Entwicklungszusammenarbeit Deutschland - Peru


Ausarbeitung, 2012
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Fallstudie Peru

2. Peru
2.1 Volkswirtschaftliche Situation
2.2 Politische Lage - Zustand der Demokratie
2.3 Peru ein Entwicklungsland?

3. Konsequenzen der gesellschaftlichen Situation
3.1 Konsequenzen
3.2 Bergbau
3.3. Weitere gesellschaftliche Bereiche

4. Themen deutscher Entwicklungspolitik
4.1 Fallstudie: Trinkwasserversorgung/ Abwasserentsorgung
4.2 PROAGUA
4.3 PROAGUA: Sanitärprogramm in Chyclayo

5. Quellenverzeichnis
5.1 Literatur
5.2 Internet

1. Einleitung

Die BRD veranschlagt für den Haushalt 2010 circa 6 Milliarden Euro für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dies stellt einen Anteil von circa 1,8% der Gesamtausgaben von 325,4 Milliarden Euro dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.bmz.de/de/zahlen/deutscherbeitrag/index.html

Gemäß welcher Grundsätze werden diese Mittel verwendet, welche Ziele werden angestrebt und wie sind konkrete Maßnahmen gestaltet?

Entwicklungspolitik hat sich seit ihren Anfängen während des Postkolonialismus zu Zeiten des Kalten Kriegs enorm entwickelt. Sowohl die innerhalb der Geberländer zur Verfügung gestellten Mittel, wie auch die Strukturen in Form staatlicher, wie privater Hilfsorganisation haben stark zugenommen.

Bei Staaten lassen sich zwei Arten von Motiven für die entwicklungspolitische Weiterleitung eigener Gelder kategorisieren.

Diejenigen, die so genannte Entwicklungshilfe leisten, verfolgen aber ihre eigenen Interessen. Es geht um Arbeitsplätze für Entwicklungshelfer, und es geht um politischen Einfluss und um Rohstoffe. China ist ein gutes Beispiel. In Afrika stellt China Schecks aus wie kein anderes Land.1

Aus den Zielen der Entwicklungszusammenarbeit des BMZ:

Entwicklungszusammenarbeit soll Menschen die Freiheit geben, ohne materielle Not selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird sich künftig vor allem auf die Sektoren Bildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, gute Regierungsführung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren. Leitprinzip ist dabei der Schutz der Menschenrechte.2

Staatliche Entwicklungszusammenarbeit setzt sich in der Regel aus zahllosen Projekten in zahlreichen Ländern zusammen - es ist anzunehmen, dass sowohl Eigeninteressen, wie auch altruistische Motive von Land zu Land und Projekt zu Projekt verschieden, die treibende Kraft darstellen. Vorliegend sollen (deutsche) Projekte untersucht werden, die zumindest nicht offensichtlich und ausschließlich Eigeninteressen dienen und dabei auf ihre Effektivität, Nachhaltigkeit und Anpassung an lokale Bedürfnisse geprüft werden.

Dabei ist anzumerken, dass Entwicklungspolitik als Konzept an sich - unabhängig von der ihr zugrunde liegenden Motivation - nicht unumstritten ist. Die Kritik zielt zum einen auf den Missbrauch der Mittel durch lokale Eliten, zum anderen auf möglicherweise entstehende Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Geber- und Nehmerland.3 Dabei wird mehr von althergebrachter Entwicklungshilfe - weniger von modernerer Entwicklungszusammenarbeit ausgegangen. Insgesamt erscheint die Pauschalkritik undifferenziert, zumindest aber reduziert auf Transaktionen von Geld und Lebensmitteln von Staat zu Staat.4

Eine andere kritische Argumentation sieht in Entwicklungszusammenarbeit eine Form von „Neokolonialismus“. Es wird bemängelt, dass westliche Lebensmodelle und Gesellschaftsstrukturen - ob bewusst oder unbewusst - gefördert und dadurch lokale Kultur verdrängt wird.5 Schließlich verbleibt fraglich, inwieweit Industrialisierung und eine arbeitsteilige Gesellschaftsstruktur im westlichen Sinne alternativlos sind.

1.1 Fallstudie Peru

Vorliegend soll am Beispiel Perus untersucht werden, wie Deutschland heutzutage Entwicklungsarbeit angeht und umsetzt.

Die Äußerungen Shikwatis zeigen deutlich, dass die Urform der „Entwicklungshilfe“, der Transfer von Geld und Gütern in bedürftige Regionen der Welt nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Menschen führt. Droht jemand zu verhungern, ist der Versuch ihm etwas zu Essen zu beschaffen zunächst einmal vordergründig und vor realpolitischen Sorgen über Korruption und mögliche Folgen stehend, selbst wenn die Gefahr besteht, dass die Hilfslieferung in Hände lokaler Machthaber gelangt, die diese missbrauchen.

Es gilt die soziale, wirtschaftliche und politische Situation Perus zu ergründen. Nur so lassen sich Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit auf ihre Wirkung hin beurteilen.

Welche gesellschaftlichen Probleme hat Peru und woher stammen diese? Inwieweit greift die Art der Entwicklungspolitik diese Probleme nachhaltig und mit einem Bewusstsein für ihren Ursprung auf? Was bleibt von den Maßnahmen, wenn die Zusammenarbeit eingestellt wird?

2. Peru

2.1 Volkswirtschaftliche Situation

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt hat Peru innerhalb des letzten Jahrzehnts ein steiles Wirtschaftswachstum hinter sich. 2008 lag Peru weltweit auf Rank 56 von 182 mit einem Bruttosozialprodukt von $128 Milliarden, dabei wuchs die Wirtschaft um fast 10% im Vergleich zum Vorjahr.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

http://liportal.inwent.org/peru/wirtschaft-entwicklung.html

1990 entschied die Regierung unter Alberto Fujimori den in Peru lange Zeit herrschenden regelmäßigen Wechsel zwischen einer protektionistischen und einer marktorientierten Wirtschaftspolitik vorerst zugunsten eines neoliberalen, regelungsarmen Marktes. Peru stand kurz vor dem Staatsbankrot und sah sich 1990 einer Inflation von 7650% gegenüber. Der Außenhandel wurde gefördert durch die Aufhebung von Zollbeschränkungen, eine Währungsreform bekämpfte die hohe Inflation und staatliche Einrichtungen wurden privatisiert oder aufgelöst. Eine höhere Haushaltsdisziplin senkte die Kosten, während die Aufgabe protektionistischer Gesetze den peruanischen Markt für ausländische Investoren öffnete.6

[...]


1 http://www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~EAAA8CB14DE444D8FAEAB1189 1185C79F~ATpl~Ecommon~Scontent.html (03.04.10)

2 http://www.bmz.de/de/ziele/deutsche politik/index.html (03.04.10)

3 http://www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~EAAA8CB14DE444D8FAEAB118 91185C79F~ATpl~Ecommon~Scontent.html (03.04.10)

4 http://www.spiegel.de/international/spiegel/0.1518.363663.00.html (03.04.10)

5 http://www.bpb.de/popup/popup druckversion.html?guid=6ZN01X (05.04.10)

6 http ://www. giga-hamburg.de/dl/download.php?d=/content/ilas/archiv/brennpunkt laZbpk9917e.pdf .S.143-145 (04.04.10)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Entwicklungszusammenarbeit Deutschland - Peru
Hochschule
Universität zu Köln  (Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik)
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V192779
ISBN (eBook)
9783656179580
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungshilfe, Peru
Arbeit zitieren
Peter Grabowitz (Autor), 2012, Entwicklungszusammenarbeit Deutschland - Peru, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192779

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