Japanische Automobilunternehmen in Nordamerika


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte der Automobilindustrie in Nordamerika
2.1 Geschichte der Automobilindustrie in Kanada
2.2 Die Geschichte der Automobilindustrie in den USA
2.3 Der „Auto Pact“ zwischen den USA und Kanada

3 Geschichte der japanischen Automobilindustrie

4 Entwicklung japanischer Automobilhersteller in Nordamerika
4.1 Japanische Effektivität und Reaktionen auf den Erfolg
4.1.1 Das Toyota Produktionssystem
4.1.2 Just-in-Time
4.2 Standortgefüge in den USA
4.3 Standortgefüge in Kanada
4.4 Wirtschaftliche Bedeutung

5 Zukunft der japanischen Automobilindustrie in Nordamerika

6 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Standorte von Automobil-Montagewerken in Süd-Ontario

Abbildung 2: Entwicklung der Produktion in den USA und Import in die USA (1986- 2009)

Abbildung 3: Entwicklung der Produktion in Kanada und dem Export (1986-2007)

Abbildung 4: Entwicklung Verkaufszahlen lokal produzierten/importierten jap. Kfz

Abbildung 5: Ausgewählte Standorte japanischer Produktionsstätten in Nordamerika

Abbildung 6: Wert von zugekauften US Autoteilen in Mrd. USD

Abbildung 7: Verkaufszahlen Hybridfahrzeuge in den USA

Tabelle 1: Daten zu Abbildung 5

1 Einleitung

Der nordamerikanische Kontinent ist sehr weitläufig und dementsprechend müssen große Distanzen überwunden werden, um verschiedene Verdichtungsräume zu errei- chen. Somit spielt die Mobilität eine sehr große Rolle und zur Zeit der Entdeckung und Erschließung des nordamerikanischen Kontinents waren die Menschen zunächst auf Pferde angewiesen, später auf die Eisenbahn und heute schließlich auf Kraftfahrzeuge. Somit spielt die Automobilindustrie eine sehr wichtige Rolle in Nordamerika. In Kanada und den USA wurden im Jahr 2009 insgesamt ca. 7,2 Mio. Automobile produziert. Da- von entfallen etwa 2,6 Mio. allein auf japanische Automobilhersteller, was einem Anteil von 36 Prozent entspricht.

Japanische Automobilunternehmen sind weltweit in einer Organisation vereint, der Ja- pan Automobile Manufacturers Association (JAMA). Diese liefert ausführliches Daten- material und Statistiken zu Produktion, Standorten, Verkäufen und Zukunftsaussichten und -plänen der größten japanischen Automobilhersteller weltweit. Vor allem die ent- sprechenden Zweigstellen in den USA und Kanada haben dem Thema dieser Arbeit wertvolle Informationen geliefert, die sich alle über das Internet abrufen lassen.

2 Geschichte der Automobilindustrie in Nordamerika

Dieses Kapitel der Arbeit behandelt die Entwicklung der Automobilindustrie in Nordame- rika. Dadurch soll vermittelt werden, warum welche Standorte von der Automobilindust- rie in Nordamerika genutzt werden. Dabei werden Kanada und die USA einzeln be- trachtet und schließlich der sogenannte Auto Pact zwischen den USA und Kanada vor- gestellt.

2.1 Geschichte der Automobilindustrie in Kanada

Die kanadische Automobilindustrie hatte ihren Ursprung im Jahr 1904 in Windsor im Bundesstaat Ontario. Dorthin wurden von Ford Chassis exportiert und schließlich für den kanadischen und britischen Markt endmontiert. Im Jahr 1908 gründete Samuel McLaughlin die McLaughlin Motor Car Company, eine der ersten kanadischen Automobilunternehmen. Daraufhin versuchten viele in den rasch wachsenden Automobilsektor einzusteigen, jedoch scheiterten die meisten (JAMA 2009a:5). Die Industrialisierung, welche von der erfolgreichen Landwirtschaft in den Prärieprovinzen, dem Eisenbahnbau und der starken Zunahme an Einwanderern unterstützt wurde, setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. (Lenz 2001:186) Zusätzlich wurde die Produktion vor allem im Schiffbau, der Luftfahrtindustrie und der Automobilindustrie während des ersten Weltkrieges angekurbelt, sodass Kanada zum zweitgrößten Automobilproduzenten in den Jahren 1918 bis 1923 aufstieg (JAMA 2009a:5).

