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Was ist ein „homo novus“? - Die Kritik des Marius an den alten Adelsfamilien am Beispiel seiner Antrittsrede auf dem Marsfeld

Titel: Was ist ein „homo novus“? - Die Kritik des Marius an den alten Adelsfamilien am Beispiel seiner Antrittsrede auf dem Marsfeld

Seminararbeit , 2000 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anne Grabinsky (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Plutarch eröffnet das Kapitel über Marius in seinem Werk „Große
Griechen und Römer“ mit der Beschreibung einer Marmorbüste des
Marius, „...aus deren Zügen eindrücklich der mürrische, herbe
Charakter spricht, welchen man ihm zuschreibt“. Sallust jedoch
portraitiert in der Rede des Marius einen selbstbewussten, vielleicht
auch etwas selbstherrlichen jungen Mann, der sich von alten
Ahnentafeln und berühmten Vorfahren nicht beeindrucken lässt und
ihnen Soldatentugenden entgegensetzt. Liegt das an der auf positive
Wirkung im Volk zielenden Selbstdarstellung eines neuen Politikers,
oder spricht hier doch eher Sallust selbst, der meint, hinter Marius’
Verurteilung der nobilitas einen integren Politiker zu erkennen?
Marius hat seine berühmte Antrittsrede einerseits dazu genutzt, die
Rekruten für den bevorstehenden Feldzug in Afrika zu motivieren und
andererseits, um bei der Gelegenheit den Adel scharf anzugreifen.
Dieser letztere Teil nimmt dabei jedoch mit 43 Paragraphen erheblich
mehr Raum ein als der eigentlich wichtigere erste.
Die Rede des Marius fand auf dem Marsfeld vor den Toren Roms
statt, weil es für Soldaten verboten war, sich bewaffnet in Rom
aufzuhalten. Marius zeigt als frisch gewählter Mann ohne berühmte
Vorfahren ein großes Selbstvertrauen und bringt ohne Scheu seine
Kritik an. Plutarchs Meinung, er sei erst von der Menge zu der
Hetzrede angestachelt worden, ist mit Skepsis zu begegnen.
Die vorliegende Arbeit wird sich am Beispiel der Rede des Marius
bei Sallust mit der Haltung eines typischen homo novus gegenüber der
alten nobilitas beschäftigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext der Rede

3. Warum greift Marius die alten Adelsgeschlechter an?

4. Marius – ein homo novus

5. Die Rede des Marius bei Sallust

6. Die Rede des Marius - Wie kritisiert er die Aristokratie?

7. Ergebnis und Ausblick

8. Quellen und Literatur

8.1. Quellen

8.2. Literatur (Auswahlbibliographie)

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht am Beispiel der Antrittsrede des Gaius Marius im „Jugurtinischen Krieg“ des Historikers Sallust, wie ein „neuer Mann“ (homo novus) seine soziale Herkunft nutzte, um die etablierte Nobilität politisch anzugreifen und seine eigene Wahl zum Konsul zu legitimieren.

  • Die Rolle und Definition des homo novus im antiken Rom.
  • Der historische Machtkampf zwischen Aristokratie und Popularen.
  • Sallusts historiographischer Stil und die Charakterisierung des Marius durch stilisierte Reden.
  • Die Rhetorik des Marius als Ausdruck seines bäuerlichen Charakters und seiner Verachtung gegenüber aristokratischer Bildung.
  • Das Spannungsfeld zwischen militärischer Leistung und erblicher Nobilität.

Auszug aus dem Buch

Die Rede des Marius - Wie kritisiert er die Aristokratie?

Marius traf seine Kriegsvorbereitungen für den Feldzug in Afrika und hob Soldaten aus. Der Senat war dagegen, trotzdem wagte er es nicht, Marius etwas zu verbieten. Er hoffte darauf, dass der Kriegsdienst beim Volk nicht erwünscht sei und ihn obendrein unbeliebt machen würde. Doch er hatte sich getäuscht. Die Soldaten hofften auf reiche Beute und waren bereit, Marius zu folgen. Dieser war sich sicher, auch die Letzten durch seine aufputschende Rede mitzureißen und gleichzeitig gegen den Adel aufzubringen.

So verknüpft er denn auch zu Beginn seiner leidenschaftlichen Rede den bevorstehenden Feldzug mit der Schmähung des Adels und stellt seine schwierige Situation dar, unter den Misshelligkeiten der Adelsclique untereinander eine vernünftige Militärpolitik betreiben zu müssen: (§3)

„Den Krieg vorbereiten und zugleich die Staatskasse schonen, Leute zum Kriegsdienst drängen, die man nicht vor den Kopf stoßen will, daheim und im Felde für alles sorgen und das mitten unter Leuten zu betreiben, die missgünstig, widerspenstig und herrschsüchtig sind – das, meine Mitbürger, ist schwerer als man denkt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedlichen Darstellungen des Marius durch Plutarch und Sallust und legt den Fokus auf die Analyse der Antrittsrede im Kontext der Auseinandersetzung zwischen dem homo novus und der Nobilität.

