Depressive Störungen im Jugendalter


Hausarbeit, 2012
8 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1 Theoretischer Hintergrund/Forschungsstand

2 Fragestellungen

3 Ergebnisse

4 Diskussion

5 Literatur

Anhang: Eidesstattliche Erklärung

1 Theoretischer Hintergrund/Forschungsstand

Besonders im Jugendalter sind depressive Störungen ein weitverbreitetes und schwerwiegendes Gesundheitsproblem (vgl. Groen & Petermann, 2002; Hautzinger & Petermann, 2003). Epidemiologische Studien zum Störungsbild der Major Depression lieferten hohe lebenszeitbezogene Prävalenzraten zwischen 9,4% (Reinherz et al., 1993) und sogar 18,5% (Lewinsohn et al., 1993). Allein bei Jugendlichen kann die Punktprävalenz der Major Depression auf 2 bis 4% geschätzt werden (Cooper & Goodyer, 1993; Lewinsohn et al., 1993). Auch für die weitere Entwicklung der betroffenen Jugendlichen stellen depressive Störungen ein erhebliches Risiko dar. Darunter fallen langanhaltende Störungsepisoden sowie eine hohe Wahrscheinlichkeit für Rückfälle auch nach zwischenzeitlicher Genesung und das Auftreten anderer psychischer Störungen ins Gewicht (vgl. Groen & Petermann, 2002).

Die meisten der heutigen Verlaufsstudien beruhen auf klinischen Untersuchungen, deren Generalisierbarkeit jedoch eingeschränkt ist. Denn die Repräsentativität der zu Grunde liegenden Stichproben ist gering. Zum einen nimmt der Großteil depressiver Jugendlicher keinen Kontakt zu professionellen Hilfseinrichtungen auf (Fleming, Boyle & Offord, 1993), zum anderen werden viele Stichproben klinischer Studien lediglich aus einer oder wenigen Behandlungseinrichtungen gewonnen. Zudem wird der Effekt der erfolgten Behandlungsmaßnahmen nicht immer systematisch kontrolliert. Studien an der Allgemeinbevölkerung liefern gegenüber den klinischen Studien repräsentative Stichproben mit natürlichen Entwicklungsverläufen und gewährleisten daher eine höhere Übertragbarkeit.

Vorliegende epidemiologische Längsschnittstudien liefern die Ergebnisse für eine ziemlich hohe Persistenz von Diagnosen depressiver Störungen im Jugendalter über mehrere Messzeitpunkte hinweg. Es liegen zudem einige Befunde hinsichtlich der Faktoren, die prospektiv mit einem negativen Depressionsverlauf zusammenhängen, vor. Hierbei sind neben psychosozialen Faktoren – wie etwa affektive Störungen der Eltern, negative Eltern-Kind-Beziehung oder ungünstige Kognitionen – auch diverse klinische Variablen als mögliche Persistenzprädikatoren einer Depression untersucht worden. Dabei ließen sich vor allem ein erhöhter Schweregrad und ein chronischer Verlauf der Depression zur Ausgangsuntersuchung als Faktoren für die Persistenz der Depression identifizieren (z.B. Goodyer et al., 1997). Allerdings sind weitere Ergebnisse aus epidemiologischen Längsschnittstudien erforderlich, um zu einer angemessenen Einschätzung über das Verlaufsrisiko depressiver Jugendlicher zu gelangen. Identifiziert man die Verlaufsprädikatoren, so kann eine Verbesserung von Prognosestellungen erreicht und weiterführend können Implikationen für Prävention und Intervention eröffnet werden.

2 Fragestellungen

Die hier vorgestellte Längsschnittstudie hat das Ziel, den Störungsverlauf Jugendlicher mit der Diagnose einer depressiven Störung zu beschreiben. Desweiteren sollen die klinischen Faktoren bestimmt werden, anhand derer sich ein negativer Verlauf bzw. die Persistenz der Depression vorhersagen lassen. Die Untersuchung gründet auf den Daten der Bremer Jugendstudie (BJS). Sie wurde an 36 zufälligen Bremer Schulen (auch unterschiedlicher Bildungsstufen) mit 1232 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren durchgeführt. Dabei lebten fast alle befragten Schülerinnen und Schüler noch in ihrem Elternhaus. 59,3% der Jugendlichen waren Mädchen und bei 28,3% lebten die Eltern nicht zusammen.

In dieser Untersuchung wird das M-CIDI, eine überarbeitete und erweiterte Version des Composite International Diagnostic Interview, genutzt, um eine vollstandardisierte Erfassung von Symptomen, Syndromen und Diagnosen psychischer Störungen zu gewährleisten. Weiterführend werden die klinischen Aspekte wie Dauer, Verlauf und Schweregrad der vorliegenden Störung erhoben. Damit die externalisierenden Verhaltensstörungen des Kindes- und Jugendalters ermittelt werden können, welche nicht im M-CIDI berücksichtigt sind, kommt das Bremer Jugendinterview zum Einsatz.

Die folgenden Fragestellungen wurden während der Längsschnittstudie untersucht: Wie viele Jugendliche mit der Diagnose einer depressiven Störung zur ersten Erhebung erfüllen diese Diagnose auch noch zur zweiten Erhebung, durchschnittlich 16 Monate später? Wie ist das Risiko für depressive Störungen im Vergleich zu den Jugendlichen, die zur ersten Erhebung andere oder keine psychischen Störungen aufzeigten, einzuschätzen? Und welche klinischen Faktoren bzw. Charakteristika erweisen sich für die Persistenz der Depression als prädikativ?

3 Ergebnisse

Bei 185 Jugendlichen gab es zum ersten Testzeitpunkt die Diagnose einer depressiven Störung, darunter 23 Jungen und 67 Mädchen im durchschnittlichen Alter von 14,3 Jahren. 90 Jugendliche zählten dabei zur Stichprobe der zweiten diagnostischen Befragung. Bei 63 Jugendlichen bezog sich die Depressionsdiagnose auf die letzten zwölf Monate und bei 53 auf die letzten sechs Monate vor Interviewdurchführung. 51 Jugendliche (56,7%) wiesen eine lebenszeitbezogene Depression auf und erfüllten zusätzlich noch die Kriterien von mindestens einer weiteren Störung.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Depressive Störungen im Jugendalter
Hochschule
Universität Augsburg  (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Ausgewählte psychische Störungen im Jugendalter
Autor
Jahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V192860
ISBN (eBook)
9783656182337
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Psychische Störungen, Diagnostik, Depression, Jugend, Jugendalter, Studie
Arbeit zitieren
Alexander Schwalm (Autor), 2012, Depressive Störungen im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192860

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