterlichen Tugenden, wie diese aus dem Mittelalter bekannt sind. Stattdessen findet man bei Th. Mommsen eine Definition eines römischen Ritters, die zusammengefaßt folgendes besagt: unbescholtener römischer Bürger mit einem Vermögen von 400000 Sesterzen und einem vom Staat verliehenem Pferd.2 Wie kam es also dazu, daß aus den ursprünglich 300 Mann, die im römischen Heer mit rein militärischen Ausgaben betraut wurden, im Verlauf der Geschichte Roms eine rein staatliche Institution entstanden war, ordo equester, die eine zentrale politische Rolle in Rom gespielt und die solch wichtige Persönlichkeiten wie Atticus, Maecenas oder Cicero hervorgebracht hatte? Th. Mommsens „Staatrecht“, L. Friedländers „Darstellungen über die Sittengeschichte im alten Rom“ oder A. Steins „Der römische Ritterstand“ geben eine detaillierte Auskunft über den Ritterstand während der gesamten Existenzzeit des römischen Reiches. [...]

Welche Rolle hat dieser Stand gespielt? Wie mächtig war dieser Stand? Wollte Augustus durch die Neuorganisation des Ritterstandes die Senatoren schwächen? Und gab es überhaupt einen Dualismus zwischen den beiden Ständen, wie es in der älteren Forschung angenommen wurde. Um diese Fragen zu beantworten, wird diese Arbeit zunächst einmal auf die Bedeutung der Publicanen eingehen, die laut Cicero die eigentlichen Ritter waren3. Nach der Neuorganisation des Ritterstandes werden auch die militärische und politische Bedeutungen erläutert. Neben den drei oben genannten Werken waren D. Kienasts „Augustus“ und J. Bleickens „Cicero und die Ritter“ außerordentlich wichtige Informationsquellen dieser Arbeit, das letztere speziell für die Bedeutung der Publicanen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Publicani

3. Neuordnung des Standes unter Augustus

4. Militärische Bedeutung des Ritterstandes

5. Politische und wirtschaftliche Bedeutung des Ritterstandes

a) Rechtspflege

b) Provinzialverwaltung

c) Vermögensverwaltung

d) Priesterämter

6. Standesinterne Unterschiede

7. Schlußteil

8. Quellennachweis/Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die grundlegende Neuorganisation und die veränderte politische sowie wirtschaftliche Rolle des römischen Ritterstandes während der augusteischen Zeit. Dabei wird analysiert, inwieweit Augustus durch diese Reformen den Senat schwächen wollte und ob tatsächlich ein ausgeprägter Dualismus zwischen den beiden Ständen bestand.

  • Die historische Entwicklung und Funktion der Publicani.
  • Die administrativen und militärischen Reformen unter Augustus.
  • Die politische Instrumentalisierung des Ritterstandes.
  • Die standesinternen Unterschiede und die soziale Mobilität innerhalb der ritterlichen Schicht.

Auszug aus dem Buch

3. Neuordnung des Standes unter Augustus

Schon lange vor der augusteischen Zeit sprach man von dem ordo equester, wie man von dem ordo senatorius sprach. Wie sah nun der ordo equester unmittelbar vor Augustus aus? Von einem ordo kann man erst seit dem Richtergesetz des C. Gracchus von 123 v. Chr. spätestens aber seit dem Gesetz des Volkstribunen L. Roscius Otho aus dem Jahre 67 v. Chr. sprechen. Durch das Gesetz von Gracchus erlangten die Ritter eine politische, rechtlich anerkannte Bedeutung, durch die lex Roscia bekamen die Ritter, die ein Vermögen von mindestens 400000 Sesterzen vorweisen konnten, die vierzehn ersten Reihen im Theater. Über den Ursprung des benötigten Vermögens ist wenig bekannt, in den Kaiserbiographien von Sueton wird es nur sehr kurz erwähnt. Trotz einiger Privilegien - schmaler Purpurstreifen an der Toga, ein goldener Ring oder das obengenannte Sitzrecht im Theater - ist der Ritterstand eine höchst inhomogene Gruppe, die zum einen aus den Rittern mit einem Staatspferd, equites equo publico, zum anderen aus Rittern mit einem ausreichenden Vermögen, equites a censu, und den publicani bestand. Diese „Ritter ohne Burg“, wie H.D. Stöver dieses Gebilde nennt, besaßen keine eigene Standesorganisation, während die Senatoren als eine geschlossene Korporation auftraten.