Die Investitionen, die aus England kamen, waren für den Grundstücksmarkt, Bauvorha- ben und andere Projekt von großer Bedeutung, aber die wachsende Industrie benötigte höhere und vor allem langfristige Anlagen. Die Investitionen aus England waren seit dem ersten Weltkrieg rückläufig und es kamen immer mehr Investitionen aus den USA. Aufgrund von hohen Schutzzöllen, die Kanada im Rahmen seiner nationalen Politik ver- langte, um kleinere kanadische Firmen gegen die Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen, errichteten amerikanische Unternehmen Zweigwerke, um diese Schutzzölle zu umgehen. Weiterhin erschlossen sich dadurch den USA nicht nur neue Märkte in Nordamerika, sondern auch in Übersee. Die Vorteile für Kanada lagen hingegen nicht nur in den Investitionen, sondern auch die neuesten Technologien und Organisations- formen kamen aus den USA ins Land. Allerdings bedeutete dies wenig eigenständige Forschung und Entwicklung und ausserdem waren die Betriebe an die Unternehmen in den USA gebunden und mussten dementsprechend deren wirtschaftlichen Entwicklun- gen teilen (Vogelsang 1993:163). Bis zum Jahr 1932 hatten sich in Kanada etwa 1320 Zweigwerke aus den USA angesiedelt und bis in die 1960er-Jahre wurden es über 2000 und mehr als zwei Drittel dieser Zweigwerke haben Standorte in Ontario (Lenz 2001:186).

Süd-Ontario ist auch der Hauptstandort der Automobilproduktion in Kanada. Folgende Karte zeigt die starke Konzentration der Automobilindustrie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Standorte von Automobil-Montagewerken in Süd-Ontario Quelle: Bone (2008), S. 223.

US-amerikanische Investoren bevorzugten das südliche Ontario, das nahe dem heimischen „Manufacturing Belt“ gelegen ist und ausserdem der bedeutendste Markt Kanadas dort liegt (Vogelsang 1993:164).

2.2 Die Geschichte der Automobilindustrie in den USA

Die industrielle Entwicklung fand nicht überall im gleichen Maße statt, sondern war auf einige Teilgebiete beschränkt, die sich durch ihre Häfen, allgemeine Verkehrsgunst oder Ressourcen auszeichneten. Dies sind z.B. die Industrieagglomerationen an der atlantischen Küste, wie New York/New Jersey, Boston, Philadelphia und Baltimore auf der einen Seite und die Industriezentren im inneren des Landes zwischen dem Ohio River und den südlichen Großen Seen (Schneider-Sliwa 2005:86).

Dieser Bereich wird als „Manufacturing Belt“ bezeichnet und beschreibt die wirtschaftli- che Kernregion der USA. Um 1890 herum produzierte diese Region 80-90% der ge- samten Wertschöpfung des Landes und bis 1971 waren es noch über 50%. Wichtige Faktoren, die bei der Entwicklung des Manufacturing Belt eine Rolle gespielt haben, war die Verfügbarkeit von Bodenschätzen und Rohstoffen, der wachsende Zustrom von Einwanderern und die voranschreitende Verkehrserschließung (Hahn 2002:118).

Die Automobilindustrie wird als Leitindustrie für die Regionalentwicklung gesehen und aus einer Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Produktionsbetrieben bildeten sich wenige Großunternehmen. In den 1920er Jahren dominierten die „großen Drei“: Ford, General Motors und Chrysler, die sich mit Hilfe von Produkt- und Prozessverbesserungen gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten. Den Durchbruch markierte dabei die Einführung der Fließbandproduktion und die damit verbundenen Steigerung der produzierten Stückzahlen bei gleichzeitiger Senkung der Kosten.

