Gegenstand der Arbeit ist es, ein Optimierungsproblem für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement (MPM) zu konzipieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf den Wert und das Risiko eines Projektportfolios aus Investorensicht gelegt. Die Methoden des Projektmanagement (PM) müssen dazu modifiziert und auf den Unternehmenswert ausgerichtet werden.
Es wird ein Ansatz aufgezeigt, wie es gelingt ein solches Projektportfolio zu beschreiben und zu optimieren. Durch Simulation wird eine große Menge an möglichen Entwicklungen der einzelnen Projekte und des gesamten Portfolios erzeugt, um die optimale Selektion der Projekte zu erreichen. Die Forschungsfrage lautet: Wie lässt sich ein gegebenes Portfolio aus Investitions- und Finanzierungsprojekten mit unsicheren Ein- und Auszahlungen in Bezug auf das Ziel Vermögensmaximierung bei einem bestimmten tolerierten Risiko mit der Hilfe von Simulationen optimieren?
Durch die Programme Microsoft Excel™, @RISK™ und RISKOptimizer™ erfolgt die Optimierung und Simulation.
Im Mittelpunkt des Kapitel 2 steht die Darstellung und Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen des Projektmanagements und der Anwendbarkeit der Portfolioselektion nach Markowitz auf Projekte. Gegenstand von Kapitel 3 ist die Konzeption eines wertorientierten Zielsystems für Programmentscheidungen und dessen mathematische Formulierung. Das Optimierungsproblem wird für ein fiktives Beispiel aufgestellt und die Lösung präsentiert. Das vierte Kapitel befasst sich mit weiterführenden Überlegungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Entwicklung des Projektmanagements und der Wertorientierung
2. Theoretische Grundlagen für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement
2.1. Grundzüge eines wertorientierten Projektmanagements
2.1.1. Management von Projekten
2.1.2. Management durch Projekte
2.2. Anwendbarkeit der Markowitzschen Portfoliotheorie auf Projektportfolios
2.2.1. Portfolioselektion nach Markowitz
2.2.2. Anwendbarkeit auf Projektportfolios
3. Konzeption eines Optimierungsproblems für wertorientiertes Multiprojektmangement
3.1. Entwurf eines wertorientiertes Ziel- und Restriktionensystems
3.1.1. Rahmenbedingungen der Projektportfolioselektion
3.1.2. Wert eines Projektportfolios
3.1.3. Risiko eines Projektportfolios
3.1.4. Interdependenzen zwischen Projekten
3.2. Formulierung und Lösung des Optimierungsproblems
3.2.1. Allgemeine Formulierung des Optimierungsproblems
3.2.2. Optimierung und Simulation eines Beispielproblems
4. Zukünftiger Stellenwert eines wertorientierten Multiprojektmanagements
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein mathematisches Optimierungsproblem für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement zu konzipieren, das die Vermögensmaximierung unter Berücksichtigung eines spezifischen Risikobudgets ermöglicht. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie ein Portfolio aus Investitions- und Finanzierungsprojekten mit unsicheren Zahlungsströmen durch Simulationen optimiert werden kann.
- Grundlagen des wertorientierten Projektmanagements
- Kritische Analyse der Markowitzschen Portfoliotheorie für Projektportfolios
- Konzeption eines wertorientierten Ziel- und Restriktionensystems
- Einsatz von Shortfall-Risikomaßen zur Risikoquantifizierung
- Mathematische Modellierung und Simulation zur Projektselektion
Auszug aus dem Buch
2.2.2. Anwendbarkeit auf Projektportfolios
Nachdem die Markowitzsche Portfoliotheorie dargestellt ist, geht es in diesem Unterkapitel um die Frage, ob sie auf ein Projektportfolio anwendbar ist. Dafür werden die drei wesentlichen Annahmen untersucht.
