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Die iroschottische Mission

Title: Die iroschottische Mission

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Maximilian Großmann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Vor Beginn der iroschottischen Mission verfügt das Christentum in Mitteleuropa über eine uneinheitliche Basis, bedingt durch den zurückgedrängten Einfluss des zerfallenen weströmischen Reichs in Verbindung mit den Auswirkungen der Völkerwanderung. Dass der römisch-christliche Glaube in manchen Gebieten des ehemaligen Reichs gut verankert ist, wird z. B. an Chlodwigs Übertritt zum Christentum deutlich, der ihm (neben der Zuneigung seiner katholischen Ehefrau) die Unterstützung der galloromanischen Geistlichkeit sichert, romanische Bevölkerung unter dem Dach des römisch-katholischen Glaubens integriert, zugleich die Konfrontation mit den arianischen Germanen verschärft, die die Trinitätslehre ablehnen – ein guter Vorwand, den eigenen Machtbereich weiter auszudehnen und die Ostgoten anzugreifen. Wulfilas Übersetzung der Bibel ins Gotische hatte zur Christiani-sierung der Goten beigetragen, die Gegensätze zwischen Arianern und römisch-katholischen Christen hatten aber auch durch die Konzile von Nicäa und Konstantinopel und die Einigung auf ein verbindliches Glaubensbekenntnis nicht beseitigt werden können. Die grundlegende politische Umgestaltung des weströmischen Gebietes wies der christlichen Kirche im Zuge der Veränderungen einheitsstiftende, weil kontinuitätssichernde Funktion zu.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff „iroschottisch“

2.1 Irland im frühen Mittelalter

2.2 Die Missionierung Irlands

3 Das irische Mönchstum

3.1 Das Ideal der Peregrinatio

4 Columban von Luxeuil

5 Was bleibt?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung und den Ablauf der iroschottischen Mission im Frühmittelalter. Dabei wird analysiert, wie irische Mönche durch ihre asketische Lebensweise und ein spezielles Bußsystem maßgeblich zur Christianisierung und kulturellen Entwicklung des europäischen Festlandes zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert beitrugen.

  • Historische Grundlagen und Organisationsformen der irischen Kirche
  • Die Rolle des irischen Mönchstums und des Ideals der Peregrinatio
  • Biografie und Wirken von Columban von Luxeuil als Fallbeispiel
  • Die Bedeutung der iroschottischen Bußpraxis für die europäische Kirchengeschichte
  • Verhältnis der iroschottischen Mission zur späteren angelsächsischen Mission

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ideal der Peregrinatio

Doch weshalb kamen die irischen Mönche überhaupt auf den Kontinent, um ihren Glauben zu verbreiten? Die Gründe hierfür liegen in der asketischen Lebensweise und der Buße, die die irischen Mönche praktizierten, und der oben erwähnten Peregrinatio. Aus dem altirischen Recht hatten sie als Buße für besonders schwere Vergehen die Verbannung aus der Heimat übernommen. Die irischen Mönche begannen im Sinne einer auf die Spitze getriebenen Askese diese Verbannung als „peregrinatio pro christi“ (Peregrinatio lat. = etwa „Leben in der Fremde“) freiwillig auf sich zu nehmen.

Dabei ging es um den „Verlust“ der Heimat als höchste Form der Entbehrung, eine Besonderheit, die schon im weißen Martyrium sichtbar ist. Als Vorbilder werden in der Forschung oft der heilige Patrick oder auch Abraham genannt, der auf Gottes Gebot hin sein Vaterland und mit ihm seine Verwandtschaft verlassen hatte (Gen 12,1). Bald schon verband man die asketische Leistung mit dem Missionsbefehl Christi und begann in der Fremde das Evangelium zu verkünden. Dieser Prozess brachte viele, für die Entwicklung des Christentums in Europa wichtige Persönlichkeiten hervor. Einer der wichtigsten war Columban von Luxeuil anhand dessen Lebensgeschichte sich die iroschottische Mission stellvertretend veranschaulichen lässt. Die Vita Columbans bietet sich hier an, da sie ausgesprochen gut dokumentiert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die uneinheitliche religiöse Ausgangslage in Mitteleuropa und begründet den Fokus der Arbeit auf die iroschottische Missionsbewegung des 6. bis 8. Jahrhunderts.

2 Der Begriff „iroschottisch“: Das Kapitel erläutert die Etymologie des Begriffs sowie die soziopolitischen Strukturen des frühmittelalterlichen Irlands und die Anfänge der dortigen Christianisierung.

3 Das irische Mönchstum: Hier werden die asketischen Besonderheiten, das Bußsystem und das Ideal der Peregrinatio als treibende Kräfte der irischen Klosterkultur analysiert.

4 Columban von Luxeuil: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Columbans nach und nutzt sein Wirken als exemplarisches Fallbeispiel für die Methoden und Konflikte der iroschottischen Mission.

5 Was bleibt?: Das abschließende Kapitel bewertet das historische Erbe der iroschottischen Mönche, insbesondere hinsichtlich ihrer Rolle als Vorbereiter für die spätere angelsächsische Mission.

Schlüsselwörter

Iroschottische Mission, Frühmittelalter, Columban von Luxeuil, Peregrinatio, Irisches Mönchstum, Christianisierung, Bußpraxis, Klostergründungen, Askese, Missionsgeschichte, Merowinger, Kelten, Glaubensbekenntnis, Angelsächsische Mission, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Missionsbewegung irischer Mönche auf dem europäischen Festland während des frühen Mittelalters und ihren Einfluss auf die Etablierung des Christentums in dieser Region.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Charakteristika der irischen Kirche, die asketische Lebensweise der Mönche, das Konzept der freiwilligen Verbannung (Peregrinatio) sowie die langfristigen Auswirkungen dieser Missionstätigkeit.

Was ist die zentrale Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit untersucht, warum die irischen Mönche auf den Kontinent kamen, was sie dort missionarisch erreichten und auf welchen Faktoren ihr historischer Erfolg beruhte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine historische Seminararbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur sowie zeitgenössischen Quellen (z. B. der Vita Columbans) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem irischen Mönchstum, der Analyse von Columban von Luxeuil als zentralem Akteur und der Bewertung der Auswirkungen der iroschottischen Bußpraxis.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Iroschottische Mission, Peregrinatio, Bußpraxis, Klosterkultur und frühmittelalterliche Christianisierung beschreiben.

Welche Rolle spielt die Bußpraxis für den Erfolg der Missionare?

Die irische Bußpraxis bot eine strukturierte, tarifbasierte Methode zur Sündenvergebung, die für die Bevölkerung attraktiver und handhabbarer war als die strengen Praktiken der römischen Kirche.

Warum wird Columban von Luxeuil als Fallbeispiel gewählt?

Columban wird gewählt, da sein Leben und Wirken durch eine exzellente Quellenlage gut dokumentiert sind und sich an seinem Beispiel die typischen Prozesse der Missionsbewegung anschaulich darstellen lassen.

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Details

Title
Die iroschottische Mission
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Geschichte)
Grade
2,3
Author
Maximilian Großmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V192872
ISBN (eBook)
9783656186823
ISBN (Book)
9783656187615
Language
German
Tags
iroschottische Mission Mission Mönche Irland Christianisierung Columban Luxeuil Gallus Peregrinatio Chlodwig Bobbio
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maximilian Großmann (Author), 2011, Die iroschottische Mission, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192872
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