In der Wissenschaft sind Geschlechterunterschiede in vielen wissenschaftlichen Disziplinen ein Thema. Wo diese vermutete Differenz der Geschlechter ihren Anfang nimmt, soll unter anderem Thema der vorliegenden Arbeit sein, verfolgt wird ein sprachsoziologischer Ansatz, der versucht zu erklären, wie Mädchen und Jungen sprachlich geprägt werden. Wodurch werden Kinder in ihre jeweilige Geschlechtsrolle gepresst? Untersuchungen zeigen, dass die schulische Erziehung für Mädchen und Jungen unterschiedliche Maßstäbe ansetzt. Innerhalb von Peergroups herrschen jeweils andere Umgangsformen in Mädchen-, Jungen- und gemischtgeschlechtlichen Cliquen. Medien vermitteln den Geschlechtern ein sehr unterschiedliches Idealbild von „dem Mann“ und „der Frau“. Doch im Alter des Schuleintritts, der Herausbildung von Cliquen und der aktiven Auseinandersetzung mit den Medien, weisen Kinder bereits deutliche Unterschiede in ihrem sprachlichen Verhalten auf.
Die vorliegende Arbeit verfolgt eine soziolinguistische Theorie, die davon ausgeht, dass der kindliche Erwerb von geschlechtstypischer Sprache in direkter Weise mit dem sprachlichen Umfeld der Kinder verbunden ist, genauer mit der Sprache der Eltern, der Sprache von Mutter und Vater. Es muss angenommen werden, dass die ersten Bezugspersonen eines Kindes - die Eltern - einen entscheidenden Einfluss auf die sprachliche Sozialisation von Jungen und Mädchen nehmen. Die vorliegende Arbeit trägt daher den Titel Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation. Im Verlauf der Arbeit wird erläutert werden, inwiefern Eltern ihre Kinder sprachlich beeinflussen und mit Mädchen möglicherweise anders sprachlich interagieren als mit Jungen. Von zentralem Interesse ist die Frage, ob Mütter mit ihren Kinder anders sprechen als Väter und welchen Einfluss das Geschlecht des Kindes auf die Kommunikation zwischen Elternteilen und ihren Kindern hat.
Inhaltsverzeichnis
- Typisch Mutter - Typisch Vater?
- Sprechen mit Mädchen und Jungen
- Unterschiede im Spracherwerb von Mädchen und Jungen
- Die Sprache von Erwachsenen gegenüber Kindern
- Der sprachliche Kontext
- Jungen und Mädchen im Gespräch
- Eltern-Kind-Kommunikation
- Befehlsformen
- Partnerschaftliches Verhalten
- Vorurteile der Eltern
- Sprechakte
- Ergebnisse
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Sozialisation von Jungen und Mädchen im Kontext der Eltern-Kind-Kommunikation. Sie analysiert, wie Eltern ihre Kinder sprachlich beeinflussen und ob es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Interaktion zwischen Eltern und ihren Kindern gibt. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, ob und inwiefern Mütter mit ihren Kindern anders sprechen als Väter, und welchen Einfluss das Geschlecht des Kindes auf die Kommunikation zwischen Elternteilen und ihren Kindern hat.
- Sprachlicher Einfluss der Eltern auf die kindliche Sprachentwicklung
- Unterschiede im Spracherwerb von Mädchen und Jungen
- Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Eltern-Kind-Kommunikation
- Der Einfluss von Vorurteilen und Erwartungen der Eltern auf die sprachliche Sozialisation
- Analyse von Sprechakten in der Eltern-Kind-Kommunikation
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit den Unterschieden im Spracherwerb von Mädchen und Jungen. Es werden Studien vorgestellt, die die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern in den ersten Monaten ihres Lebens untersuchen und analysieren, ob es angeborene Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Der Einfluss der Eltern auf den Spracherwerb wird dabei ebenfalls beleuchtet.
Im zweiten Kapitel wird die Eltern-Kind-Kommunikation im Detail betrachtet. Es werden verschiedene Aspekte untersucht, wie zum Beispiel die Verwendung von Befehlsformen, das partnerschaftliche Verhalten zwischen Eltern und Kindern und der Einfluss von Vorurteilen der Eltern. Anhand von Beispielen aus der Forschung wird deutlich, wie Eltern ihre Kinder durch ihre Sprache in bestimmte Rollen prägen können.
Schlüsselwörter
Geschlechtstypische Sprache, Eltern-Kind-Kommunikation, Spracherwerb, sprachliche Sozialisation, Geschlechterrollen, Vorurteile, Sprechakte, Befehlsformen, partnerschaftliches Verhalten, Müttersprache, Vätersprache
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Arbeit zur Eltern-Kind-Kommunikation?
Die Arbeit analysiert die geschlechtstypische sprachliche Sozialisation und wie Eltern durch ihre Kommunikation die Geschlechtsrollen ihrer Kinder prägen.
Gibt es Unterschiede im Spracherwerb zwischen Mädchen und Jungen?
Ja, die Arbeit beleuchtet Studien zu angeborenen Unterschieden und untersucht, inwiefern das sprachliche Umfeld diese Differenzen beeinflusst.
Sprechen Mütter anders mit ihren Kindern als Väter?
Dies ist eine zentrale Forschungsfrage der Arbeit, die Unterschiede in der "Müttersprache" und "Vätersprache" sowie deren Einfluss auf das Kind untersucht.
Welchen Einfluss haben Vorurteile der Eltern?
Vorurteile und Erwartungen der Eltern können dazu führen, dass sie mit Mädchen anders interagieren als mit Jungen, was die Kinder in bestimmte Rollen presst.
Welche sprachlichen Mittel werden in der Eltern-Kind-Interaktion analysiert?
Die Analyse konzentriert sich unter anderem auf die Verwendung von Befehlsformen, partnerschaftliches Verhalten und verschiedene Sprechakte.
Ab wann zeigen Kinder Unterschiede im sprachlichen Verhalten?
Bereits im Alter des Schuleintritts weisen Kinder deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede in ihrem sprachlichen Verhalten auf.
- Citar trabajo
- Selina Kunz (Autor), 2011, Geschlechtstypische sprachliche Sozialisation in der Eltern-Kind-Kommunikation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192867