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Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation

Titel: Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Selina Kunz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Wissenschaft sind Geschlechterunterschiede in vielen wissenschaftlichen Disziplinen ein Thema. Wo diese vermutete Differenz der Geschlechter ihren Anfang nimmt, soll unter anderem Thema der vorliegenden Arbeit sein, verfolgt wird ein sprachsoziologischer Ansatz, der versucht zu erklären, wie Mädchen und Jungen sprachlich geprägt werden. Wodurch werden Kinder in ihre jeweilige Geschlechtsrolle gepresst? Untersuchungen zeigen, dass die schulische Erziehung für Mädchen und Jungen unterschiedliche Maßstäbe ansetzt. Innerhalb von Peergroups herrschen jeweils andere Umgangsformen in Mädchen-, Jungen- und gemischtgeschlechtlichen Cliquen. Medien vermitteln den Geschlechtern ein sehr unterschiedliches Idealbild von „dem Mann“ und „der Frau“. Doch im Alter des Schuleintritts, der Herausbildung von Cliquen und der aktiven Auseinandersetzung mit den Medien, weisen Kinder bereits deutliche Unterschiede in ihrem sprachlichen Verhalten auf.
Die vorliegende Arbeit verfolgt eine soziolinguistische Theorie, die davon ausgeht, dass der kindliche Erwerb von geschlechtstypischer Sprache in direkter Weise mit dem sprachlichen Umfeld der Kinder verbunden ist, genauer mit der Sprache der Eltern, der Sprache von Mutter und Vater. Es muss angenommen werden, dass die ersten Bezugspersonen eines Kindes - die Eltern - einen entscheidenden Einfluss auf die sprachliche Sozialisation von Jungen und Mädchen nehmen. Die vorliegende Arbeit trägt daher den Titel Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation. Im Verlauf der Arbeit wird erläutert werden, inwiefern Eltern ihre Kinder sprachlich beeinflussen und mit Mädchen möglicherweise anders sprachlich interagieren als mit Jungen. Von zentralem Interesse ist die Frage, ob Mütter mit ihren Kinder anders sprechen als Väter und welchen Einfluss das Geschlecht des Kindes auf die Kommunikation zwischen Elternteilen und ihren Kindern hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Typisch Mutter – Typisch Vater?

II. Sprechen mit Mädchen und Jungen

2.1 Unterschiede im Spracherwerb von Mädchen und Jungen

2.2 Die Sprache von Erwachsenen gegenüber Kindern

2.3 Der sprachliche Kontext

2.4 Jungen und Mädchen im Gespräch

III. Eltern-Kind-Kommunikation

3.1 Befehlsformen

3.2 Partnerschaftliches Verhalten

3.3 Vorurteile der Eltern

3.4 Sprechakte

3.4.1 Ergebnisse

IV. Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht auf Basis soziolinguistischer Theorien, inwieweit Eltern durch ihre sprachliche Interaktion ihre Kinder in Bezug auf Geschlechterrollen prägen. Dabei liegt der Fokus auf der Forschungsfrage, wie Mütter und Väter unterschiedlich mit Söhnen und Töchtern kommunizieren und welche Auswirkungen das elterliche Sprachverhalten auf die Entwicklung geschlechtstypischer Verhaltensweisen bei Kindern hat.

  • Spracherwerb und soziolinguistische Prägung durch Eltern
  • Analyse von elterlichen Befehlsformen und partnerschaftlichem Verhalten
  • Einfluss des familiären Kontexts auf die Kommunikation
  • Untersuchung von Sprechakten in der Eltern-Kind-Interaktion
  • Rolle der geschlechtsspezifischen Sozialisation in der Kindheit

Auszug aus dem Buch

3.1 Befehlsformen

Bellinger und Gleason beschäftigen sich mit Befehlsformen von Müttern und Vätern gegenüber Kindern im Hinblick darauf, [...] how children learn sex-associated strategies for requesting action (Bellinger u.a 1982, 1123). Die Stichprobe umfasste Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren, die in einer Laborsituation mit je einem Elternteil beobachtet wurden. Bellinger und Gleason unterscheiden innerhalb des direktiven Sprechaktes zwischen der imperativen, direkten Form („Schließ das Fenster!“) und der indirekten Befehlsform („Könntest du das Fenster schließen?“) (vgl. Bellinger u.a 1982, 1124). Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Frauen eher zur indirekten Variante tendieren, während Männer den Imperativ bevorzugen und somit auch eine Differenz in der wahrgenommenen Freundlichkeit in Gesprächen vorliegt (vgl. Bellinger u.a 1982, 1124). Hinweise darauf, dass bereits Kinder diesen Unterschied wahrnehmen und imitieren können, existieren: „[...] when playing the role of "father", 4-year-old children phrased directives in imperative form, but when playing "mother", they tend to choose indirect forms. Thus, from a rather early age, children associate the more direct ways of requesting action with males and the more indirect ways with females“ (Bellinger u.a 1982, 1124). Damit ist jedoch keine Aussage darüber, wann genau Mädchen und Jungen diese geschlechtstypischen Befehlsformen einsetzen möglich und müsste näher untersucht werden.

