In dieser Arbeit werden die beiden Altersvorsorgesysteme von Schweden und der Schweiz miteinander verglichen und anhand des „schwedischen Altersvorsorgemodells“ potenzielle Verbesserungs- und Integrationsmöglichkeiten für das „schweizerische Altersvorsorgemodell“ gesucht. Bei diesem Vergleich stellte sich heraus, dass sich insbesondere zwei grosse Unterschiede hervorheben. Einerseits das in der ersten Säule des Vorsorgesystems von Schweden vorhandene innovative Berechnungssystem (NDC-System) und andererseits die skandinavische Charakteristika, welche die schwedische Gesellschaft sowie das Drei-Säulen-Modell prägen. Durch die Untersuchung der Übertragbarkeit der genannten Unterschiede wurde festgestellt, dass ein modifiziertes NDC-System durchaus in das schweizerische Altersvorsorgesystem integriert werden könnte. Ebenfalls zeigt die Untersuchung, dass die Implementierung der skandinavischen Charakteristika in der Schweizer Bevölkerung ein aufwändiger und langfristiger Prozess wäre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schweiz
2.1 Demografische Entwicklungen
2.2 Historische Entwicklungen der Altersvorsorge
2.3 Aufbau des schweizerischen Altersvorsorgesystems
3. Schweden
3.1 Demografische Entwicklungen
3.2 Historische Entwicklungen der Altersvorsorge
3.3 Aufbau des „schwedischen Modells“
4. Gegenüberstellung der beiden Altersvorsorgesysteme
5. Übertragbarkeit ausgewählter Elemente für die Schweiz
5.1 Das NDC-System
5.2 Skandinavische Charakteristika
6. Abschliessende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Altersvorsorgesysteme von Schweden und der Schweiz zu vergleichen, um potenzielle Verbesserungs- und Integrationsmöglichkeiten des schwedischen Modells für das schweizerische System zu identifizieren und normativ zu bewerten.
- Vergleich der demografischen Entwicklungen in beiden Ländern.
- Analyse der Funktionsweise des innovativen schwedischen NDC-Systems.
- Untersuchung der Bedeutung skandinavischer Charakteristika für das Vorsorgesystem.
- Prüfung der Übertragbarkeit ausgewählter Elemente auf die Schweizer AHV.
Auszug aus dem Buch
3.3 Aufbau des „schwedischen Modells“
Wie das schweizerische Vorsorgesystem besteht auch das schwedische Vorsorgesystem aus den drei Säulen, staatlicher, betrieblicher und privater Vorsorge.
Die staatliche Altersvorsorge als erste Säule besteht aus einer einkommensbezogenen Rente (inkomstgrundad pension) und einer Garantierente (garantipension). Die einkommensbezogene Rente ist dabei in eine Einkommensrente (inkomstpension) und eine Prämienrente (premiepension) unterteilt. Die einkommensbezogene Rente ist eine Pflichtversicherung aller Erwerbstätigen. (In Rib, 2010, S. 230-231)
Die Einkommens- und Prämienrentenansprüche werden ab dem 16. Lebensjahr ohne Begrenzung nach oben erlangt. Zu beachten ist, dass die Rentenansprüche keine Mindestperiode der Erwerbstätigkeit verlangen. „Die Höhe der Renten wird im Prinzip anhand der Summe der Beiträge, die während des Erwerbslebens entrichtet werden, bestimmt“ (In Rib, 2010, S. 231). Das System der Einkommensrente entspricht dabei einem klassischen Umlageverfahren, wie es auch in der Schweiz angewendet wird. Allerdings ist innerhalb des schwedischen Umlageverfahrens ein innovatives Berechnungssystem eingebunden. Dieses sogenannte Non-Financial Defined Contribution System (NDC) ermöglicht trotz der finanziellen Umlage, für sich selbst vorzusorgen. (CSER, 2007, S. 4)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Altersvorsorge ein und formuliert das Ziel, schwedische Modellelemente auf ihre Übertragbarkeit für die Schweiz zu prüfen.
2. Schweiz: Dieses Kapitel beleuchtet die demografischen Rahmenbedingungen, die historische Entwicklung sowie den Aufbau des Schweizer Drei-Säulen-Modells.
3. Schweden: Es werden die demografische Lage, die historische Entwicklung und die spezifische Struktur des schwedischen Rentensystems detailliert dargestellt.
4. Gegenüberstellung der beiden Altersvorsorgesysteme: Dieser Teil vergleicht die Systeme und arbeitet das innovative NDC-System sowie kulturelle Unterschiede als zentrale Differenzpunkte heraus.
5. Übertragbarkeit ausgewählter Elemente für die Schweiz: Hier wird diskutiert, ob das schwedische NDC-Modell und skandinavische gesellschaftliche Charakteristika als Reformansätze für die Schweiz dienen können.
6. Abschliessende Gedanken: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die politische Anschlussfähigkeit der Reformvorschläge sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung.
Schlüsselwörter
Altersvorsorge, Schweiz, Schweden, NDC-System, Drei-Säulen-Modell, Demografie, Umlageverfahren, Rentenreform, Sozialstaat, Finanzierbarkeit, Generationenvertrag, Rentenansprüche, Skandinavische Charakteristika, Solidarität, Altersrente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Altersvorsorgesysteme der Schweiz und Schwedens, um zu untersuchen, ob schwedische Modellelemente zur Stabilisierung der schweizerischen Altersvorsorge beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der demografische Wandel, die Struktur des Drei-Säulen-Modells, das schwedische NDC-Berechnungssystem und die kulturellen Unterschiede in der Wahrnehmung des Sozialstaats.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Identifizierung und normative Bewertung von Elementen des schwedischen Systems, die als Reformvorschläge für das schweizerische Vorsorgemodell in Betracht kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein länderspezifischer, rechts- und sozialwissenschaftlicher Vergleich durchgeführt, der auf vorhandenen Daten und Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der Systeme beider Länder, deren Gegenüberstellung sowie eine Diskussion über die Übertragbarkeit spezifischer Mechanismen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Altersvorsorge, NDC-System, Drei-Säulen-Modell, demografischer Wandel und Sozialstaat charakterisiert.
Was genau ist das NDC-System in Schweden?
Das Non-Financial Defined Contribution System ist ein innovatives, fiktives Konto-Modell innerhalb des Umlageverfahrens, das individuelle Rentenbeiträge transparent macht und an die demografische Lage koppelt.
Warum ist eine Übertragung der skandinavischen Charakteristika schwierig?
Die Untersuchung zeigt, dass das hohe Vertrauen der schwedischen Bevölkerung in den Staat auf einem langfristigen historischen Prozess basiert, der sich kurzfristig nur schwer auf die Schweiz übertragen lässt.
- Arbeit zitieren
- Dominic Keel (Autor:in), 2012, Altersvorsorge - Was die Schweiz von Schweden lernen kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192508