Förderung der Leistungsmotivation in der Schule respektive im Sportunterricht


Hausarbeit, 2011

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Motivationspsychologische Grundlagen
2.1 Motivation & Grundmodell der Motivation
2.2 Leistungsmotivation
2.3 Motiv & Leistungsmotiv

3 Theorien und Modelle der Leistungsmotivation
3.1 RisikowahLeistungmotivationodell nach Atkinson
3.2 Die kognitive Wende
3.2.1 Attributionstheorie nach Weiner
3.2.2 Selbstbewertungsmodell nach Heckhausen

4 Förderung der Leistungsmotivation in der Schule resp. im Sportunterricht
4.1 Motivtraining mit Schülerinnen und Schülern
4.1.1 Verringerung von Misserfolgsfurcht
4.1.2 Pädagogische Konsequenzen
4.2 Motivationsförderung durch Lehrertrainings
4.2.1 Konzept der Bezugsnormorientierung
4.2.2 Pädagogische Hinweise für den Unterricht
4.3 Motivationsförderung im Sportunterricht

5 Schlussbetrachtung

6 Literatur

1 Einleitung

Menschen haben unterschiedliche Beweggründe für ihr Verhalten. Die Frage nach der Motivation tritt in vielen Lebensbereichen auf und in gleichen Situationen äußern Menschen zum Teil sehr unterschiedliche Verhaltensweisen. Die Motivation ist ein wichtiger Faktor im Lehr- Lernprozess und nimmt daher im pädagogischpsychologischen Kontext Schule eine besondere Stellung ein. Zentrale Fragen in diesem Bereich sind z.B.: Wie entsteht Motivation bei Schülerinnen und Schülern und wie können Lehrpersonen zur Motivationssteigerung beitragen?

Das Konstrukt ‚Leistungsmotiv’ besteht aus verschiedenen Komponenten. Wie diese zusammenhängen, das Verhalten steuern und auf sie Einfluss genommen werden kann, wird in dieser Arbeit untersucht.

Zunächst werden die wichtigsten Definitionen und Begriffe beschrieben, um dann Theorien und Modelle zur Erklärung der Leistungmotivation vorzustellen. Hierzu zählt das Risiko-Wahl-Modell von ATKINSON, die Attributionstheorie von WEINER und das Selbstbewertungsmodell von HECKHAUSEN, welches den vorläufigen Endpunkt der Theoriebildung darstellt.

Unter Rückgriff auf die Theorien und Modelle wird im vierten Kapitel auf die Förderung der Leistungsmotivation eingegangen und pädagogische Empfehlungen für die Schule resp. den SPORTUNTERRICHT gegeben, bevor die Arbeit mit einer kurze Schlussbetrachtung endet.

2 Motivationspsychologische Grundlagen

Dieses Kapitel umfasst die Begrifflichkeiten und Definitionen, die für diese Arbeit grundlegend sind. Ferner wird die Sichtweise von Motivation herausgestellt.

2.1 Motivation & Grundmodell der Motivation

Motivation betrifft die Frage nach den Gründen, die Menschen dazu bewegen, sich in bestimmter Weise zu verhalten. Im alltagssprachlichen Verständnis wird die Motivati- on als etwas verstanden, was in der Person ist und bewirkt, dass sie aus eigenem Antrieb und mit hohem Engagement auf ein Ziel hinarbeitet. Motivation wird somit meist verstanden als eine Art „Substrat“, von dem man mal mehr und mal weniger hat (vgl. Rheinberg, 2008).

Der wissenschaftliche Motivationsbegriff geht in diese Richtung, weist aber Unter- schiede auf. Nach HECKHAUSEN/HECKHAUSEN (2006) ist Motivation ein hypothetisches Konstrukt, welches bestimmte Verhaltensbesonderheiten erklärt und Richtung, Intensität und Ausdauer von Verhalten begründet.

RHEINBERG (2008) beschreibt Motivation als eine „[…]aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzuges auf einen positiv bewerteten Zielzustand“. Motivation ist also etwas gedanklich konstruiertes, womit die Zielgerichtetheit menschlichen Handelns erklärt werden soll.

[Grundmodell der Motivation (Person-Umwelt-Bezug)]

Die Sichtweise des motivationalen Geschehens, die dieser Arbeit zugrunde liegt, konstituiert, dass Motivation durch Interaktion bzw. wechselseitigen Einfluss von Per- sonen- und Situationsmerkmalen entsteht. Es werden die persönlichkeitsbezogene Sichtweise, welche Motivation in erster Linie über individuelle Merkmale erklärt und die situationsbezogene Sichtweise, welche Motivation von Merkmalen der Situation abhängig macht, verknüpft. Die aktuelle Motivation resultiert somit aus der Wechsel- wirkung zwischen jeweiliger Situation und Motiv und ist für das Verhalten richtungs- weisend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grundmodell der klassischen Motivationspsychologie (HECKHAUSEN/ HECKHAUSEN, 2006)

2.2 Leistungmotivation

Die Leistungsmotivation ist der besterforschte Bereich von Person-Umweltbezügen. Phänomene des Lebensvollzugs lassen sich erst aufklären, wenn zugleich Merkmale der Person und der Situation berücksichtigt werden - Verhalten also als Wechselwir- kungsprodukt von Person und Umwelt konzipiert wird. Als Urheber dieser Forschung gelten McCLELLAND und ATKINSON.