Die Wissenschaftler verfolgen in ihrer Studie zwei Hypothesen: Zum einen, ob Kinder die Befehlsformen am Modell der Eltern erlernen, wie dies auch in Kapitel 2.2 mit dem Ansatz von Bandura vermutet wurde und ob Eltern mit Kindern tatsächlich in Abhängigkeit vom Geschlecht der Kinder anders kommunizieren (vgl. Bellinger u.a 1982, 1125). Es geht hier also um einen Unterschied in der aktiven Beteiligung am sprachlichen Sozialisationsprozess, im ersten Fall wäre das Kind der aktive Imitator, im zweiten Fall wären die Eltern die aktiven Unterscheider zwischen Tochter und Sohn.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Typisch Mutter – Typisch Vater?: Einleitung in die Thematik der geschlechtstypischen sprachlichen Sozialisation unter Berücksichtigung soziolinguistischer Ansätze.

II. Sprechen mit Mädchen und Jungen: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Spracherwerb und der Sprache von Erwachsenen gegenüber Kindern in verschiedenen Kontexten.

III. Eltern-Kind-Kommunikation: Detaillierte Analyse spezifischer Kommunikationsformen wie Befehlen, partnerschaftlichem Verhalten und Sprechakten in der Interaktion zwischen Eltern und Kind.

IV. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Relevanz elterlicher Vorbilder für die Entwicklung geschlechtsspezifischer Sprachmuster bei Kindern.

Schlüsselwörter

Sprachliche Sozialisation, Eltern-Kind-Kommunikation, Geschlechterrolle, Spracherwerb, Befehlsformen, Soziolinguistik, Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten, Partnerschaftliches Verhalten, Sprechakte, Kindliche Entwicklung, Geschlechterstereotype, Interaktion, Mutter-Kind-Kommunikation, Vater-Kind-Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des elterlichen Sprachverhaltens auf die geschlechtstypische Sozialisation von Kindern im Rahmen der Eltern-Kind-Kommunikation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt den Spracherwerb, elterliche Befehlsformen, partnerschaftliches Verhalten, den Einfluss von Vorurteilen sowie spezifische Sprechakte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob und inwiefern Eltern ihre Kinder sprachlich unterschiedlich beeinflussen und ob geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kommunikation zwischen Eltern und ihren Söhnen bzw. Töchtern existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer und psychologischer Studien, darunter insbesondere Laboranalysen und Beobachtungsstudien zum Kommunikationsverhalten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Spracherwerb, eine Analyse der elterlichen Sprache gegenüber Kindern sowie eine Untersuchung konkreter Kommunikationsaspekte wie Befehlen und Rollenverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem sprachliche Sozialisation, Eltern-Kind-Kommunikation, Geschlechterrollen, Befehlsformen und geschlechtsspezifisches Sprachverhalten.

Welche Rolle spielen Befehlsformen in der Kommunikation zwischen Eltern und Kind?

Die Arbeit zeigt, dass Mütter tendenziell indirekte Befehlsformen nutzen, während Väter eher direkte Imperative verwenden, wobei Kinder diese Muster bereits früh imitieren.

Welchen Einfluss hat das Geschlecht des Kindes laut den untersuchten Studien?

Studien deuten darauf hin, dass die Kommunikation der Eltern variiert, etwa durch verstärkte Ermutigung zu bestimmtem Verhalten, was zur Festigung geschlechtstypischer Rollenbilder beitragen kann.

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Details

Titel
Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Sprache und Geschlecht
Note
2,0
Autor
Selina Kunz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V192867
ISBN (eBook)
9783656185048
ISBN (Buch)
9783656185451
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachliche sozialisation sprache und geschlecht männersprache frauensprache eltern-kind-kommunikation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selina Kunz (Autor:in), 2011, Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192867
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Leseprobe aus  20  Seiten
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