Die erste Annahme bezog sich darauf, dass es sich um Finanzanlagen handelt. Finanzanlagen sind keine Projekte, das ist so trivial wie richtig. Ein Projekt ist in Kapitel 2.1.1 im Wesentlichen durch seine Einmaligkeit definiert. Finanzanlagen, vor allem Wertpapiere, sind genau das nicht und könnten so ihre Funktionen auch nicht erfüllen [SG05, 9 ff.]. Das hat zur Konsequenz, dass keine vergangenheitsbezogenen Realisationen von den zufallsverteilten Größen vorliegen. Es sind auch keine qualitativ hochwertigen Zeitreihen- oder Paneldaten zu bekommen. So können Datenfehler nicht durch ausgefeilte Methoden ausgeglichen werden und es kann keine Schätzung über die Stichprobengegestücke der Verteilungsparameter erfolgen [Aue07, 11; 42 ff.]. Die Tatsache, dass einige Investitionen von der Zahlungsstruktur Finanzoptionen ähneln, hat dazu geführt, dass es viele Vorschläge gab diese mit den selben Verfahren zu bewerten. Eine solche Bewertungsmethode ist unzulässig da eine Reihe von Annahmen der Optionspreisbewertung nicht erfüllt wird [Kru09, 393 f.; 428 ff.]. [AM08, 293] meint „ohne aussagekräftige Inputdaten bleibt die moderne Portfoliotheorie eine interressante, aber letztlich inhaltslose Hülle“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entwicklung des Projektmanagements und der Wertorientierung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Projektmanagement und die Notwendigkeit, dieses stärker an betriebswirtschaftlichen, wertorientierten Zielen auszurichten.
2. Theoretische Grundlagen für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement: Hier werden die Kernelemente des Projektmanagements sowie die Anwendbarkeit klassischer finanzwirtschaftlicher Ansätze wie der Portfoliotheorie auf Projekte kritisch analysiert.
3. Konzeption eines Optimierungsproblems für wertorientiertes Multiprojektmangement: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Auswahl von Projekten unter Berücksichtigung von Werten, Risiken und Ressourcenrestriktionen.
4. Zukünftiger Stellenwert eines wertorientierten Multiprojektmanagements: Die Schlussbetrachtung bewertet das entwickelte Konzept und ordnet die Bedeutung wertorientierter Methoden für zukünftige Projektmanagementnormen und -software ein.
Schlüsselwörter
Multiprojektmanagement, Wertorientierung, Projektportfolio, Markowitz, Investitionsrechnung, Risikomanagement, Shortfall-Wahrscheinlichkeit, Simulation, Monte-Carlo-Simulation, Vermögensmaximierung, NPV, Optimierungsproblem, Projektselektion, Value-Based-Management, Kapitalkosten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Konzepts für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement, um Projekte besser an den Zielen von Investoren auszurichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das wertorientierte Projektmanagement, finanzwirtschaftliche Bewertungsmethoden, Risikoanalyse sowie die mathematische Optimierung von Projektportfolios.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Maximierung des Unternehmensvermögens durch eine optimale Projektauswahl unter Einhaltung eines definierten Risikobudgets.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine stochastische Modellierung der Zahlungsströme mittels MPERT-Verteilung sowie eine mathematische Optimierung mittels Simulationstechniken (Monte-Carlo) eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Schwächen klassischer Ansätze für Projektportfolios und leitet ein spezifisches Optimierungsmodell unter Verwendung von Net Present Value (NPV) und Shortfall-Risikomaßen ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Multiprojektmanagement, Wertorientierung, Risikomanagement, Simulation, NPV und Projektselektion.
Warum ist die Markowitzsche Theorie für Projekte ungeeignet?
Da Projekte – im Gegensatz zu Finanzanlagen – einmalig und nicht beliebig teilbar sind, fehlen für die Markowitzsche Theorie notwendige historische Daten und Zeitreihen, was eine direkte Anwendung unmöglich macht.
Welche Rolle spielt die Shortfall-Wahrscheinlichkeit?
Sie dient als flexibles Risikomaß, um sicherzustellen, dass ein festgelegter Zielwert für den Unternehmenswert nicht mit einer zu hohen Wahrscheinlichkeit unterschritten wird.
- Arbeit zitieren
- Amadeus Künneth (Autor:in), 2011, Konzept für ein wertorientiertes Multiprojektmanagement. Projektportfolio über die Optimierung eines fiktiven Beispielproblems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192879