Komparativ zu arbeiten, noch dazu im grammatischen Bereich, ist sicher für uns alle eine neue Erfahrung. Man könnte es als Glück bezeichnen, dass wir mit dem Sprachenvergleich Türkisch – Deutsch zwei durchaus repräsentative Sprachen (für ihre frühere Klassifikation der Sprachwissenschaft bezüglich ihrer Sprachfamilien) und noch dazu im schulischen und politischen Diskurs aktuell thematisierte Sprachen ausgewählt haben.
Türkisch, als charakteristisches Beispiel für eine agglutinierende Sprache, stellt einen im System der üblicherweise flektierenden indoeuropäischen Sprachfamilie Denkenden vor ganz neue Herausforderungen und erweitert den Blick auf das eigene Herkunftssprachsystem.
Überblicksartig wird hier nun versucht, die ausgewählten Themengruppen des Artikelgebrauchs und der grundlegenden Satzstellung zu beschreiben. In einem weiteren Schritt haben wir auch versucht, uns Gedanken darüber zu machen, mit welchen Schwierigkeiten die jeweils Sprachlernenden in diesen Bereichen konfrontiert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Artikelgebrauch
2.1. Artikelgebrauch im Deutschen
2.2. Artikelgebrauch im Türkischen
2.3. Vergleich
3. Grundlegende Satzstellung
3.1. Grundlegende Satzstellung im Deutschen
3.2. Grundlegende Satzstellung im Türkischen
3.3. Vergleich
4. Problematik beim Erlernen der Sprachen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen kontrastiven Vergleich der Sprachen Deutsch und Türkisch durchzuführen, um grammatikalische Unterschiede in der Struktur und Anwendung zu identifizieren. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie verschiedene Sprachsysteme – insbesondere agglutinierende gegenüber flektierenden Sprachen – Herausforderungen für Lernende erzeugen und wie sich grundlegende Konzepte wie Determination und Satzbau in beiden Sprachen manifestieren.
- Vergleich des Artikelgebrauchs als Mittel zur Determination.
- Untersuchung der grundlegenden Satzstellungsprinzipien (SPO vs. SOP).
- Analyse agglutinierender Mechanismen im Türkischen.
- Diskussion der Lernschwierigkeiten beim Spracherwerb aufgrund struktureller Divergenzen.
Auszug aus dem Buch
2.3. Vergleich
“Hey, Kenan Kedi” der bir gün Benekli. “Acaba musluk nedir?” Kenan Kedi yine tembel tembel pofuduk mavi minderin üzerinde, günesin altinda uzanmistir. Ve yerinden bir milim bile kimildamaya niyeti yok gibi görünmektedir.
“Du, Kater Karl”, sagt eines Tages der Punktehund. “Was ist eigentlich ein Wasserhahn?” Der Kater liegt mal wieder faul auf seinem dicken blauen Kissen in der Sonne. Und er sieht gar nicht so aus, als ob er Lust hätte, sich auch nur einen einzigen Zentimeter zu bewegen.
Hier wird der Kater mit Eigennamen näher beschrieben und damit sein Geschlecht näher bestimmt. Auch der Punktehund ist als Eigenname determiniert. Der Wasserhahn – weil er ja neu in das Gespräch eingeführt wird, steht an zweiter Stelle und ist damit indefinit. Also wird er im Deutschen mit “ein” übersetzt. “Der Kater” ist hier aus dem Kontext schon bekannt und steht noch dazu satzinitial. Dass das blaue Kissen “seines” ist, geht in der türkischen Textvorlage nur aus dem Kontext hervor, wird aber grammatisch nicht wie für uns gewohnt realisiert. Wörtlich heißt es hier: *Kater mal wieder faul faul dicken blauen Kissen über, Sonne unter liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Auswahl von Türkisch und Deutsch für den Sprachvergleich und hebt die Herausforderung hervor, eine agglutinierende Sprache einer flektierenden gegenüberzustellen.
2. Artikelgebrauch: Dieses Kapitel untersucht die determinierende Funktion von Artikeln im Deutschen im Vergleich zu den funktionalen Äquivalenten im Türkischen, wie Kasusmarkierungen und Wortstellung.
3. Grundlegende Satzstellung: Hier werden die strukturellen Regeln des Satzbaus kontrastiert, wobei die deutsche SPO-Struktur mit der strengen türkischen SOP-Abfolge verglichen wird.
4. Problematik beim Erlernen der Sprachen: Das abschließende Kapitel analysiert die spezifischen Schwierigkeiten für Lernende beider Sprachen, die sich aus den stark abweichenden grammatikalischen Strukturen ergeben.
Schlüsselwörter
Kontrastive Grammatik, Deutsch, Türkisch, Sprachvergleich, Artikelgebrauch, Satzstellung, Agglutination, Determination, Spracherwerb, Kasus, Syntax, Morphologie, Sprachfamilie, Lernschwierigkeiten, Fremdsprachenlernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen sprachwissenschaftlichen Vergleich zwischen Deutsch und Türkisch, um deren grammatikalische Unterschiede im Hinblick auf den Artikelgebrauch und die Satzstellung aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Determination durch Artikel im Deutschen sowie deren Entsprechungen im Türkischen und die grundlegenden Unterschiede in der Satzstruktur (SPO vs. SOP).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch den Vergleich der beiden Sprachen ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Sprachsysteme zu entwickeln und potenzielle Lernbarrieren aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein kontrastiver Ansatz gewählt, der konkrete Beispiele aus Texten heranzieht, um Äquivalente in der Zielsprache zu suchen und strukturelle Diskrepanzen offenzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Determinationsmitteln, Satzbauprinzipien und eine abschließende Diskussion über die Herausforderungen beim Fremdsprachenlernen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Agglutination, Determination, Sprachkontrast, Syntax und Kasusmarkierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die türkische Satzstellung vom Deutschen?
Während im Deutschen das finite Verb meist an zweiter Stelle steht (SPO), folgt das Türkische einem strengen Muster, bei dem das Prädikat am Ende des Satzes steht (SOP).
Warum stellt das Fehlen von Artikeln im Türkischen eine Herausforderung für Deutschlernende dar?
Da Deutschlernende auf ein komplexes System von Genus und Artikeln angewiesen sind, fällt es ihnen schwer, die türkische Art der Determination zu verstehen, die ohne grammatisches Geschlecht auskommt.
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- Gunda Hanke (Author), 2012, Sprachvergleich Türkisch - Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192590