Das Zentrum der Automobilindustrie war lange Zeit im Manufacturing Belt angesiedelt und zwar im Großraum Detroit. Dort entstanden mit dem sogenannten „in-house- Konzept“ zusammenhängende Industriekomplexe mit Stahlproduktion, Blechgewinnung und -verarbeitung, Karosseriebau, Motorenproduktion bis zur Montage des Endproduk- tes (Hahn 2002:121).

Seit den 1970er Jahren allerdings hat sich die Produktion auch in andere Teile des Landes verlagert und auch ausländische Produktionsstandorte zeigen ein sehr differenziertes Standortmuster (Schneider-Sliwa 2005:199).

2.3 Der „Auto Pact“ zwischen den USA und Kanada

Der sogenannte „Auto Pact“ von 1965 zwischen den USA und Kanada ist ein Handels- abkommen der beiden Staaten, welches die Automobilindustrie betrifft. Mit diesem Ab- kommen wurden die Zölle auf importierte Autos und Autoteile zwischen den beiden Ländern abgeschafft. Für Kanada bedeutete dies im Wesentlichen drei Vorteile:

1. Es garantierte, dass kanadische Fabriken nicht geschlossen werden würden;
2. Kanadische Fabriken konnten nun durch Spezialisierung auf ein paar Modellty- pen Skalenvorteile erlangen und dadurch
3. Den Preis für die Kunden in Kanada senken (Bone 2008:219).

Des Weiteren wurden spezielle Schutzmaßnahmen für kanadische Produktionsanlagen vereinbart.

Durch den Auto Pact waren die großen Drei in der Lage sowohl Autos als auch Autoteile zollfrei nach Kanada zu importieren. Andere Hersteller jedoch mussten weiterhin Einfuhrzölle zahlen. Japan und die EU wanden sich daraufhin an die Welthandelsorganisation (WTO). Diese befand im Juli 2001 das Abkommen zwischen den USA und Kanada als unfairen Wettbewerbsvorteil und schaffte es ab. Dies trug im Wesentlichen dazu bei, dass Toyota und Honda ihre Stellung auf dem nordamerikanischen Markt weiter ausbauen konnten (Bone 2008:220).

3 Geschichte der japanischen Automobilindustrie

In diesem Kapitel wird die Geschichte der japanischen Automobilindustrie vorgestellt werden, um die Entwicklung der Unternehmen in Nordamerika im historischen Kontext zu verstehen.

Die Anfänge der japanischen Automobilindustrie waren nicht sehr erfolgreich. Im frühen 20. Jahrhundert gab es nur wenige Automobile in Japan und die meisten von ihnen wa- ren importiert. Nur ein paar wenige Unternehmer versuchten selber Fahrzeuge in Ja- pan zu produzieren. Dies wurde meist schnell wieder aufgegeben, da sie keine Mög- lichkeit sahen, zahlreich und kostengünstig zu produzieren (Chang 1981:10). Während des ersten Weltkrieges war der Schiffsbau die erfolgreichste und ertragreichs- te Industrie in Japan und nachdem der Krieg zu Ende war, wurde versucht, durch Er- weiterung der Produktpalette, die bevorstehende Rezession zu überstehen. Die Auto- mobilproduktion wurde dafür als die erfolgversprechendste angesehen und so begann in einigen Reedereien die Produktion von PKW und LKW im Jahr 1916. Trotzdem entschieden die Manager der Firmen, die Produktion wieder einzustellen, da sie es nicht als profitabel ansahen und so wurde die Produktion 1921 wieder eingestellt. Auch Versuche mit ausländischen Lieferanten zusammenzuarbeiten scheiterten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Japanische Automobilunternehmen in Nordamerika
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V192601
ISBN (eBook)
9783656176817
ISBN (Buch)
9783656178170
Dateigröße
4583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
japanische, automobilunternehmen, nordamerika
Arbeit zitieren
Christian Timmermann (Autor), 2010, Japanische Automobilunternehmen in Nordamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192601

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