2. Historischer Kontext der Rede: Dieses Kapitel erläutert die sozialen Krisen Roms und den politischen Machtkampf, den Marius durch seinen militärischen Erfolg gegen Jugurtha für sich zu nutzen wusste.

3. Warum greift Marius die alten Adelsgeschlechter an?: Es wird analysiert, wie Marius trotz seines Aufstiegs innerhalb der Oberschicht als „Eindringling“ diskriminiert wurde und warum er als politischer Praktiker die Arroganz des Adels öffentlich bekämpfte.

4. Marius – ein homo novus: Das Kapitel definiert den Begriff homo novus als politischen Neuling ohne adelige Ahnen und erläutert die Bedeutung der curulischen Ämter als Hürde für den sozialen Aufstieg.

5. Die Rede des Marius bei Sallust: Hier steht die literarische Gestaltung der Rede durch Sallust im Vordergrund, die als Kunstwerk den Charakter des Marius indirekt und durch derbe Rhetorik zeichnet.

6. Die Rede des Marius - Wie kritisiert er die Aristokratie?: Dieser Teil untersucht die konkrete Argumentation des Marius, in der er militärische Leistung und eigene Tüchtigkeit der vermeintlichen Untätigkeit und Erbgut-Arroganz des Adels gegenüberstellt.

7. Ergebnis und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Marius die Rede als populistische Strategie nutzte, um seine Wahl zu legitimieren und sich als Integritätsfigur gegenüber der korrupten Nobilität zu positionieren.

8. Quellen und Literatur: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Gaius Marius, homo novus, Nobilität, Sallust, Jugurtinischer Krieg, Antrittsrede, römische Republik, Aristokratie, Popularen, virtus, Konsulat, Machtkampf, soziale Krise, politische Rhetorik, Militärreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Seminararbeit analysiert die politische Antrittsrede des Gaius Marius, wie sie bei Sallust überliefert ist, und untersucht, wie der „neue Mann“ seine Herkunft und militärischen Leistungen nutzte, um sich gegen die etablieren Adelsfamilien Roms durchzusetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der sozio-politische Aufstieg von Außenseitern im antiken Rom, die Korruption der Aristokratie, die Rolle militärischer Verdienste gegenüber familiären Ahnenreihen und die literarische Darstellung historischer Persönlichkeiten durch Sallust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marius rhetorische Mittel einsetzte, um das Volk zu mobilisieren, die Legitimität seiner Wahl zum Konsul zu festigen und ein Gegenbild zur verkrusteten nobilitas zu konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der antiken Texte (Sallust, Plutarch) und setzt diese in den historischen Kontext der späten römischen Republik, unter Einbeziehung moderner altertumswissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Begriffs homo novus, eine Einordnung des historischen Kontextes (Jugurthinerkrieg) sowie eine detaillierte textimmanente Analyse der Rede des Marius auf dem Marsfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören homo novus, Nobilität, virtus, Sallust, Konsulat, politische Rhetorik und die Machtverhältnisse im 1. Jahrhundert v. Chr. in Rom.

Wie unterscheidet sich Marius laut der Arbeit von der Aristokratie?

Marius definiert sich als Praktiker und Soldat, der seinen Status durch eigene Leistungen, Mühen und Narben auf der Brust erworben hat, während er der Aristokratie Lässigkeit, Unfähigkeit und das bloße Ausruhen auf den Lorbeeren der Vorfahren vorwirft.

Welche Rolle spielt die griechische Bildung für Marius?

Marius lehnt griechische Bildung explizit als unnötig und dekorativ ab; für ihn ist sie ein Symbol für die Dekadenz und die „Künsteleien“ der Aristokratie, die von der wahren militärischen Tapferkeit ablenken.

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Details

Titel
Was ist ein „homo novus“? - Die Kritik des Marius an den alten Adelsfamilien am Beispiel seiner Antrittsrede auf dem Marsfeld
Hochschule
Universität Rostock  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Marius, der „neue Mann“. Kimbern, Teutonen und Heeresreform
Note
1,0
Autor
Anne Grabinsky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V192942
ISBN (eBook)
9783656187042
ISBN (Buch)
9783656187295
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sallust Plutarch homo novus nobilitas Marius Rom
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Grabinsky (Autor:in), 2000, Was ist ein „homo novus“? - Die Kritik des Marius an den alten Adelsfamilien am Beispiel seiner Antrittsrede auf dem Marsfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192942
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Leseprobe aus  15  Seiten
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