Analyse der ASEAN und ihrer Mitgliedstaaten im Hinblick auf Aufbau, Struktur und Zweck der Zusammenarbeit, unter Berücksichtigung der Entstehung einer kollektiven Identität.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Beweggründe der Themenwahl
1.2 Fragestellungen und Hypothese
a.) Zentrale Fragestellungen und weiterführende Fragen
b.) Hypothese
1.3 Ziele
1.4 Begriffsdefinitionen
2. ASEAN – Association of Southeast Asian Nations
2.1 Gründung der ASEAN (Bangkok-Deklaration)
2.2 Geschichte der ASEAN
2.3 Absichten und Prinzipien der Organisation (Charta 2008)
2.4 Rechtspersönlichkeit der ASEAN
2.5 Aufgaben der Organe der ASEAN
2.6 Entscheidungsfindung
2.7 Der „ASEAN way“
2.8 ASEAN-Vision 2020
2.9 Resümee/ Kritik: ASEAN
3. Die „kollektive Identität“
3.1 Theoriediskussion
3.2 Realismus vs. Konstruktivismus: Die Entstehung einer kollektiven Identität
3.3 Förderung einer kollektiven Identität im Rahmen der ASEAN
3.4 Resümee/ Kritik: kollektive Identität
4. Schluss
4.1 Beantwortung der zentralen Fragestellungen/ Hypothese
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) hinsichtlich ihrer internen Struktur und Entwicklung, um zu prüfen, ob trotz der hohen Diversität der Mitgliedstaaten eine kollektive Identität entstanden ist oder ob das Kooperationsgefüge primär elitengetriebenen Interessen dient.
- Struktureller Aufbau und historische Gründung der ASEAN
- Analyse der Prinzipien des "ASEAN way"
- Konstruktivistische vs. realistische Theoriediskussion zur Identitätsbildung
- Untersuchung der Rolle politischer Eliten in der regionalen Integration
Auszug aus dem Buch
3.2 Realismus vs. Konstruktivismus: Die Entstehung einer kollektiven Identität
Lange Zeit dominierte der (neo-) realistische Ansatz, in Bezug auf internationale Beziehungen in Asien. Als größte Gefahren für den Frieden in dieser Weltregion wurden aggressiver Nationalismus, eine Vielzahl von politischen Konflikten und historischen Spannungen, schwache wirtschaftliche Bindungen, gewaltige Machtunterschiede und ein offenkundiges Demokratiedefizit gesehen. Laut dem Realismus folgen die Staaten den Gesetzen der Realpolitik. Stabilität kann höchstens auf der Grundlage eines Machtgleichgewichts erreicht werden.
Dieser Theorie widerspricht nun der Konstruktivismus insofern, da er besagt, dass der neo-realistische Ansatz nicht auf dem Gebiet der ASEAN-Mitgliedstaaten angewendet werden kann. Begründung hierfür ist, dass die Sicherheitspolitik der ASEAN-Staaten in den letzten Jahren nicht mit den Begriffen wie Selbsthilfe und Machtbalance erklärt werden kann. Der Konstruktivismus führt hingegen die Existenz eines regionalen Verhaltenscodex, sowie die Entstehung einer kollektiven Identität an.
Dieser Verhaltenscodex wirkte für die Außen- und Sicherheitspolitik der ASEAN Mitgliedstaaten handlungsleitend. Er umfasste Normen des Völkerrechts (Unverletzbarkeit der territorialen Integrität, Gewaltverzicht, Gebot der Nichteinmischung in die Innenpolitik anderer Staaten, Grundsatz der friedlichen Konfliktbeilegung) sowie Normen bezüglich des diplomatischen Stils in der Region (Informalität, persönliche Kontakte, Rücksichtnahme, Nichtkonfrontation, Harmoniestreben). Dieser Kodex bildet nun schon seit über 4 Jahrzehnten ein Fundament zur erfolgreichen regionalen Zusammenarbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung der Beweggründe, der zentralen Fragestellung bezüglich der kollektiven Identität innerhalb der ASEAN sowie die Formulierung der Hypothese über den elitären Charakter der Kooperation.
2. ASEAN – Association of Southeast Asian Nations: Detaillierte Darstellung der Geschichte, der Organisationsstruktur, der Charta sowie der normativen Grundlagen wie dem „ASEAN way“.
3. Die „kollektive Identität“: Theoretische Auseinandersetzung zwischen Realismus und Konstruktivismus mit Fokus auf die Frage, wie Identität innerhalb der ASEAN-Staaten gefördert und wahrgenommen wird.
4. Schluss: Synthese der Analyseergebnisse und Verifizierung der Hypothese, dass die Kooperation primär durch Regierungsinteressen geprägt ist und die Bevölkerung kaum einbindet.
Schlüsselwörter
ASEAN, kollektive Identität, regionale Kooperation, Konstruktivismus, Realismus, Bangkok-Deklaration, Südostasien, ASEAN way, Souveränität, Nicht-Einmischung, Integration, Sicherheitsgemeinschaft, politische Eliten, Diversität, Charta.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Proseminararbeit untersucht die ASEAN unter dem Aspekt, ob sich in einer Region mit starker kultureller und politischer Diversität eine gemeinsame kollektive Identität ausbilden konnte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisationsstruktur der ASEAN, den theoretischen Ansätzen der Identitätsforschung sowie der kritischen Hinterfragung der Zusammenarbeitsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, ob die Beständigkeit der ASEAN auf einer echten kollektiven Identität beruht oder lediglich ein Instrument autoritärer Eliten zur Machterhaltung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine politikwissenschaftliche Analyse, die internationale Theorien (Realismus, Konstruktivismus) auf die empirischen Gegebenheiten der ASEAN-Region anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Charta, die Prinzipien der Nichteinmischung, den „ASEAN way“ sowie die theoretischen Kontroversen zur Frage der Gemeinschaftsbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind ASEAN, kollektive Identität, regionaler Verhaltenscodex, staatliche Souveränität und politische Eliten.
Was bedeutet der „ASEAN way“ konkret für die Organisation?
Er beschreibt informelle Verfahrensnormen wie Konsensprinzip und Konfliktvermeidung, die eine tiefe Institutionalisierung und supranationale Einmischung eher verhindern.
Warum wird die ASEAN als „Klub der Diktatoren“ bezeichnet?
Diese kritische Perspektive verweist darauf, dass das Prinzip der Nichteinmischung autoritären Regimen Schutz vor externer Kritik bezüglich ihrer Innenpolitik bietet.
- Arbeit zitieren
- Daniela Holzinger (Autor:in), 2009, ASEAN - Association of Southeast Asian Nations, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192484