So fand Augustus den Ritterstand bei seinem Regierungsantritt vor. Die sich bietende Möglichkeit, den Ritterstand nach seinen Wünschen neu zu organisieren, hatte Augustus nun ergriffen, zumal er sich diesem Stand mehr verbunden fühlte, als dem der Senatoren, denen er eh nie ganz hatte trauen können. Außerdem bot sich gleichzeitig die Möglichkeit der Kontrolle des neuen Ritterstandes. Zunächst einmal versuchte Augustus die standesinternen Unterschiede zwischen equites equo publico und equites a censo zu beseitigen. Denn die Vorrechte des Ritterstandes wie das Stimmrecht oder Richteramt bezogen sich ausschließlich auf die erstgenannten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung klärt die Terminologie des Ritterbegriffs und grenzt das Thema auf die Reformen des Ritterstandes unter Augustus ein.

2. Publicani: Dieses Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche Rolle der Staatspächter, die als eine einflussreiche Gruppe innerhalb des Ritterstandes fungierten.

3. Neuordnung des Standes unter Augustus: Hier werden die organisatorischen Maßnahmen des Kaisers beschrieben, um den Ritterstand zu vereinheitlichen und stärker an sich zu binden.

4. Militärische Bedeutung des Ritterstandes: Der Fokus liegt auf der neuen Führungsstruktur und den administrativen sowie militärischen Posten für Ritter im augusteischen Militärwesen.

5. Politische und wirtschaftliche Bedeutung des Ritterstandes: Das Kapitel analysiert die Funktionen der Ritter in der Rechtspflege, Provinzialverwaltung, Vermögensverwaltung und in Priesterämtern.

6. Standesinterne Unterschiede: Es wird dargelegt, wie trotz wachsender Bedeutung Unterschiede in Wohlstand und Karrierewegen innerhalb des Ritterstandes bestanden.

7. Schlußteil: Das Fazit wägt die verschiedenen Forschungsmeinungen zur angeblichen Schwächung des Senats und zum Dualismus zwischen den Ständen ab.

Schlüsselwörter

Augustus, Ritterstand, ordo equester, Publicani, Senatoren, Prinzipat, römische Geschichte, soziale Mobilität, procuratores, Verwaltung, Militärwesen, Rechtspflege, Priesterämter, Staatsgestaltung, equites.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel des römischen Ritterstandes während der Regierungszeit des Augustus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Neuorganisation des Standes, seiner Einbindung in die Verwaltung und das Militär sowie seiner politischen Rolle im Vergleich zum Senatorenstand.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie Augustus den Ritterstand veränderte und ob er damit gezielt den Senat schwächen wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung antiker Quellen (u.a. Sueton, Tacitus, Cicero) und einer kritischen Auseinandersetzung mit der modernen historischen Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Publicani, die militärische Bedeutung, die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Funktionen sowie die standesinternen Unterschiede.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Augustus, ordo equester, soziale Mobilität und das römische Beamtentum.

Welche Bedeutung hatte die Verwaltung Ägyptens für die Karriere eines Ritters?

Die Verwaltung Ägyptens, insbesondere die Position des praefectus Aegypti, stellte den Höhepunkt einer ritterlichen Laufbahn unter Augustus dar, da sie mit enormem Vertrauen des Kaisers verknüpft war.

Warum war der Offiziersdienst für Ritter unter Augustus wichtig?

Der Offiziersdienst war nicht nur eine militärische Pflicht, sondern galt als zwingende Voraussetzung für eine zivile Laufbahn in der Finanz- oder Provinzialverwaltung.

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Details

Title
Augustus und der Ritterstand
College
University of Osnabrück  (FB Geschichte)
Course
Seminar: Der augusteische Prinzipat
Grade
1-2
Author
Wladimir Danilow (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V19246
ISBN (eBook)
9783638234184
ISBN (Book)
9783638747233
Language
German
Tags
Augustus Ritterstand Seminar Prinzipat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wladimir Danilow (Author), 2003, Augustus und der Ritterstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19246
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