Leistungsmotiviertes Verhalten im psychologischen Sinn zielt auf die Selbstbewer- tung eigener Tüchtigkeit und zwar in Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab, den es mindestens zu erreichen oder zu übertreffen gilt. Aufzuspüren ist, was gerade noch durch große Anstrengung gelingt. Als Anreiz zur Zielerreichung genügt der Stolz bzw. die Freude darüber, etwas persönlich Anspruchsvolles geschafft zu haben (Vgl. RHEINBERG, 2008).

HECKHAUSEN/HECKHAUSEN (2006) definieren Leistungsmotivation als „[…] das Bestreben, die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätigkeiten zu steigern, oder möglichst hoch zu halten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält, und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann“.

Durch die Abstraktionsleistung, die Leistungsmotivation auf die Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab zu beziehen, kann das Konstrukt kategorisiert werden.

2.3 Motiv & Leistungsmotiv

Das Motiv ist eine personenspezifische und zeitlich überdauernde Verhaltensdisposi- tion. Motive beeinflussen, wie Menschen bestimmte Handlungssituationen wahrneh- men und bewerten. Werden Motive als hypothetische Konstrukte aus Personen- Umwelt-Interaktionen erschlossen, so stellt sich die Frage, welche und wie viele Mo- tive konstruiert werden sollen. Theoretisch gibt es so viele Motive, wie sinnvoll inter- pretierbare Person-Umwelt-Bezüge. Jedoch versucht die Motivationsforschung Grundsituationen herauszufiltern, denen ggü. viele Personen Motive entwickeln. Zu diesen zählen z.B. Leistung, Anschluss, Macht, Hilfe und Aggression, denen die Mo- tive Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Machtmotiv etc. entsprechen (Vgl. GABLER/NITSCH/SINGER, 2001).

Motivgeleitetes Verhalten äußert sich in motivpassenden Situationen, d.h. Situationen müssen einen Anforderungscharakter haben und mit einem Gütemaßstab vergleichbar sein. Aus dem Personenmerkmal Motiv wird eine aktuelle Motivation, die das Verhalten beeinflusst. (siehe Abb. 1)

ATKINSON und HECKHAUSEN zerlegen das Leistungsmotiv in zwei Komponenten:

Erfolgsmotiv (Hoffung auf Erfolg) und Misserfolgsmotiv (Furcht vor Misserfolg). Men- schen, bei denen Erfolgserwartungen überwiegen, gelten als erfolgszuversichtlich. Sie nehmen in Handlungssituationen die eigene Einflussnahme wahr und ergreifen Gelegenheiten ihre eigene Leistung zu erproben und zu steigern. Dominiert die Furcht vor Misserfolg, wird von misserfolgsmotivierten Menschen ge- sprochen. Sie investieren Energie darein, Leistungssituationen zu meiden. Es gibt relativ zeitstabile individuelle Unterschiede, wie sehr jemand von vornherein die Tendenz hat, Anforderungssituationen eher erfolgszuversichtlich oder eher miss- erfolgsmeidend zu begegnen (Vgl. HARTINGER/FÖLLING-ALBERS, 2002).

3 Theorien und Modelle der Leistungsmotivation

Im Folgenden werden die Entwicklung sowie die wichtigsten Theorien und Modelle zum Leistungsmotiv, die für den Kontext Schule von Bedeutung sind, aufgezeigt. Die Ausführungen orientieren sich an RHEINBERG (2008), URHAHNE (2002) und SCHMALT/LANGENS (2009).

3.1 Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson

ATKINSON entwickelte ein Modell, um den Einfluss des Leistungsmotivs auf das Leistungshandeln zu beschreiben. Das Modell geht von einer Interaktion zwischen zwei Personen- und vier Situationsparametern aus. Er postuliert zum einen die bei- den zeitstabilen Personenvariablen Erfolgsmotiv und Misserfolgsmotiv (siehe Kapitel 2.3), zum anderen die Situationsvariablen Erwartungen und Anreize von Erfolg bzw. Misserfolg.

Erfolgs- und Misserfolgserwartungen sind determiniert durch objektive Erfolgs- und Misserfolgswahrscheinlichkeiten, die sich an der Schwierigkeit einer Aufgabe orien- tieren. Den objektiven Wahrscheinlichkeiten werden subjektive, die Anreize, zuge- ordnet. Zwischen Erfolgswahrscheinlichkeit und Anreiz eines Erfolges wird eine ge- genläufige Beziehung angenommmen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt, je leich- ter eine Aufgabe ist. Der Anreiz ist jedoch um so größer je schwieriger eine Aufgabe ist. ATKINSON verknüpft die beiden Parameter muliplikativ. ( Erwartungs x Wert (A nreiz) - Modell)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Förderung der Leistungsmotivation in der Schule respektive im Sportunterricht
Hochschule
Universität Paderborn  (Sport und Gesundheit)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V192689
ISBN (eBook)
9783656177968
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Heckhausen, Atkinson, Risikowahlmodell, Weiner, Attributionstheorie, Selbstbewertungsmodell, Motivationsförderung, Bezugsnormorientierung
Arbeit zitieren
Christina Müller (Autor), 2011, Förderung der Leistungsmotivation in der Schule respektive im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192689

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